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… ist im Einleitungstext alles gesagt. Die Homepage www.der-schwache-glaube.de ist auf die Blog-Seite umgezogen.
Zur Internet-Präsenz gehören Twitter und Facebook. Wenn ich auf interessante Links stoße, dann twittere ich sie meistens. Auf der Seite von Facebook reagiere ich auf das, was andere schreiben oder ich poste mal ein Bild, manchmal auch ein Hinweis auf neu eingestellte Beiträge.

Drüggelter Kapelle am Möhnesee

 

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Shared History: 1700 Jahre jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum, Presseinformation, Margarete Schwind, Berlin 2021

Ein Projekt des Leo Baeck Institute – New York | Berlin — www.sharedhistoryproject.org

Berlin, 15. Januar 2021 – 2021 markiert das 1700-jährige Jubiläum des frühesten Dokuments, das eine jüdische Gemeinschaft in dem Gebiet des deutschsprachigen Raums erwähnt. In einem Edikt aus dem Jahre 321, dessen Abschrift heute in der Vatikanischen Bibliothek verwahrt wird, erlaubte Kaiser Konstantin den Kölner Stadträten, auch Juden zur Ausübung öffentlicher Ämter zu verpflichten.

Um die facettenreichen Narrative jüdischer Geschichte in diesem Zeit- und Sprachraum zu schildern, hat das Leo Baeck Institute – New York | Berlin das Projekt Shared History: 1700 Jahre jüdisches Leben im deutschsprachigen Raum ins Leben gerufen. Es ist eine Shared History, eine gemeinsam geteilte Geschichte, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Geschichte von Jüdinnen und Juden war und ist seit Jahrhunderten tief verwoben mit der Geschichte der Mehrheitsbevölkerung in den Regionen und Ländern dieses Raums.

Im Verlaufe des Jahres 2021 werden unter www.sharedhistoryproject.org wöchentlich je ein Objekt und korrespondierende Essays veröffentlicht. Die dabei geschaffene 1700 Jahre umfassende Gesamtschau jüdischer Geschichte im deutschsprachigen Raum wird aktiv zur Vermittlung jüdischen Lebens im deutschsprachigen Raum dienen und mithilfe von Fakten und Aufklärung einen wichtigen Beitrag gegen Unkenntnis, zunehmende Geschichtsverzerrung und wachsenden Antisemitismus leisten.

Das Shared History Projekt beleuchtet schlaglichtartig die individuellen und kollektiven Erfahrungen, die jüdischen Alltag über Jahrhunderte prägten: Diskriminierung, Ausgrenzung und Entrechtung auf der einen Seite, Akzeptanz, Akkulturation und gesellschaftlicher Aufstieg auf der anderen Seite. Dabei zeigen die Objekte, dass es mitunter die kleinsten Dinge sein können, wie ein paar gläserne Ampullen, die ein gemeinsames Miteinander vor Augen führen – oder den gesellschaftlichen Ausschluss bis zur skrupellosen Ermordung unverkennbar machen, wie der aus der Erde geborgene Anhänger eines Mädchens.

Jüdisches Leben ist heute in all seiner Vielfalt wieder ein fester Bestandteil der deutschen Gesellschaft. Doch wie ein Blick auf die Objekte des Shared History Projekts und deren Geschichten zeigt, ist der Weg dorthin alles andere als einfach gewesen. Er war geprägt von Rückschlägen und Brüchen, aber auch von Zeiten des lebendigen Miteinanders und dynamischen Austausches.

Einen Beitrag über das Projekt von David Dambitsch dürfen wir zum Nachhören anbieten:
Deutschlandfunk, Schalom 08.01.2021 / 1700 Jahre Juden in Deutschland

Virtuelle 3D Ausstellung & Website

Gefördert durch: #2021JLID – Jüdisches Leben in Deutschland e.V. aus Mitteln des Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat (BMI)

Die verschiedenartigen Exponate – unter anderem Schmuck, Gemälde, Sakralgegenstände, Bücher und Mankuskripte, Synagogen und andere Bauten, und selbst fiktionale Konzepte wie der Golem – werden mittels moderner Techniken wie 3D Fotogrammetrie und 360-Videos abgebildet und in einem fiktionalen Raum zur Schau gestellt.

Realisation der Webpräsenz: Z-Reality GmbH (Kaiserslauten) und Design360 (New York)

Expertenbeiträge

Zur Webpräsenz gehört auch ein Platform, wo die Objekte von erläutenden Expertenbeiträgen begleitet werden. Zu den Autorinnen und Autoren gehören Forschende aus der Geschichtswissenschaft, Archäologie und Kunstwissenschaft, aber auch Mitarbeitende aus Bibliotheken und Archiven sowie Vertreterinnen und Vertreter von Gemeinden und Publizierende.

Vom 27. Januar 2021 – 23. April 2021 wird eine physische Ausstellung im Paul Löbe Haus des Deutschen Bundestages gezeigt. Die Ausstellung auf 27 Glaspanelen präsentiert eine Auswahl der Objekte des Shared History Projekts. 

Die 58 Objekte aus den Sammlungen von über 40 Museen, Bibliotheken, Archiven und anderen Institutionen in 10 Ländern werden in über die folgenden Kanäle präsentiert:

LEO BAECK INSTITUTE – 

Zum Leo Baeck Institut 

Gegründet von deutsch-jüdischen Emigrierten als unabhängige Forschungs- und Dokumentationseinrichtung für die Geschichte und Kultur des deutschsprachigen Judentums mit drei Teilinstituten in Jerusalem, London und New York hat sich das Leo Baeck Institut seit nunmehr über 60 Jahren der Aufgabe verschrieben, das kulturelle Vermächtnis des durch den Holocaust nahezu ausgelöschten deutschsprachigen Judentums zu bewahren. Die Gründungsväter und -mütter zählten zu den führenden Intellektuellen ihrer Zeit und waren selbst oftmals nur mit großen Mühen dem NS-Regime entflohen: unter ihnen befanden sich Martin Buber, Max Grunewald, Hannah Arendt, Selma Stern und Robert Weltsch. Sie benannten das Institut nach dem Rabbiner Leo Baeck, dem letzten führenden Repräsentanten der jüdischen Gemeinden im Nationalsozialismus, der zugleich erster Präsident des Leo Baeck Instituts wurde. 

Die Bestände des LBI New York umfassen über 80.000 gedruckte Bände, zahlreiche Periodika, 10.000 archivalische Nachlässe, 25.000 Fotografien und rund 8.000 Kunstwerke und Objekte. Der Großteil der im Leo Baeck Institut erhaltenen Objekte wurde von jüdischen Flüchtlingen selbst oder ihren Nachkommen in die Obhut des Instituts übergeben. Die bewahrten deutschsprachigen Dokumente, Bücher, Aufzeichnungen und Erinnerungsstücke haben ihre früheren Besitzer mitunter durch mehrfaches Exil begleitet und verdeutlichen, wie stark die emotionale und psychologische Verbundenheit zur verlorenen Heimat im deutschsprachigen Raum war – trotz Brüchen, Entwurzelung und Trauma. Mit seinem Archiv in New York schuf das LBI einen Aufbewahrungsort seiner erstklassigen über fünf Jahrhunderte umspannenden Sammlungen, die heute zu den wichtigsten Primärquellen jüdischer Geschichte und Alltags in Mitteleuropa gehören. 

 

Das hilft in Zweifel und Versuchungen, Dennis Streichert, Hamburg 2021

Foto: Trübes Wetter in Kanada, Foto Dennis Streichert

Wenn das Leben hart ist und Versuchungen uns überfluten, können wir leicht das Gefühl haben, völlig untauglich als Christ zu sein. Die Versuchung schlägt gerade in diesen Momenten zu, in denen wir sie so gar nicht erwarten oder verkraften.

Wenn sich Ihr Glaube klein anfühlt, erinnern Sie sich an diese Tatsachen:

 

Gott hat uns zu seiner Freude geschaffen

Leiden und Herausforderungen in diesem Leben ist unausweichlich für jeden, der in dieser Welt lebt. Schwierigkeiten werden immer kommen. Trotzdem dürfen wir auf Gott vertrauen, weil diese harten Schicksalsschläge nie vergeblich sind.

Gott hat Sie geschaffen, weil er sich an Ihnen erfreut. Er wünscht sich, dass Sie ihn kennen, sich an ihm erfreuen und ihn lieben, selbst inmitten von Leid. Gott bietet Ihnen ein Leben voller Sinn an. Alle guten Dinge kommen aus seiner Hand. Seine Güte ändert sich nie, auch wenn wir es tun.

Egal, was wir erleben, wir erleben es niemals für uns allein. Es ist erstaunlich, dass Gott uns nahe ist und uns hört. Er hat die absolute Kontrolle über jede Situation, jeden Lebensbereich und jede Schwierigkeit.

 

Gott greift uns unter die Arme, wenn wir fallen

Wenn wir schon länger für etwas beten, dies aber nicht erhalten, weil Gott es momentan für nicht angebracht hält, können wir in Versuchungen geraten. Beispielsweise, wenn Sie schon lange Single sind und sich nach einem Partner sehnen.

Wenn wir schwach werden, so ist Gott dennoch da. Er wird seine geliebten Kinder niemals in Stich lassen. Er sandte Jesus, der in allem mit uns fühlt und um unsere Nöte weiß. Gott wusste, dass wir immer wieder fallen würden.

Gott hat sich zu uns in unserer Sünde herabgelassen, weil er sich mit uns verbinden möchte und uns wertschätzt. Christus nahm in Demut Menschengestalt an und war seinem Vater gehorsam bis in den Tod, damit wir mit ihm wieder vereint werden.

 

Gott liebt uns immer noch, auch wenn wir versagen

Selbst wenn wir ständig versagen, liebt Gott uns immer noch. Das gute Werk, das Gott begonnen hat, indem er uns durch den Glauben für gerecht erklärt hat, wird fortgesetzt, bis er diese Wiederherstellung und Vervollkommnung abschließt und uns seinem Sohn gleich macht. Nichts kann oder wird uns von seiner Liebe trennen – nichts!

Als Christus am Kreuz starb, machte sein Opfer es möglich, dass Sie in die Gegenwart Gottes eintreten können. Wenn der Vater uns anschaut, sieht er seinen Sohn.

Wir können uns Gott nun als seine eigenen Kinder nähern. Wir können uns diesem liebenden Vater nähern, der seine Kinder liebt und sich um sie kümmert, auch wenn wir versagen. Wir sind durch den Tod Jesu mit Gott versöhnt worden. Wie viel mehr werden wir dann durch sein Leben gerettet werden?

 

Gott schenkt uns eine neue Freude an ihm

Selbst wenn die Fluten dieser Welt uns zu ertränken scheinen, schenkt Gott sich uns immer wieder. Wir dürfen die Gemeinschaft mit ihm, seine Liebe und Erneuerung genießen.

Kein Abgrund von Sünde oder Zweifel ist zu entsetzlich für Gott, um uns zu erlösen! Wir haben einen Erlöser, der sich an uns erfreut, damit wir uns an ihm erfreuen können. Christus möchte, dass wir das Leben in seiner Gegenwart leben und uns an das Leiden erinnern, das er durchgemacht hat. Das Leiden, das uns die Erlösung ermöglicht und durch das er immer mit uns mitfühlt.

Wenn sich also Ihr Glaube klein und schwach anfühlt, wenn Sie in Versuchung geraten, wenn Sie an Gottes Güte oder Gnade zweifeln, halten Sie sich an Gott fest. Denken Sie daran, dass Gott uns Rettung und Glück, Freude und Wonne schenkt, weil er uns nichts Geringeres als sich selbst gegeben hat

 

Jeder von uns wird mit Situationen konfrontiert, in denen Zweifel, Verwirrung und Angst uns umgeben und das Vertrauen in Gott schwindet. Die Frage ist: Was werden Sie mit Ihrem Zweifel tun? Werden Sie entmutigt und laufen weg von Gott, oder werden Sie im Schmerz des Zweifels zu Gott rufen?

Sie und ich haben unsere Errettung nicht durch eigene Tugendhaftigkeit erkauft. Der Herr weiß, dass wir schwach sind, und deshalb hat er versprochen, unsere Stärke zu sein und seine Autorität in unserem Namen auszuüben.

Derjenige, zu dem Sie beten, ist gütig, langsam zum Zorn und überreich an Liebe. Er hat versprochen, dass er nie ein taubes Ohr für die leisen Gebete seiner Kinder haben wird, egal wie schwach sie sind.

Über den Autor

Dennis Streichert beschäftigt sich viel mit dem Thema Berufung und Lebenssinn. Mit seinem Blog dennis-streichert.de/blog verfolgt er das Ziel, Menschen zu einem sinnerfüllten Leben zu inspirieren. Andere Menschen zu ihrer Berufung zu führen – das ist seine Vision.

 

Wie komme ich zum Impfzentrum? Pressemitteilung der Diakonie Ruhr-Hellweg, Arnsberg 2021

Die „NettWerker“ der Diakonie (im Bild Alen Nuhanovic) fahren die Seniorinnen und Senioren gern zum Impftermin. Im Wagen haben auch Rollstühle Platz. Foto: drh/Tobias Schneider
Die Diakonie Ruhr-Hellweg bietet zusätzliche Fahrdienste an

Kreis Soest (drh) – Die Schutzimpfungen gegen das Corona-Virus sind gestartet – die Erleichterung ist überall spürbar. Aber der Ablauf macht gerade viele Seniorinnen und Senioren im Kreis Soest unsicher: Wann und wo kann ich mich impfen lassen? Was muss ich beachten? Und vor allem: Wie komme ich dahin? Die Diakonie Ruhr-Hellweg in Soest reagiert darauf und bietet Fahrdienste zum Impfzentrum an – natürlich unter Einhaltung aller Schutz- und Hygienemaßnahmen. „Damit sorgen wir dafür, dass die älteren Menschen ihren Termin sicher und gut organisiert wahrnehmen können“, erklärt Martina Fuchs, Fachbereichsleiterin „Pflege und Gesundheit“.

 

Wer den Fahrdienst beauftragt, wird von speziell ausgebildeten Fahrern zuhause abgeholt, am Impfzentrum begleitet und nach dem Termin wieder zurückgebracht. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt und auf einen Rollstuhl angewiesen sind, ist das Angebot ebenfalls gut geeignet. Die Diakonie hilft auch bei vielen anderen Fragen rund um die Corona-Schutzimpfung weiter – zum Beispiel beim Ausfüllen der nötigen Unterlagen. Die Fahrten übernehmen die „NettWerker“, die die Menschen in der Region seit vielen Jahren mit haushaltsnahen Dienstleistungen, Betreuungs- und Fahrdiensten unterstützen, damit diese länger in ihrer gewohnten Umgebung selbständig leben können.

 

„Mit unserem Fahrdienst zum Impfzentrum sind wir für alle Menschen da, die uns brauchen. Solidarität, aufeinander achtgeben – das ist gerade in diesen Zeiten so wichtig“, betont Martina Fuchs. Darüber hinaus möchte die Diakonie auf diese Weise dazu beitragen, dass sich möglichst viele Menschen impfen lassen. „Masken tragen, Abstand halten – das alles wirkt. Aber die Impfung ist der bestmögliche Schutz vor einer Ansteckung mit Corona, und wir sind froh, dass das Programm gestartet ist“, so Fuchs weiter. Die Diakonie ermutigt ihre Mitarbeitenden seit Anfang des Jahres auf verschiedenen Wegen, zum Beispiel über interne Kommunikation, zur Corona-Schutzimpfung.

 

Der Fahrdienst zum Impfzentrum kann ggf. über die Pflegekasse abgerechnet werden. Weitere Informationen unter Telefon 02303/25024-241 und gbrumberg@diakonie-ruhr-hellweg.de.

 

Geist & Leib, Predigt Römer 12,1-8, Joachim Leberecht, Herzogenrath 2021

1. Sonntag nach Epiphanias 2021

Geist & Leib

Bibeltext aus der Lutherbibel 2017:

12 Ich ermahne euch nun, Brüder und Schwestern, durch die Barmherzigkeit Gottes, dass ihr euren Leib hingebt als ein Opfer, das lebendig, heilig und Gott wohlgefällig sei. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. 2Und stellt euch nicht dieser Welt gleich, sondern ändert euch durch Erneuerung eures Sinnes, auf dass ihr prüfen könnt, was Gottes Wille ist, nämlich das Gute und Wohlgefällige und Vollkommene.

3Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich’s gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. 4Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. 

6Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er.

8Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er.  Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude.

Liebe Gemeinde,

wir haben einen Leib, wir sind leibhaftig. Mit unseren Sinnen nehmen wir die Welt um uns herum wahr. Mit unseren Händen begreifen wir die Welt und nehmen Kontakt mit Dingen, vor allem aber auch mit Menschen auf. Wir können mit unseren Händen trösten, dort wo wir mit den Augen erkennen, dass jemand Trost braucht. Dazu braucht es auch den Geist, sozusagen einen anderen „Sinn“, dessen Funktion darin besteht, über die Welt und auch über sich selbst nachzudenken. Der Geist nimmt nicht nur die Außenwelt „sinnlich“ wahr, sondern richtet sich auch nach innen, löst Gefühle der Freude, der Trauer und des Mitgefühls aus. Das Zusammenspiel zwischen Körper und Geist ist hochkomplex und an sich schon ein atemberaubendes Wunder.

Liebe Gemeinde,

das Wunder von Weihnachten ist, dass Gott (Geist) sich einen Körper gegeben hat. Gott hat sich ganz bewusst in einen begrenzten, endlichen Körper hineingegeben. Diese Erscheinung Gottes feiern wir in der Epiphaniaszeit, der kirchlichen Festzeit nach der Geburt Jesu. In Jesus wurde Gott Leib mit Geist und Seele.

Nach Jesu Tod und seiner Auferstehung können wir mit dem erhöhten Christus Gemeinschaft haben im Geist. Leibhaftig wird diese Gemeinschaft im Glauben erfahren, wenn wir Christi Leib in Brot und Wein empfangen. Im Abendmahl ist Christus leibhaftig durch Wort und Geist in Brot und Wein gegenwärtig. Die versammelte Gemeinde bildet dann den Leib Christi. Das ist ein Geheimnis, da es nicht offensichtlich ist, dass wir, die wir heute hier in der Markuskirche zusammen sind und Abendmahl feiern der Leib Christi sind. Das alles will im Glauben erfasst und wahrgenommen werden. Es ist eine Wirklichkeit, die über die sinnliche Wahrnehmung hinausgeht, auch wenn wir Brot und Wein schmecken. Es ist doch der Geist der die Verbindung zu Gott herstellt. Unser Geist ermöglicht uns von innen her dieses Geschehen zu deuten, zu verknüpfen, ja, zu glauben. Gottes Geist schenkt uns die Erkenntnis, dass wir Teil des Leibes Christi sind. Der Geist Gottes verbindet uns mit Gott und untereinander.

Liebe Gemeinde,

wir haben uns im letzten Jahr voneinander entfremdet. Wir sind voneinander abgerückt. Unsere Hände berühren einander nicht mehr. Das ist ein ungeheuerlicher Verlust für uns Menschen. Der andere Körper wird für uns zur Gefahrenquelle. Die Gesichter erkennen wir nicht mehr deutlich und können sie nicht mehr deuten. Das alles hat etwas Autistisches an sich.

Kennen Sie das nicht auch, dass Sie sich im Supermarkt bedrängt fühlen, weil Ihnen jemand zu nahe kommt?  Schnell treten wir dann einen Schritt zurück. Wer hat noch nicht die Schelte bekommen, dass der Abstand nicht eingehalten wurde, die Maske nicht richtig sitzt, zu viele Menschen in einem Raum sind? Wer kennt das Schuldgefühl nicht, wenn man vor Schreck feststellt, ich habe meine Maske gar nicht auf, wo ist sie nur? Ach, jetzt muss ich sie sogar schon auf dem Parkplatz vor dem Geschäft tragen! Und nach dem Einkaufen erst einmal Händewaschen, den ganzen „Kontaktdreck“ abwaschen, wie ein religiöses Reinigungsritual fühlt sich das fast an. Überall sehen wir nur noch Gefahren und rücken voneinander ab. Als größte Schuld empfinden wir es, wenn wir jemanden anstecken würden. Das wäre schrecklich, besonders dann, wenn der Angesteckte einen schweren Krankheitsverlauf haben sollte.

Wir umarmen nicht mehr unsere Freundinnen und Freunde, weil wir nicht wollen, dass diese vielleicht ihre Eltern anstecken könnten. Sehr viele Menschen haben auch Angst, sich selbst anzustecken. Sie vermeiden fast jede Begegnung, ziehen sich zurück. Es gibt kaum noch Berührungen! Was macht das mit uns, frage ich mich. Was macht das mit Kindern und Jugendlichen, wenn sie dauernd ermahnt werden, sich nicht zu treffen, sich nicht zu berühren und möglichst Abstand zu halten? Was macht das mit Erwachsenen, was macht das besonders mit den Singles, was macht das mit alten Menschen in der Gesellschaft?

Es entfremdet uns voneinander. Es macht einsam. Es trennt uns von Lebensenergie. Es frustriert uns. Wie unter einer Glasglocke leben wir getrennt voneinander, und nur über Bildschirme schauen wir uns an.

Wir sind leibhaftige Wesen, und wenn wir uns nicht leibhaftig begegnen, verkümmern wir. Es ist wie mit den Muskeln. Wer lange krankheitsbedingt im Bett liegt, baut Muskeln ab. Wir entfremden uns Stück für Stück, wir entwöhnen uns voneinander.

 

 

Liebe Gemeinde,

wie wirkt sich das alles auf uns als Leib Christi aus? Die Entfremdung schmerzt, und auch wir als Gemeinschaft von Menschen, die der Geist im Glauben verbindet, leiden darunter. Es schmerzt, dass Gemeindeglieder, die gern leibhaftig am Gottesdienst teilnehmen, seit Wochen und Monaten nicht kommen, da sie sich und andere schützen wollen. Es schmerzt, dass wir nicht singen dürfen. Es schmerzt, dass wir einander nicht sehen und berühren können. Es schmerzt, dass die Chöre nicht üben können, dass Gruppen und Kreise sich nicht treffen können.

Gleichzeitig sehen und spüren wir, dass der Leib Christi sich weiterhin zu Gottesdienst und Abendmahl versammelt, dass wir zu Lob, Bitte und Klage auch stellvertretend für die, die nicht kommen, zusammenfinden und das Gebet vor Ort aufrecht erhalten. Wir wissen, der Leib Christi besteht nicht nur aus denen, die heute hier sind. Auch wenn die Gemeinschaft im Glauben intensiv im gemeinsamen Gebet vor Ort erfahren wird, ist sie nicht daran gebunden. Auch das ist ein Trost und eine Wahrheit, die uns bei aller sozialen Entfremdung und Isolation eine wirkliche Hoffnung ist.

Dass wir im Glauben einen Körper bilden, der mit Christus verbunden ist, schenkt uns die Möglichkeit, von der Energie des lebendigen Christus her zu leben, uns ermahnen zu lassen, uns trösten zu lassen, uns erneuern zu lassen wie jeder Körper Erneuerung braucht.

Auch wenn wir einen gemeinsamen Körper im Glauben bilden und Christus unsere Identität ist, der neue Mensch aus Gott geboren, sind wir doch alle Individuen. Nicht Uniformität zeichnet den Leib Christi aus, sondern, dass wir Schwestern und Brüder sind.

Da wir aber Schwestern und Brüder sind, leiden wir mit den Leidenden in der Welt und hoffen auf die Überwindung des Leidens – in diesem Jahr konkret auf die Überwindung der Pandemie, auf das Ende der Entfremdung, die uns alle bedrückt und verunsichert. Im Leib und im Glauben haben wir Anteil an Christi Leiden und Auferstehen. Das ist unser vernunftgemäßer Gottesdienst.

 

 

Die Wurzeln des Rassismus oder ein falscher Humor, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2021,

Zu:

Jonas Jonasson: Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte, aus dem Schwedischen von Astrid Arz, C.Bertelsmann, München 2020, gebunden, 399 Seiten, ISBN 978-3-570-10410-1 (print), Preis: 22,00 Euro

Link: https://www.randomhouse.de/Buch/Der-Massai-der-in-Schweden-noch-eine-Rechnung-offen-hatte/Jonas-Jonasson/C-Bertelsmann/e566034.rhd

 

Ich möchte es kurz machen und feststellen, dass ich von diesem Buch enttäuscht bin. Die erste und bislang einzige Stelle, an der ich schallend gelacht habe, war ungefähr auf Seite 120. Das kenne ich von Jonas Jonasson anders.

Wahrscheinlich liegt es einfach daran, dass ich das Klischee vom Wilden/Afrikaner, der etwa bei einer Reise mit der westlichen Zivilisation in Kontakt kommt, und sich dabei etwas schräg verhält, einfach nicht mehr witzig finde. Literarisch ist es überdies abgegriffen.

Die Reise des Massai Ole Mbatian (was für ein Vorname!) nach Schweden ist voller Skurrilitäten, die immer auf dem gleichen Muster beruhen: Der Massai weiß nicht, wo Schweden ist, er weiß nicht, was ein Pass ist und wozu man ein Visum braucht, er weiß nicht, wozu man Bargeld benötigt (er selbst rechnet in Kühen oder Ziegen) und er weiß erst recht nicht, wie man sich beim Betreten einer Rolltreppe verhält. Er ist Medizinmann in einem afrikanischen Dorf unweit einer Savanne, in der es auch Löwen gibt.

Der Erzählfaden des Buches, der in Schweden spielt, ist schon plausibler, aber auch eher verrückt als witzig. Dein einzige Motiv, das mir gefällt, ist die Geschichte von Irma Stern, einer inzwischen völlig unbekannten Malerin, die in Südafrika als Kind jüdischer Einwanderer gelebt und gearbeitet hat. Zu Irma Stern hat Jonas Jonasson auch ein Sachbuch veröffentlicht, wozu eine Anzeige auf der letzten Buchseite abgedruckt ist.

Da die Geschichte einiger Bilder von Irma Stern in diesem fiktiven „humorvollen“ Roman auftaucht, ist ihr vermutlich damit gar nicht recht gedient.

Ich habe nichts dagegen, dass Jonas Jonasson mit Elementen der Globalisierung spielt und einzelne Erzählfiguren in Gestalt von Situationskomik konfrontiert. Aber die Elemente des Rassismus spielerisch zu reproduzieren, geht so nicht.