Glaubensbekenntnisse Marlies Blauth, Heiko Kuschel, Wilhelm Willms, Dorothee Sölle, Jörg Zink und andere, Christoph Fleischer Werl 2010

Die folgende Sammlung moderner Glaubensbekenntnisse sollte noch erweitert werden.

Marlies Blauth

übermittelt per Email am 23.08.2015:

Ich glaube an Gott
den ewigen,
der mir das Leben,
das Tun
bedachtsam
an die Hand gibt. 

Es wäre zu wenig,
von ihm zu sprechen,
denn er ist sie –
die Welt und
das All und
alles
(nicht nur für mich). 

Das Leben ist
wie es ist –
ich glaube, dass Jesus
es uns vorgelebt hat:
wie man Hass und Feindschaft
begegnen besiegen kann, 

Wenn man Mensch ist,
göttlichen Atem hat
wie wir alle. 

Ich glaube:
der heilige Geist
schenkt uns Mut
und Ideen! 

Denn nichts ist gleich –
wenn wir uns ein Leben lang
suchen
und irgendwann finden. 

Die Ahnen haben
für sich und für mich
gebetet, 

Dass wir nicht einsam sind
auf unserem Weg.

 

Heiko Kuschel
(In: http://www.citykirche-schweinfurt.de/mein-eigenes-glaubensbekenntnis)
Trotz aller Nachrichten von Krieg, Zerstörung und Leid: Unsere Erde ist wunderschön. Immer wieder staune ich über die fantastischen Bilder, die mich aus allen Teilen der Welt erreichen. Diese Mannigfaltigkeit von Leben, Farben, Gerüchen, Stimmungen. Die gewaltigen Kräfte der Natur, die wir auch nicht im entferntesten im Griff haben: Alles das kommt irgendwo her. Ich bin überzeugt, dass Evolutionstheorie, Urknallhypothese und alles das, was unsere Wissenschaften herausgefunden haben, die Entstehung unserer Welt auf eine technische Art weitgehend korrekt beschreiben. Und doch, schon, wenn ich einfach nur in einem Wald stehe und einen Vogel höre, wenn ich ein kleines Baby – meines! – auf dem Arm halte, aber auch, wenn ich einen Sterbenden begleite, spüre ich in meinem Herzen, dass es mehr gibt als das. Dass hinter all dem, für mich unbegreiflich und in einer für mich und für unsere Wissenschaft nicht fassbaren Weise ein Sinn steht, eine schöpfende Hand. Ich nenne diese Erfahrung Gott.

Ein Mensch namens Jesus von Nazareth hat von diesem Gott in einer so überzeugenden, die Menschen mitreißenden Weise gesprochen, dass er durch sein Leben und auch durch seinen Tod am Kreuz für viele seiner Gefährten zu mehr als einem Vorbild geworden ist. Er hat von der umfassenden Liebe dieses Gottes gesprochen und hat sie selbst praktiziert. Menschen, die ihm begegneten, erfuhren Heilung – an Leib und Seele. Sie erfuhren Befreiung von dem, was sie bedrückte, Stärkung, wenn sie sich schwach fühlten, aber auch Widerspruch, wenn sie nur auf ihr eigenes Wohl achteten und nicht auch auf das der Menschen um sie herum.

Dieser Jesus sprach mit einer solchen Autorität von Gott, dass sich besonders die Herrschenden bedroht fühlten von seiner Botschaft der unbedingten Liebe Gottes. Für die, die ihm nachfolgten, war dagegen klar: Was er sagt, sagt er mit Gottes Autorität. Er ist von Gott geschickt. Der Sohn Gottes, so drückten sie es in ihrer Sprache aus, ohne damit eine Familienbeziehung benennen zu wollen.

Sie berichten, dass sie diesem Jesus auch nach seinem Tod begegneten. Wie das genau vor sich ging, interessiert mich kaum. Nur dieses: Sein Leben war mit dem Tod nicht zu Ende. Es kommt etwas danach. Die Liebe Gottes endet nicht mit unserem Tod, sondern er hält Jesus, mich, alle Menschen, diese ganze Welt für alle Ewigkeit in seiner Hand.

Weil das so ist, kann ich mein Leben leben voller Vertrauen darauf, dass es ein gutes Ziel hat. Vergnügt, erlöst, befreit, weil ich weiß: Gott hält mich in seiner Hand. Auch dann, wenn es gerade nicht so zu sein scheint.

Es ist gut, dass ich mit diesem Vertrauen nicht allein bin. In schweren Zeiten, in Zeiten des Zweifels, wenn die Fragen zu schwer werden, weiß ich: Auf der ganzen Welt gibt es Menschen, die mit mir diesen Glauben teilen. Auch, wenn wir darauf vertrauen, dass unser Leben mit dem Tod nicht zu Ende ist, ist es doch unsere Aufgabe, diese uns anvertraute Welt zu bewahren. Sie gerechter und lebenswerter für alle zu machen. Die Wunder dieser Welt zu bestaunen. Und dann, vergnügt, erlöst und befreit, sie eines Tages hinter uns zu lassen und uns in die liebenden Hände Gottes zu begeben, der noch viel mehr Wunder für uns bereithält.

Wilhelm Willms. Der geerdete Himmel. Kevelaer 1974, 7. Auflage 1986

13.12 glaubensbekenntnis 1

wenn man uns fragt
warum glaubt ihr an gott
warum nennt ihr ihn vater

was werden wir sagen

wir werden sagen
wir glauben an gott
weil wir es nicht ertragen zu sagen:
es gibt keinen gott
weil unsere welt zerfällt
in lauter sinnlosigkeit
atomisiert in einzelteile
und darum sagen wir auch: vater
weil wir es nicht ertragen zu denken
wir seine mit allem was ist
uns selbst überlassen
und auch: weil wir brüder und
schwestern sein wollen
weil wir nur so leben können
ohne uns zu zerfleischen
wie unsere vorfahren
die tiere

wir gehen von der realität aus
wenn wir sagen
wir glaube an gott den vater

vom ufer der realität
betreten wir diese luftbrücke
der hoffnung
und glauben
weil uns dies
wie windig auch immer
die einzige möglichkeit scheint
sinnvoll zu leben

ja freilich: luft brücke der hoffnung
bescheiden geworden
trauen wir keinen beschwörungen mehr
wir gestehen es offen
große verlegenheitsworte
„gott“ „vater“ „anfang“ „schöpfer“
ruhe nach langer odyssee
zähmung des denkens das wahnsinnt

worte in denen hohngelächter
in hilfeschrei umschlägt
worte wie archen
darin wir auswarten
die landung

nicht wir öffnen sie
sie werden geöffnet

aber wann

13.13: glaubensbekenntnis 2

ich glaube nicht
an einen vermenschlichten
übermenschen
ich glaube an einen
menschlichen menschen
ich glaube
daß der mensch mehr und mehr
und mehr mensch wird
ich glaube
daß der jetzige mensch
weil er in unseren städten lebt
auf den dörfern
in hochhäusern bungalows
und baracken
ein vorläufer ist
ein wegweiser ist
wie der neandertaler
der vorläufer von uns ist
es ist noch zeit bis zur menschwerdung
wir sind unterwegs
ich glaube nicht
dass der mensch alles machen kann
ich glaube
daß er nicht alles machen soll
was er machen kann
ich glaube dass der mensch
noch viel mehr machen wollte
daß er noch mehr machen könnte
wenn der mensch
dem menschen bruder würde
und schwester
ich glaube an den himmel
ich glaube daß der mensch
dem menschen zum himmel werden wird
ich glaube daß der mensch
schudlig werden kann
dem menschen zur hölle werden kann
auf dieser erde

ich glaube an jesus
und ich glaube auch an mich und dich
ich glaube daß jeder mensch
diesen jesus als embryo in sich trägt
ich glaube daß der mensch
keine fehlkonstruktion ist
ich glaube daß ihm oft das klima fehlt
in dem er werden kann
was er werden sollte
ich glaube daß gott in jedem menschen ist
ich glaube daß mit dem menschen
auch gott übersehen wird
ich glaube daß jeder mensch
ein besonderer aspekt gottes ist
ich glaube daß gott in uns sterben kann
daß er in manchen schon gestorben ist
ich glaube daß gott in unsrem leben
in freude in schmerz
in einsamkeit und gmeiensamkeit
ausgetragen werden muß
ich glaube daß gott in uns
das licht der welt erblicken wird

ich glaube daß es eine große ansteckung geben wird aller menschen guten willens
ich glaube daß die menschen
sich einmal verstehen werden
und ich glaube nicht
daß die wahrheit hinter den gitterstäben
von dogmen und gesetzen
wie in einem gefängnis geschützt
werden muß
und damit auch verengt verfälscht
und kleingehalten
ich glaube
daß die wahrheit sich selber schützt
und sich selber reinhält

ich glaube
daß jesus einmal kommen wird
einmal
und noch einmal
und noch einmal
ich glaube
daß jesus einmal in scharen auftreten wird
ich glaube
daß jesus sich
über die ganze erde verbreiten wird
ich glaube
an den augenblick
an die ewigkeit im augenblick
ich glaube
daß die uhren einmal lächerlich
und anachronistisch dstehen werden
wenn die zeit zerfällt
ich glaube
daß wir einmal
raum- und zeitlos leben werden
daß es keine vergangenheit
keine zukunft mehr geben wird
nur noch augenblick
gegenwart
ich glaube
daß das sterben uns lebendig erhält
ich glaube
daß der tod
die große überraschung sein wird
die große verwandlung
und nicht die große zerstörung

ich glaube an gott
ich glaube an jesus
ich glaube an mich
ich glaube an die menschen
ich glaube an die erde
ich glaube daß alls sinn hat
ich glaube daß alles gut wird
ich glaube gern an das unglaubliche
ich glaube nicht alles was man mir sagt
das glaubliche
auf der handliegende
ist gefährlich
aber ich bin ein glaubender
ich habe gemerkt
daß wissen nicht hinreicht
ich bin ein hoffender
und manchmal ein liebender

Dorothee Sölle: Ich will nicht auf tausend Messern gehen. Dtv 1986, S. 24:

Credo

Ich glaube an gott
der die welt nicht fertig geschaffen hat
wie ein ding das immer so bleiben muß
der nicht nach ewigen gesetzen regiert
die unabänderlich gelten
nicht nach natürlichen ordnungen
von armen und reichen
sachverständigen und uninformierten
herrschenden und ausgelieferten
ich glaube an gott
der den widerspruch des lebendigen will
und die veränderung aller zustände
durch unsere arbeit
durch unsere politik

Ich glaube an jesus christus
der recht hatte als er
„ein einzelner der nichts machen kann“
genau wie wir
an der veränderung aller zustände arbeitete
und darüber zugrunde ging
an ihm messend erkenne ich
wie unsere intelligenz verkrüppelt
unsere fantasie erstickt
unsere anstrengung vertan ist
weil wir nicht leben wie er lebte
jeden tag habe ich angst
daß er umsonst gestorben ist
weil er in unseren kirchen verscharrt ist
weil wir seine revolution verraten haben
in gehorsam und angst
vor den behörden
ich glaube an jesus christus
der aufersteht in unser leben
daß wir frei werden
vor vorureilen und anmaßung
von angst und haß
und seine revolution weitertreiben
auf sein reich hin

Ich glaube an den geist
der mit jesus in die welt gekommen ist
an die gemeinschaft aller völker
und unsere verantwortung für das
was aus unserer erde wird
ein tal voll jammer hunger und gewalt
oder die stadt gottes
ich glaube an den gerechten frieden
der herstellbar ist
an die möglichkeiten eines sinnvollen lebens
für alle menschen
an die zukunft dieser welt gottes

Amen

Glaubensbekenntnis von Dorothee Sölle, 1985 (Dorothee Sölle, Luise Schottroff: Die Erde gehört Gott. Rowohlt Hamburg 1985, S. 137f)

Ich glaube an Jesus Christus
Sohn des Lebens Bruder der Menschen
Erstgeborener aller Schöpfung
der uns an unsere Geschwister erinnert
die Bäume und die Vögel des Himmels
Schwester Wasser und Bruder Feuer.
Er verbindet uns mit allem was lebt
auf unserem kleinen Planeten Erde.

Ich glaube an Jesus den Sohn des Lebens
das uns geschenkt wird damit wir es weiterverschenken
Er hat die Kranken geheilt und die Traurigen
er hat die Hungrigen gespeist und die Verzweifelten
ein Mitarbeiter der Schöpfung
die weitergeht an jedem Tag
in unserer Arbeit
wenn wir unsere Heimat vor der Plünderung schützen
unsern kleinen Planeten Erde

Ich glaube an Jesus
Sohn des Lebens und einer armen Mutter
politischer Gefangener unter Pontius Pilatus
zu Tode gefoltert auch heute
in den Polizeikellern Lagern und Kriegen
die wir noch immer dulden
auf unserm kleinen Planeten Erde

Ich glaube an Jesus
den Erstgeborenen aus dem Tode
Sie konnten ihn nicht fertigmachen
er ist von den Toten auferstanden
er verbindet uns mit den Toten vor uns
um die wir trauern
und den Toten neben uns
die wir nicht gerettet haben
Sie sind alle unsere Schwestern und Brüder
auf dem kleinen Planeten Erde

Ich glaube an Jesus Christus
Kind des Lebens
eine Schwester für alle Menschen
die Wahrheit die uns frei machen wird
von dem Zwang auszubeuten und aus dem Tode Profit zu schlagen
In Christus spüren wir den Geist des Lebens
in einer todessüchtigen Welt
Wir stehen auf mit ihm zu kämpfen
zu leiden und unser Leben zu geben
bis Gott sei alles in allem
auf unserm kleinen Planeten Erde.

Jörg Zink: Wer glaubt kann vertrauen. Gütersloher Verlagshaus 2006, S. 77:

Wir glauben an dich, Gott.
aus deiner Hand kommen alle Dinge.
aus dir kann nichts fallen.
Aus deinem Plan kommen Glück und Leid.
Für uns und alle deine Geschöpfe.
In dich kehren wir zurück.

Wir glauben an Jesus, den Christus, unseren Bruder.
Er zeigt uns den Weg. Er steht uns bei.
Er zeigt uns dich als unseren Vater.
Er leidet unser Leid mit, und
er stirbt mit uns unseren Tod.
Er führt uns aus dem Tod ist Leben.

Wir glauben an den Heiligen Geist,
der uns erfüllt, wenn du ihn sendest,
der uns eint und zu deinem Volk macht.
Er tut uns das Herz auf für dein Wort.
Er ist das Licht, das unseren Geist erleuchtet,
und die Kraft auf unserem Weg

Jörg und Heidi Zink schreiben in einem Buch über religiöse Kindererziehung in einem Kapitel über den Tod ein interessantes Glaubensbekenntnis, das sehr elementar erzählt. Überleitung ist, dass der Tod mit der Passion Jesu gedeutet werden kann:

Gott hat uns sehr lieb und will nicht, dass wir auf dieser Welt allein sind. Deshalb ist Jesus zu uns gekommen. Als kleines Kind. Im Stall. Bei seiner Mutter Maria und Joseph und den Hirten. Als er ein großer Mann war, hat er den kranken Menschen geholfen. Er hat Blinde geheilt, so dass sie wieder sehen konnten. Er ist zu den Armen gegangen, die nicht wussten, wer Gott ist. Er hat gesagt, wir sollten alle Menschen lieben und sollten achtgeben, dass ja niemand verlassen ist. Er ist auch zu denen gegangen, von denen niemand etwas wissen wollte, weil sie etwas Böses getan hatten, und er hat ihnen gesagt, dass Gott nicht mehr an das Böse denken will. Aber da waren andere Leute, die ärgerten sich über ihn. Die wollten lieber, dass alles beim alten bleibt, dass sie miteinander streiten dürfen und einander wehtun und einander verstoßen. Deshalb haben sie ihn verklagt und gequält und auf furchtbare Weise umgebracht. Aber sie haben nicht gemerkt, dass Gott bei Jesus war. Der hat ihn wieder lebendig gemacht. Am Ostertag. Und nun ist er nahe bei uns allen, auch wenn wir ihn nicht sehen können. Wir können mit ihm reden. Und weil er bei uns ist, sind wir froh und getröstet. Jetzt, und auch, wenn wir sterben. Vor allem auch deshalb, weil er uns alles Böse vergeben will, wenn wir ihn bitten. Deshalb zeigen wir auf den Bildern auch, wie er aus Liebe gestorben ist. Und deshalb geben wir uns auch Mühe, einander unsere Liebe zu zeigen.

(Heidi und Jörg Zink: Kriegt ein Hund im Himmel Flügel? Laetare Verlag Stein/Nürnberg 1972, S. 143/144)

Weltkirchenkonferenz in Vancouver 1984:

Feier des Lebens

Mitten in Hunger und Krieg
feiern wir, was verheißen ist: Fülle und Frieden.
Mitten in Drangsal und Tyrannei
feiern wir, was verheißen ist: Hilfe und Freiheit.
Mitten in Zweifel und Verzweiflung
feiern wir, was verheißen ist: Glauben und Hoffnung.
Mitten in Furcht und Verrat
feiern wir, was verheißen ist: Freude und Treue.
Mitten in Hass und Tod
feiern wir was verheißen ist: Liebe und Leben.
Mitten in Sünde und Hinfälligkeit
feiern wir, was verheißen ist: Rettung und Neubeginn.
Mitten im Tod, der uns von allen Seiten umgibt,
feiern wir, was verheißen ist
durch den lebendigen Christus.
Kyrie eleisn (Herr erbarme dich).

Ich bin getauft – aus dem Evangelischen Gesangbuch Ausgbe für die evangelisch-lutherischen Kirchen Bayern und Thüringen, Text ohne autor auf S. 1586:

Ich bin getauft.
Ich bin unterwegs mit allen, die zum Volk Gottes gehören.
Ich glaube, dass Gott mich zu einem guten Ziel führt.
Ich lebe in der Freiheit, die er mir schenkt.
Ich bekenne mich zur Gemeinschaft aller Getauften.
Deshalb will ich suchen, was Frieden schafft,
tun, was der Gerechtigkeit dient,
wählen, was Leben fördert.
Ich weiß, wie schwer es mir fällt, dieses durchzuhalten.
Darum bin ich froh, dass Gott mir vergibt.
Er gebe mir zum Wollen auch das Vollbringen.

Dag Hammerskjöld
Zeichen am Wege
Urachhaus 2011, S. 128

Du, der über uns ist,
du, der einer von uns ist, du, der i s t –
auch in uns;
dass alle dich sehen-auch in mir,
dass ich den Weg bereite für dich,
dass ich danke für alles, was mir widerfuhr.
Dass ich dabei nicht vergesse der anderen Not.
Behalte mich in deiner Liebe,
so wie du willst, dass andere bleiben in der meinen.
Möchte sich alles in diesem meinem Wesen
zu deiner Ehre wenden,
und möchte ich nie verzweifeln.
Denn ich bin unter deiner Hand,
Und alle Kraft und Güte sind in dir.

Dietrich Bonoeffer, 1943 (ds. Widerstand und Ergebung)

Ich glaube,
dass Gott aus allem, auch aus dem Bösesten,
Gutes entstehen lassen kann und will.

Dafür braucht er Menschen,
die sich alle Dinge zum Besten dienen lassen.

Ich glaube,
dass Gott uns in jeder Notlage
soviel Widerstandskraft geben will,
wie wir brauchen.

Aber er gibt sie nicht im Voraus,
damit wir uns nicht auf uns selbst,
sondern allein auf ihn verlassen.

In solchem Glauben müsste alle Angst
vor der Zukunft überwunden sein.

Ich glaube,
dass auch unsere Fehler und Irrtümer nicht vergeblich sind, und dass es Gott nicht schwerer ist,
mit ihnen fertig zu werden, als mit unseren vermeintlichen Guttaten.

Ich glaube,
dass Gott kein zeitloses Fatum ist,
sondern dass er auf aufrichtige Gebete
und verantwortliche Taten wartet
und antwortet.

Englisch:

“I believe that God can and will bring good out of evil, even out of the greatest evil. For that purpose he needs men who make the best use of everything. I believe that God will give us all the strength we need to help us to resist in all the times of distress. But he never gives it in advance, lest we should rely on ourselves and not on him alone. A faith such as this should allay all our fears for the future.“

 

Autor: christoph.fleischer

Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, tätig in der Gemeindearbeit, Studierendenseelsorge und Altenheimseelsorge, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.

2 Gedanken zu „Glaubensbekenntnisse Marlies Blauth, Heiko Kuschel, Wilhelm Willms, Dorothee Sölle, Jörg Zink und andere, Christoph Fleischer Werl 2010“

  1. Ich habe diesen Kommentar sprachlich nicht überarbeitet, was aber m. E. dringend nötig wäre. Ich finde es aber gut, dass Menschen, die meine Texte oder Posts lesen und sich dazu in Beziehung setzen.

  2. Wir glauben an dich ,deine Kinder
    ohne Hoffnung keine Zukunft das Göttliche
    ist auch in den hintersten Winkeln
    gibt uns die Kraft stark zu sein.
    mit dem Göttlichen im Herzen ist man nie allein
    Ohne Liebe kein Glück.
    es ist überall nicht nur in Kirchen sondern
    überall und im Herzen.
    Wir leben auf diesen wunderschönen Planeten
    Im Paradies.
    wenn die Menschen die Prüfung nicht bestehen
    im Einklang mit sich und der Natur und den Tieren zu leben
    müssen sie den Steinigen Weg gehen.
    Alles Leben hat ein Recht zu existieren.
    http://www.allesistenergie.net/wp-content/uploads/2015/08/Mit-den-Tieren-leben.jpg

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