Jörg Zink zum runden Geburtstag, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2012

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Zu: Jörg Zink, Aufrecht unter dem Himmel, Mit Beiträgen von Hans-Joachim Girock u. a., Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2012, ISBN 978-3-579-06582-3, Preis: 17,99 Euro

Jörg Zink, Stuttgart, Fernsehpfarrer, Kirchentagsprediger und seit langem freier Autor wird am 22.11.2012 90 Jahre alt. Das dazu erschienene Buch versammelt einige Beiträge von Freunden, theologischen Begleitern und Angehörigen und verbindet sie mit kürzeren Textauszügen aus seinem schriftstellerischen Werk von Anfang bis heute. Jörg Zink erscheint als das Vorbild für christliche Publizistik in der Moderne, da er verstanden hat, dass es nicht nur darum geht, ein antikes Paket in einer neuen Verpackung abzuliefern. Dazu gehören zweierlei: ein offenes, grenzüberschreitendes, den interreligiösen Dialog einbeziehendes und gleichwohl im Menschen- und Welt-Bezug profiliertes Kirchenbild und die Botschaft moderner Mystik, die mit der Gegenwart und der Begegnung mit dem Lebendigen in der menschlichen Erfahrung rechnet. Von  en Autorinnen und Autoen seien stellvertretend genannt: Ministerpräsident Winfried Kretschmann und Katrin Göring-Eckart von den Grünen, die Theologieprofessoren Eberhard Jüngel und Hang Küng, die Publizisten Marion Küstenmacher und Hans Norbert Janowski, sowie die Kirchentagsmitstreiter Fulbert Steffensky und Friedrich Schorlemmer. In diesem Buch versammeln sich sicherlich nur eine schmale Auswahl möglicher Gratulanten. Gewiss hat aber auch Jörg Zinks profilierter Stil dazu beigetragen. Dennoch wird man gerade deshalb noch in Zukunft mit einer breiteren Wirkung seiner Schriften rechnen dürfen, besonders dann, wenn in den Kirchen die Erkenntnis wächst, dass mehr nötig ist als Krisenmangement. Die nächste angekündigte Neuerscheinung zeigt beispielsweise, dass sich Jörg Zink in den Streit um das ökumenische Abendmahl erneut einmischen wird. Das Jubiläums-Buch lässt einige Blitzlichter des Schaffens von Jörg Zink aufleuten. Der Stil Zinks ist um Klarheit und Verständlichkeit bemüht. Die Nähe Gottes darf sich nicht in klerikaler Distanz zum Denken der Menschen ausdrücken oder gar in religiöser Arroganz so tun, als hätten die Menschen heute, die Wahrheit des Lebens nicht verstanden.

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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