Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Scheidewege, Jahresschrift für skeptisches Denken, Herausgegeben von der Max-Himmelheber-Stiftung, Jahrgang 46, 2016/2017, Redaktion: Michael Hauskeller, Stephan Prehn, Walter Sauer, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, ISBN: 978-3-7776-2630-7: Paperback, 403 Seiten, Preis: Einzelheft 37,90 Euro, im Abo 33,50 Euro, erscheint einmal jährlich im September. Ein Verzeichnis sämtlicher Beiträge und Autoren mit Link zu einer Leseprobe findet sich im Internet (www.scheidewege.de).

Schon die Übersicht über die Beiträge der Jahresschrift auf dem Cover zeigt die Zielrichtung der Ausgabe an. Skepsis, so der kurze Text auf der Rückseite, ist eine geistige Situation, in der Tradition genauso wenig von einer Evidenz lebt wie der Fortschrittsglaube. In die Mitte des Denkens rückt die Gegenwart, die sich vom Überkommenen löst, ohne eine wunderbare Zukunft zu phantasieren. „Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Festrede der Absolventenfeier vom Fachbereich Oecotrophologie in der FH Münster am 23. 10.2015 von Prof. Gardemann

(Mediziner und Professor für Ernährungsmedizin, Dr. Joachim Gardemann ist in der vergangenen Wochen mit dem Ehrenpreis des Roten Kreuzes ausgezeichnet worden und Mitglied bei Ärzte ohne Grenzen)

Sehr geehrte Absolventinnen und Absolventen, sehr geehrte Eltern und Angehörige, liebe Kolleginnen und Kollegen,

Heute möchte ich zu Ihnen über Menschlichkeit und Verantwortung sprechen.

Das sind sicherlich große Worte, aber die darf man im Zusammenhang mit humanitären Katastrophen getrost verwenden, vielleicht auch im Zusammenhang mit einem erfolgreichen Studienabschluss und mit dem Eintritt in ein berufliches Leben voller Verantwortung für Mitmenschen.

Nicht nur für Sie, sondern auch für mich persönlich ist dieser heutige Abend eine ganz besondere und bewegende Situation, es ist ja sozusagen der zweite Anlauf zu diesem Vortrag. Vor genau einem Jahr war ich nämlich schon an dieser Stelle vorgesehen. Dann bin ich aber der Fachhochschule ganz plötzlich abhandengekommen, weil das Rote Kreuz wieder einmal dringend einen ärztlichen Leiter suchte, diesmal für die Ebola-Station in Kenema in Sierra Leone.

Wie immer habe ich sofort abends noch die Präsidentin unserer Fachhochschule zu Hause angerufen, um meine Beurlaubung zu beantragen. Sie kennt das schon von mir. Rektorat und später das Präsidium und auch Kollegen und Studierende haben seit 20 Jahren immer meine Auslandstätigkeit als Kinderarzt für das Rote Kreuz unterstützt und ermöglicht, wofür ich allen sehr dankbar bin. Als ich aber dann plötzlich Frau von Lojewski über die Anfrage für Westafrika informierte, da zögerte sie zum ersten Mal in all den Jahren.  „Festrede der Absolventenfeier vom Fachbereich Oecotrophologie in der FH Münster am 23. 10.2015 von Prof. Gardemann“ weiterlesen

Erschöpft, aber zufrieden – Pressemeldung Kreis Soest

Notunterkunft: Erstversorgung und Aufnahmeregularien bis in den frühen Morgen
Kreis Soest. Erschöpft, aber zufrieden. So lässt sich wohl die Stimmung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreises sowie bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zusammenfassen, die dafür sorgen, dass in der Notunterkunft für Flüchtlinge am Lippe-Berufskolleg in Lippstadt alles reibungslos läuft. Nachdem bis 23 Uhr insgesamt 379 Flüchtlinge mit Reisebussen aus Dortmund angekommen waren, liefen Erstversorgung und Aufnahmeregularien bis in die frühen Morgenstunden.

Glücklich sind alle Beteiligten auch darüber, dass samstags Sonnenschein die Neuankömmlinge in Deutschland begrüßte. So mussten diese nicht in geschlossenen Räumen oder im Zelt verharren. Einige sahen sich schon in der näheren Umgebung des Berufskollegs um, machten Selfies für die Verwandten. Dass die elektronische Kommunikation übers Netz klappen kann, dafür haben die EDV-Experten des Kreises gesorgt. Sie verpflichteten einen Provider und installierten ein WLAN-Netzwerk. Dieser „Freifunk“ war äußerst gefragt, die Zugangsdaten samt Anleitung für die Anmeldung waren an der zentralen Infotheke eine begehrte Information.

Neben diesem Service gab es am Samstag freilich auch viel Wichtigeres zu regeln. Ein halbes Dutzend Ärztinnen und Ärzte war vor Ort, um die Flüchtlinge nach einem ersten Medizincheck am Vorabend genauer zu untersuchen. Medizinerinnen und Mediziner aus dem Gesundheitsamt, Krankenhausärzte und niedergelassene Kollegen arbeiteten Schulter an Schulter. Galt es bei der Ankunft zunächst die vorhandenen Listen abzugleichen, wickelte die Ausländerbehörde am Samstag eine gründliche Aufnahmeprozedur samt Fotoshooting per Webcam ab. Die Flüchtlinge ließen alles geduldig über sich ergehen und scherzten oft über die geschossenen Bilder. Die ermittelten Daten waren auch Basis für die Befundbögen der Ärzte.

Die Notunterkunft war bereits am Freitag um 15 Uhr trotz aller Unabwägbarkeiten auf die volle Kapazität hochgefahren worden war. Vorsorglich waren beim verpflichteten Caterer 400 Lunchpakete und in gleicher Anzahl Essen für das ganze Wochenende bestellt worden. Diese Entscheidung erwies sich angesichts der kompakten Anreise der Neuankömmlinge als goldrichtig. Die Essensausgabe und das notwendige Drumherum organisierten Helferinnen und Helfer des Caritasverbandes für den Kreis Soest. Landrätin Eva Irrgang nahm bei ihrem Besuch am Samstagmorgen erfreut und mit Respekt zur Kenntnis, dass es der Caritas gelungen ist, nach einem entsprechenden Aufruf binnen kurzer Zeit einen Pool von sage und schreibe 100 Ehrenamtlichen für die Notunterkunft zur rekrutieren, die sich in den kommenden Wochen ablösen werden. Die Schicht am Samstag ließ sich durch nichts erschüttern. Als die große Kaffeemaschine streikte, wurde in pragmatischer Weise kurzfristig für Ersatz gesorgt.

 

Predigt Lukas 1, 39 – 55 zum 4. Advent, Emanuel Behnert, Lippetal 2014

Die Gnade Gottes, unseres Vaters und die Liebe unsres Herrn Jesus Christus und die Gemeinschaft im Heiligen Geist sei mit uns allen. Amen.

Liebe Gemeinde!

Wie haben Sie diese Tage in der letzten Woche, die letzten vorweihnachtlichen Tage verbracht? Wie werden Sie die verbleibenden verbringen? Unruhe, Hast und Hektik? Alles, oder die Reste einkaufen für das bevorstehende Weihnachtsfest, weil es danach ohnehin nichts mehr zu kaufen gibt? Letzte Vorbereitungen, damit alles heimelig wird und man die friedliche Harmonie, nach der man sich so sehr sehnt, zumindest ansatzweise genießen kann? Einmal noch ein Besuch über einen Weihnachtsmarkt, um so richtig in die sentimentale Stimmung, die zu Weihnachten dazu zu gehören scheint, zu kommen? Und auch, wenn es gut tut, sich den Gefühlen von Weihnachten zu öffnen, was häufig verbunden ist mit (wehmütigen) Erinnerungen, aber auch vielleicht mit dem Gefühl wieder einmal, vielleicht nach langer Zeit,  Harmonie und familiäre Gemeinschaft zu spüren und zu erfahren. All das soll sicher nicht klein geredet werden. Aber da gibt es noch eine andere Seite, die wir in unserer Sehnsucht nach Weihnachtsharmonie allzu oft ausblenden. —– „Predigt Lukas 1, 39 – 55 zum 4. Advent, Emanuel Behnert, Lippetal 2014“ weiterlesen