Nachtstück, Gedicht, Marlies Blauth, Meerbusch 2013

Nachtstück

Der letzte Wunsch
ist ein Mantel
er breitet sich in der Abendkühle
über den Leib

Schlafende sind allein
haben sich Bilder
der frühen Jahre
unter das Kissen gelegt

wie die Mutter
im Nebenraum Reste zusammen nähte
wollene Stoffe nachtblau
mit Sternen im Glühbirnenlicht

zu einem Hirtenmantel
für meine Schultern

http://kunst-marlies-blauth.blogspot.de/2013/04/nachtstuck-der-letztewunsch-ist.html?m=1

Dieses Gedicht wurde laut Aussage der Lyrikerin inspiriert durch die Predigt über Johannes 21, 15-19.

Wandlung, Gedicht, Marlies Blauth, Meerbusch 2011

Wandlung

Es sind die heiligen Momente
in unseren Werktagsmessen,
wenn wir ganz still in
die Hallen schauen
Sprich nur ein Wort,
so wird meine Seele gesund,
wenn unser Priester
die geheimen Zahlen tippt
Bin ich kreditwürdig, Herr?
und Himmelsware in
knallbunter Plastikhaut
auf dem Altar erscheint.

Es folgt die Kommunion
– wir dürfen auch –
bar oder mit Karte

Dieses Gedicht wurde beim 3. Kempener Literaturwettbewerb mit dem zweiten Platz ausgezeichnet. (Ausrichter: Der Buchverlag Kempen BVK in Kooperation mit der Stadt Kempen)
Die Anthologie Augenblicke ein Atemwort für dich und mich ist in jeder Buchhandlung erhältlich oder kann direkt vom BVK, St. Huberter Straße 67, 47906 Kempen bezogen werden.

Credo – Ich glaube an Jesus von Nazareth, Glaubenssätze zu Jesus Christus von Wilhelm Willms, hrsg. von Christoph Fleischer, Werl 2013

aus: Wilhelm Willms, kevelaerer kredo. wahrheit wortbrüchig, S. 26-44 © 1976  Butzon & Bercker GmbH, Kevelaer, www.bube.de

credo

in unum dominum

jesum christum

filium dei unigenitum

 

ich glaube an ihn

jesus von nazaret

ich hoffe auf ihn

jesus von nazaret

ich habe alles auf ihn gesetzt

jesus von nazaret

sohn der erde

sohn des himmels „Credo – Ich glaube an Jesus von Nazareth, Glaubenssätze zu Jesus Christus von Wilhelm Willms, hrsg. von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen

Heimat, Marlies Blauth, Meerbusch 2012

heimat

ja
vielleicht bleibe ich
und lerne deine sprache

denn du
überredest nicht
redest nicht über mich
hinweg

dein wort verspricht
sich nicht

es nimmt mich mit
dein wort

an einen ort
dem meine seele
einen namen geben wird

Danke für die Genehmigung zur Veröffentlichung; hier sind weitere Texte und Bilder: http://kunst-marlies-blauth.blogspot.de/?m=1

Denket, dass der Friede nährt – Friedensgedicht von Paul Fleming

Dieses Gedicht widme ich meiner Mutter (+2009), die wie Paul Fleming in Hartenstein geboren wurde. Ohne das Fleming-Denkmal auf dem dortigen Marktplatz hätte ich diesen Text wohl nie kennengelernt. Im Evangelischen Gesangbuch findet sich von ihm der Liedtext: „In allen meinen Taten“ (eg 368). „Denket, dass der Friede nährt – Friedensgedicht von Paul Fleming“ weiterlesen