Drei Weihnachtsgeschenke 2020, Videorezensionen von Christoph Fleischer, Welver 2020

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Diesen Klängen folgen, Hrsg. Von Thomas Kade, Anne-Kathrin Koppetsch, Illustrationen von Marlies Blauth, Dortmunder Buch Verlag 2020, Mit dem Psalm 23 durch eine Großstadt, Ein Poetisches Portrait, Zum Deutschen Evangelischen Kirchentag 2019 in Dortmund, ISBN: 9783945238462, Preis:8,00 Euro, Link siehe: www.literaturraumdortmundruhr.de

Joachim Leberecht: Spirituelle Impulse, 50 Tage Lyrik mit Versen von IngeborgBachmann, Meister Eckhart, Ulla Hahn u.a., Mit 50 Bildern von Jannes Heidemann, erschienen bei Books on Demand, Norderstedt 2020, gebunden, ohne Seitenangabe,Hardcover, ISBN 9783751971058, Preis: 24,99, Link:  

Der Klimakalender 2021, Hg. von Hermann Vinke, Wissenschaftlich begleitet von Kira Vinke, 60 Blätter / 53 farb. Fotos, 32,5 × 24 cm , € 22,–,
ISBN 978-3-0360-8021-5, https://www.edition-momente.com/kalender/klima-kalender-2021.html

 

 

Achtung! Das Video ist nicht verfügbar, da ich versehentlich eine Rohfassung veröffentlicht habe. Die überarbeitete Fassung ist noch nicht auf Youtube angekommen.

 

Predigt Ewigkeitssonntag 2020, Über die Trauer, Joachim Leberecht, Herzogenrath 2020

„Ich bin durch der Hoffnung Band zu genau mit ihm verbunden“ EG 526,3a

 

Liebe Gemeinde,

der Tod eines Menschen geht bekanntlich denen nahe, die in der gemeinsamen Lebenszeit mit ihm verbunden waren. Der Verlust hinterlässt nicht nur eine Lücke, mehr noch eine undurchdringliche Leere.

Es kann aber auch sein, dass der Tod eines nahen Menschen die Wunde wieder aufreißt, die der Verstorbene dem Hinterbliebenen zugefügt hat, dann werden nur zu oft Wut und Groll das Verhältnis zu dem Gestorbenen bestimmen.

Bleiben wir aber heute bei denen, die dem Verstorbenen überwiegend im Guten nahe waren, denen ihre Zuwendung und Liebe galt, die ihn schmerzlich vermissen. Eine klaffende Wunde hat ihr Tod geschlagen. Und das verschlägt uns die Sprache. Vor dem Schmerz werden wir schweigsam. Tränen liegen uns näher.

Wir trauern. Wir müssen Abschied nehmen und den Toten ziehen lassen, obgleich wir das nicht wollen. Die Tränen fließen einfach angesichts des Verlustes. Wir erfahren das Zerstörerische des Todes.

Der Tod trennte, was im Leben zusammen gehörte: Ehemann und -frau, Eltern und Kinder. Der Tod trennt und stellt vor Augen: Das Leben des Verstorbenen ist endgültig zu Ende. Er wird nicht mehr sichtbar, hörbar und fühlbar. Der Tod schweigt und macht den Gestorbenen schweigend, entzieht ihn den Lebenden. Wie sollte das nicht einschneidend sein?

Unsere Liebe findet keine fühlbare Gegenliebe mehr und in der Trauer irren wir schwankend umher, weil wir weiter auf Zeichen der Gegenliebe hoffen. Viele von uns müssen durch eine Phase der Verstörung hindurch um dann, wenn es sich fügt, aber niemand kann die Zeit, wann das eintritt, vorhersagen, im Glauben tastend zu erfassen, dass der Verstorbene nicht im Tod geblieben ist, sondern verwandelt in Gott weiterlebt. Das ist ja das Band der Hoffnung, die dem Glaube innewohnt und dessen er sich gewiss ist. Schon jetzt sind wir mit „der Hoffnung Band“ mit Gott verbunden. Wie sollte dieses Band nicht über den Tod hinaus bestehen, wo Gottes Liebe doch den Tod überwunden hat?

Doch wahr ist auch: Je stärker einer mit dem Verstorbenen zeitlebens verbunden war, je mehr er zu seinem Leben und zu seiner Liebe gehörte, desto schmerzlich ferner ist er ihm durch den Tod – doch auch wieder näher, weil sehnlich entbehrt. Und also ist der Schmerz der Trauer selbst ein Ausdruck der Liebe: und zwar der Liebe, die über den Tod des Geliebten hinaus geblieben ist und ihm weiterhin gilt. Wen wir lieben, den behalten wir lieb – ganz von selbst, solange wir leben.

Wir brauchen den Verstorbenen nicht krampfhaft festhalten, da wir ihn ja lieb behalten. Unsere Trauer und unser Leben brauchen nicht rückwärts gewandt sein. Wir können uns der Gegenwart und auch der Zukunft öffnen, auch wenn Traurigkeit immer wieder wie eine starke Welle über uns schwappt.

Wenn wir, die Trauernden überzeugt sind, dass die Verstorbenen bei Gott gut aufgehoben sind und eins mit Gott leben, dann können wir die, um die wir trauern ziehen lassen, ohne sie zu verlieren. Sie sind uns gegenwärtig in unserer Liebe und in unserem Herzen. Aber nicht nur da, sie sind gegenwärtig wahr und wirklich als die, die wir lieben und das Leben mit ihnen geteilt haben bei Gott selbst. Gott hat sie verwandelt. Alle Schuld, alles Schwere, alles Leid ist von ihnen abgefallen.

Wir können sie Gott überlassen, seiner unendlichen Liebe, der sie umfängt. Wir können uns wieder dem weitergehenden Leben zuwenden und darin neu unseren Weg finden. Gott gebe es.

In der Worten von Dietrich Bonhoeffer finden wir beides wieder;

Von guten Mächten wunderbar geborgen erwarten wir getrost, was kommen mag.  Gott ist mit uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag. (Widerstand und Ergebung, DBW Band 8, Seite 608)

 

 

 

 

Von außen auf das Christentum sehen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2020

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Francois Jullien: Ressourcen des Christentums, Zugänglich auch ohne Glaubensbekenntnis, aus dem Französischen von Ernst Landrichter, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2019, gebunden, 119 Seiten, ISBN: 978-3-579-02395-3, Preis: 15,00 Euro

Link: https://www.randomhouse.de/Buch/Ressourcen-des-Christentums/Francois-Jullien/Guetersloher-Verlagshaus/e561316.rhd

 

Das Buch „Ressourcen des Christentums“ ist im Jahr 2018 in französischer Sprache erschienen und kam 2019 recht zügig auf Deutsch heraus. Francois Jullien (geb. 1951) ist auch in Deutschland kein Unbekannter (Preisträger des Hannah-Arendt-Preises). Seine philosophischen Arbeiten bauen auf seiner langjährigen Tätigkeit als Sinologe auf. Er befasst sich besonders mit der klassischen chinesischen Philosophie. Hierbei hat er auch ein Vokabular entwickelt, Begriffe zur Bezeichnung geisteswissenschaftlicher Kategorien, die er auch in diesem Buch über das Christentum anwendet.

Den Leserinnen und Lesern sei empfohlen, zuerst einen Blick auf das sogenannte Glossar zu werfen. Die hier kurz erläuterten Begriffe finden sich im Essay häufig wieder, wie z. B. Alterität, de-koinzidieren, Dispositiv, Inhärenz, Kohärenz, usw. (s. S. 124/125)

Am Anfang steht ein Gedenken an Sigmund Freud und Ludwig Feuerbach. Dessen Religionskritik lässt Jullien zwar unangetastet, stellt aber fest, dass diese das Christentum nicht im Ganzen trifft.

Im Christentum findet er eine Rede von der Subjektivität der Menschen, die nicht „als der Objektivität gegenüberstehend“ anzusehen ist (vgl. S. 17). Dies wird an dieser Stelle und im weiteren Fortgang des Textes am Johannesevangelium deutlich, in dem Jesus etwa das objektivierende Wort „Wunder“ durch den Begriff „Zeichen“ ersetzt.

Er knüpft hier explizit an Friedrich Nietzsche an, den er als konstruktiven Kritiker und nicht als Feind des Christentums versteht. Er meint, Nietzsche habe mit der „Umwertung aller Werte“ die Tendenz des Christentums angesprochen. Hier geht Jullien weiter, um fortan von „Ressourcen“ zu sprechen.

Die Funktionsweise des Christentums als Ressource, wird im Fortgang des Buches näher erläutert.

Die Frage der dogmatischen Wahrheit wird dabei bewusst ignoriert, da sie eher auf eine Glaubensentscheidung zielt, die Francois Jullien bewusst nicht intendiert. Er führt daher, vielleicht sogar ohne es selbst zu wollen, einen voraussetzungslosen Zugang zum Christentum ein.

Jullien beobachtet, dass das Christentum nicht nur zu einer Sprache oder einem Kulturkreis gehört, sondern dass sich die Wahrheit gerade in der Übersetzung verschiedener Sprachen abspielt (Nach dem Johannesevangelium deutet die Aufschrift am Kreuz auf die wichtigsten Sprachen: Hebräisch, Latein und Griechisch).

Interessant ist auch die hier entwickelt Rede vom „Ereignis“, was am Johannesprolog erörtert wird, den Jullien allerdings abweichend von der bisherigen Lesart übersetzt. Ein kurzer Textausschnitt dazu:

„Johannes beginnt also, der Frage nach dem Glauben vorausliegend, mit der Frage, was man denken muss, um das Ereignis in seiner Bedingung denken zu können. ‚Alles war durch ihn‘ löst das Werden im Sein auf und räumt von vornherein dem Ereignis keinen Platz im Denken ein. ‚Erschien ein Mensch‘ reduziert das Ereignis, wie es dieses, aus dem Blickwinkel eines Beobachters von außen gesehen, präsentiert.“ (S. 43)

Hier breche ich den Ausblick auf das Buch von Francois Jullien ab, mit einer Empfehlung, diese Sichtweise theologisch zu diskutieren.

Hier trifft sich aktuelle philosophische Begrifflichkeit mit einer individuellen, aber gut fundierten Schriftauslegung. Die Argumentation ist derer von Rudolf Bultmann nicht unähnlich.

Neues Malbuch zum „Erlebensraum Lippeaue“ Pressemeldung, Stadt Hamm 2020

 
Link: https://www.hamm.de/erlebensraum-lippeaue

Warum quakt ein Grasfrosch? Was ist ein Auwald? Diese und weitere Fragen werden spielerisch in dem Malbuch zum Projekt „Erlebensraum Lippeaue“ beantwortet. Hier werden kindgerecht 20 verschiedene Tier- und Pflanzenarten vorgestellt, die an der Lippe zuhause sind. Neben den Ausmalbildern und kleinen Texten zu den Arten, enthält das Malbuch interessante Informationen zur Lippe und zu dem Projekt. Diese können den Kindern auch vorgelesen werden.

Einzelne Malbücher zur privaten Verwendung sind im Umweltamt erhältlich. Aufgrund der Corona-Krise werden die Malbücher auf dem Postweg verschickt. Bestellungen sind per E-Mail unter Katharina.Teickner@stadt.hamm.de oder per Telefon unter 02381/177133 möglich. Das Gesamtprojekt „Erlebensraum Lippeaue“ wird in Hamm im Bereich zwischen Fährstraße und Römerstraße, direkt nördlich der Lippe, umgesetzt. Die Förderung erfolgt durch Mittel des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und durch das Land NRW. Durchgeführt wird das Projekt gemeinschaftlich vom Lippe-verband und von der Stadt Hamm.

Als ich heute den schönen Brief der Stadt Hamm bekam, staunte ich nicht schlecht, dass ich nicht nur das Malbuch bekam, sondern auch zwei Flyer, etliche Postkaten und ein paar Süßigkeiten. Das Malbuch ist m. E. keineswegs nur für Kindern, sondern für jeden und jede, die sich mit der Vielfalt des Lebens in der Flussaue beschäftigen möchte. Ich denke, dass es sogar recht anspruchsvoll ist, die naturgetreuen Malvorlagen farblich passend auszumalen. In den Ahsewiesen in Welver komme die meisten dieser Tierarten ebenfalls vor. Auch für Hobbyfotografen sicher ein lohnendes Betätigungsfeld.