Predigt über Matthäus 6, 25-34, Christoph Fleischer, Welver 2015

Matthäus 6,25 – 34

25Darum sage ich euch: Sorgt nicht um euer Leben, was ihr essen und trinken werdet; auch nicht um euren Leib, was ihr anziehen werdet. Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung und der Leib mehr als die Kleidung? 26Seht die Vögel unter dem Himmel an: sie säen nicht, sie ernten nicht, sie sammeln nicht in die Scheunen; und euer himmlischer Vater ernährt sie doch. Seid ihr denn nicht viel mehr als sie? 27Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte, wie sehr er sich auch darum sorgt?

28Und warum sorgt ihr euch um die Kleidung? Schaut die Lilien auf dem Feld an, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht. 29Ich sage euch, dass auch Salomo in aller seiner Herrlichkeit nicht gekleidet gewesen ist wie eine von ihnen. 30Wenn nun Gott das Gras auf dem Feld so kleidet, das doch heute steht und morgen in den Ofen geworfen wird: sollte er das nicht viel mehr für euch tun, ihr Kleingläubigen? 31Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Was werden wir trinken? Womit werden wir uns kleiden? 32Nach dem allen trachten die Heiden. Denn euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.

33Trachtet zuerst nach dem Reich Gottes und nach seiner Gerechtigkeit, so wird euch das alles zufallen. 34Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat.

Liebe Gemeinde,

Es bleibt ja nicht aus, wenn man einen solchen Bibeltext vorzubereiten hat, dass ich ihn mitnehme in die unterschiedlichen Situationen, in das Gespräch über die Sorge eines einzelnen, in die Situation einer Gemeinde oder bei der nicht enden wollenden Gartenarbeit im Herbst. Manchmal möchte man es einfach lassen, sich zu sorgen. Aber würde ich damit nicht einfach die Hände in den Schoß legen? Richtig ist, dass es manchmal einfach nichts bringt, sich zu sorgen. Da sollte man es besser lassen. Doch wie kann man diese beiden Sorgen unterscheiden? Trifft da nicht der alte Spruch der anonymen Alkoholiker zu:

Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

(Reinhold Niebuhr, https://de.wikipedia.org/wiki/Gelassenheitsgebet, 11.09.2015)

Wir merken dadurch schon, dass das Wort Sorge gar nicht so einfach ist, wie es klingt. Es gibt die Sorge eher als eine psychologische Befindlichkeit, als Angst und Furcht vor der Zukunft und es gibt die Sorge, die etwas mit Arbeit und Lebensunterhalt zu tun hat. Meint Jesus: Mach dir keine Sorgen oder meint er sogar: Du brauchst nicht zu arbeiten. Oder gibt es noch irgendetwas dazwischen?

Dazu möchte ich zunächst eine weitere Beobachtung notieren:

Wenn man sich den Bibeltext aus der Bergpredigt genauer ansieht, muss man erkennen, dass es hier einerseits Argumente gibt, die etwas mit dem Glauben zu tun haben und sich auf Gott beziehen, und dass es andererseits Argumente gibt, die man als Lebensweisheit bezeichnen kann. Diese Weisheit kommt hauptsächlich in Sprichwörtern vor.

Martin Luther hat ein handschriftlich überliefertes Sprichwörterverzeichnis hinterlassen, das man später in einer kommentierten Ausgabe herausgegeben hat. Solche Sprichwörtersammlungen sind nicht selten, zumal einige Rhetoriker offensichtlich empfohlen haben, eine Spruchsammlung anzulegen. Wer hier weniger auf eine Zitatensammlung Wert legt als auf gewöhnliche Sprichwörter, muss die Leute auf den Straßen und in den Wirtshäusern danach fragen. Manche sind sogar aus der Bibel oder auch in der Bibel, viele gibt es aber einfach im Volksmund, wie man sagt.

Ich habe mir einfach einmal drei Sprichwörter aus der Liste Luthers herausgesucht, in denen das Wort Sorge oder sorgen vorkommt.

(Ernst Thiele: Luthers Sprichwörtersammlung, Reprint-Verlag Leipzig, ursprünglich: Weimar 1900)

Das erste lautet: „Sorgest für ungelegte Eier“. (Spruch 66 und Erläuterung)

Ich finde das ein interessantes Sprichwort: sorge dich nicht um ungelegte Eier! Es hat keinen Sinn, sich Sorge zu machen um Dinge, die kaum erst in einer entfernten Möglichkeit da sind und in ungewisser, zweifelhafter Ferne liegen.

Der zweite Spruch lautet hingegen: „Zwei sorgen mehr denn eins.“ (Spruch 20 und Erläuterung)

Hier ist Sorge ganz positiv gemeint, etwas tun und etwas schaffen. Luther sagt: „Ihr zwei könnt leicht eine Last tragen, die einer alleine nicht trägt.“

Der dritte Spruch, in dem das Wort Sorge vorkommt, ist sicherlich jedem bekannt: „Kleine Kinder kleine Sorgen, große Kinder große Sorgen.“ (Spruch 275 und Erläuterung)

Dass dieser Spruch aus der Sicht der Eltern gesagt ist, ist wohl jedem klar. Es gibt auch eine gesellschaftliche Variante, die lautet: „In großen Häusern sind große Sorgen, in kleinen Häusern kleine Sorgen.“ Klar ist, dass das Wort Sorge hier wieder identisch ist mit dem Begriff Problem und nicht mit Arbeit und Mühe.

Dann habe ich noch ein wenig geblättert und versucht einen Spruch zu finden, der noch irgendwie vom Inhalt her zu dem Bibeltext passt.

Der Spruch lautet: „Wenig mit Liebe teilen.“ (Spruch 198 und Erläuterung) Ein ähnlicher Spruch lautet: „Wenig mit Liebe ist besser als viel mit Zank oder Unlust.“

Mit dem Blick auf mögliche Sprichwörter lassen sich im ausgewählten Bibeltext mindestens fünf finden. Ich verkürze bewusst und lasse die Bilder und Vergleiche zunächst weg.

„Ist nicht das Leben mehr als die Nahrung?“ (V. 25)

Die Sorge um die Nahrung kann man gewiss als die Hauptsorge des Lebens bezeichnen. Das ist eine Sorge, die wir ja mit anderen Lebewesen teilen. Die Sorge um das tägliche Brot ist eine wirkliche Sorge, denn wenn es fehlt, gibt es Probleme.

Daher sagt Martin Luther in der Erklärung zur vierten Bitte: „Was heißt denn tägliches Brot: Alles, was not tut für Leib und leben, wie Essen, Trinken, Kleider, Schuh, Haus, Hof, Acker, Vieh, Geld, Gut, fromme Eheleute, fromme Kinder, fromme Gehilfen, fromme und treue Oberherren, gute Regierung, gut Wetter, Friede, Gesundheit, Zucht, Ehre, gute Freunde, getreue Nachbarn und desgleichen.“ (Kleiner Katechismus im Ev. Gesangbuch, Bayer, Thüringen, Seite 1558)

Ein interessanter Spruch begegnet uns in Vers 27: „Wer ist unter euch, der seines Lebens Länge eine Spanne zusetzen könnte.“

Das ist wirklich ein echtes Sprichwort, das an die Unverfügbarkeit des Lebensendes erinnert. Niemand kann den Tod durch eine bestimmte Art von Sorgen und Bemühen, vorherbestimmen. Diese Art von Sorge ist einfach überflüssig. Auch wer gesund lebt oder besonders vorsichtig, kann den Tag des Todes nicht vorherwissen.

Vers 31 heißt einfach: „Darum sollt ihr nicht sorgen und sagen: Was werden wir essen? Usw.“

Auch hier ist nicht sie Sorge als Arbeit gemeint, sondern die Sorge, die hinter der Arbeit steht. Für uns ist das ein Konfliktpunkt, denn wir müssten hier eigentlich widersprechen. Jede Arbeit braucht ein Ziel, und wenn es der Lebensunterhalt ist, das tägliche Brot usw. Die Frage ist nur, ob das der eigentliche Lebensinhalt ist. Das tägliche Brot ist notwendig, klar, aber es ist nicht der eigentliche Lebensinhalt. Da ist mehr.

„Euer himmlischer Vater weiß, dass ihr all dessen bedürft.“ (Vers 32) Jetzt kommt Gott ins Spiel. Mit welchem Ziel? Sicherlich kann Jesus nicht meinen, dass uns das Essen automatisch zufällt. Aber er meint, dass wir uns darum nicht mehr zu bemühen haben, als nötig ist. Aus diesem Sorgen kann ein Begehren werden, kann Neid werden und Habsucht und zuletzt sogar Gier. Sorge als Arbeit ja, aber nicht als übertriebene Habsucht. Das wäre falsch.

Es geht den meisten ja um die Zukunft. Dazu sagt Jesus: „Darum sorgt nicht für morgen, denn der morgige Tag wird für das Seine sorgen.“ (Vers 33)

Ähnlich wie beim Tod oder beim Lebensende ist die Zukunft zuletzt unverfügbar. Und ob es morgen Glück oder Mangel gibt, lässt sich nicht vorhersagen. Es geht wohl nicht um den natürlichen Ehrgeiz, sondern darum, die Sorge um die Zukunft so zu übertreiben, dass darüber die Gegenwart leidet. So lautet das letzte Sprichwort: Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat. Damit ist Jesus wieder im Alltag angekommen. Jeder Tag hat seine eigene Plage. Von Hedonismus und Genusssucht absolut keine Spur. Die Plage, die zur täglichen Sorge gehört, ist etwas völlig Natürliches. Diese Sorge bleibt. Nur sie muss begrenzt werden. Sie darf uns nicht beherrschen.

Das Leben aus dem Glauben ist das Leben in einem normalen und tief gegründeten Urvertrauen Gott und der Welt gegenüber. Die Gelassenheit schafft Freiheit und diese Freiheit wird im christlichen Glauben zum Ansporn, sich um Gerechtigkeit zu bemühen und sich für die Nächsten einzusetzen. Gott ist der Schöpfer und der uns immer zugewandte Vater, der uns nahe ist und unsere Wege segnet. Er schenkt uns seine Liebe, damit wir diese Liebe an andere weitergeben, ohne falschen Ehrgeiz, falsche Sorge, ohne Neid und Habgier.

Die Verkündigung Jesu ist nicht unrealistisch und nicht unmöglich. Sie blendet einfach noch das Gebet ein, wie Jesus es uns kurz gefasst im Vater Unser überliefert: „Unser tägliches Brot gib uns heute!“ – nicht mehr, aber auch nicht weniger. Amen.

 

 

Reformation aus weiblicher Perspektive, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015

Zu: Ursula Koch: Verspottet, geachtet, geliebt –die Frauen der Reformatoren, Geschichten von Mut, Anfechtung und Beharrlichkeit, Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen-Vluyn 2015, 199 Seiten, ISBN 978-3-7615-6214-7 (print), Preis: 14,99 Euro

978-3-7615-6214-7Die Autorin Ursula Koch ist pensionierte Gymnasiallehrerin in Berlin. Sie hat bereits eine Biografie über Katharina von Bora veröffentlicht („Rosen im Schnee, Katharina Luther, geborene von Bora“) und andere Bücher über Frauen in der Reformation- und Kirchengeschichte. Hier in diesem zu besprechenden Buch gelingt ihr eine interessante, narrative Form der verflochtenen Biographien einiger Frauen der Reformationszeit; nicht alle sind Frauen von Reformatoren, wie es der Titel ausdrückt.

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Predigt über Lukas 17, 11 – 19 mit einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, Christoph Fleischer, Welver 2015

 

Die zehn Aussätzigen (Luther)

11 Und es begab sich, als er nach Jerusalem wanderte, dass er durch Samarien und Galiläa hin zog. 12 Und als er in ein Dorf kam, begegneten ihm zehn aussätzige Männer; die standen von ferne 13 und erhoben ihre Stimme und sprachen: Jesus, lieber Meister, erbarme dich unser! 14 Und als er sie sah, sprach er zu ihnen: Geht hin und zeigt euch den Priestern! Und es geschah, als sie hingingen, da wurden sie rein.
15 Einer aber unter ihnen, als er sah, dass er gesund geworden war, kehrte er um und pries Gott mit lauter Stimme 16 und fiel nieder auf sein Angesicht zu Jesu Füßen und dankte ihm. Und das war ein Samariter. 17 Jesus aber antwortete und sprach: Sind nicht die zehn rein geworden? Wo sind aber die neun? 18 Hat sich sonst keiner gefunden, der wieder umkehrte, um Gott die Ehre zu geben, als nur dieser Fremde? 19 Und er sprach zu ihm: Steh auf, geh hin; dein Glaube hat dir geholfen.

Liebe Gemeinde,

Die Wundergeschichten des Neuen Testaments sind immer wieder eine Herausforderung. Geht man rational an die Sache heran und versucht sich das „Wunder“ zu erklären, dann redet man faktisch auch den religiösen Inhalt der Geschichte klein. Geht man aber von der Schilderung des Heilungswunders aus, und nimmt das dann in die eigene Gegenwart, dann betont man den Abstand zwischen Jesus und uns.

Mir ist in der Vorbereitung aufgefallen, dass die Geschichte selbst mehr an der Deutung interessiert ist, als an der Heilung. Die Heilungen Jesu geschehen einfach. Niemand erfährt, was eigentlich passiert. Selbst die Diagnose bleibt meistens im Dunkeln. Doch ohne genaue Informationen über die Krankheiten sind diese Heilungen kaum nachvollziehbar. So lese ich in einer Erklärung dieser Geschichte nur schlicht: Es gab keine Lepra in Palästina zu dieser Zeit. Andererseits heißt es, die Heilungen von Aussätzigen stehen im Rang kurz hinter den Totenauferstehungen.

Diese Erzählung spielt in der Welt der antiken Magie, die Aussage der Geschichte liegt in ihrer Deutung. Das heißt: niemand will uns Jesus als Zauberer verkaufen. Jesus ist und bleibt der Sohn Gottes, der Beauftragte Gottes. Im Philipperbrief heißt es, Jesus habe vor seiner irdischen Existenz schon bei Gott selbst gelebt und sei schon von Anfang an bei Gott gewesen, worin genau, weiß man nicht. Er habe aber dann auf sein göttliches Wesen verzichtet und habe menschliche Gestalt angenommen, ja er sei sogar als Sklave erschienen. Dieser Weg führte ihn an das Kreuz. Das habe er bewusst hingenommen, um dadurch nach seinem Tod Gottes Nähe vermitteln zu können. „Predigt über Lukas 17, 11 – 19 mit einem Gedicht von Annette von Droste-Hülshoff, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

HIMMELSSTIEGE: Wie man (vielleicht) in den Himmel kommt, Ankündigung des IFZ Salzburg

Offener Himmel: Himmelsstiege

Im Rahmen der Projektwoche „Offener Himmel“, vom 2. bis zum 11. Oktober 2015, organisiert das ifz. internationales forschungszentrum für soziale und ethische fragen die Veranstaltung „Himmelsstiege: Wie man (vielleicht) in den Himmel kommt“. Dabei geht es um das Nachsinnen über die Frage nach einem gelungenen christlichen Leben im 21. Jahrhundert. Auf dem Weg vom Toscaninihof „nach oben“ erhalten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Inspirationen von Prof. Clemens Sedmak.

IFZ_Aussen_42_-190x235Der „Offene Himmel“ steht dieses Jahr unter dem Motto „spirits for the new world“. In der ersten Oktoberwoche finden dazu im Großraum Salzburg zahlreiche Veranstaltungen statt. Der Startschuss fällt am Freitag, den 2. Oktober um 17.00 Uhr auf den Brücken Salzburgs, mit dem anschließenden „Opera Concert for Peace“ im Salzburger Dom um 20.30 Uhr.

 

Offener Himmel:

HIMMELSSTIEGE: Wie man (vielleicht) in den Himmel kommt

Termin: Samstag, 3. Oktober 2015, 14.00 bis ca. 15.30 Uhr
Ort: Treffpunkt Toscaninihof/Clemens Holzmeisterstiege mit kleinem Aufstieg zum ifz im Edith Stein Haus am Mönchsberg (Fahrt mit Lift möglich)

Um Anmeldung wird gebeten unter:
Email: office@ifz-salzburg.at
oder
Tel: 0662 842521161

Link zur Seite mit einem kleinen Video

Offener Himmel

Handwerk, Technik, Industrie – Pressemeldung zum Tag des offenen Denkmals in Münster

Tag des offenen Denkmals: Münster setzt Bundesmotto ideenreich um

Münster. (SMS) Präzise Zeigermechanik in der Domuhr von 1542, fein gekerbte Totentänzer im Liudgerhaus aus dem 19. Jahrhundert, ungewöhnliche Verglasungen aus den 1960-Jahren auf Haus Heidhorn – am Sonntag, 13. September, lenken die Aktiven aus Münsters Denkmalszene den Blick ihrer Gäste auf handwerkliche Finessen und technische Details. Der Tag des offenen Denkmals lockt mit Angeboten quer über die Stadt verteilt.

153384VBei verschiedenen Führungen lassen sich beispielsweise ganz unterschiedliche Baustile entdecken: vom Expressionismus über Jugendstil und Neorenaissance bis zur Architektursprache der Nachkriegszeit. Nicht nur der Rundgang auf den Spuren des Architekten Alfred Hensen verspricht selbst Münster-Fans ganz neue Entdeckungen im vertrauten Straßenbild.

„Auch wenn mancher es eher nicht vermutet, Münster hat diverse technische Denkmäler zu bieten“, freut sich Mechthild Mennebröcker, städtische Denkmalpflegerin, über die Vielfalt der Veranstaltungen. So zeigt die Albachtener Mühle Mühlentechnik aus über 300 Jahren. Im Pumpwerk in der Hohen Ward wird erläutert, welche Rolle es noch heute für Münsters Trinkwasserversorgung spielt. Die Speicher aus Beton am Hafen und in Coerde zeugen vom versierten Umgang mit großen Mengen. Lorenbahn und Laufkatze im Kreuzviertel erinnern an eine Motorenfabrik.

Daneben gibt es verwunschene, vergessene und unbekannte Winkel zu entdecken, zum Beispiel bei zwei Kötterhäusern in Mecklenbeck und den Schwestern der Dames du Sacre-Coeur. Doch auch Münsters Barockbaumeister Johann Conrad Schlaun ist zu seinem 320. Geburtstag vertreten, ob Lotharinger Kloster, Haus Rüschhaus oder der Aegidiikirche.

Das Programm gibt es u. a. in der Münster-Information im Stadthaus 1 sowie im Internet (www.muenster.de/stadt/denkmal). Wer darin das Rathaus vermisst, muss sich eine Woche gedulden: Am 20. September informieren Vorträge und Führungen über die vielen Facetten des frisch gebackenen Trägers des Europäischen Kulturerbe-Siegels. Auch diese Veranstaltungen finden sich im Programm.

Foto: Im Raster gestellte Betonstützen gliedern die großen Kornkammern, ob im Flechtheimspeicher oder den Speichergebäuden in Coerde. Davon kann man sich am Tag des offenen Denkmals überzeugen. Foto: Stadt Münster.