Der religiös-maritime Ursprung des Karnevals. Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015

Zu: Vera Zingsem: Die Kölsche Göttin und ihr Karneval, Über die Ursprünge des Rheinischen Karnevals, Pomaska-Brand Verlag Schalksmühle 2015, ISBN 9783943304237, Preis 16,90 Euro

Die Koelsche Goettin_coverVera Zingsem, in Tübingen lebende Theologin, hat ihren Schwerpunkt der „Göttinnen großer Kulturen“ (Zuletzt Anakonda-Verlag 2010) in Gestalt der umgeformten Isis-Anbetung im Kölner Karneval wiedergefunden. Archäologisch sind mehrere Isistempel in Europa, z. B. Köln, Mainz, London, gefunden worden.

Der Ansatzpunkt für die Verbindung zwischen Isis und Karneval besteht für Vera Zingsem zunächst in einer Korrektur der Worterklärung für Karneval, die etymologisch sauber argumentiert. Demnach hat das Wort nichts mit dem Fasten zu tun nach carnislevamen (lat.) und italienisch carnevale, sondern leitet sich vom Schiffswagen (carnavalis = das Wagenschiff) her. Was zunächst skurril anmutet, Schiffe auf Wagen zu verfrachten und über Land zu ziehen, ist ein uralter Ritus der Isis-Tradition und gilt im Frühjahr gleichzeitig zur Begrüßung der frischen Vegetation und zur Eröffnung der Schifffahrt. „Der religiös-maritime Ursprung des Karnevals. Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Predigtvorbereitung für Matthäus 17, 1-9, Christoph Fleischer, Welver 2015

Matthäus 17, 1-9 (Gute Nachricht Bibel)

Sechs Tage später nahm Jesus die drei Jünger Petrus, Jakobus und Johannes, den Bruder von Jakobus, mit sich und führte sie auf einen hohen Berg. Sonst war niemand bei ihnen.  Vor den Augen der Jünger ging mit Jesus eine Verwandlung vor sich: Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne und seine Kleider wurden strahlend weiß.
Und dann sahen sie auf einmal Mose und Elija bei Jesus stehen und mit ihm reden.  Da sagte Petrus zu Jesus: »Wie gut, dass wir hier sind, Herr! Wenn du willst, schlage ich hier drei Zelte auf, eins für dich, eins für Mose und eins für Elija.«
Während er noch redete, erschien eine leuchtende Wolke über ihnen, und eine Stimme aus der Wolke sagte: »Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt. Auf ihn sollt ihr hören!«
Als die Jünger diese Worte hörten, warfen sie sich voller Angst nieder, das Gesicht zur Erde.  Aber Jesus trat zu ihnen, berührte sie und sagte:»Steht auf, habt keine Angst!«
Als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus allein.  Während sie den Berg hinunterstiegen, befahl er ihnen: »Sprecht zu niemand über das, was ihr gesehen habt,  bis der Menschensohn vom Tod auferweckt ist.«

Zunächst ein Blick auf die Exegese(Kommentar zum Matthäusevangelium von Hubert Frankemölle, Band 2, Patmos Verlag Düsseldorf 1997): „Predigtvorbereitung für Matthäus 17, 1-9, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Wunsch nach Heimat, Autorenlesung zum Thema Integration in Lippstadt, Pressenotiz Stadt Lippstadt

Wie fühlt es sich an seine Heimat zu verlassen und in einem fremden Land neu anzufangen? Eine ganz persönliche Antwort auf diese Frage geben die Brüder Mojtaba, Masoud und Milad Sadinam in ihrem Buch „Unerwünscht – Drei Brüder aus dem Iran erzählen ihre deutsche Geschichte“.

Die aus dem Iran stammenden Brueder Mojtaba, Masoud und Milad SadinamWer gerne einen Einblick in die Geschichte der Brüder haben möchte, dem bietet das Integrationsteam der Stadt Lippstadt gemeinsam mit dem Jugendmigrationsdienst der AWO und der Migrationsberatung der Diakonie Ruhr-Hellweg am Freitag, 6. Februar, um 18 Uhr die Gelegenheit, sich mit zwei der  Autoren im Rahmen einer Lesung über ihre Erfahrungen auszutauschen. „Wunsch nach Heimat, Autorenlesung zum Thema Integration in Lippstadt, Pressenotiz Stadt Lippstadt“ weiterlesen

Predigt über Josua 3, Christoph Fleischer, Welver 2015

1. Sonntag nach Epiphanias
Predigttext (neu) Josua 3, 5 – 11.17 (Gute Nachricht Bibel)

5 Und Josua sprach zum Volk:
Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun.
6 Und zu den Priestern sprach er: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her!
Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her.
7 Und der HERR sprach zu Josua:
Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein.
8 Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich:
Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen.
9 Und Josua sprach zu den Israeliten:
Herzu! Hört die Worte des HERRN, eures Gottes!
10 Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter:
11 Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch hergehen in den Jordan.
17 Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen,
standen still im Trockenen mitten im Jordan.
Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch,
bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.

Liebe Gemeinde,

dieser Predigttext ist neu. Ich war zunächst etwas erstaunt, muss aber gestehen, dass ich nach und nach sehr viel Interessantes gefunden habe. Der Text wird hier doch bewusst in den Bezug zur Sendung Jesu und zum wirken Johannes des Täufers gestellt. Warum also nicht im Folgenden ein wenig dem nachgehen und sich fragen, was hat dieser Bericht über Josua mit der Taufe im Jordan zu tun?
(Da in diesem Gottesdienst die Epistel gelesen wurde, lese ich an dieser Stelle einfach von der Kanzel noch das Evangelium vor, Matthäus 3, 13 – 17.)
Wenn ich jetzt sagen würde: Hier (im Buch Josua) ist von Jesus die Rede, würden sie mich nur erstaunt ansehen. Und doch ist es so. Jesus ist die griechische Fassung des hebräischen Namens Josua, der bedeutet: „Gott rettet“. „Predigt über Josua 3, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

„Gott ist nicht jemand anderer“ Rezension zum Credo, Gerd Kracht Recklinghausen 2015

CREDO

Rezension zu: David Steindl-Rast: Credo, Ein Glaube, der alle verbindet, Mit einem Vorwort des Dalai Lama, Herder – Spektrum Freiburg 2012, ISBN: 3451071169, 9,99 €.

Mitten in der Autoritätskrise, die wir gegenwärtig erleben, die danach fragt, worauf wir uns wirklich verlassen können, verlegt Herder Spektrum die Credo-Interpretation von David Steidl- Rast. Die einzelnen Glaubenssätze sind in diesem Buch auf persönlich nachvollziehbare Erfahrung und Überzeugung zurückgeführt, „auf innere Autorität also, bei allem Respekt für äußere.“ (10) Da Offenbarung ursprünglich von innen kommt, ist davon auszugehen, dass die einzelnen Artikel des Credo nicht fertig vom Himmel gefallen sind, sondern ein Erleben, das nachvollziehbar gewesen sein musste. Die persönlichen Einsichten sind aus einem verstehbaren und nachvollziehbaren allgemeinmenschlichen religiösen Bewusstsein entwickelt und erzählt. „„Gott ist nicht jemand anderer“ Rezension zum Credo, Gerd Kracht Recklinghausen 2015“ weiterlesen