Widerstand gegen Nationalsozialisten in Münster

Clemens August Graf von Galen: Vor 80 Jahren zum Bischof gewählt
(„Löwe von Münster“)

Vor 80 Jahren – am 18. Juli 1933 – wurde Clemens August Graf von Galen zum Bischof von Münster gewählt. Schon wenige Monate nach seiner Amtseinführung geriet er wegen der Auflösung des katholischen Vereinswesens mit dem nationalsozialistischen Regime aneinander.
Seine öffentliche Kritik an der Ermordung von körperlich und geistig behinderten Menschen und der Verfolgung der christlichen Kirche brachten ihm nach dem Zweiten Weltkrieg den Beinamen „Der Löwe von Münster“ ein. Die 1941 gehaltenen Predigten gegen die Euthanasie machten ihn weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als Regimegegner bekannt.

Seine Amtszeit als Bischof von Münster deckte sich fast komplett mit der Terrorherrschaft des Nationalsozialismus. Dieses dunkle Kapitel in Münsters Stadtgeschichte wird im Stadtmuseum Münster in einem eigenen Kabinett kritisch beleuchtet. Clemens August Graf von Galen kommt dabei eine wichtige Rolle auf Seiten des Widerstands zu.

Während seiner gesamten zwölfjährigen Amtszeit musste er täglich mit seiner Verhaftung rechnen. Die Inhaftierung blieb ihm, im Gegensatz zu vielen anderen Kirchenvertretern, erspart. 1946 ist Bischof von Galen vom Papst in den Kardinalsstand erhoben worden. Nur wenige Tage nach seiner Rückkehr aus Rom starb er in Münster.

Abbildung: Porträtgemälde Clemens August Graf von Galens aus dem Jahr 1951 in der Schausammlung des Stadtmuseums Münster. Foto: Stadt Münster.

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Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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