Kulturpsychologie, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu:

Jürgen Straub: Religiöser Glaube und säkulare Lebensformen im Dialog, Personale Identität und Kontingenz in pluralistischen Gesellschaften, Ernst-E.-Boesch-Preis für Kulturpsychologie 2015, Herausgegeben von der Gesellschaft für Kulturpsychologie, Mit einem Statut zum Ernst-E.-Boesch-Preis vom Vorstand der Gesellschaft für Kulturpsychologie und einer Laudatio von Jens Brockmeier, Psychosozial-Verlag, Gießen 2016, kartoniert, 226 Seiten, ISBN: 978-3-8379-2612-5Preis: 24,90 Euro

So interessant und aufregend der Titel des Buches ist, so schwierig und uneinheitlich sind die Untertitel. So steht am Anfang der Lektüre eine Recherche, die in meinem Fall durchaus fehlerhaft sein kann, da ich mich in diesem Metier als Laie empfinde. Der hier als Autor genannte Jürgen Straub ist erster Preisträger des Ernst-E.-Boesch-Preises. Ernst-E.-Boesch, nach dem dieser Preis benannt ist, starb im Jahr 2014 und hinterließ der Gesellschaft für Kulturpsychologie eine Stiftung, nämlich die des nach ihm benannten Preises. Ernst E. Boesch war am Fachbereich Psychologie der Ruhruniversität Bochum tätig und hat dort die besondere Disziplin der Kulturpsychologie begründet. Diese sozialpsychologische Ausrichtung steht immer etwas in Konkurrenz zu der sonst eher individualpsychologischen Ausrichtung des Faches Psychologie. „Kulturpsychologie, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Predigt über 5. Mose 7, Christoph Fleischer, Welver 2017

Predigt für den Gottesdienst im Grünen am 6. Sonntag nach Trinitatis in Bad Sassendorf, am 23.07.2017

 

Liebe Gemeinde hier in Bad Sassendorf,

 

wir stehen vor der Kirche und feiern Gottesdienst im Grünen, so wie es auch mit Pfarrer Fischer zu Himmelfahrt auf dem Gemeindebrief abgebildet ist. (Gemeindebrief hochhalten)

Gottesdienst im Freien liegt im Moment stark im Trend. Hier in Bad Sassendorf hat der Kurparkgottesdienst Tradition und nach der Umgestaltung des Kurparks geht es sicher dorthin wieder zurück. Die katholische Gemeinde am Möhnesee feiert seit einigen Jahren die Kirche am See. Es gib auch einen Taufgottesdienst am Möhnesee, und wie ich las auch an der Ruhr und am Rhein. Auch in Soest gab es kürzlich einen Open-Air-Gottesdienst auf dem Petrikirchplatz mit über 500 Besucherinnen und Besuchern.Die Gottesdienste des Kirchentages mit meist an die 100.000 Besucherinnen und Besuchern haben manche auch schon miterlebt.

Andererseits mag es anderen Menschen eigenartig vorkommen, dass die Gemeinden mehr und mehr aus der Kirche auswandern und Gottesdienste im Freien machen feiern. Es heißt: Wir gehen einen Schritt auf die Menschen zu, anstelle sich hinter dicken Mauern zu verstecken.

Foto: Niklas Fleischer (c)

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Von Natur aus gut, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Michael Tomasello: Eine Naturgeschichte der menschlichen Moral, aus dem Amerikanischen von Jürgen Schröder, Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, gebunden, 283 Seiten, ISBN 978-3-518-58695-2, Preis: 32,00 Euro

Michael Tomasello (geb. 1950) ist Direktor des Max-Planck-Instituts für evolutionäre Anthropologie in Leipzig. Zuletzt erschien von ihm das Buch: „Eine Naturgeschichte des menschlichen Denkens“ (2014). Die Abfolge dieser beiden Aspekte, vom Denken zur Moral, zeigt für Michael Tomasello auch die Abfolge in der menschlichen Entwicklung. „Von Natur aus gut, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Islam? Scharia? Islamismus? Christoph Fleischer, Welver 2017

Notien für ein Referat.

Vorbemerkung: Das vorgegebene Thema „Islam? Scharia?“ habe ich um das dritte Stichwort „Islamismus?“ ergänzt. Weiterhin ist der Text zum Text noch sehr skizzenhaft, da er als Materialsammlung für einen Vortrag entstanden ist.

Impuls: Parallelgesellschaften.

Hinter der Frage Islam und Scharia steckt die Frage nach Parallelgesellschaften, die eventuell einer anderen Rechtsordnung unterliegen könnten, als der gewöhnlich in einer Gesellschaft gültigen. Daher möchte ich eingangs auf diese Frage in Gestalt einer historischen Reminiszenz eingehen.

Gebetsraum in der Werler Moschee, um 2012

In dem weiter unten erwähnten Buch von Navid Kermani, „Wer ist wir? Deutschland und seine Muslime“, las ich eine Bemerkung über die Selbstverständlichkeit von Parallelgesellschaften in verschiedenen Ländern oder Städten der Erde, auch in Europa. Wobei er erwähnte, dass in Czernowitz seit 1945 keine Deutschen mehr leben. Um die Situationen genauer zu eruieren, schlug ich eine Seite dazu im Internet auf. Czernowitz war bis 1918 die Hauptstadt der Bukowina, einer Provinz von Österreich-Ungarn. Danach gehörte es zur UdSSR, heute zur Ukraine. „Islam? Scharia? Islamismus? Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Predigt über Matthäus 12, Christoph Fleischer, Welver 2017

Die Predigt wird am Sonntag Reminiszere in der Kirche in Meiningsen und der Auferstehungskapelle Günne gehalten

Matthäus 12, 38 – 42 (Lutherbibel 2017)

38 Da antworteten ihm einige von den Schriftgelehrten und Pharisäern und sprachen: Meister, wir wollen ein Zeichen von dir sehen.

39 Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Ein böses und ehebrecherisches Geschlecht fordert ein Zeichen, und es wird ihm kein Zeichen gegeben werden außer dem Zeichen des Propheten Jona.

40 Denn wie Jona drei Tage und drei Nächte im Bauch des Fisches war, so wird der Menschensohn drei Tage und drei Nächte im Herzen der Erde sein. 41 Die Leute von Ninive werden auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und werden es verdammen; denn sie taten Buße nach der Predigt des Jona. Und siehe, hier ist mehr als Jona.

42 Die Königin vom Süden wird auftreten beim Gericht mit diesem Geschlecht und wird es verdammen; denn sie kam vom Ende der Erde, Salomos Weisheit zu hören. Und siehe, hier ist mehr als Salomo.

Liebe Gemeinde,

Jesus kommt in diesem Text gar nicht sympathisch rüber. Er bezeichnet seine Gegner als ein „böses und ehebrecherisches Geschlecht“. Er spricht sogar vom „Verdammen“. Jesus fühle sich offenbar in die Ecke gedrängt. Er solle den Teufel mit Beelzebub austreiben. So hieß es. Das durfte er so nicht stehenlassen.

Die Gegner sagen zu ihm: „Meister, wir wollen ein Zeichen von dir sehen!“ Worum geht es? Es geht um Jesu Vollmacht. Um das Wirken Gottes in seiner Predigt und in seinem Handeln. Es ist ja normal, dass der Messias Israels ein ganz gewöhnlicher Mensch ist. Aber sein Wirken muss als das Besondere eines Gesalbten erkannt werden. Woran wird also von anderen erkannt, dass er der Sohn Gottes und der Gesandte Gottes ist? Und nach Jesus Tod und Auferstehung muss es heißen: Woran zeigt sich auch heute noch die Glaubwürdigkeit und Überzeugungskraft der Kirche? „Predigt über Matthäus 12, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen