Notiz zu Hildebrand Gurlitt, Christoph Fleischer, Werl 2013

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Hildebrand Gurlitt in: Ernst Piper, Ernst Barlach und die nationalsozialistische Kulturpolitik, Eine dokumentarische Darstellung zur „entarteten Kunst“, R. Piper & Co. Verlag, München 1983

Schon vor 1933 hatten die Nationalsozialisten zum Kampf gegen die moderne Kunst aufgerufen. Es gab dagegen Kunstschriftsteller und Museumsleute, die sich für Barlach und andere weiterhin einsetzten. Der Name Hildebrandt Gurlitt taucht in der Aufzählung der „Museumsleute“ auf (S. 11). Der Autor Ernst Piper schildert die zunehmende Einflussnahme des nationalsozialistischen „Kampfbundes für deutsche Kultur“ z. B. bei der „Entlassung des Zwickauer Museumsleiters Hildebrand Gurlitt“ am 1.4.1930.

Die Kunst der Moderne wurde als bolschewistisch bezeichnet. Aus „Das Kunstblatt 14, 1930: „.. Die Kunstkritik eines Dr. Karl Zimmermann in Zwickau, wo man bekanntlich dabei ist den Direktor des Museums: Hildebrand Gurlitt abzusägen.“ (S. 53) Kommentar S. 58: das Buch „Das Hamburger Ehrenmal“ enthielt auch einen Beitrag von Hildebrand Gurlitt.
S. 205: „Der Kunsthistoriker Hildebrand Gurlitt (1895-1956) hatte Barlach den Auftrag, den Taufstein für die Johanneskirche in Hamm zu gestalten, vermittelt. Es wurde Barlachs letzte Arbeit…“
1938 wurde das „Gesetz über die Einziehung von Erzeugnissen entarteter Kunst“ erlassen. Hildebrand Gurlitt wird als einer der Händler erwähnt, über die der Verkauf abgewickelt wurde. Das Gesetz, so der Autor, wurde nie aufgehoben. (S.209f)

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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