Jesus von Nazareth als Mensch der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Cay Rademacher: Jesus und seine Welt, Eine historische Spurensuche, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2013, Paperback, 159 Seiten, zwei Karten, Orts- und Personenregister, ISBN: 978-3-8319-0513-3, Preis: 9,95 Euro

Ein kurzer Artikel im Heft G-Geschichte 1/2017 – laut Titelbild der Geschichte des frühen Christentums gewidmet – ist überschrieben: „Freitag in Jerusalem, Tod eines Unruhestifters“. Das Magazin weist am Schluss im Literaturtipp auf das Buch von Cay Rademacher hin. Dem Urteil, dass die dort zusammengetragenen Fakten nach wie vor aktuell sind, schließe ich mich an.

Das hier besprochene Buch ist eigentlich im Jahr 2005 als GEO-Buch unter dem Titel „Wer war Jesus? Der Mensch und der Mythos“ erschienen. „Jesus von Nazareth als Mensch der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Vom Judentum in der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Seth Schwartz:  Das Judentum in der Antike, Von Alexander dem Großen bis Mohammed, Aus dem Englischen übersetzt von Ursula Blank-Sangmeister unter Mitarbeit von Anna Raupach, Reclam-Verlag, Stuttgart 2016, gebunden, 284 Seiten, ISBN: 978315011010-2, Preis: 34,95 Euro

Seth Schwartz (geb.1959) ist seit seiner Dissertation über Josephus und das Judentum zwischen 70 und 100 n. Chr. Wissenschaftler und Professor für Geschichte des Judentums. Er lebt und arbeitet in New York seit 2009 als Professor an der Columbia University, die Uni, wo er auch studiert hat.

Das hier zu rezensierende Buch ist unter dem Titel „The Ancient Jews from Alexander to Muhammad“ im Jahr 2014 in Cambridge(GB) erschienen und liegt nun seit 2016 in deutscher Sprache vor.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen zitiere ich einen Abschnitt aus der absolut lesenswerten Einleitung:

„In der Ära der Christianisierung kam es auch zur Verbreitung anderer relativ neuerer Institutionen und Praktiken – dazu gehörten, um nur die wichtigsten zu nennen, die Rabbinen mit dem ihnen eigenen intellektuellen und literarischen Stil und die lokale religiöse Gemeinde, die sich um monumentale Synagogen gruppierte und vor allem Spenden sammelte und verteilte.“ (S. 28) „Vom Judentum in der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Predigt über Matthäus 2, 1-12 zu Epiphanias, Christoph Fleischer, Welver 2016

Die Huldigung der Sterndeuter: Matthäus 2,1-12 (Einheitsübersetzung)

Gehalten wird diese Predigt im ökumenischen Gottesdienst in Günne am 6.1.2016

1Als Jesus zur Zeit des Königs Herodes in Betlehem in Judäa geboren worden war, kamen Sterndeuter aus dem Osten nach Jerusalem 2und fragten:

Wo ist der neugeborene König der Juden? Wir haben seinen Stern aufgehen sehen und sind gekommen, um ihm zu huldigen.

3Als König Herodes das hörte, erschrak er und mit ihm ganz Jerusalem.

4Er ließ alle Hohenpriester und Schriftgelehrten des Volkes zusammenkommen und erkundigte sich bei ihnen, wo der Messias geboren werden solle.

5Sie antworteten ihm: In Betlehem in Judäa; denn so steht es bei dem Propheten:

6Du, Betlehem im Gebiet von Juda, / bist keineswegs die unbedeutendste / unter den führenden Städten von Juda; / denn aus dir wird ein Fürst hervorgehen, / der Hirt meines Volkes Israel.

7Danach rief Herodes die Sterndeuter heimlich zu sich und ließ sich von ihnen genau sagen, wann der Stern erschienen war.

8Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach, wo das Kind ist; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige.

9Nach diesen Worten des Königs machten sie sich auf den Weg. Und der Stern, den sie hatten aufgehen sehen, zog vor ihnen her bis zu dem Ort, wo das Kind war; dort blieb er stehen.

10Als sie den Stern sahen, wurden sie von sehr großer Freude erfüllt.

11Sie gingen in das Haus und sahen das Kind und Maria, seine Mutter; da fielen sie nieder und huldigten ihm. Dann holten sie ihre Schätze hervor und brachten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhe als Gaben dar.

12Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.

 

Liebe Gemeinde,

CvSoest Bad Wildungen 1
Conrad von Soest, Bad Wildungen

Die Weihnachtsgeschichte des Lukas vom Stall und von der Krippe wird bei Matthäus fortgesetzt. Hier finden wir die Anbetung der Weisen aus dem Morgenland. Doch diese Anbetungsgeschichte ist in ein riesiges Machtdrama eingefügt. Der König Herodes ist hier zum heimlichen Gegenspieler Jesu Christi geworden. Das Ganze zielt auf die Flucht nach Ägypten, die Zeit, als der Jesus in der Fremde geschützt wurde vor den Zugriffen des herrschsüchtigen Herodes. Die machtvolle Gegenwart des Augustus, wie aus der anderen Weihnachtsgeschichte bekannt, tritt ein wenig zurück.

Die Geschichte von der Anbetung der Weisen aus dem Morgenland spielt zuerst in Jerusalem. Danach in Bethlehem, wo die Geschichte nach der Abreise der Gäste aus dem Osten weitergeht. Ich glaube, dass es um die Frage von Botschaften geht. Die Botschaften des Himmels werden den Beteiligten hier durch ganz unterschiedliche Wege zuteil, durch Weissagung, durch die Sterne, und die Boten und durch Träume. Diese verschiedenen Ebenen der religiösen Botschaften machen es den Theologen heute schwer. Was für ein Gott und was für ein Christus ist das, der in so verschiedenen Botschaften zu uns sprechen kann? Wäre es nicht besser, sich allein auf die Bibel als das Wort Gottes zu konzentrieren, also nur auf eine Art der Botschaft. Aber ich denke, man sagt nicht zu Unrecht, die Kirche sei textbezogen und ihr fehle zum Teil die religiöse Erfahrung. Oder gilt das nur für die evangelische Seite? „Predigt über Matthäus 2, 1-12 zu Epiphanias, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen