Greta Thunberg: Rede im britischen Parlament, „Wir haben keine Ausreden mehr“

https://www.instagram.com/p/BzhlIrAiu6m/?igshid=1js2d7k953hr4

Anstelle eines passenden Fotos verweise ich auf mit dem Link auf Fotos von Greta Thunberg auf Instagram. Die Veröffentlichung der Rede erfolgt mit Erlaubnis der Blätter für deutsche und internationale Politik.

»Wir haben keine Ausreden mehr«

von Greta Thunberg

Nach ihren viel beachteten Reden auf der UN-Klimakonferenz im Dezember 2018 und beim Weltwirtschaftsforum im Januar 2019 ist die schwedische Klimaschutzaktivistin Greta Thunberg zahlreichen weiteren Einladungen für öffentliche Auftritte gefolgt, zuletzt unter anderem bei Papst Franziskus. Wir dokumentieren nachfolgend in deutscher Erstveröffentlichung einen Vortrag, den Thunberg am 23. April im britischen Parlament gehalten hat und in dem sie ihre klimapolitischen Vorstellungen ausführlicher darlegt als bislang. Die Übersetzung stammt von Steffen Vogel. – D. Red.

Mein Name ist Greta Thunberg. Ich bin 16 Jahre alt. Ich komme aus Schweden. Und ich spreche im Namen der kommenden Generationen.

Ich weiß, dass viele von Ihnen uns nicht zuhören wollen – Sie sagen, wir wären bloß Kinder. Aber wir wiederholen nur die Botschaft der vereinten Klimaforscher. Viele von Ihnen scheinen besorgt, dass wir kostbare Unterrichtszeit verpassen. Aber ich versichere Ihnen, wir gehen wieder in die Schule, sobald Sie auf die Wissenschaft hören und uns eine Zukunft geben. Ist das wirklich zu viel verlangt?

Im Jahr 2030 werde ich 26 Jahre alt sein und meine kleine Schwester Beata 23, so wie viele Ihrer Kinder und Enkel. Das ist ein tolles Alter, hat man uns gesagt, wenn man das ganze Leben noch vor sich hat. Ich bin mir aber nicht sicher, dass es für uns so toll werden wird. Ich hatte das Glück, zu einer Zeit und an einem Ort geboren zu werden, wo uns jeder sagte, wir sollten nach den Sternen greifen: Ich konnte werden, was immer ich wollte. Ich konnte leben, wo immer ich wollte. Menschen wie ich hatten alles, was sie brauchten – und mehr. Dinge, von denen unsere Großeltern nicht einmal zu träumen wagten. Wir hatten alles, was wir uns jemals wünschen konnten. Doch jetzt haben wir vielleicht gar nichts.

Jetzt haben wir möglicherweise nicht einmal mehr eine Zukunft. Denn diese Zukunft wurde verkauft, damit eine kleine Zahl von Menschen unvorstellbar viel Geld verdienen konnte. Sie wurde uns jedes Mal gestohlen, wenn Sie sagten, der Phantasie seien keine Grenzen gesetzt und dass man ja nur einmal lebe.

Sie haben uns belogen. Sie haben uns falsche Hoffnungen gemacht. Sie haben uns erzählt, die Zukunft sei etwas, worauf wir uns freuen könnten. Und das Traurigste ist, dass sich die meisten Kinder nicht einmal bewusst sind, welches Schicksal uns erwartet. Wir werden es nicht begreifen, bevor es zu spät ist. Und doch gehören wir noch zu den Glücklichen. Jene, die es besonders hart treffen wird, leiden schon jetzt unter den Konsequenzen. Aber ihre Stimmen werden nicht gehört.

Ist mein Mikro an? Können Sie mich hören?

Um das Jahr 2030 – in zehn Jahren, 252 Tagen und zehn Stunden von heute aus – werden wir eine irreversible Kettenreaktion jenseits menschlicher Kontrolle ausgelöst haben, die höchstwahrscheinlich zum Ende unserer Zivilisation, wie wir sie kennen, führen wird. Es sei denn, dass in diesem Zeitraum permanente und beispiellose Veränderungen in allen gesellschaftlichen Bereichen stattgefunden haben, darunter eine Reduktion der CO2-Emissionen um mindestens 50 Prozent. Beachten Sie bitte, dass diese Kalkulationen von Erfindungen abhängen, die noch nicht in größerem Umfang gemacht wurden, Erfindungen, die die Atmosphäre von astronomischen Mengen an Kohledioxid befreien sollen. Außerdem beinhalten diese Kalkulationen keine unvorhergesehenen Kipppunkte und Rückkoppelungsschleifen wie das extrem starke Methangas, das aus dem rapide tauenden arktischen Permafrost entweicht. Überdies enthalten diese wissenschaftlichen Kalkulationen nicht die verborgene Erderwärmung, die derzeit durch die toxische Luftverschmutzung verhindert wird. Nicht zuletzt fehlt in ihnen der Aspekt der Fairness – oder Klimagerechtigkeit –, der überall im Pariser Klimavertrag deutlich zu finden ist und der absolut notwendig ist, damit das Abkommen global funktionieren kann.

Wir müssen auch berücksichtigen, dass es sich hierbei nur um Kalkulationen handelt. Schätzungen. Das heißt, diese „Punkte, an denen es kein Zurück mehr gibt“ können etwas früher oder später als 2030 auftreten. Niemand kann das sicher wissen. Wir können uns allerdings sicher sein, dass sie etwa in diesem Zeitraum auftreten werden, da diese Kalkulationen keine Meinungen oder ins Blaue hinein geraten sind. Diese Projektionen stützen sich auf wissenschaftliche Tatsachen, auf die sich alle Länder über den IPCC geeinigt haben. Nahezu jede einzelne bedeutsame wissenschaftliche Organisation auf der Welt unterstützt die Arbeit und die Ergebnisse des IPCC vorbehaltlos.

Haben Sie gehört, was ich gerade gesagt habe? Ist mein Englisch okay? Ist das Mikro eingeschaltet? Denn langsam beginne ich mich zu wundern.

In den letzten sechs Monaten bin ich hunderte Stunden mit Zügen, Elektroautos und Bussen durch Europa gereist und habe diese lebensverändernden Worte unzählige Male wiederholt. Aber niemand scheint darüber zu sprechen und nichts hat sich verändert. Tatsächlich steigen die Emissionen nach wie vor. Bei meinen Reisen durch verschiedene Länder wird mir immer Hilfe angeboten, um über die spezifische Klimapolitik spezifischer Länder zu schreiben. Aber das ist nicht wirklich nötig. Denn das grundlegende Problem ist überall das gleiche. Und das grundlegende Problem besteht darin, dass im Grunde nichts getan wird, um den klimatischen und ökologischen Zusammenbruch aufzuhalten – oder wenigstens abzuschwächen –, trotz all der schönen Worte und Versprechungen.

Großbritannien ist allerdings sehr speziell, nicht nur wegen seiner atemberaubenden historischen Kohlenstoff-Schuld, sondern auch wegen seiner aktuellen, sehr kreativen Kohlenstoffberechnung. Seit 1990 hat Großbritannien laut dem Global Carbon Project eine 37prozentige Reduktion seiner territorialen CO2-Emissionen erreicht. Und das klingt sehr eindrucksvoll. Aber diese Zahlen beinhalten nicht die Emissionen aus Luft- und Schifffahrt sowie jene aus dem Im- und Export. Bezieht man diese Nummern ein, liegt die Reduktion laut dem Rechercheverbund Tyndall Manchester bei rund zehn Prozent seit 1990 – oder bei durchschnittlich 0,4 Prozent im Jahr. Und diese Reduktion resultiert nicht zur Hauptsache aus den Konsequenzen von Klimapolitik, sondern eher aus einer EU-Direktive zur Luftqualität von 2001, die Großbritannien im Grunde zwang, seine sehr alten und extrem schmutzigen Kohlekraftwerke zu schließen und sie durch weniger schmutzige Gaskraftwerke zu ersetzen. Der Wechsel von einer desaströsen Energiequelle zu einer etwas weniger desaströsen bringt natürlich sinkende Emissionen mit sich.

Aber vielleicht ist das gefährlichste Missverständnis bei der Klimakrise, dass wir unsere Emissionen „senken“ müssen. Denn das ist bei weitem nicht genug. Wenn wir unter einer Erwärmung von 1,5 bis 2 Grad bleiben wollen, müssen wir unsere Emissionen stoppen. Das „Senken der Emissionen“ ist natürlich notwendig, aber es ist nur der Anfang eines schnellen Prozesses, der innerhalb von ein paar Jahrzehnten oder früher zu einem Stopp führen muss. Und mit „Stopp“ meine ich Netto-Null – und dann schnell weiter zu negativen Zahlen. Dann ist der größte Teil der heutigen Politik nicht mehr möglich.

Der Umstand, dass wir über das „Senken“ statt über das „Stoppen“ der Emissionen sprechen, ist vielleicht die größte Kraft hinter dem Business as usual. Großbritanniens gegenwärtige Unterstützung für die neue Ausbeutung fossiler Brennstoffe – beispielsweise Großbritanniens Schiefergas-Fracking-Industrie, die Erweiterung seiner Öl- und Gasfelder in der Nordsee, den Ausbau von Flughäfen sowie die Planungserlaubnis für eine brandneue Kohlenmine – ist mehr als nur absurd. Dieses anhaltende unverantwortliche Verhalten wird in der Geschichtsschreibung zweifellos als eines der größten Versagen der Menschheit erinnert werden.

Die Leute sagen mir und den anderen Millionen Schulschwänzern immer, dass wir stolz auf uns sein sollten, für das, was wir erreicht haben. Aber das Einzige, worauf wir schauen müssen, ist die Emissionskurve. Und so leid es mir tut, aber sie steigt immer noch. Diese Kurve ist das Einzige, worauf wir schauen sollten. Jedes Mal, wenn wir eine Entscheidung treffen, sollten wir uns fragen: Wie wird diese Entscheidung diese Kurve beeinflussen? Wir sollten unseren Wohlstand und Erfolg nicht länger am Diagramm, das das Wirtschaftswachstum anzeigt, messen, sondern an der Kurve, die die Emission von Treibhausgasen anzeigt. Wir sollten nicht länger nur fragen: „Haben wir genug Geld, um damit weiterzumachen?“, sondern auch: „Haben wir ausreichend freies Kohlenstoffbudget, um damit weiterzumachen?“ Das sollte und muss das Zentrum unserer neuen Währung werden.

Viele Leute sagen, wir hätten keine Lösung für die Klimakrise. Und sie haben recht. Denn wie sollten wir auch? Wie „löst“ man die größte Krise, der sich die Menschheit jemals gegenübersah? Wie „löst“ man einen Krieg? Wie „löst“ man es, zum ersten Mal zum Mond zu fliegen? Wie „löst“ man es, etwas Neues zu erfinden? Die Klimakrise ist sowohl das einfachste als auch das schwerste Problem, dem wir uns jemals gegenübersahen. Leicht ist es deshalb, weil wir wissen, was wir tun müssen. Wir müssen die Emission von Treibhausgasen stoppen. Schwer, weil unsere aktuelle Wirtschaft immer noch völlig abhängig von der Verbrennung fossiler Energieträger ist und damit Ökosysteme zerstört, um immerwährendes Wirtschaftswachstum zu schaffen.

„Wie genau lösen wir das also?“, fragen Sie uns – die Schulkinder, die für das Klima streiken. Und wir sagen: „Das weiß niemand genau. Aber wir müssen aufhören, fossile Energieträger zu verbrennen, und die Natur wiederherstellen und viele andere Dinge tun, die wir noch nicht ergründet haben mögen.“ Dann sagen Sie: „Das ist keine Antwort!“ Also sagen wir: „Wir müssen anfangen, die Krise wie eine Krise zu behandeln – und handeln, selbst wenn wir noch nicht alle Lösungen haben.“ „Das ist immer noch keine Antwort“, sagen Sie. Dann sprechen wir über Kreislaufwirtschaft und Renaturierung und die Notwendigkeit eines gerechten Übergangs. Und dann verstehen Sie nicht, worüber wir reden. Wir sagen, dass niemandem alle benötigten Lösungen bekannt sind und wir uns deshalb hinter der Wissenschaft versammeln müssen und diese Lösungen auf dem Weg finden müssen. Aber Sie hören nicht darauf. Denn dies sind die Antworten zur Lösung einer Krise, die die meisten von Ihnen nicht einmal vollständig begreifen – oder begreifen wollen.

Sie hören nicht auf die Wissenschaft, weil Sie sich nur für Lösungen interessieren, die Sie in die Lage versetzen, weiterzumachen wie bisher. So wie jetzt. Und diese Antworten gibt es nicht mehr. Weil Sie nicht rechtzeitig gehandelt haben.

Um den Zusammenbruch des Klimas zu verhindern, braucht es ein Kathedralen-Denken: Wir müssen den Grundstein legen, obwohl wir noch nicht genau wissen, wie genau wir das Dach bauen sollen. Manchmal werden wir einfach einen Weg finden müssen. Sobald wir uns entscheiden, etwas zu erfüllen, können wir alles erreichen. Und ich bin mir sicher: Sobald wir uns verhalten, als hätten wir einen Notstand, können wir die klimatische und ökologische Katastrophe vermeiden. Die Menschen sind sehr anpassungsfähig: Wir können das immer noch in Ordnung bringen. Aber die Möglichkeit dazu wird nicht mehr sehr lange gegeben sein. Wir müssen heute beginnen. Wir haben keine Ausreden mehr.

Wir Kinder opfern nicht unsere Ausbildung und unsere Kindheit, damit Sie uns sagen, was Sie für politisch möglich halten, in dieser Gesellschaft, die Sie geschaffen haben. Wir gehen nicht auf die Straße, damit Sie Selfies mit uns machen und uns erzählen, dass Sie wirklich bewundern, was wir tun.

Wir Kinder tun dies, um Sie, die Erwachsenen, aufzuwecken. Wir Kinder tun dies, damit Sie Ihre Differenzen beiseite schieben und endlich so handeln, wie Sie es in einer Krise tun würden. Wir Kinder tun dies, weil wir unsere Hoffnungen und Träume zurückhaben wollen.

Ich hoffe, mein Mikrofon hat funktioniert. Ich hoffe, Sie alle konnten mich hören.

(aus: »Blätter« 6/2019, Seite 59-63)

 

TelefonSeelsorge Hochsauerland, seit 40 Jahren ein offenes Ohr für Menschen in Not, Pressemitteilung Kirchenkreis Soest-Arnsberg, Diakonie

Die TelefonSeelsorge Hochsauerland der Diakonie feiert einen besonderen Geburtstag

lizenzfrei, Pixabay

(drh) – Ob Einsamkeit, Überforderung im Alltag, Krankheit oder materielle Not: Bei der TelefonSeelsorge Hochsauerland finden Anrufer ein offenes Ohr, Worte des Trostes, Informationen über Hilfsangebote und nach Möglichkeit erste Impulse für einen Weg aus der Krise. Seit nunmehr 40 Jahren gibt es das Angebot der Diakonie. Am Freitag, 20. September 2019, soll das Jubiläum mit einem Festakt in der Abtei Königsmünster gefeiert werden.

Bei der TelefonSeelsorge Hochsauerland können Ratsuchende fachlich geschulte und zur Verschwiegenheit verpflichtete Gesprächspartner finden, die sie in ihrer Situation ernst nehmen, ihnen beistehen und ihre Anonymität wahren. Im Jahr 2018 haben insgesamt 4059 Menschen bei den Mitarbeitenden angerufen. „Wer die Nummer wählt, befindet sich meist in höchster seelischer Not“, weiß Dirk Grajaszek, Leiter der TelefonSeelsorge Hochsauerland. „Unser Angebot besteht im Zuhören und Klären, im Ermutigen und Mittragen, im Hinführen zu eigener Entscheidung und gegebenenfalls im Hinweis auf geeignete Fachleute.“

Den Grundstein hierfür wurde im Jahr 1979 gelegt – mit einem „Schülertelefon“ zur Zeugniszeit. „Die Kinder riefen an, wenn es schlechte Noten gab oder die Versetzung gefährdet war und sie Angst vor der Reaktion ihrer Eltern hatten“, erklärt Dirk Grajaszek. Ein Mitbegründer des „Schülertelefons“ war der frühere Diakonie-Vorstand Johannes Schäfer. Für die Ehrenamtlichen an den Telefonen wurde eine Ausbildung zur Beratung nach dem Vorbild der bundesweiten Telefonseelsorge angeboten. Schon bald wurde das „Schülertelefon“ zum „Sorgentelefon“ unter dem Dach der Diakonie. Denn immer häufiger meldeten sich auch Erwachsene, die über ihre Nöte sprechen wollten.

Als 1997 die Regionalisierung der Telefonseelsorge in Deutschland begann, schloss sich das Sorgentelefon diesem Verbund an und benannte sich in „TelefonSeelsorge Hochsauerland“ um. Seitdem sind die Anrufe gebührenfrei. „Die Zahlen schnellten danach beträchtlich in die Höhe“, weiß Dirk Grajaszek, der die Leitung der TelefonSeelsorge im Jahr 2017 von Kerstin Pasch übernommen hat. Ihm zur Seite stehen aktuell rund 35 ehrenamtliche Mitarbeitende. Die Freiwilligen sind in einer 18-monatigen Ausbildung auf den besonderen Dienst am Nächsten vorbereitet worden.

Bei dem Festakt zum 40-jährigen Bestehen ist ein Vortrag zum Thema Wertschätzung geplant. Als Referentin wird die Psychologin und Theologin Dr. Beate M. Weingardt erwartet. Außerdem gibt es eine Podiumsdiskussion. Musikbeiträge und ein Imbiss runden das Programm ab. Die Feier wird vom Förderverein der TelefonSeelsorge organisiert. Beginn ist am Freitag, 20. September 2019, um 17 Uhr in der Abtei Königsmünster. Gäste sind herzlich willkommen.

Internet: www.diakonie-ruhr-hellweg.de

Fastenmonat Ramadan beginnt, Pressemeldung aus dem Kreis Unna, 30.04.2019

Eine der Säulen des Islam

Kreis Unna. Der Fastenmonat Ramadan beginnt in diesem Jahr am 6. Mai und endet am 3. Juni. Darauf weist das Kommunale Integrationszentrum (KI) Kreis Unna hin. Der Zeitpunkt des Ramadan wird nach dem Mondverlauf bestimmt und verschiebt sich jährlich um rund 10 Tage.

Felsendom

Das Fasten ist neben dem Beten, dem Pilgern nach Mekka, der Almosengabe und dem Glaubensbekenntnis eine der fünf Säulen des Islam.

Im Fastenmonat wird neben dem Verzicht auf Essen, Trinken und Rauchen am Tage auch sexuelle Enthaltsamkeit verlangt. Von den Vorschriften ausgenommen sind Kranke, alte Menschen, Kinder, Reisende und Schwangere. Der Ramadan – als Zeit der Besinnung – soll den Glauben und die Selbstdisziplin der Gläubigen stärken.

Treffen zum Fastenbrechen
Traditionell werden in der Fastenzeit Verwandte, Freunde und Bedürftige zum „Iftar“ (Fastenbrechen) eingeladen. Innerhalb von 24 Stunden wird nur zweimal gegessen: Die erste Mahlzeit in der Nacht vor dem Morgengrauen und die zweite Mahlzeit abends nach Sonnenuntergang.

Fastenmonat endet mit dreitägigem Fest
Das Ende des Fastenmonats wird mit dem am 4. Juni beginnenden Ramadanfest gefeiert. Das dreitägige Fest des Fastenbrechens steht ganz im Zeichen der Familie. In diesen Tagen gibt es Besuche in der Verwandtschaft. Viele Kinder freuen sich besonders auf das Fest, denn genau wie zu Weihnachten gibt es Geschenke und Süßigkeiten.

Weitere Informationen zu muslimischen Festen gibt es bei dem KI Kreis Unna, Gökhan Kabaca, Tel. 0 23 07 / 92 48 8- 77. PK | PKU

Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis. Pressemitteilung

Neue Ausstellung im Jüdischen Museum Westfalen,
Dorsten.

Wer kennt sie nicht, wer hat nicht schon von den berühmten langen Beinen der Dietrich gehört? Wer hat sie nicht als laszive Lola im Filmklassiker „Der blaue Engel“ gesehen? Und wer hat sie nicht schon einmal singen hören „Ich bin von Kopf bis Fuß auf Liebe eingestellt“ oder „Sag mir, wo die Blumen sind“?

Marlene, Promotion, 1965

Den Großteil ihres Lebens stand Marlene Dietrich in der Öffentlichkeit. Schauspielerin, Sängerin, Weltstar, Diva – es verbinden sich viele Bilder und Begriffe mit ihr. Und selbst nach seinem Rückzug in die Pariser Wohnung in der Avenue de Montaigne Ende der 1970er-Jahre wirkte der erste deutsche Weltstar in das öffentliche Leben. Dementsprechend viel ist über Marlene Dietrich geschrieben, gefilmt und berichtet worden. Einen weniger beachteten Bereich ihres Lebens thematisiert die Ausstellung „Marlene Dietrich. Die Diva. Ihre Haltung. Und die Nazis.“: ihr Verhältnis zu Deutschland und den Deutschen, zu Unrecht, Krieg und Frieden. Anhand zahlreicher Dokumente, Fotografien und weitgehend unbekannter Filmsequenzen rekonstruiert die von der Gedenkhalle Oberhausen entwickelte Wanderausstellung, für welche Haltung diese Frau ihr gesamtes Leben stand.

Nachdem Marlene Dietrich 1944 bereits vor zahlreichen US‐Soldaten in Italien aufgetreten war, führte sie ihre zweite Tournee für die amerikanischen Streitkräfte im Herbst/Winter 1944/45 auch in das belgisch‐deutsch‐niederländische Grenzland. Unter anderem gastierte sie in Eupen, St. Vith, Verviers und Spa, in Aachen und Stolberg, sowie in Heerlen und Maastricht.

Der so entschiedene wie couragierte Einsatz von Marlene Dietrich auf Seiten der Amerikaner wurde ihr bei ihrer Deutschland‐Tournee 1960 von Teilen der deutschen Öffentlichkeit massiv vorgeworfen. Zur gleichen Zeit feierte man sie in Israel oder auch in Polen gerade für diese Haltung. Nach 1960 kehrte Marlene Dietrich nur noch selten nach Deutschland zurück. Erst mit ihrem Tode 1992 kam sie wieder in ihre alte Heimat Berlin, in der sie 1901 als Marie Magdalene Dietrich zur Welt gekommen war und sich so früh wie eigensinnig in „Marlene“ umbenannt hatte. Ihr Grab gehört zu den Ehrengräbern Berlins.

Die Ausstellung zu diesem deutschen Weltstar wurde von der Gedenkhalle Oberhausen realisiert. Die Wanderausstellung geht der komplexen Beziehung zwischen Marlene Dietrich und Deutschland nach. Im Lauf von fast 60 Lebensjahren lässt sich ein roter Faden nachzeichnen, der bislang noch nicht in dieser Ausführlichkeit erzählt wurde. Neben vielen Fotografien aus ihrem Leben zeigen zahlreiche Dokumente und Filmsequenzen auf eindrucksvolle Weise, für welche Haltung Marlene Dietrich unbeirrt über ihr gesamtes Leben hinweg stand, ohne dabei die jeweiligen zeitbedingten Umstände aus den Augen zu verlieren.

Die Ausstellung konnte nur dank der umfassenden Unterstützung durch die Marlene Dietrich Collection Berlin realisiert werden, die den 1993 von der Stadt Berlin übernommenen gesamten Nachlass dieser Künstlerin von Weltruf verwaltet. Insbesondere der schriftliche und fotografische Nachlass von Marlene Dietrich spielte für die Entwicklung der Ausstellung eine zentrale Rolle.

Die Ausstellung wird im Jüdischen Museum Westfalen in Dorsten vom 26. August bis zum 16. Dezember 2018 gezeigt werden. Infos zum Museum unter www.jmw-dorsten.de.

Tag des Flüchtlings: Kinder am Möhnesee dürfen nicht zur Schule gehen, Diakonie Ruhr-Hellweg

Freie Wohlfahrtspflege lehnt NRW-Asylstufenplan ab: Zum heutigen Internationalen Tag des Flüchtlings warnt die Freie Wohlfahrtspflege NRW, zu der auch die Diakonie Ruhr-Hellweg gehört, davor, aus den Landesunterkünften Abschiebezentren zu machen. Der neue „Asylstufenplan zur Entlastung der Kommunen“ behindert die Integration, gefährdet den Flüchtlingsschutz und die Kinderrechte.

Foto: drh (c)

Zwar sollen mit den Plänen die Kommunen entlastet werden, die Flüchtlinge jedoch werden massiv stärker belastet. Dabei trifft der Plan vor allem die Jüngsten, erläutert Heinz Drucks, Leiter der Flüchtlingsberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg. Kinder können weder eine Kindertagesstätte noch eine Schule besuchen und leben monatelang isoliert mit ihren Familien in den Landesunterkünften. Das verletze die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte, so Drucks. In der Zentralen Unterbringungseinrichtung in Möhnesee-Echtrop, in der die Diakonie Beratung anbietet, leben zur Zeit rund 110 Kinder im schulpflichtigen Alter, die jedoch nicht zur Schule gehen können.

„Tag des Flüchtlings: Kinder am Möhnesee dürfen nicht zur Schule gehen, Diakonie Ruhr-Hellweg“ weiterlesen