Frieden als Jahresmotto, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2018

Zu: Martina Walter, Martin Werth (Hg.): Suche Frieden und jage ihm nach! Die Jahreslosung 2019, Ein Arbeitsbuch mit Auslegungen und Impulsen für die Praxis, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2018, Paperback, 206 Seiten, ISBN: 978-3-7615-6539-1, Preis: 12,99 Euro

Wem ist es nicht auch schon passiert, dass er oder sie kurz vor Weihnachten auf einmal entdeckt, dass 7 Tage nach Heiligabend der Jahreswechsel ansteht und dass dazu die Jahreslosung auch eine gute Anregung bietet, über Vergangenes und Kommendes nachzudenken. 2019 lautet diese: Suche Frieden und jage ihm nach! „Frieden als Jahresmotto, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2018“ weiterlesen

Das Böse oder die Bösen? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2018


Zu:

Das Böse, Können wir es verstehen? Warum fasziniert es uns? Wie lässt es sich überwinden? In: Das Philosophie Magazin, Sonderausgabe 11, Philomagazin-Verlag, Berlin, 11. Oktober 2018, 9,80 Euro

Obwohl das Magazin über „das Böse“ inhaltlich breit angelegt ist, finde ich doch einen roten Faden, der, so meine ich, etwas mit Hannah Arendt zu tun hat. Martin Legros referiert die Darstellung von Hannah Arendt in der Darstellung des nationalsozialistischen Mörders Eichmann. Das Böse ist also weder eine Erbsünde (Augustinus), noch ist dem Menschen ein Hang zum Bösen eigen (Kant). Allein der Mangel an reflektiertem Denken (Arendt) oder Verantwortung (Jonas) bringt böse Taten und Eigenschaften hervor.

Trotzdem (oder vielleicht deshalb) bleibt das Böse eine denkerische Herausforderung die von Hiob (Bibel) bis zu Freud und Riceur zu verschiedenen denkerischen Anschauungen des Bösen führt. 

Zuletzt wird das Böse dadurch überwunden, dass es nach Friedrich Nietzsche als rein moralische Kategorie versagt. Wie so oft liegt die Lösung in der sachlichen Differenzierung und im Dialog, die sich im Sonderheft in vielen Interviews und Zitaten aus klassischen Werken zeigt. 

Wichtig ist wohl wie schon bei Hiob die Konsequenz des Bösen, das Leiden immer wieder ins Gespräch zu bringen.

Zum Ende des Magazins kommt noch einmal Hannah Arendt in den Blick, wird aber von der Chefredakteurin Catherine Newmark zugleich relativiert. Eichmann sei nach einer aktuellen Publikation von Bettina Stangneth nicht allein ein gedankenloser Bürokrat gewesen, wie er selbst es im Prozess wohl darstellen will, sondern schlicht auch Antisemit und Hitler-Fan. 

Dennoch bleibt der inhaltliche Anstoß Hannah Arendt zum Schluss bestimmend: Catherine Newmark fordert die Reaktivierung der Aufklärung und mit Karl Jaspers eine „Ethik des Denkens“.

Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Scheidewege, Jahresschrift für skeptisches Denken, Herausgegeben von der Max-Himmelheber-Stiftung, Jahrgang 46, 2016/2017, Redaktion: Michael Hauskeller, Stephan Prehn, Walter Sauer, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, ISBN: 978-3-7776-2630-7: Paperback, 403 Seiten, Preis: Einzelheft 37,90 Euro, im Abo 33,50 Euro, erscheint einmal jährlich im September. Ein Verzeichnis sämtlicher Beiträge und Autoren mit Link zu einer Leseprobe findet sich im Internet (www.scheidewege.de).

Schon die Übersicht über die Beiträge der Jahresschrift auf dem Cover zeigt die Zielrichtung der Ausgabe an. Skepsis, so der kurze Text auf der Rückseite, ist eine geistige Situation, in der Tradition genauso wenig von einer Evidenz lebt wie der Fortschrittsglaube. In die Mitte des Denkens rückt die Gegenwart, die sich vom Überkommenen löst, ohne eine wunderbare Zukunft zu phantasieren. „Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Radikal neues Jesusbild? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Martin Dreyer: Der vergessene Jesus, Auf keinen Fall von gestern und auf jeden Fall für heute, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016, 254 Seiten, ISBN: 978-3-579-08530-2, Preis: 19,99 Euro

Der vergessene Jesus von Martin Dreyer

Zugegeben, wenn ich das „Credo“ Martin Dreyers am Ende des Buches zuerst gelesen hätte, dann hätte ich diese Rezension nicht geschrieben. Der Autor ist mit seiner persönlichen Geschichte als (Mit-) Begründer der Jesus-Freaks und als Autor der „Volxbibel“ in Jugendsprache ein evangelistisch tätiger Christ. Ehrlich gesagt stehe ich eigentlich nicht mehr so auf fundamentalistischen Bekehrungspredigten nach dem Motto: „Du musst Dein Leben Jesus anvertrauen.“ Aber Martin Dreyer würde ich doch schon mal gern hören. Die Vorstellung einer körperlichen Auferstehung hingegen, die er im „Credo“ schildert, ist einfach so unbiblisch und schlicht irre. Nach dem Zeugnis der Bibel war Jesus nach seiner Auferstehung nicht mehr derselbe wie vorher. Er ist nicht schlicht und einfach in sein altes Leben zurückgekehrt, sondern er ist als Toter, als Gekreuzigter seinen Freundinnen und Freunden erschienen. Er konnte durch Mauern gehen und sich in Luft auflösen, was vorher ja wohl kaum möglich gewesen wäre. „Radikal neues Jesusbild? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen