Bedenken gegen Erneuerbare Energie von Adolf Wiemhöfer, Kommentar von Christoph Fleischer, Werl 2011

Herr Wiemhöfer hat seine Bedenken gegen die erneuerbare Energie kurz skizziert. Er bezieht sich auf den Spiegel Artikel vom 20.09.2010, der auch nach Fukushima zumindest in Teilen aktuell sein dürfte.

Quelle: Der Spiegel 38/2010: (http://wissen.spiegel.de/wissen/image/show.html?did=73892376&aref=image044/2010/09/18/CO-SP-2010-038-0088-0097.PDF&thumb=false)

Fakt ist allerdings, dass in der Anti-Atom-Diskussion jederzeit auf einen Anteil von Regenerativer Energie verwiesen worden ist, der im Strommix zur Verfügung steht und weiter zu erhöhen ist. Seitens der Bundesregierung werden dabei auch Sparmaßnahmen eingeplant. Die bundesweite Einführung etwa von E10 Sprit in der letzten Woche zeigt jedoch, dass die Energieeffiziens eher eine untergeordnete Rolle spielt, und die Erneuerbare Energie die fossile Energie schlicht ablösen soll. Sollte im nächsten Jahr die Konjunktur und der Automobilmarkt erneut einbrechen, werden wir sicherlich wieder mit Rabatten bombardiert, anstelle neue und effiziente Technologie vorzustellen. Vorab sollte die Frage erlaubt sein, welche Form von regenerativer Energie hier nicht aufgezählt wird. Weiterhin sei die Frage erlaubt, ob die Bedenken gegen die erneuerbaren Energien, die verbreitetet CO2 Produktion durch fossile Energie aufheben. Wir haben die Frage in der letzten Sitzung der Mahnwache schon angesprochen. Hier ist Informationsbedarf, der aber nur durch Fachleute oder Experten geklärt werden kann.

A.W: 1. Die Sonne schickt doch eine Rechnung (Solarenergie).

Ich habe für meine Gartenbeleuchtung Solarlaternen installiert mit dem Ergebnis, daß sie in Abhängigkeit der täglich verfügbaren Sonnenstunden sich aufladen und in der Dunkelheit leuchten. Doch wenn der Tag ohne helle Sonnenstunden war und das ist laut Klimauntersuchungen für unsere Breite der Fall, dann glimmen sie nur eine kurze Zeit lang vor sich hin und verlöschen. Hier kommt je nach Batterieweiterhin der Memoryeffekt zum Tragen, d.h. das die Batterie nicht mehr voll geladen wird aufgrund der Ausrichtung der verwendeten Metalle.

Hier hat nur der Anwender Vorteile durch Subventionierung. Wenn hier die Subventionen nicht gezahlt würden, wäre unsere Landschaft auf den Dächern nicht tiefschwarz. Weiterhin wie schon berichtet kommt hinzu die Verteuerung der Hausversicherung aufgrund der Problematik beim Löschen eines Photovoltaikdaches wie auch der enorme Aufwand der Vernetzung und Steuerung durch Kupferkabel. Was macht Photovoltaik in der Nacht und wie ist es mit der Energiespeicherung?

C.F.: Wie hoch ist der CO2 Ausstoß von Photovoltaik durch Herstellung, Transport und Montage? Wie hoch die Effizienz der Stromproduktion? Wäre Photovoltaik auch ohne Subventionen wirtschaftlich? Ist die thermische Sonnenenergienutzung effizienter (Heizung, Warm-Wasser)?

A.W.: 2.Windparks im Meer

Halte ich für eine vor Ort zur Versorgung der Küstenländer für eine Alternative unter Beachtung der Naturschutzvorgaben und des techn. Machbaren. Hier denke ich an Naturkatastrophen und deren Auswirkung auf den Standort der Anlagen.

C.F.: Wie stark ist der Vorteil von Windparks am Wasser gegenüber den Standorten im Inland, die aber dann weniger Leitungen benötigen? Gibt es wirklich so starken Widerstand gegen die Erhöhung der Windräder? Gibt es nicht auch weniger dicht besiedelte Regionen die noch nicht so viele Windenergie-Analgen haben? Wie hoch ist die CO2 Ersparnis bei Windenergie?

A.W.: 3. Stromautobahnen

Wenn die Physik uns offensichtlicher wäre für den Transport von Strom mit seien großen Leitungsverlusten würden die Stromanbieter schon längst Afrika zugepflastert haben und riesige Stromautobahnen den Strom von Afrika nach Norwegen und umgekehrt transportieren mit noch nicht absehbaren Schäden durch Stromverschmutzung. Möchte der unbedarfte Leser unter einem Strommasten leben mit all seinen „Vorteilen“ für die Gesundheit und die Landschaft. Hier auch der riesige Flächenverbrauch.

C.F: Warum wird hier im SPIEGEL Artikel hauptsächlich mit zentralen Stromerzeugungsanlagen argumentiert, die große Leitungskapazitäten benötigen? Wie groß ist der Bedarf an neuen Strommasten wirklich? Gibt es nicht auch andere Möglichkeiten wie z.B. entlang der Autobahnen oder die Mitnutzung der Bahn-Stromanlagen?

A.W.:4.Norwegen als Batterie für Deutschland

Hier siehe Ausführungen zu 3.

C.F. Durch den Vermerk erübrigt sich schon fast die Frage. Oder fragen wir anders: Steigt der Energieverlust der Stromleitungen mit der Entfernung, und wenn ja, wie stark? Wie hoch ist die Ausnutzung der Elektrizität überhaupt gegenüber der Primärenergie?

A.W: 5.Agrarrohstoffe für Energie.

Fällt mir nur ein riesiger Flächenverbrauch mit Monokultur verbunden mit dem Rückgang der Artenvielfalt. Erst stirbt die Biene und dann der Mensch. Wo soll die Abwärme hin und wer zahlt für das zu erstellende Stromnetz?

C.F: Die Diskussion um die Biogasanlagen und der Biosprit sind ziemlich weit. Die Auswirkungen auf den Welternährungsmarkt wird aber von der Landwirtschaft bestritten (siehe Artikel: Die Zuckerrübe). Mit welchen Argumenten kann diesen Bedenken begegnet werden? Ist die Biomasse insgesamt nicht so gut für den CO2 Einsparung geeignet oder gibt es geeignete Formen, wie z.B. naturnahe Waldwirtschaff? Reicht es zur regulieren, oder muss der Bioenergiemarkt ganz zurückgedrängt werden?

A.W.: 6.Sparen

Sparen ist die Alternative, die der Bürger lernen muss und wenn nötig mit Zwang. Jetzt nach bewusstem Stillhalten der Verantwortlichen kommt die Erleuchtung auch für den nicht so bedarften Mitbürger, dass diese Energie Kosten bereitet und nicht wie er glaubte, ihn von den Kosten befreit und wie schon in der Vergangenheit praktiziert will der nicht denkende Mitbürger wieder Atomstrom haben, weil er ja so billig ist.

C.F: Welche Formen der Energieeffiziens sind für die privaten Haushalten, welche Formen für Industrie und öffentlichen Sektor nötig und sinnvoll? Muss hier nicht der PKW- und LKW-Bereich mit einbezogen werden? Warum wird in letzter zeit der Bereich der Elektroautos propagiert, obwohl diese durch Strom die Sekundärenergie nutzen und im Winter zusätzlich beheizt werden müssen? Ist der Öffentliche nahverkehr effizient, könnte er nicht verbessert werden (nur volle Busse/Züge und keine leeren)?

A.W.: 7. Geotherme

Idee gut Erdwärme zu nutzen. Jedoch der Stromverbrauch zum „Aufheizen in keiner Relation zum Nutzen bei älteren Anlagen und bei z.B.10° C Wassertemperatur. Was mache ich bei Temperaturen -10° C draußen mit meiner Stromrechnung.

Die bessere Idee ist eine Solarkraftwerk: Kollektoren auf dem Dach mit Medium durchströmt, das bei Sonne diese Energie an einen 20000 ltr. Tank Wasser abgibt als Speicher. Funktioniert aber nur bei Sonne.

C.F.: Wie groß ist die CO2 Ersparnis bei Geothermie, wie hoch ist die Wirtschaftlichkeit, wie stark sind die Risiken zu bewerten? Zu Solarthermie s.o., die Frage nach der Speicherung von Energie (Wärme/Strom) ist im Ganze zu diskutieren? Zusätzlich: Wie effektiv sind Blockheizkraftwerke für großere Wohnkomplexe gegenüber der bislang oft üblichen Individualheizung?

A.W.: 8. Holzpellets

Feinstaubbelastung aus Abfallholz sehr groß aufgrund der Feinkörnigkeit. Ich heize selbst mit Holz unser Haus mittels drei Öfen und das Raumklima aus „Reizklima“ entspricht meinen Bedürfnissen. Der Rückstand Holzasche bei Pellets, wo bleibt er? Löst er sich in Luft und Liebe auf wie manche meinen weil sie bei Pellets keine Veraschung vorfinden? Und was mache ich bei Pellets, wenn ich keinen Strom habe? Weiterhin bei Holzverfeuerung muß die Holzfeuchte und die Lagerbedingung von min. ca. 2 Jahre beachtet werden. Holzpreis nicht für jeden realisierbar. Für ein Schüttraummeter trockenen Holzes werden ca. 80,- verlangt. Bei Niedertemperatur Auslegung ob Gas, Öl oder Holz besteht Versottungsgefahr des Kamins. Kamin muß für Niedertemperatur ausgelegt sein.

C.F: Wie gut ist die Biomasse zur effektiven Energieerzeugung geeignet? Unter welchen Voraussetzungen ist die Nutzung von Pellets sinnvoll, wann nicht?

A.W.: 9. Hauswärmedämmung

ist herkömmlich vergleichbar mit einer Kunstoffverpackung, auf der vom Gesetzgeber der Hinweis ersichtlich sein muß, daß Erstickungsgefahr droht. Beim Haus ist dies vergleichbar oder wie bei „Goldfinger“ das nette Mädchen mit Goldlack überzogen wurde. Die Haut bzw. die Wände können nicht mehr atmen und Schimmel wird die Folge sein. Usw.

C.F. Wie können die vorgenannten Argumente gegen Dämmung entkräftet werden, da diese doch sicherlich zur Energieeffiziens beitragen dürfte (siehe: Energiepass)? Wie stark darf die Wirtschafltichkeit solcher Maßnahmen etwa bei Eigenheimen doer kleinen Wohnkomplexen berücksichtigt werden?

C.F.: Grundsätzliche Frage: Welche Formen von effektiver und CO2 ersparender Energie sind hier nicht aufgeführt? Ist die KWK-Anlage für ein einzelnes Haus sinnvoll, oder sollte sie eher als Heizkraftwerk eingesetzt werden (z.B. in einem Krankenhaus) und wie effektiv ist sie?

Adolf Wiemhöfer/Christoph Fleischer

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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