Notiz – Religion und Öffentlichkeit, Christoph Fleischer, Werl 2012

Man könnte es so sehen: Kirche ist ein Netzwerk in der Öffentlichkeit. Ich stehe mit anderen in Verbindung, die ich nicht kenne, die aber auch getauft sind, an Gott glauben usw. Alle Leute auf Facebook brauchen ein solches öffentliches Netzwerk nicht, da dies alles im „sozialen Netzwerk“ erfahren wird. Ich habe im RU erfahren, dass es sinnlos ist, jungen Menschen Kirche als Netzwerk zu empfehlen. Ich denke, dass es auf die persönliche Religion ankommt, die dann erfahren wird, wenn das Netzwerk ausfällt. Es ist doch wohl eher eine spirituelle Krise als eine institutionelle, in der sich unsere Religion befindet.
Auf Facebook gepostet bei Evangelisch.de am 29.09.2012.

Ökumenische Begegnung in Erfurt – Eine Vision

Eine Vision zum Weltkindertag am 20. September

Von Gerhard Kracht
Die feierliche Orgelmusik in der Augustiner-Kirche Erfurt erfüllte eben noch den Raum. Die Sekunden anschließender Stille genossen die anwesenden katholischen und evangelischen Beauftragten. Man hatte eine sage und schreibe 30 Minuten dauernde Begegnung hinter sich, als man den Kapitelsaal des Klosters verließ. Das Protokoll drängte. Fragende Unsicherheit prägte die Gesichter der Anwesenden.

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Gerhard Kracht: Über das „Credo“ weiter nachdenken – mit David Steindl-Rast. Recklinghausen 2012

Angeregt durch einen Artikel von David Steindl-Rast in „Christ in der Gegenwart“ (CIG), 63. Jg. 2011 vom 17. April 2011 wird mir mehr und mehr deutlich, dass wir gegenwärtig eine Art Zusammenbruch des Theismus erleben, das heißt also auch des Glaubens an einen personalen Gott. Diese Entwicklung begrüßt Steindl-Rast und untermauert sie christlich-theologisch, als Zeichen notwendig gewordener Entwicklung in der Kirche.

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Dankbarkeit

Dankbar kann man nur in Jetzt, also im Gegenwärtigen Augenblick sein.

Dankbarkeit ist Gelegenheit in Augenblick. Und wenn es nur die Gelegenheit ist, für das Jetzt aufmerksam zu werden.

Dankbarkeit ist weniger Philosophie, also etwa verwandt mit positivem Denken, was auch so sein könnte.

Aber es gibt auch Situationen, wo man nicht dankbar sein kann: Krieg, Menschenrechtsverletzungen, etc.

Dann stellt sich die Frage, Wofür ist das jetzt eine Gelegenheit für mich?

Jeder Augenblick ist neue Situation, offen und dankend ins Leben einzutreten, oder eben eine Theorie zu entwickeln, die soviel Gedanken, Energien benötigt,

und dadurch den gegenwärtigen Augenblick übersieht.

Man muss schon sehr augenblicksbezogen, oder sagen wir gegenwärtig leben. um jeweils die Gelegenheit zu erkennen.

Im Alltag gibt es aber x-Möglichkeiten, Dankbarkeit zu üben, wenn man sich übt, im Augenblick gegenwärtig zu sein.

Keine Angst vor dem Nihilismus

Rezension zu: Janne Teller:
Nichts, was im Leben wichtig ist. Roman – übersetzt aus dem Dänischen von Sigrid Engeler. Leipzig: Hanser 2010, 144 Seiten, empfohlen ab 14 Jahren — ISBN 978-3-446-23596-

Als „Nihilistischen Schocker“ titulierte die Wiener Zeitung vom 18.10.2010, Janne Tellers Roman: „NICHTS“, was im Leben wichtig ist. Die Schüler der Klasse 7A im dänischen Ort Tæring (was auf Deutsch mit „rosten“, „korrigieren“ zu übersetzen ist) sehen sich herausgefordert von Pierre Anthon, einem Mitschüler. Seine Rede und Verhalten werden zum Stein des Anstoßes. Pierre Anthon sagt:

„Nichts ist von Bedeutung. Nichts macht also Sinn,
das habe ich gerade herausgefunden.“ „Keine Angst vor dem Nihilismus“ weiterlesen