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… ist im Einleitungstext „Der schwache Glaube“ alles gesagt. Die Homepage www.der-schwache-glaube.de ist auf die Blog-Seite umgezogen.
Zur Internet-Präsenz gehören Twitter und Facebook. Wenn ich auf interessante Links stoße, dann twittere ich sie meistens. Auf der Seite von Facebook reagiere ich auf das, was andere schreiben oder ich poste mal ein Bild, manchmal auch ein Hinweis auf neu eingestellte Beiträge.

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Einer für alle – Kunsthändlerfamilie Gurlitt, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Meike Hoffmann, Nicola Kuhn: Hitlers Kunsthändler, Hildebrand Gurlitt 1895 – 1956, Die Biographie, Verlag C.H.Beck, München 2016, ISBN 978-3-406-69094-5, Preis: 24,95 Euro

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Als die Steuerfahnder 2013 in der Wohnung des Kunsterben Cornelius Gurlitt (1932 – 2014) in München-Schwabing auf die Spur einer umfangreichen Kunstsammlung stießen, war ein Jahrhundertfund gelungen. Dabei wäre es an sich nichts Anrüchiges, vom Erbe der Eltern zu leben, wenn nicht ein Teil der Bilder aus der Verwertung jüdischen Eigentums in der Nazizeit stammen würde. Die Hauptintention der Autorinnen dieser Biographie besteht darin, auf die nach wie vor bestehende Problematik der sogenannten „Raubkunst“ aufmerksam zu machen. „Die in öffentlichen und privaten Sammlungen verborgene Raubkunst gehört ans Licht und, wo es möglich ist, zurück in die Hände der ehemaligen Besitzer oder der Nachfahren. … 70 Jahre nach Kriegsende wird es Zeit, auch in der Kunst den Opfern des NS-Regimes Gerechtigkeit widerfahren zu lassen.“ (S. 345). Einer für alle – Kunsthändlerfamilie Gurlitt, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen

Neukirchener Verlagsgesellschaft stellt sich neu auf: Vandenhoeck & Ruprecht übernimmt wissenschaftlich-theologisches Programm 

Presseinformation
Neukirchen-Vluyn, 15. Juli 2016. Die Neukirchener Verlagsgesell-schaft hat ihr wissenschaftlich-theologisches Programm an den Göttinger Verlag Vandenhoeck & Ruprecht verkauft. Einem ent-sprechenden Angebot hatten die Aufsichtsräte beider Häuser zugestimmt. Wirksam wird die Übernahme, die jetzt von den Geschäftsführungen beider Verlage in Neukirchen-Vluyn vertraglich besiegelt wurde, zum 1. September dieses Jahres.

Im Rahmen eines Kooperationsvertrages zwischen der Neukirchener Verlagsgesellschaft und Vandenhoeck & Ruprecht ist zudem festgelegt worden, dass die zuständigen Mitarbeiter aus Lektorat und Herstellung das wissenschaftliche Programm von Neukirchen-Vluyn aus vorerst weiter betreuen werden. Entlassungen wird es im Zusammenhang mit der Übernahme nicht geben. Alle in Planung befindlichen Buchprojekte werden an den neuen Eigentümer übergeben. Die Marke „Neukirchener Theologie“ wird für die nächsten fünf Jahre von Vandenhoeck & Ruprecht weiter genutzt. Die Sparte „Neukirchener Aussaat“, in der christliche Belletristik erscheint, sowie der traditionsreiche Neukirchener Kalenderverlag sind von der Übernahme nicht betroffen.

„Wir sind der festen Überzeugung, dass mit dieser Maßnahme die Zukunft der renommierten wissenschaftlichen Reihen und Einzeltitel aus Neukirchen-Vluyn gesichert werden kann“, so Hans-Wilhelm Fricke-Hein, Geschäftsführer der Neukirchener Verlagsgesellschaft. Eine schon seit langem bestehende inhaltliche Nähe zwischen den beiden Verlagen sei dabei sehr förderlich. Die „Neukirchener Theologie“ werde in ein größeres Programm eingebettet, ohne ihren eigenen Charakter zu verlieren. „Wir wollen auf diesem Wege den Fortbestand des wertvollen wissenschaftlichen Programms für die Fachwelt sichern“, erklärte Carola Müller, Geschäftsführerin von Vandenhoeck & Ruprecht. „Es wird zudem von unserem bestehenden digitalen und internationalen Vertrieb profitieren.“

 In Neukirchen-Vluyn wird die verlegerische Arbeit auf die Programme „Neukirchener Aussaat“ und den Kalenderverlag konzentriert. Dank der positiven Entwicklung der letzten Jahre wird das „Aussaat“-Programm nicht nur im bisherigen Umfang fortgeführt, sondern weiter ausgebaut.

Vandenhoeck & Ruprecht publiziert seit 1735 in Göttingen wissen-schaftliche Literatur und gehört damit weltweit zu den ältesten konzernunabhängigen Verlagen. Jährlich erscheinen bisher über 350 neue Titel. Das Kernprogramm umfasst Theologie, Geisteswissen-schaften, Psychologie und Pädagogik.

www.v-r.de

 

 
Vandenhoeck & Ruprecht GmbH & Co. KG

Theaterstraße 13, 37073 Göttingen

Telefon: +49 551 5084-40, Telefax: +49 551 5084-422

Internet: www.v-r.de

E-Mail: info@v-r.de

 

Neukirchener Verlagsgesellschaft mbH

Andreas-Bräm-Straße 18/20 , 47506 Neukirchen-Vluyn

Telefon 0 28 45. 392 234, Telefax 0 28 45. 392 250

Internet: www.neukirchener-verlage.de

Mail: info@neukirchener-verlage.de

 

 

„Wege des Unsichtbaren“ von Yury Kharchenko Große Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen  Dorsten, Pressemeldung

„Schwarze Milch der Frühe wir trinken sie abends /wir trinken sie mittags und morgens wir trinken sie nachts /wir trinken und trinken“. Paul Celans „Todesfuge“ hallt durch das Jüdische Museum Westfalen in Dorsten. Sie durchdringt den ganzen Raum und erreicht den Besucher ganz tief im Inneren. „Ein Mann wohnt im Haus dein goldenes Haar Margarete / dein aschenes Haar Sulamith er spielt mit den Schlangen“.

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Das Gedicht ist das Hauptmotiv in den Bildern des jüdischen Künstlers Yury Kharchenko. Es taucht immer wieder in seinen Gemälden auf: Mal sind einzelne Verse, mal ganze Strophen handschriftlich in den Werken eingebunden. „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland sein Auge ist blau / er trifft dich mit bleierner Kugel er trifft dich genau“. Kharchenkos Werke werden seit Mai in der Dauer- und Sonderausstellung des Museums präsentiert. Noch bis zum 21. August 2016 ist seine Ausstellung „Wege des Unsichtbaren“ im Jüdischen Museum Westfalen zu sehen. Die 87 Bilder hängen zwischen Thorarollen und Kidduschbechern, Channukka –Leuchtern und anderen jüdischen Kultusgegenständen.  „Wege des Unsichtbaren“ von Yury Kharchenko Große Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen  Dorsten, Pressemeldung weiterlesen

Predigt über Epheser 5, 8b-14, Christoph Fleischer, Welver 2016

Epheser 5, 8b-14 , 8. Sonntag nach Trinitatis, gehalten in Weslarn

Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit. Prüft, was dem Herrn wohlgefällig ist, und habt nicht Gemeinschaft mit den unfruchtbaren Werken der Finsternis; deckt sie vielmehr auf.
Denn was von ihnen heimlich getan wird, davon auch nur zu reden ist schändlich. Das alles aber wird offenbar, wenn’s vom Licht aufgedeckt wird; denn alles, was offenbar wird, das ist Licht. Darum heißt es: Wach auf, der du schläfst, und steh auf von den Toten, so wird dich Christus erleuchten.

Foto: Markuskapelle Sichtigvor

Liebe Gemeinde,

Vor etwas mehr als zehn Jahren habe ich es noch einmal gewagt. Es stimmt, dass ich gerade frisch geschieden war. Aber ich hatte die Frau kennengelernt, mit der ich mein restliches Leben verbringen wollte und jetzt immer noch möchte. Wir sind von Dortmund nach Meschede gezogen, dann nach Bad Sassendorf, später über Werl nach Welver. Damals arbeitete ich noch im Kirchenkreis Arnsberg und bin dann zu den Terminen immer gefahren. Unsere kirchliche Trauung war in der Markus-Kapelle im Möhnetal, die zur Kirchengemeinde Warstein gehört. Übrigens in meinen Augen immer noch eine der schönsten Hochzeitskapellen, die es gibt. Sie ist um das Jahr 1900 vom Besitzer einer Marmorfabrik gespendet worden und hat etwas Märchenhaftes. Der Pastor, der die Trauung hielt, ein befreundeter Pfarrer aus Warstein, hat sich ausgerechnet unseren heutigen Wochenspruch als Bibelvers für die Predigt ausgesucht: „Lebt als Kinder des Lichts; die Frucht des Lichts ist lauter Güte und Gerechtigkeit und Wahrheit.“ Predigt über Epheser 5, 8b-14, Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen

Wenn Kirche dran ist, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Kristian Fechtner: Kirche von Fall zu Fall, Kasualien wahrnehmen und gestalten, 2. überarbeitete Auflage, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2011, ISBN 978-3-579-05929-7, 207 Seiten, Preis: 16,95 Euro

Kirche von Fall zu Fall von Kristian Fechtner
Kirche von Fall zu Fall von Kristian Fechtner
Zu Beginn einige persönlichen Gedanken zum Titel des Buches: „Werden Sie kein Amtshändler“, so ermahnte mich eine an Dienstjahren fortgeschrittene Kollegin zu Beginn meiner Arbeit, in der ich als „Pastor im Hilfsdienst“ hauptsächlich auf Friedhöfen zu tun hatte. Hauptjob eines Pastors sollte sein, eine Gemeinde zu sammeln und zu pflegen. Diejenigen Kirchenmitglieder, die sich im Gemeindegottesdienst nicht blicken lassen, konnte man als „Namenschristen“ (Kierkegaard) diffamieren und Amtshandlungen allenfalls als „missionarische Gelegenheit“ nutzen und keinesfalls als vollkommene Gemeindearbeit ansehen. Die Erfahrung sprach schon damals dagegen. Seelsorgerliche Gespräche ereigneten sich hauptsächlich bei Trauerbesuchen, während bei Hausbesuchen in der Gemeinde Smalltalk angesagt war. Gremienarbeit und Verwaltung schienen ohnehin wichtiger als sogar die Gottesdienstvorbereitung, die mehr nebenbei zu erledigen war. Wenn Kirche dran ist, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen

Gegen den Strich und doch auf den Punkt, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

 

Zu: Erik Flügge: Der Jargon der Betroffenheit, Wie die Kirche an ihrer Sprache verreckt, Kösel-Verlag, München 2016, Softcover, 160 Seiten, ISBN 9783466371556, Preis: 16,95 Euro

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Erik Flügge ist noch keine 30 Jahre alt und bereits als selbständiger Kommunikations- und Politikberater tätig. Einige Denk- und Beobachtungsnotizen veröffentlicht er nebenbei als Blogger auf der Homepage www.erikfluegge.de (gelesen am 3.7.2016, Adresse weicht von der im Buch abgedruckten ab).

Warum wird nun für ihn die Kirche zum Thema? Die Antwort auf diese Frage ist das Buch im Ganzen. Erik Flügge hat selbst Theologie studiert, in Tübingen. Er schildert eine Situation aus dem dortigen Theologicum, in der es darum geht, das normale Leben zu verheimlichen, wenn es nicht „im Einklang mit der katholischen Lehre“ ist. „Jeder weiß, wer mit wem eine Beziehung führt, dass alle Kondome und die Pille nutzen, dass viele in der Runde schwul und die meisten glücklich vergeben sind.“ (S. 47) Erik Flügge kann also schon auf kircheninterne Sensibilisierungen zurückschauen. Er macht allerdings im Buch immer wieder deutlich, dass er nun nur von außen zur Kirche Stellung nimmt, doch gegen Ende scheint sein Verhältnis zur christlichen Religion wieder etwas positiver zu erscheinen. Im Lauf der Arbeit an dem Buch ist also wohl wieder mehr Nähe entstanden. In der Tat liest sich das Buch auch wie ein Prozess, eine Erfahrungsgeschichte. Gegen den Strich und doch auf den Punkt, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen

Kreis Soest: Ständig Schadstoffen im Erdreich auf der Spur, Pressemeldung

Untere Bodenschutzbehörde untersucht Verdachtsflächen auf Umweltgefahren

Bergungsarbeiten eines alten Heizöltanks auf einem ehemaligen Kasernengelände. Foto: Gerhard Haverland/ Kreis Soest
Bergungsarbeiten eines alten Heizöltanks auf einem ehemaligen Kasernengelände. Foto: Gerhard Haverland/ Kreis Soest

Derzeit sind im Kataster über altlastverdächtige Flächen für das Soester Kreisgebiet insgesamt 929 Standorte erfasst. Davon sind bis heute gut 50 Prozent untersucht. „Die Untere Bodenschutzbehörde der Kreisverwaltung hat sich zum Ziel gesetzt diesen Anteil zunächst bis 2020 auf 60 Prozent zu erhöhen, um etwaige Gefahren möglichst flächendeckend zu erkunden und diese dann beseitigen zu können“, betont Alfons Matuszczyk, Leiter der Abteilung Umwelt.

Die Flächen sind über das ganze Kreisgebiet verteilt. Es handelt sich dabei um alte Müllkippen, so genannte Altablagerungen, und um stillgelegte Betriebe, in denen mit umweltgefährdenden Stoffen umgegangen wurde, sogenannte Altstandorte, wie zum Beispiel Tankstellen oder chemische Reinigungen. „Die erfassten Flächen untersuchen wir nach und nach im Hinblick auf mögliche Gefahren für Mensch und Umwelt“, erläutert Marius Scheliga, Mitarbeiter der Unteren Bodenschutzbehörde. „Außerdem führen wir systematische Erhebungen über unter Altlastverdacht stehende Flächen und Bereiche mit möglichen schädlichen Bodenveränderungen durch, um sie bei Bestätigung ins Kataster aufzunehmen.“ 

So genannte Sondierbohrungen dienen dann jeweils dazu, Bodenproben aus verschiedenen Tiefen zu entnehmen und anschließend auf mögliche Schadstoffe zu untersuchen. Bei einem entsprechenden Verdacht wird auch noch die Qualität des Grundwassers beurteilt. Für die erforderliche technische Ausrüstung sorgt jeweils ein beauftragtes Ingenieurbüro.

Alfons Matuszczyk ist überzeugt, dass sich alle Anstrengungen und der Finanzaufwand in diesem Bereich lohnen und besonders nachhaltig sind. „Ziel unserer Arbeit ist es, den Boden so zu erhalten oder wieder herzustellen, dass seine vielfältigen Funktionen auch künftigen Generationen zur Verfügung stehen“, bringt es der Abteilungsleiter auf den Punkt.

Anmerkung (C.F.): Auf Nachfrage bei der Kreistagsfraktion der Grünen erhalte ich die Auskunft, dass diese bemüht ist, die Altlasten bis 2030 vollständig untersucht zu haben. Wie ist das in anderen Kommunen? Müsste das nicht schon jetzt vollständig untersucht sein? Das Gift schlummert bis dahin weiter im Boden.

 

Kritische Würdigung Heideggers, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Peter Trawny: Martin Heidegger, Eine kritische Einführung, Klostermann RoteReihe, Vittorio Klostermann GmbH, Frankfurt/Main 2016, Softcover, 183 Seiten, ISBN 9783465042617, Preis: 17,80 Euro

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Peter Trawny (geb. 1964), Professor für Philosophie in Wuppertal und Leiter des Martin-Heidegger-Instituts, Wuppertal, ist Mitherausgeber der „Gesamtausgabe“ Martin Heideggers und hat die bisher erschienenen Ausgaben der „Überlegungen“ und „Anmerkungen“ herausgegeben, die als „Schwarze Hefte“ bezeichnet werden. Diese Schriften haben auch Heideggers Anknüpfung an den Nationalsozialismus und seine antisemitischen Aussagen gezeigt und für Peter Trawny dazu geführt, Heideggers Philosophie neu kritisch zu lesen. Auf diese Anforderung könnte der Untertitel der „Kritischen Einführung“ in Heideggers Philosophie zurückgehen. Aber warum erinnert Peter Trawny jetzt (erst) daran,  dass eine kritische Lesart Heideggers ebenso auch dazu geeignet ist, seine Philosophie insgesamt dennoch zu würdigen? Kritische Würdigung Heideggers, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen

Skizzen einer Orientreise vor 100 Jahren – Pressemeldung Stadt Münster, Stadtmuseum

Vor 100 Jahren reiste Fritz Grotemeyer (1864-1947) als Bildberichterstatter in das Osmanische Reich. Beim deutschen Bündnispartner sollte der Maler aus Münster die Kämpfe des Ersten Weltkriegs in Bildern festhalten. Die Suche nach Motiven führte Grotemeyer von Konstantinopel – dem heutigen Istanbul – über Damaskus und Jerusalem bis auf die Sinai-Halbinsel. Auch wenn der Künstler keine Kriegshandlungen dokumentieren konnte, entstanden doch vor Ort einige 100 Skizzen – wie hier die Ölskizze „Am Brunnen in Birseba“. Eine Auswahl dieser Arbeiten zeigt das Stadtmuseum ab Freitag, 24. Juni, in seiner neuen Sonderausstellung „Der Maler Fritz Grotemeyer – Orientreise 1916“.162460P

Predigt über 1. Korinther 1, 18 – 25, Das Wort vom Kreuz heute, Christoph Fleischer, Welver 2016

Predigt über 1.Korinther 1,18-25, Das Wort vom Kreuz (Diese Predigt ist aus dem Jahr 2004, zuerst erschienen auf der Seite www.kanzelgruss.de). (Ich verwende diese Vorlage für die Gottesdienste in Neuengeseke und Möhnesee-Völlinghausen, aber werde im mündlichen Vortrag einiges ändern.)

Aktueller Einstieg vor oder nach der Verlesung des Textes: Ich habe mir ein paar kurze Informationen zu dem sogenannten Kruzifixurteil herausgesucht, weil ich mir vorstellen kann, dass ein aktueller Streitfall um das Anbringen von Kreuzen die Inhalte des Textes in eine aktuelle Perspektive stellt. Ich gehe aber auf den konkreten Anlass nicht ein, sondern nur auf einige Sätze zur Rechtslage: Das Kruzifix ist kein kulturelles, sondern ein religiöses Symbol. Durch das „Kreuz in der Schule“ wird eventuell die Freiheit der Eltern verletzt, die religiöse Erziehung des Kindes zu bestimmen. Danach dürften in öffentlichen Räumen wie Schulen oder Gerichtssälen kein Kruzifixe aufgehängt werden. Bayern hat hingegen beschlossen, weiterhin Kruzifixe aufzuhängen und nur dann abzunehmen, wenn es zu einer konkreten Beschwerde kommt. Der Europäische Gerichtshof hat 2011 hingegen in einem Urteil für einen italienischen Fall entschieden, dass das Kreuz als „passives Symbol“ einer „Mehrheitsreligion“ zu tolerieren ist und keine Indoktrination darstellt (Quelle: Wikipedia.org, eingesehen am 22.06.2016).

18 Denn das Wort vom Kreuz ist eine Torheit denen, die verloren werden; uns aber, die wir selig werden, ist’s eine Gotteskraft.

19 Denn es steht geschrieben (Jesaja 29,14): »Ich will zunichte machen die Weisheit der Weisen, und den Verstand der Verständigen will ich verwerfen.«

20 Wo sind die Klugen? Wo sind die Schriftgelehrten? Wo sind die Weisen dieser Welt? Hat nicht Gott die Weisheit der Welt zur Torheit gemacht?

21 Denn weil die Welt, umgeben von der Weisheit Gottes, Gott durch ihre Weisheit nicht erkannte, gefiel es Gott wohl, durch die Torheit der Predigt selig zu machen, die daran glauben.

22 Denn die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit,

23 wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit;

24 denen aber, die berufen sind, Juden und Griechen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.

25 Denn die Torheit Gottes ist weiser, als die Menschen sind, und die Schwachheit Gottes ist stärker, als die Menschen sind.

Bild vom Lohner Kirchenkunst Projekt der Aktion Kunst Stiftung von Klaus Peter Kirchner, Soest.

Ev. Kirche in Lohne, Gestaltung von drei Nischen durch das Kunstprojekt, Soest
Ev. Kirche in Lohne, Gestaltung von drei Nischen durch das Kunstprojekt, Soest

 

Liebe Gemeinde!

Das Kreuz, egal ob als schlichtes Kreuz oder als Kruzifix wird heute allgemein als Symbol des christlichen Glaubens betrachtet. Man wird davon ausgehen müssen, dass Paulus das so noch nicht kannte, denn er spricht von einer Botschaft, einem Wort vom Kreuz. Doch von diesem Wort aus zu einem Symbol zu kommen, ist einfach möglich. Daher möchte ich in dieser Predigt ein wenig skizzieren, wie diese Glaubensaussage im Brief des Paulus an die Korinther auf mich persönlich wirkt (ergänzt, 22.06.2016).

Die Hauptargumente gegen den christlichen Glauben sind hier Torheit und Ärgernis. Diese gelten heute erst recht wie vor 2000 Jahren. Ohne die Juden und die Griechen zu erwähnen, könnte man einfach sagen: die einen und die anderen, und man würde nicht merken, dass der Text so alt ist. Ich baue diese Worte einmal in einen Teil des Textes ein, und dann hieße er:

„Denn die einen fordern Zeichen und die anderen fragen nach Weisheit, wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den einen ein Ärgernis und den anderen eine Torheit, denen aber, die berufen sind, den einen und den anderen, predigen wir Christus als Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ Predigt über 1. Korinther 1, 18 – 25, Das Wort vom Kreuz heute, Christoph Fleischer, Welver 2016 weiterlesen