Wann bin ich auf dem Seilersee gerudert?

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Iserlohn. „100 Jahre Seilersee“ – unter diesem Titel präsentieren Stadtarchiv und Stadtmuseum Iserlohn vom 14. September bis 9. November die Geschichte der eigentlichen „Callerbachtalsperre“, die seit 1914 kurz Seilersee genannt wird. Anhand von historischen Plänen, Fotografien, Ansichtspostkarten, Dokumenten und Objekten wird im Stadtmuseum Iserlohn ein Überblick zur Entstehung und Entwicklung des Seilersees und seines Umfelds gezeigt. Begleitend dazu präsentiert das Stadtarchiv Iserlohn in der Ausstellung „Gruß vom Seilersee“ Ansichtspostkarten des Seilersees aus hundert Jahren.

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Die Ausstellung im Stadtmuseum wird am Sonntag, 14. September, um 11 Uhr von Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens eröffnet. Museumsleiter Gerd Schäfer und Stadtarchivar Rico Quaschny werden anschließend in die Thematik einführen. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

Kurze Geschichte des Seilersees
Um 1900 kam in Iserlohn die Idee auf, für die Kanalisation der sich ausdehnenden Stadt den Caller Bach aufzustauen, um eine Kläranlage zu betreiben. Aber auch die Verschönerung der Landschaft und die Schaffung neuer Freizeitmöglichkeiten spielten von Beginn an eine Rolle.
Vor dem Bau der Talsperre war das Tal des Caller Baches keine unberührte Naturlandschaft. Die Wasserkraft des Caller Baches diente seit Jahrhunderten dem Betrieb von Drahtrollen und Schleifmühlen. Außerdem hatten sich zwischen Caller Bach, Bömberg und Hemberg im 19. Jahrhundert mehrere Ziegeleien etabliert. Der Bau der sogenannten „Callerbachtalsperre“ von 1912 bis 1914 veränderte die Landschaft: Die Ziegelei Welke und ein Wohnhaus (ehemalige Nadelfabrik) verschwanden.
1912 wurde mit den Bauarbeiten begonnen. Die Talsperre, der städtische Gremien nach der Fertigstellung 1914 den Namen Seilersee gaben, hat einen Inhalt von zirka 350 000 bis 500 000 Kubikmetern und eine Wasserfläche von zirka 13 Hektar.
Im Laufe der Jahrzehnte wurden immer wieder Veränderungen vorgenommen. So gestaltete man zum Beispiel die schon seit 1930 nicht mehr betriebenen Klärteiche unterhalb des Seilersees Anfang der 1960er Jahre zum Naherholungsgebiet „Unterer Seilersee“ um. Den markantesten Einschnitt in den Seilersee und seine Umgebung stellt aber die Autobahnbrücke dar, die 1973 bis 1976 im Zuge des Ausbaues der A 46 über dem Seilersee errichtet wurde.
Der Seilersee entwickelte sich rasch für die heimische Bevölkerung und Bewohner des nahegelegenen Ruhrgebiets zu einem beliebten Ort der Erholung und Freizeitgestaltung. Kurz nach der Anlage des Sees entstanden die „Kaiser-Wilhelm-Anlagen“ mit verschiedenen Sportstätten. Auf dem See konnte man seit 1914 bootfahren und im Winter eislaufen. Gaststätten und Hotels nutzten die Attraktivität der Talsperre. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Seilersee als Naherholungs- und Freizeitgebiet weiter aufgewertet.
Heute befinden sich am Seilersee große Sportanlagen wie das Seilerseestadion, die Eissporthalle, das Seilerseebad und das Freibad Schleddenhof. Auch nach 100 Jahren bleiben der Seilersee und sein Umfeld ein für die Stadt Iserlohn wichtiges Gebiet mit Potentialen, Chancen und Herausforderungen.

Die Ausstellung „100 Jahre Seilersee“ von Stadtarchiv und Stadtmuseum Iserlohn kann im Stadtmuseum am Fritz-Kühn-Platz 1 zu folgenden Zeiten besucht werden: dienstags bis sonntags von 10 bis 17 Uhr sowie donnerstags von 10 bis 19 Uhr.
Die Ausstellung „Gruß von Seilersee“ im Stadtarchiv in der „Alten Post, Theodor-Heuss-Ring 5, ist dienstags und mittwochs von 8 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr geöffnet.

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

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