Foucaultsches Pendel von Gerhard Richter, Pressemeldung, Münster 2017

Arbeit von Gerhard Richter schafft in Münster neuen Ort der Begegnung mit Gegenwartskunst

Die Stadt Münster installiert in barocker Dominikanerkirche ein Foucaultsches Pendel.

Die Stadt Münster realisiert in der barocken Dominikanerkirche ein eigens für dieses Gebäude entworfenes Werk von Gerhard Richter. Es besteht aus einem Foucaultschen Pendel, das in der 29 Meter hohen Vierungskuppel der Kirche installiert wird, und vier großen hochrechteckigen Glastafeln. Diese werden paarweise an den der Vierung gegenüberliegenden Wänden angebracht. Bis zum Frühsommer 2018 werden die Arbeiten am Gebäude sowie die Herstellung und Installation des Kunstwerkes abgeschlossen sein. „Dann wird das Baudenkmal als neuer Kunstraum im Zentrum der Stadt dauerhaft für die Öffentlichkeit zugänglich sein“, sagte Oberbürgermeister Markus Lewe. Er dankte dem Künstler, der die Arbeit der Stadt schenken wird. „Foucaultsches Pendel von Gerhard Richter, Pressemeldung, Münster 2017“ weiterlesen

Täufer-Käfige am Lambertiturm Münster, Pressemitteilung

Foto: Alte Postkarte

Alle abhängen oder einen vierten hinzufügen? Lebhafte Diskussion um die Eisenkörbe am Lambertikirchturm
Kaum ein Thema, zu dem nicht fast jede Münsteranerin und jeder Münsteraner etwas zu sagen hat: Die „Käfige“ – oder eigentlich Eisenkörbe -, in denen die Leichen der drei grausam gefolterten  Täufer-Anführer am Lambertikirchturm 1535 der Öffentlichkeit zur Schau gestellt wurden. Noch heute hängen sie dort. Für die einen ein Sieges- und Warnzeichen. Oder ein Mahnmal. Für andere ein Kunstwerk. In jedem Fall eine viel bestaunte touristische Attraktion. Diese Betrachtungsweisen standen anlässlich der „Dialoge zum Frieden“ in einer Podiumsveranstaltung im Rathausfestsaal zur Diskussion. Das Interesse war groß, wie sich auch in der engagierten Diskussion mit dem Publikum zeigte, moderiert von Gisela Steinhauer (WDR).

Nach der Einleitung durch Prof. Alfons Kenkmann, den Leiter des Arbeitskreises „1648 – Dialoge zum Frieden“ gab Prof. Franz-Josef Jakobi eine fachhistorische Einführung zur Einordnung der Täuferherrschaft – als Radikalisierung einer „bürgerschaftlichen Emanzipationsbewegung“ gegenüber dem bischöflichen Landesherrn.

Für den heutigen Umgang mit dem historischen Relikt der Körbe skizzierte er drei Optionen: 1. Man lässt alles so, wie es ist, und überlässt es dem Betrachter, seine eigene Einstellung dazu zu finden. 2. Man hängt die Körbe ab, weil sie als grausames Siegeszeichen die Verdammung eines Teils der reformatorischen Bewegung symbolisieren. Im Stadtmuseum könnten sie dann als historisches Zeugnis fachlich kommentiert und eingeordnet werden. 3. Man belässt sie als Teil des münsterschen Geschichtserbes an ihrem Ort, installiert aber auf dem Lambertikirchplatz ein Informationsangebot, das – in zeitgemäßer Medientechnik – die historischen Hintergründe der Körbe und des Umgangs mit ihnen erläutert.

Auf dem Podium entspann sich ein buntes Geflecht unterschiedlicher Perspektiven. Die Münsteraner sollten doch ein wenig über den Tellerrand schauen, schließlich sei die Täuferbewegung in ihren unterschiedlichen Fortsetzungen und Verästelungen alles andere als ein lokalhistorisches Phänomen – und zwar bis heute. Das forderte Dr. Astrid von Schlachta, Leiterin der Historischen Forschungsstelle der Mennoniten, einer ebenfalls täuferischen, aber strikt gewaltfreien Religionsgemeinschaft.

Für Markus Müller, Berliner Kurator mit münsterschen Wurzeln und internationaler Vernetzung, stellte sich die Frage der Historizität nur noch bedingt. Spätestens seit den Skulptur Projekten 1987 mit der Installation „Drei Irrlichter“ von Lothar Baumgarten seien die KäfigeTeil höchst aktueller Kunst. Und die Täufer zögen Spuren bis in die internationale Popkultur, was er mit einem Verweis auf den Sänger der „Sex Pistols“ John Lydon („Leiden“) illustrierte.

Jan Matthias Hoffrogge, Doktorand aus Münster, der eine Publikation zur Rezeption des Täufer-Themas vorbereitet, wusste interessante Beispiele beizusteuern: Von der folkloristischen Behandlung, etwa bei der Namensgebung einer Karnevalsgesellschaft, über die Wiederbelebung des aufrührerischen Gestus – durch die linke Alternativ-Zeitschrift „Knipperdolling“ – bis hin zum modernen Merchandising, wo sich offenbar eine Schweizer Firma alle möglichen Namenspatente zum Thema gesichert hat.

Schließlich Thomas Seifert, münsterscher Autor eines populärwissenschaftlichen Buchs, das auf den Forschungen des führenden Täufer-Experten Dr. Karl-Heinz Kirchhoff basiert: Er stellte die provokante Frage, ob man nicht sogar einen vierten Käfig hinzufügen müsse – für Bernhard Rothmann, den theologischen Kopf der Täufer, der den Schlächtern des Landesherrn seinerzeit entkam.

Einig war er sich mit Jakobi und Hoffrogge, dass es bei der Täuferherrschaft nicht um einen „exotischen Einfall fremder Wesen“ ging, sondern im Kern um einen originär münsterschen Konflikt zwischen Stadtbürgern und Landesherr. Ein Konflikt mit langer Tradition, in der auch der noch heute kahle Schlossplatz stehe, seinerzeit angelegt als freies Schussfeld vor der fürstlichen Zitadelle: Als Drohung gegen die Bürgerschaft eine „Fortsetzung der Käfige mit anderen Mitteln“.

Die anschließende Diskussion mit dem Publikum erbrachte Bedenkenswertes für jede der drei von Prof. Jakobi benannten Optionen. Die Meinung im Saal und auf dem Podium schien sich aber dann doch deutlich der dritten zuzuneigen: Zusätzliche Informationen müssen zur Verfügung stehen, räumlich nah und in einem für alle Zielgruppen attraktiven Format. Ein Auftrag an die Stadt?

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Ausstellung zu Reformation und Taufe, Pressemeldung Stadtmuseum Münster

 

30.08.2017

Die Macht des Wassers – Taufen in der Reformation

500 Jahre Reformation / Gemeinsame Ausstellung von Stadtmuseum Münster und Evangelischer Kirchenkreis Münster / Ab 1. September

Erwachsenentaufe, Kupferstich, um 1660. Foto: Stadtmuseum Münster.

Münster (SMS) Im 21. Jahrhundert bietet das Sakrament der Taufe wenig Konfliktstoff zwischen den Kirchen. Vor 500 Jahren war dies anders, da stritten Erwachsenentäufer wie in Münster mit der katholischen Kirche und mit Martin Luther, den Befürwortern der Kindertaufe. In der Ausstellung werden deshalb die drei unterschiedlichen Taufverständnisse und Taufrituale in einer inszenierten Gegenüberstellung verständlich gemacht. Das Stadtmuseum Münster präsentiert gemeinsam mit dem Evangelischen Kirchenkreis Münster  „Die Macht des Wassers – Taufen in der Reformation“ vom 1. September bis 14. Januar 2018. „Ausstellung zu Reformation und Taufe, Pressemeldung Stadtmuseum Münster“ weiterlesen

„Wilhelm Morgner und die Moderne. Van Gogh, Gauguin und der Blaue Reiter“ – Pressemeldung Iserlohn

VHS-Exkursion ins LWL-Museum für Kunst und Kultur nach Münster.

Am Samstag, 21. November, unternimmt die Volkshochschule Iserlohn unter Leitung der Kunsthistorikerin Nina Schröder-Stehr eine Exkursion zur Ausstellung „Wilhelm Morgner und die Moderne“ im Münsteraner LWL-Museum für Kunst und Kultur. Dafür gibt es noch ein paar Restplätze.

156141P1928 schrieb der Kunstkritiker Max Osborn begeistert über den Westfalen Morgner: „Der Künstler gehörte zu den stärksten und herrlichsten Begabungen, die Deutschland seit Jahrzehnten aufzuweisen hatte.“
Anlässlich seines 125. Geburtstags am 27. Januar 2016 erinnert das LWL-Museum an den expressionistischen Künstler Wilhelm Morgner. Ingesamt 172 Gemälde, Zeichnungen und Grafiken von ihm und seinen Zeitgenossen – darunter van Gogh, Max Liebermann, Edvard Munch, Oskar Kokoschka, Wassily Kandinsky und Franz Marc – aus öffentlichen und privaten Sammlungen im In- und Ausland werden in der Ausstellung gegenübergestellt. Neben Werken aus dem eigenen Bestand und aus dem Wihelm Morgner Museum Soest reisen Leihgaben aus Amerika, Österreich, der Schweiz, den Niederlanden und Norwegen an. Sein Œuvre wird zum ersten Mal im nationalen und internationalen Kontext gezeigt.
Die Werkauswahl ermöglicht neue und interessante Einblicke in sein Gesamtwerk und wirft die Frage auf, inwieweit Morgners künstlerisches Umfeld und seine Auseinandersetzung mit der Moderne zu einem ganz eigenständigen Stil geführt haben.

Interessierte können sich noch über das Internet www.vhs-iserlohn.de unter der Veranstaltungsnummern 152_20212 anmelden. Telefonische Informationen und Anmeldungen sind möglich unter 02371 / 217-1943.

Alltag im Wiederaufbau – Fotoausstellung im Stadtmuseum, Pressemeldung

Die ersten Straßenbahnen nach Kriegsende fuhren ab November 1946 wieder auf der Strecke von der Halle Münsterland über den Hauptbahnhof in Richtung Danziger Freiheit. Nicht selten mussten die Passagiere in der ersten Zeit auf einen Lastwagen umsteigen, der sie zwar weiterbeförderte – allerdings weit weniger komfortabel wie dieses Foto vom Mai 1947 deutlich zeigt. Den Alltag zwischen Kriegsende und Gründung der Bundesrepublik Deutschland zeigt die Ausstellung „Ende und Anfang – Münster in Fotos zwischen 1945 und 1949“ im Stadtmuseum Münster. Die etwa 150 Fotografien sind bis zum April 2016 zu sehen.

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Foto: Stadt Münster – Sammlung Stadtmuseum.