Gedichte und Lieder. Christoph Fleischer, Dortmund 2003

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Wie viele Mal geht… (Christoph Fleischer, frei nach Bob Dylan)

Wie viele Mal geht ein Kraftwerk noch hoch,
Wird dies nicht bald mal vergeh´n?
Wie viele Mahnungen brauchen wir noch,
Bis wir das alles versteh´n?
Wie oft kommt noch herab der Fall Out,
Herunter auf Wälder und Seen?

Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.
Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.

Wie viele Tierarten gibt es heut noch
Die seit Epochen besteh´n?
Wie viele Schmetterlinge fliegen noch hoch
Die Pflanzengift widersteh´n?
Wie viele Wale verenden heute noch
Obwohl die Proteste dies sehn?

Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.
Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.

Wie viele Straßen werden gebaut
Die uns mit Lärm übersäen?
Wie viele Proteste werden gebraucht
Damit die Profitgier kann geh´n?
Wie viel Ärger ist aufgestaut
Und will heut´ nicht vergeh´n?

Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.
Die Antwort mein Freund, weiß nur allein der Wind
Die Antwort weiß nur allein der Wind.

Baumlied zum Schulabschluss

1. Am Wasser steht ein Baum
Mit einer hohen Krone.
Die Zweige zählt man kaum
Und Vögel darin wohnen.

Refrain: Willst Glück du für dein Leben,
Dein Ziel im Zukunftsland
Wirst du versteh`n
Und vorwärtsgeh´n,
Die Zeit in Gottes Hand.

2. Der Baum trägt grünes Laub
Und steht in heller Blüte,
Verträgt so manchen Staub
Und wandelt ihn in Güte.

Refrain: Willst Glück du für dein Leben,
Dein Ziel im Zukunftsland
Wirst du versteh`n
Und vorwärtsgeh´n,
Die Zeit in Gottes Hand.

3. Und Jahr um Jahr der Baum
Bringt viele gute Früchte.
Das Wachstum merkst du kaum
Und doch trägt er Gewichte.

Refrain: Willst Glück du für dein Leben,
Dein Ziel im Zukunftsland
Wirst du versteh`n
Und vorwärtsgeh´n,
Die Zeit in Gottes Hand.

Nach dem Lied und zur Melodie von: „Hark, the voice of Jesus calling“, von Daniel March (1868).

Open Hymnal Project

Hört die Worte Jesu sagen:
Wer will jetzt die Arbeit tun?
Vom dem Feld den Weizen tragen
Anstatt sich nur auszuruh´n?
Jesus rufet uns seit langem,
Gibt uns Kraft seit langer Zeit.
Wer kommt her, um stolz zu sagen:
„Sende mich, ich bin bereit!“

Du brauchst nicht bezwing´n die Meere
Und brauchst nicht durchquer´n das Land,
Denn die Armen sind ja bei dir
Und so gib mit deiner Hand.
Du brauchst keine Millionen.
Gib doch nur den Armen Brot.
Denn so wirst du Jesus folgen
Und wie er versteh´n die Not.

Du brauchst nicht wie Engel singen.
Du brauchst kein geschliff´nes Wort.
Erzähl nur von Jesu Liebe
Und von seinem Kreuzesmord.
Du brauchst nicht bedroh´n die Bösen
Mit dem Urteil vom Gericht.
Führ allein die Kinder Gottes
Zu des Retters Angesicht.

Du brauchst nicht zu sein der Wächter,
Der auf Zions Mauern wacht.
Zeig allein den Weg zum Himmel,
Der nur gibt und Frieden macht.
Du kannst beten und kannst geben,
Und erfüllst des Himmels Macht.
Du kannst schlicht und einfach glauben,
Und hältst Hände in der Nacht.

Sei auch bei den alten Leuten,
Lehr die Kinder, wer sie hält.
Gib den Schafen, sagt´s der Hirte,
Speise nur von ihrer Welt.
Hören Kinder deine Stimme,
Führst du sie mit deiner Hand,
Finden sie den Sinn des Lebens
Und erziehen selbst das Land.

Sprich nur niemals solche Worte:
„Ich kann doch für Gott nichts tun!“
Während hier die Menschen sterben
Ruft dich Gott: „Und wo bist du?“
Nimm die Arbeit, die er aufträgt;
Nimm sie froh, jetzt ist es Zeit.
Mach dich auf und lass es hören:
„Sende mich, ich bin bereit.“

Licht – Am 2. Weihnachtstag

Von fern aus vielen, vielen Ewigkeiten
Kommt zu uns leuchtend heller Sternenglanz
Durch dunkle endlos tiefe Weiten;
Der Weltenraum umhüllt uns ganz.

In uns´rer Dunkelheit die Kerzen brennen
Und füllen festlich warm der Menschen Raum.
So können wir das Licht erkennen,
Und sei´s sogar am Weihnachtsbaum.

Ob von den Flammen oder von der Sonne
Dringt Licht in uns´re Seele ein und wärmt,
Vertreibt die Angst, vermittelt Wonne;
Daher der Mensch für´s Helle schwärmt.

Drum wird bei uns der Schein im Allgemeinen
Als Wort, als Zeichen und Symbol verwandt.
Das Licht des Glaubens kann vereinen,
Und Licht wird auch der Geist genannt.

So sind dem universum wir verbunden,
das so in jede uns´rer Zellen dringt.
Lebendigkeit in allen Stunden
In uns die Dunkelheit bezwingt.

Lasst uns Jesu Kirche sein

Pfingstlied nach Philipper 2, 1 – 11.

Lasst uns Jesu Kirche sein,
Die auf seinen Spuren wandelt,
Mit den Menschen ganz allein
Nur im Geist der Liebe handelt.
Lasst uns lieben allezeit.
Jesus gibt uns Einigkeit.

Da wir sind in Jesu Bund,
Zeigt er uns die rechten Wege.
Dadurch auch zu jeder Stund‘
Stehen wir in seiner Pflege.
Jesus Christus ganz allein
Darf uns Ziel und Vorbild sein.

Jesus, er war Gottes Sohn,
Und er gab uns Gottes Worte
Und zugleich als Mensch gebor´n
Lebte er an unserm Orte.
Jesus übte hier Verzicht,
Gottes Glanz im Angesicht

Sein Weg wurd´ den ander´n gleich;
Menschlichkeit war nun sein Wesen.
Ganz ein Mensch in seinem Reich,
Gottes Worte neu zu lesen.
Jesus kam in uns´re Not,
Blieb nicht fern von Angst und Tod.

Durch der Römer harte Hand
Musste er am Kreuze sterben.
Gottes Sohn in seinem Land
Konnte keine Herrschaft erben.
Jesus war im Tod allein,
Schien jetzt ohne Reich zu sein.

Doch im kalten Todesland
Ist er länger nicht geblieben.
Gott hielt weiter seine Hand
Hat den Tod damit vertrieben.
War erst unten, ist jetzt hoch,
Jesus lebt als Christus noch!

Jesu Name aufgestellt;
Damit hielt ihn Gott lebendig;
So ist er die Macht der Welt
Und regiert uns alle ständig.
Weist in Schranken jede Macht.
Jesus hat uns Heil gebracht.

Jesus hat uns so vereint,
In ihm Gottes Reich zu sehen.
In ihm sind wir stets geeint
Um das Ziel nun zu verstehen.
Ruhm allein gilt Jesus Christ.
Weil er Herr der Erde ist.

Eine Wüstenmeditation

Warum kann Leben in die Wüste führen?
Die Existenz ist dann erschwert.
Und doch kannst gerade darin spüren,
Dass jeder Mensch hat seinen Wert.

Die Wüste schärft den Blick fürs Kleine,
Das vorher nichts bedeutet hat.
Und manchmal wandeln sich die Steine;
Der Weg hindurch wird gut und glatt.

Auf diesem Weg seh´ ich den andern,
Der vorher nur im Nebel stand,
Entdecke die, die mit mir wandern
Und suchen ihr gelobtes Land.

Dann fängst gewiss du an zu reden,
Entdeckst manchmal Gemeinsamkeit.
Der Weg wird leicht, siehst nicht mehr jeden.
Beginnt von vorn und geht zu zweit.

Über die Liebe – 1. Korinther 13

1. Wär meine Rede voller Macht,
im Sinn der Menschen und der Engel,
doch ohne Liebe dargebracht,
wär ich doch nur ein schlechter Bengel.

Spräche ich von Gottes Botschaft,
und kündete euch Gottes Willen,
und hätte nicht der Liebe Kraft,
ich besser tät die Red im Stillen.

Zeigte ich ein gutes Beispiel,
ein Leben voller Opfergüte,
hätt aber selbst der Lieb nicht viel,
das wär ´ne vorgespielte Blüte.

2. Die Liebe nimmt sich Zeit mit allen,
vergibt, und dabei nicht vermessen,
sucht sie nicht Streit, sucht nicht zu prahlen.
Die Worte bleiben angemessen.

Die Liebe lässt`s dabei im Rahmen,
versucht auch manchmal zu verzichten,
sie lässt die Wut zuerst erlahmen,
und sie verzichtet ganz aufs Richten.

Die Liebe meidet böse Taten,
und freut sich über wahre Worte.
In allem lässt sie Gott das Raten,
vertraut und glaubt an jedem Orte.

Sie sieht im Dunkeln auch das Helle,
Ist stark im festen Widerstehen.
Die Lieb ist immer auf der Stelle,
denn kluges Reden wird vergehen.

3. Als Mensch kann ich nicht viel erkennen,
Zu Schnell fliegt diese Zeit vorbei.
Nur Gott kann uns Geliebte nennen,
Vollendung kommt durch ihn herbei.

Es ist wie Kinder noch erkennen,
die nicht erwachsen worden sind.
Bei Gott jedoch da seh ich brennen
Lieb. Er ist der Vater, ich das Kind.

Es bleibt nur Glaube, Hoffnung, Liebe,
Keins ohne jedes andre geht.
Zuerst und wichtig ist die Liebe,
sie gibt den Sinn, der mich versteht.

Engel

Wenn du auf deinem Wege bist,
Und gehst gerade oder krumm,
Dann spürst, dass einer mit dir ist,
Du hörst kein Wort und er ist stumm.

Doch unsichtbar im Lebenslauf
Ist er bei dir auf Schritt und Tritt,
Und fällst du hin, hilft er dir auf,
Und geht auch durch die Täler mit.

Manchmal hörst Worte, ungefragt,
Sie helfen dir mit Rat und Tat:
Das hat dein Engel dir gesagt,
Des Himmels Geister geben Rat.

Fürchte dich nicht, das ist sein Wort,
Denn Gottes Segen ist dir nah;
Und auch an jedem andern Ort
Ist mit dem Wort ein Engel da.

Es kann nur ein Gedanke sein.
Es hält dich eine liebe Hand:
Das liebste Wort für dich allein
Und Klarheit findet dein Verstand.

Wenn Klang auch dein Gefühl umschwebt,
Wer mit dir an die Zukunft denkt,
Das Wort des Engels mit euch lebt,
Und Gottes Geist die Zeiten lenkt.

Nehmt das Brot. (Lied zum Abendmahl, Melodie: Let us break bread, Spiritual)

Nehmt das Brot und verteilt es unter euch. Nehmt das Brot und verteilt es unter euch

Refrain: DU BIST MITTEN UNTER UNS. Guter Gott segne unsern Geist mit Jesu Gnade für uns.

Nehmt den Saft (Wein) und verteilt ihn unter euch. Nehmt den Saft (Wein) und verteilt ihn unter euch.

Refrain: DU BIST MITTEN UNTER UNS. Guter Gott segne unsern Geist mit Jesu Gnade für uns.

Singt ein Lied und erzählt von Gottes Reich. Singt ein Lied und erzählt von Gottes Reich.

Refrain: DU BIST MITTEN UNTER UNS. Guter Gott segne unsern Geist mit Jesu Gnade für uns.

(neue Strophen erfinden oder 1. – 3. wiederholen)

Nachtspaziergang

Gehst du im Dunkeln deine Wege,
Lebst du doch unterm Sternenzelt.
Bist überall in Gottes Pflege,
Denn wo du bist, ist Gottes Welt.

Du hast die Sternenpracht gesehen,
die Waage oder Zwilling heißt.
Kannst diese Ordnung nicht verstehen.
Im weiten Raum die Erde reist.

Von ferne siehst du Fenster leuchten.
Gehst du den Feldesrand entlang.
Dann trittst du in den Matsch, den feuchten.
Hörst auch noch Vögel und Gesang.

Und fehlt dir einmal das Vertrauen
Nimm einen Menschen an die Hand.
Schon kannst du auch im Dunkeln schauen.
Und weit erscheint das dunkle Land.

Bist du dann deinen Weg gegangen,
Kommst einmal du zu Hause an.
Kaum hat die Wandrung angefangen,
Vergeht die Zeit und geht voran.

Jesajas Danklied (Kapitel 12)

Gott heut ich dich als Retter preise,
Bist du uns nicht mehr länger gram.
Dein Streit verebbt auf seine Weise
Ich atme frei, ganz wundersam.

Gott bist als Helfer nun gewonnen.
Die Angst verfliegt. Ich habe Mut.
Das Leben wird jetzt neu begonnen,
Die Not vorbei. Jetzt wird es gut.

Das Wasser wird jetzt reichlich fließen.
Die Trockenheit ein Ende hat.
Jetzt kann ich meine Felder gießen.
Das ganze Land wird wieder satt.

Wir Menschen wollen dich nun preisen
Und singen laut: Lobet den Herrn!
Verkündet wird´s in tausend Weisen:
Wir haben deinen Namen gern.

Das hört nun jedes Volk der Erde,
Dass du uns deine Gaben gibst.
Die Erde aller Heimat werde!
Und jeder weiß, dass du uns liebst.

Das Heil für jedes Volk der Erde
Beginnt auf unserm Stückchen Land.
Wir sind die Mitte deiner Herde
Und allezeit in deiner Hand.

Beten schafft Hoffnung (Nach Jes 55)

Wollt ihr euch heut` nicht an Gott wenden?
Er ist bei euch und doch nicht fern,
Sprecht ihr zu ihm mit betend Händen,
So hört er eure Worte gern.

Lasst ab von euren falschen Wegen,
Hört auf mit eurer Streiteslust.
Gott findet ihr, wenn ihr verlegen,
Um Gnade bittet ohne Frust.

Gott selbst ist voller Gnad und Güte,
Erbarmt sich stets nach seinem Maß.
Er selbst gibt uns der Liebe Blüte,
besiegt damit den stärksten Hass.

Gott spricht zu uns: Nach den Gedanken,
die menschlich sind, da mess´ ich nicht.
Und wo das Leben weist die Schranken,
Da endet meine Güte nicht.

So weit der Himmel von der Erde,
So weit die Sonne überm Meer,
Aus Gottes Sicht die Menschheit werde
Von jeden Not und Leiden leer.

Er macht´s genauso wie der Regen,
Der fruchtbar Pflanzen wachsen lässt,
Das Korn fürs täglich Brot und Segen
Und Saatgut für das nächste Fest.

Das Wort selbst macht sich solchen Segen,
Es kehrt nicht unverbraucht zurück
Und schafft, das unsre Händ´ sich regen,
Aus Gottes Wort wächst unser Glück.

Das Volk, das jetzt noch ist im Dunkel,
Geht dann den Weg hinauf ins Licht.
Die Not weicht hellem Lichtgefunkel,
Der Nebel steigt, es kommt die Sicht.

Die Zukunftstage werden kommen,
Mit Freiheit und mit Menschlichkeit.
Für alle und auch für die Frommen,
Mit Schall erklingt die Fröhlichkeit.

Und grünen wird die dürre Erde
Zypressen hoch aus dem Gestein.
Mit Gottes Güte uns dann werde
Die Zukunft nur zum Glücklichsein.

Lied: Aus Schuld befreit (nach Psalm 51).

(Melodie: Wer nur den lieben Gott läßt walten, EG 369)

Du, Gott, bist mild und voller Güte.
Ich weiß, dass Unrecht ich getan.
Selbst als ich mich so sehr bemühte.
Schon seit ich Kind war bin ich dran.
Ich drehe mich oft selbst im Kreis,
Du, Gott, zahlst meines Lebens Preis.

Du, Gott, lass frisches Wasser fließen
Und mach mich dadurch wieder rein.
Ich werde Freude dann genießen
Und oft in der Gemeinde sein.
Ich drehe mich oft selbst im Kreis,
Du, Gott, zahlst meines Lebens Preis.

Du, Gott, erneure mich zum Besten.
Gib mir ein neues, gutes Herz.
Schenk mir den Geist, den felsenfesten,
So bitt ich dich, meins nicht im Scherz.
Ich drehe mich oft selbst im Kreis,
Du, Gott, zahlst meines Lebens Preis.

Du, Gott, wenn ich den Tod verdiente,
Dein Urteilsweise macht mich neu.
Doch nicht das Geld zum Freispruch diente,
Nur Herz und Geist genügt dabei.
Ich drehe mich oft selbst im Kreis,
Du, Gott, zahlst meines Lebens Preis.

Magnificat

Ja, meine Seele klingt vom Loben;
Denn Gott ist groß. Das nicht nur oben.
Denn sogar im erlebten Leben
Kann Gott mir Glück und Rettung geben.

In meinen Hoch- und Niedrigkeiten
Kann Gott mir Licht und Glanz bereiten.
Dass ich nur Magd, scheint nicht zu stören,
Kann zu den Freien nun gehören.

Das gilt vom Anfang bis zum Ende.
Die Menschen reichen sich die Hände
Und loben Gottes großen Namen.
Die Furcht zu Ende ist mit Amen.

Gott steuert Revolutionen,
Stürzt Herrscher aller Nationen,
Gibt allen Menschen ihre Würde
Und nimmt den Armen ihre Bürde.

Die reichen oft sogar verlieren,
Was sie gesammelt, sich zu zieren.
Die Hungernden erhalten Gaben,
Womit sich sonst die Reichen laben.

Zuerst gibt Gott es seinem Volke,
Das er geleitet aus der Wolke.
Doch gilt nun erdenweit sein Segen,
Den er dem Abraham gegeben.

Benedictus (Lukas 1, 68 – 79)

Du, Gott, in vielen guten Weisen
Bist du der Herr von Israel.
Dich möchten wir besonders preisen.
Du segnest uns trotz unsrer Fehl.

Du willst erneut dein Volk besuchen
Und kündest die Erlösung an.
Der Menschen Rettung zu versuchen,
Zeigst du uns deinen Retter an.

Er wird gezählt zu Davids Erben,
Wie es Propheten angesagt.
Wir werden nicht durch Feinde sterben.
Der Hass hört auf, der uns verzagt.

Damit vollendest du Erbarmen,
Wie es die Väter schon gespürt.
Der Treue – Bund mit dir gilt Armen,
Die in den Glauben du geführt.

Schon Abraham hast du geschworen
Und segnest durch ihn alle Welt.
Wir sind nicht mehr im Krieg verloren.
Du stellst uns auf das freie Feld.

Wir zeigen dir in unser´m Leben
Gerechtigkeit und Heiligkeit.
Du willst uns alles Schuld vergeben,
zu Ende bringen Hass und Streit.

Prophet des Höchsten sollst du heißen.
Mit Vollmacht predigst du das Wort.
Du willst das Heil des Herrn verheißen.
Er führt den Weg der Rettung fort.

Dein Volk wird jetzt das Heil erfahren,
Denn ihm wird Gnade nun geschenkt.
Mit deiner Liebe woll´n wir fahren.
Du uns auf guten Weg gelenkt.

Dein Licht wird aus der Höhe scheinen,
Das Licht der Liebe in der Welt
Und wird zu Glück und Heil vereinen,
Wem hier nur Unheil ist bestellt.

Wenn aus dem Dunkel dann die Schritte,
Geführt zu Leben und zu Sieg,
Der Retter ist in uns´rer Mitte.
Zum Frieden geht´s. Schluss mit dem Krieg.

Zueinander finden

Melodie: „Befiehl du deine Wege“.

Wir gehen viele Wege
Und suchen unser Ziel.
Mal sind wir eher träge
Und mal gelingt uns viel.
Sodann auf unsern Wegen
Ereignet sich das Glück.
Wir spüren Gottes Segen
Doch hier und da ein Stück.

An vielen Tagen suchen
Wir nur umsonst herum.
Doch kommt uns Gott besuchen,
Dann staunen wir nur stumm.
Auf einmal wirst du schauen
Den Menschen neben dir.
Du fühlst bei ihm Vertrauen:
Das Glück ist schon bei dir.

Nimmst du dann dessen Hände,
Dann bist du nicht allein.
Dein Weg geht nicht zu Ende;
Du kannst dann glücklich sein.
So schnell kann Gott uns finden
Und kommt im Leben an,
Die Zukunft zu begründen.
Sie fängt noch heute an.

Mann sein

Männer sind so liebe Wesen,
Es liegt sich gut in ihrem Arm.
Sie können lachen, weinen, lesen.
Sie sind mal reich. Sie sind mal arm.

Die meisten Männer lieben Frauen,
Weil sie so gut und zärtlich sind.
Doch manchmal gibt es Streit. Sie hauen
Und sind brutal zu Weib und Kind.

Sind Männer wirklich nur noch Schweine?
Das denken manche Frauen schon.
Woll´n Männer immer nur das Eine?
Sie ernten dafür Spott und Hohn.

Und wenn sie eine mal begehren,
Dann sind sie Kämpfer, voller Mut.
Die andern sich dann still verzehren.
Für sie ist keine wirklich gut.

Ich glaube, Männer überwiegend
Einmalig sind auf dieser Welt.
Besteh´n Probleme meistens siegend.
Versorgen Frau und Kind mit Geld.

Leben

Ich möchte übers Leben singen
Und möchte lieben, tanzen, springen.
Ich möchte tausend Meter laufen
Und mir ´ne Flasche Rotwein kaufen.

Ich möchte durch die Wälder gehen
Und nachts die vielen Sterne sehen.
Ich möchte wie der Kuckuck rufen
Und such´ des Lebens nächste Stufen.

Ich möchte die Gitarren hören
Und nie will ich Verliebte stören.
Ich möchte viele Freunde haben
Und mich an gutem Essen laben.

Ich möchte´ ein kleines Baby wiegen
Und auch an deiner Seite liegen.
Ich möchte über´s Wasser segeln
Und stör mich an so vielen Regeln.

Ich möcht´ mich zu Musik bewegen
Und würde sogar Karten legen.
Ich freue mich an Blumenranken
Und möchte Gott für alles danken.

Keine Angst

Keine Angst, den Haushalt zu führen.
Keine Angst, für sich selbst zu sorgen.
Keine Angst, mein Geld zu verlieren.
Keine Angst, denn Morgen ist morgen.

Keine Angst, den Wohnort zu ändern.
Keine Angst, die Kinder zu lieben.
Keine Angst vor fremden Ländern.
Keine Angst vor den neuen Trieben.

Keine Angst, die Leute zu grüßen.
Keine Angst, Menschen zuzuhören.
Keine Angst, wenn die Tränen fließen.
Keine Angst, mir selbst zu gehören.

Keine Angst, mit dem Flieger zu reisen.
Keine Angst, meine Zeit zu vertreiben.
Keine Angst vor den kleinen Preisen.
Keine Angst, bei die noch zu bleiben.

Keine Angst, einmal nichts zu erben.
Keine Angst vor den hohen Tieren.
Keine Angst davor einmal zu sterben.
Aber Angst davor, dich zu verlieren.

Im Wald

Wenn hell die Morgennebel zieh´n,
Und laut die ersten Vögel singen,
Die Wolken vor den Bergen flieh´n,
Könnt ich dir frischen Kaffee bringen.

Wenn bald das Licht hervor sich wagt
Und lockt der Landschaft helle Farben,
Das Raubtier seine Beute jagt,
Denk ich an gelbe Weizengarben.

Der Wand´rer zieht hinauf den Weg
Und flieht des Ortes enge Gassen
Und überquert des Baches Steg,
Spürt dann das Menschenwerk verblassen.

Wenn frischer Wiesen duftend Heu
Vom Bauer fleißig umgewendet,
Frag´ ich betrachtend ohne Scheu,
Ob mich die Landschaft nicht geblendet.

Vorbei zieht Wald und Feld und Au,
Daneben Beete voller Blumen
An schmuckem Fachwerkhaus ich schau:
Ein Huhn hier gackert und pickt Krumen.

Nach ein´ger Weil dann auf dem Berg
Seh´ ich hinab in grüne Auen.
In Gottes Welt bin ich ein Zwerg,
Und freu mich dran, dass ich darf schauen.

Ich seh´ nur bis zum Horizont;
Die Wolken dennoch ziehen weiter.
Das hat der Schöpfer doch gekonnt
Und stimmt mich damit wieder heiter.

Von all dem gibt es immer mehr,
Nicht nur die Fichten, Birken, Buchen.
Das Licht erzeugt ein Farbenmeer.
Wer zählen mag, der soll´s versuchen.

Auch wenn die Sonne bald versinkt,
So geht das Leben hier noch weiter.
Im Wirtshaus die Kapelle klingt
Ein Jäger steigt auf seine Leiter.

Das Mondlicht breitet sich nun aus;
Noch Nahrung finden Lebewesen.
Der Sternenhimmel schaut heraus.
Es ist ein schöner Tag gewesen.

Glück

Wünsch ich für´s Leben Glück und Frieden,
Dass sollt´ ich nicht untätig sein.
Ich sollte backen, Pläne schmieden.
Genuss bringt Freude dann allein.

Der Körper spendet Endorphine
Und tröstet mit Serotonin.
Die Freude steigert noch die Sinne
Mit einer Dosis Dopamin

So oft es geht, ich mich bewege,
Will schwimmen, laufen, Fahrrad fahr´n.
Und wenn ich dann zur Ruh´ mich lege
Geht Kummer fort. Ich hab´s getan.

Zum Kopf die Rezeptoren melden:
Der Leib ist warm; mir geht es gut.
Der Sport macht aus mir keinen Helden.
Doch gibt er meinem Körper Blut.

Eintönigkeit, die sollt´ ich meiden.
Das Leben liebt grad den Kontrast.
Das Selbe wird´s mir bald verleiden;
Dann kommt der Langeweile Last.

Ich könnt´ mich überraschen lassen
Mit Lebensglut und Sonnenschein,
Gewohnte Wege mal verlassen,
Das Selbstvertrauen stellt sich ein.

Ich sollte Einsamkeit vermeiden,
Allein fühl ich mich nicht so gut.
Den Freund, die Freundin mag ich leiden,
Denn Liebe wärmt das Lebensblut.

Dann sollte ich dann auch versuchen,
Dem Partner möglichst treu zu sein.
Denn wenn ich ess nur fremde Kuchen
Stellt sich dabei auch Unglück ein.

Ich trau´ dem Partner meines Lebens
Und schenke ihm Gefühl und Zeit.
Berührung ist niemals vergebens
Bin stets zur Zärtlichkeit bereit.

Fühl ich des Körpers Glücksempfinden,
Denk an den Partner, er ist da,
Das Glück des Lebens wird´ ich finden.
Es liegt doch oft so dicht und nah.

Mit dir

Mit dir vergeht die Zeit viel schneller,
Die ohne dich nur langsam kriecht.
Mit dir erscheint das Licht viel heller,
Das ohne dich im Nebel liegt.

Lass mich dich in die Arme nehmen;
Lass mich mit dir zusammen sein.
Lass uns der Zärtlichkeit nicht schämen.
Lass mich in Ängsten nicht allein.

Mit dir nur kann ich glücklich leben,
Und ohne dich nur traurig sein.
Mit dir kann ich mich selbst erleben,
Denn ohne doch bin ich allein.

Lass mich dich küssen, lieben, wärmen.
Lass mir dein zärtliches Gefühl.
Lass mich für deinen Körper schwärmen.
Lass deinen Geist. Er ist mein Ziel.

Mit dir kann ich in Freiheit leben
Und spür den Raum, der mir gehört.
Mit dir kann ich Vertrauen geben
Und wird aus Ruhe nicht gestört.

Lass uns´re Liebe lange dauern.
Lass mir dich selbst in Sympathie.
Lass mir den Abstand ohne Mauern.
Lass uns zufrieden sein wie nie.

Jesus in Breslau

Ne Kirche hat die runde Zahl an Jahren
Im schönen Breslau schon erreicht;
Mit Geld der Reichen, lernend wir erfahren,
Gelang der Kirchbau damals leicht.

Will hier der Pfarrer eine Predigt halten
Hat alle Hörer er im Blick.
Die Glaubensbotschaft kann entfalten,
Ein guter Redner mit Geschick.

Jesus, spricht´s Einer in der Predigt heute,
Lud sich ins Haus des Zöllners ein,
Und meint damit dann wirklich alle Leute,
Auch die, die sich zunächst zu fein.

Die Botschaft kündet Menschen Gottes Liebe,
Die Menschen – Leben menschlich macht.
Gott überwindet damit böse Triebe,
Und Freundlichkeit wird eine Macht.

Das Gute blieb zweihundertfünfzig Jahre
Nicht in dem Raum, der Kirche ist,
Damit die Stadt davon genug erfahre,
Dass keinen Menschen Gott vergisst.

Doch gehst du dann in Parks, dem Markt und Straßen,
Holt schnell die Gegenwart dich ein.
Die Bettler sind von jedermann verlassen,
Und prüfen, ob dein Herz aus Stein.

Ein Bettler vor der Kirchtür war ein Blinder,
Wie Bartimäus vor dem Tor.
Die Roma schickend bittend ihre Kinder;
Bekreuzigung lockt Geld hervor.

Mit einem kranken Kind steht stumm die Mutter,
Die Hand auch hier zeigt alle Not.
Der Frau, die keine Beine hat, fehlt Butter,
Und woher kommt für sie das Brot?

Wie stark ist wirklich unser christlich Glauben,
Wenn so viel Not bei uns besteht?
Doch lass dir nicht die Hoffnungskräfte rauben!
Der Weg der Liebe weitergeht!

Lasst weiter über Grenzen Hände reichen,
Und sehen, was aus Christus wächst.
Wenn auch wir oft nicht alles schnell erreichen,
Du, Gott, in unserm Handeln steckst.

Kain und Abel

Sofort, nachdem sie Gott vertrieben,
Und schloss die Tür zum Paradies,
Begann der Mann die Frau zu lieben;
Adam und Eva waren dies.

Zunächst hat sie den Kain geboren,
Von Gott bekam sie diesen Mann.
Die Welt war keinesfalls verloren.
Als nächstes war der Abel dran.

Kain ist ein Bauer dann geworden,
Dem Ackerboden zugetan.
Er dachte nicht daran zu morden.
Die Frucht der Felder wuchs heran.

Sein Bruder wurde Ziegenhirte.
Er gab sich auch mit Schafen ab.
Sie waren beide Erden – Wirte
Und gaben von der Ernte ab.

Erfunden wurd´ die Opferfeier
Zum Dank für Ernte und für Lohn.
Und nun begann die alte Leier:
Das Lob, der Dank, die Religion.

Der eine gab die Frucht des Feldes,
Der andere der Tiere Fett.
Es gab noch nicht den Wert des Geldes.
Ein Anteil kam aufs Opferbrett.

Gott aber konnte nun entscheiden,
Wer ihm genügte, und wer nicht.
Der Opferrauch stieg auf von beiden.
Doch Gott roch den von Kain jetzt nicht.

Das merkte Kain. Er stand im Dunkeln.
Er senkte zornig seinen Blick,
Erloschen dessen helles Funkeln.
Er dachte lange Zeit zurück.

Nun hörte er laut Gottes Worte:
„Jetzt liegt die Wahl erneut bei dir.
Lass ab vom Zorn an diesem Orte,
Dann hast du Glück und Frieden hier!

Wenn aber nicht, so droht dir Schaden.
Die Sünde steht vor deinem Tor.
Du wirst dich dann mit Schuld beladen.
Beherrschst du sie, bleibt sie davor.

Doch Kain hat längst schon aufgegeben.
Begeht nun seinen Brudermord.
Gott sieht auf Erden jedes Leben
Und kennt auch jeden bösen Ort.

Gott hört der Opfer leises Rufen;
Gott ärgert das vergossne Blut.
Die Tat verflucht des Lebens Stufen.
Kain lebt noch, doch ist ihm nicht gut.

Jetzt hat er Angst. Um Gnade flehend
Ruft er den Herrn im Himmel an.
Der hört auf Kain. Sodann erbarmend
Schützt er nun dessen Lebensbahn.

Kain wohnte dann jenseits von Eden.
Er zog ins ferne Wüstenland.
Nur manchmal hör ich ihn noch reden.
Wenn Kriegsgefahr ist bei der Hand.

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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