Wozu waren die Juden da? Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2018

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Annette von Droste-Hülshoff: Die Judenbuche, Hörbuch, gelesen von Hans Sigl, Reclam, Stuttgart 2017, SONY Music, Gütersloh 2017, ungekürzte Fassung der Ausgabe Reclam Universal Bibliothek Nr. 1858, 2 CD, Gesamtdauer 2:07:14, Preis: 7,73 Euro (Amazon)

© Sony Music

Die Judenbuche: Warum ist das sechste oder siebte Hörbuch dieser bekannten Novelle der westfälischen Dichterin Annette von Droste-Hülshoff (1797 – 1848) herausgekommen? Die Antwort ergibt sich erst, wenn wir diese Hörbuchausgabe des Reclam-Verlages anhören.

Subjektiv gesagt muss ich mich schämen, den Text bis zur Erfahrung dieses Hörbuchs nie richtig verstanden zu haben, obwohl ich das Buch schon als Schulkind gelesen habe (oder habe ich die Lektüre nicht ganz gelesen?). Vor einiger Zeit habe ich mir schon einmal eine Hörbuchausgabe der „Judenbuche“ angehört. Doch sind wieder Zweifel geblieben. „Wozu waren die Juden da? Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2018“ weiterlesen

Predigt über Lukas 17, 11 – 19 mit einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, Christoph Fleischer, Welver 2015

 

Die zehn Aussätzigen (Luther)

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.
15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Liebe Gemeinde,

Die Wundergeschichten des Neuen Testaments sind immer wieder eine Herausforderung. Geht man rational an die Sache heran und versucht sich das „Wunder“ zu erklären, dann redet man faktisch auch den religiösen Inhalt der Geschichte klein. Geht man aber von der Schilderung des Heilungswunders aus, und nimmt das dann in die eigene Gegenwart, dann betont man den Abstand zwischen Jesus und uns.

Mir ist in der Vorbereitung aufgefallen, dass die Geschichte selbst mehr an der Deutung interessiert ist, als an der Heilung. Die Heilungen Jesu geschehen einfach. Niemand erfährt, was eigentlich passiert. Selbst die Diagnose bleibt meistens im Dunkeln. Doch ohne genaue Informationen über die Krankheiten sind diese Heilungen kaum nachvollziehbar. So lese ich in einer Erklärung dieser Geschichte nur schlicht: Es gab keine Lepra in Palästina zu dieser Zeit. Andererseits heißt es, die Heilungen von Aussätzigen stehen im Rang kurz hinter den Totenauferstehungen.

Diese Erzählung spielt in der Welt der antiken Magie, die Aussage der Geschichte liegt in ihrer Deutung. Das heißt: niemand will uns Jesus als Zauberer verkaufen. Jesus ist und bleibt der Sohn Gottes, der Beauftragte Gottes. Im Philipperbrief heißt es, Jesus habe vor seiner irdischen Existenz schon bei Gott selbst gelebt und sei schon von Anfang an bei Gott gewesen, worin genau, weiß man nicht. Er habe aber dann auf sein göttliches Wesen verzichtet und habe menschliche Gestalt angenommen, ja er sei sogar als Sklave erschienen. Dieser Weg führte ihn an das Kreuz. Das habe er bewusst hingenommen, um dadurch nach seinem Tod Gottes Nähe vermitteln zu können. „Predigt über Lukas 17, 11 – 19 mit einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Predigt über Johannes 20, 19-29, Christoph Fleischer, Welver 2015

Johannes 20, 19-29, Quasimodogeniti 2015, Gehalten in Meiningsen

19Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

21Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist! 23Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

24Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben.

26Und nach acht Tagen waren seine Jünger abermals drinnen versammelt und Thomas war bei ihnen. Kommt Jesus, als die Türen verschlossen waren, und tritt mitten unter sie und spricht: Friede sei mit euch!

27Danach spricht er zu Thomas: Reiche deinen Finger her und sieh meine Hände, und reiche deine Hand her und lege sie in meine Seite, und sei nicht ungläubig, sondern gläubig!

28Thomas antwortete und sprach zu ihm: Mein Herr und mein Gott!

29Spricht Jesus zu ihm: Weil du mich gesehen hast, Thomas, darum glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben!

Liebe Gemeinde,

heute halte ich eine Predigt über diesen Text mit einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff aus ihrem Gedichtzyklus: Das geistliche Jahr. Sie hat zu dem jeweiligen Bibeltext des Sonntages ein Gedicht geschrieben, ein Jahr lang. Das Gedicht für den ersten Sonntag nach Ostern passt zu dem von uns gelesenen Predigttext aus dem Johannesevangelium.

125883PAnnette von Droste-Hülshoff:

Am ersten Sonntage nach Ostern

(Quelle: http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Droste/Werk/Lyrik/GeistlicheGedichte/OsternundEins)

Evang.: Jesus geht durch verschlossene Türen und spricht: „Der Friede sei mit Euch!“

Und hast du deinen Frieden denn gegeben
An Alle, die dich sehnen um dein Heil,
So will ich meine Stimme auch erheben:
Hier bin ich, Vater, gib mir auch mein Teil!
Warum sollt‘ ich, ein ausgeschloßnes Kind,
Allein verschmachtend um mein Erbe weinen?
Warum nicht sollte deine Sonne scheinen,
Wo doch im Boden gute Keime sind? „Predigt über Johannes 20, 19-29, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Die Droste im Stadtmuseum

125883PWer kennt sie nicht aus der Schullektüre: Die Dichterin Annette von Droste-Hülshoff und ihre „Die Judenbuche“. Am 22. April 1842 erschien die Novelle als ihre erste Prosa-Veröffentlichung überhaupt. Sie sollte ihr bedeutendstes Werk werden. Im Stadtmuseum Münster widmet sich ein Kabinett dem Leben und Werk der Droste. Noch bis zum 20 Mai wird die Schausammlung durch ein Portrait der Dichterin aus dem Bestand des LWL-Landesmuseums ergänzt. Das Ölgemälde gehörte ihrem engen Vertrauten Lewin Schücking und soll ihre Züge sehr realistisch wiedergeben. Bis Pfingstmontag ist das Landesmuseum mit über 30 ausgewählten Objekten zu Gast im Stadtmuseum Münster. Der Eintritt ist frei.

Foto: LWL-Museum für Kunst und Kultur. Veröffentlichung mit dieser Pressemitteilung honorarfrei.  

Herausgeberin:
Stadt Münster, Presse- und Informationsamt, 48127 Münster

Notiz zum Werk von Annette von Droste-Hülshoff, Christoph Fleischer, Werl 2012

Das Werk von Annette von Droste-Hülshoff ist komplett online zugänglich auf der „Droste“-Seite des Landschaftsverbandes Westfalen Lippe:

http://www.lwl.org/LWL/Kultur/Droste/Werk/index_html#lyrik

Hier findet man auch weitere Literaturhinweise.