Theologische Grundsätze, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu:

Jürgen Moltmann: Hoffen und Denken, Beiträge zur Zukunft der Theologie, Neukirchener Verlag, Neukirchen-Vluyn 2016, gebunden, 295 Seiten, ISBN 978-3-7887-3009-3, Preis: 24,99 Euro

Das Vorwort macht deutlich, dass sich Jürgen Moltmann (geb. 1926) dieses Buch zum 90. Geburtstag geschenkt hat, doch darüber verliert er kaum ein Wort. Im Grunde zeigt er einfach auf, warum er neben den aktuellen Beiträgen noch zwei bislang unveröffentlichte Texte aus seinem Archiv (1959/ohne Jahresangabe) hinzugefügt hat. Die meisten Texte sind aus Vorträgen hervorgegangen. Der Nachweis der Erstveröffentlichungen und Vortragsorte am Ende des Buches zeigen die universelle und ökumenische Weite seines Werkes noch im hohen Alter: Sheffield (1981), Utrecht (2008), Prag (2008), Peking (2010), Rio de Janeiro (2011), London (2011), Seoul (2014), Oxford (2014), Princeton (2015). Die übrigen Texte wurden in Deutschland vorgetragen und/oder in einer theologischen Zeitschrift veröffentlicht.

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Politische Theologie der Reformation, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Siegfried Bräuer, Günter Vogler: Thomas Müntzer, Neu Ordnung machen in der Welt, eine Biographie, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016, Gebunden, 542 Seiten, ISBN: 978-3-579-08229-5, Preis: 58,00 Euro

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Die beiden Autoren sind ausgewiesene Experten und haben Thomas Müntzer auf je eigene Art ihr Lebenswerk gewidmet. Siegfried Bräuer war als Privatdozent und apl. Professor an der Humboldt-Universität zu Berlin tätig und hat den Briefwechsel Müntzers mit herausgegeben. Günter Vogler ist emeritierter Professor für Geschichte und hat die Thomas Müntzer Gesellschaft mitbegründet und bis 2008 als Vorsitzender geleitet. Er hat bereits 1989 eine Biographie Thomas Müntzers herausgegeben. Die beiden Autoren haben diese ausgewiesen wissenschaftliche Biographie arbeitsteilig verfasst und sich gegenseitig beraten. Das Buch verfügt über ein umfangreiches Werk- und Literaturverzeichnis, das den Anspruch erhebt, den aktuellen Stand der Thomas-Müntzer-Forschung zu präsentieren. Der Anmerkungsapparat belegt jede Aussage Müntzers und andere Quellen und lädt zur Weiterarbeit ein. Dabei wird die Theologie Müntzers ebenso dargestellt wie sein Lebenslauf und seine historische wie politische Entwicklung.
Dass dieses Buch nur für einen Preis von 58,00 Euro zu haben ist, ist allerdings bedauerlich, weil ihm eine breitere Verbreitung zu wünschen wäre. Es ist fachlich absolut auf dem neusten Stand und trotzdem spannend zu lesen. Dass die Zitate in der Originalschreibweise gegeben werden stört keinesfalls, da sie sich eigentlich trotzdem gut lesen lassen.

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Leichen im Keller, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zum Hörbuch: Umberto Eco: Der Friedhof in Prag, Gelesen von Jens Wawrczeck und Gert Heidenreich, 2 mp3-CD, 993 Minuten, Vollständige Lesung, Der Hörverlag 2011, ISBN: 978-3-86717-794-8, Preis: unbekannt, antiquarisch erworben über www.tauschticket.de

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Der Autor wäre nicht Umberto Eco (1932-2016), wenn das Buch, hier in gelesener Form, nicht etwas mit der Literaturwissenschaft zu tun hätte. In diesem Buch geht es um das heute verbotene Werk des Plagiats und darüber hinaus. Es erzählt eine Verschwörungstheorie, die Entstehungsgeschichte der „Protokolle der Weisen vom Zion“ um 1900. Manche Personen im Roman wie Joly oder Ratschkowski tauchen auch in der Entstehungsgeschichte der partiellen Abschreiberei mit Hinzufügung und Umarbeitung auf, andere sind fiktiv. Die Protokolle schildern ein geheimes Treffen der Repräsentanten jüdischer Stämme auf dem alten Friedhof in Prag, bei dem die Vertreter des Weltjudentums angeblich die Machtübernahme in der ganzen Welt planten. „Leichen im Keller, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Die erste Reformation, Jan Hus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015

Zu: Walter Rügert: Jan Hus, Auf den Spuren des böhmischen Reformators, Südverlag Konstanz 2015, ISBN 978-3-87800-065-5, Preis: 16,00 Euro

Jan hus_Cover_300dpiDieses reich bebilderte und auch im Format an einen Reiseführer erinnernde Buch lädt tatsächlich dazu ein, „auf den Spuren des böhmischen Reformators“ zu reisen, sei es nach Konstanz, wo Jan Hus vor 600 Jahren auf dem Scheiterhaufen starb, oder nach Prag, wo er lehrte und wirkte. Dazu werden noch Gedenkorte, Museen und weitere Stätten der hussitischen Reformation gezeigt.

Gleichwohl ist diese kleine Arbeit über den tschechischen Reformator Hus auf 112 Seiten solide erarbeitet und mit einem Literaturverzeichnis, Anmerkungen und einer Chronik versehen, die auch die Wirkungsgeschichte einschließt. „Die erste Reformation, Jan Hus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Der verwundete Gott, Rezension von Emanuel Behnert, Lippetal 2015

Rezension zu: Tomás Halík „Berühre die Wunden – Über Leid, Vertrauen und die Kunst der Verwandlung“ Verlag Herder, Freiburg im Breisgau; 2. Auflage 2014 ISBN 978-3-451-30739-3   19,99€

Tomas Halik_BerŸhre die Wunden.inddZwei Gründe waren für mich ausschlaggebend, dieses Buch zu kaufen, zu lesen, mich auf die Gedanken des Autors einzulassen. Der eine war, dass ich dem Autor bereits in einem anderen, auch sehr tiefsinnigen und weitblickenden Buch begegnet bin, und fasziniert bin von seinen intensiven, vielschichtigen Gedanken, mit denen er sich sehr gefühlvoll eines gewählten Themas annimmt. Dabei gelingt es ihm auf eine sehr angenehme Weise, den Leser einzubinden in die von ihm dargestellten Argumentationen und Gedanken, allerdings auch in der Offenheit, dass jeder Leser sich selbst wiederfinden kann, zustimmen, aber auch ablehnen kann. Niemand wird die Meinung des Autors einfach ex cathedra übergestülpt. Bei der Art, wie Tomás Halík schreibt, hat jeder die Freiheit, sich seiner eigenen Position (neu) bewusst zu werden, sie anzunehmen, sie gegebenenfalls aber auch zu verändern. Diese Einladung zur Offenheit, mit der Aufforderung zu dem Mut, sie sich selbst zu stellen, hat der Autor in dem vorliegenden Buch zunächst im Hinblick auf sein religiöses Verständnis so ausgedrückt: „Seit Jahren bemühe ich mich darum, die unterschiedlichsten religiösen Wege mit Wertschätzung und mit Offenheit zu studieren. Ich durchschritt ein Stück der Welt und das, was ich sehen und kennenlernen konnte, erlaubt mir nicht in der einfachen Logik des „Entweder – Oder“ zu verharren…. Mir ist bewusst, dass wenn jemand etwas anderes als ich sagt und denkt, dies schlicht daran liegen kann, dass er von einem anderen Standpunkt, einer anderen Perspektive, einer anderen Tradition, oder einer anderen Erfahrung her schaut.“ (S.13)  „Der verwundete Gott, Rezension von Emanuel Behnert, Lippetal 2015“ weiterlesen