Kirchliche Bestattung ohne geprägte gottesdienstliche Gestalt, ein Beispiel, Emanuel Behnert, Lippetal 2015

Vorbemerkung: „Wir glauben alle irgendwie an den lieben Gott, aber im Alltag brauchen wir die Kirche nicht. Wir suchen die Gemeinschaft der Menschen, aber bitte ohne Gottesdienst.“  Inzwischen bin ich der Meinung, dass gerade auch diese Menschen, die wir ja immer häufiger treffen, ein Recht auf Begleitung in Krisensituationen haben… und Kirche eine Chance, sich Ihnen noch einmal neu zu zeigen. Also ging es mir zunächst darum, die Menschen in ihrer Wahrnehmung in der Situation der Bestattung ankommen zu lassen, um dann aufzuzeigen, dass es ein Mehr gibt, als die Wahrnehmung, die uns so offensichtlich zu sein scheint.

Musikalische Eröffnung: “Zeit zu gehen” (Unheilig)

Begrüßung: „Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst.
Irgendwann plötzlich heißt es damit umgehen, ihn aushalten, annehmen, diesen Abschied, diesen Schmerz des Sterbens, dieses Zusammenbrechen, um neu aufzubrechen.“ (Autor unbekannt, http://www.spruch.de/Spruch/219.htm)
Ein Menschenherz hat aufgehört zu schlagen. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt unwiderruflich. Ein Platz in unserer Mitte bleibt leer. Und auch, wenn wir wussten, dass er kommt, dieser Augenblick des Abschiednehmens, und auch, wenn wir dankbar sind für das friedliche Dahinscheiden eines lieben und geliebten Menschen, sind wir doch in dieser Stunde des Abschieds auf sonderbare Weise berührt. Traurigkeit und Wehmut schlagen ihre dunklen Töne in uns an. Aber durch sie hindurch klingt auch die Dankbarkeit für dieses Menschenleben, das sein irdisches Ende gefunden hat. Bilder der Erinnerung erwachen in uns zu neuer Lebendigkeit und lassen so den Menschen, der von uns gegangen ist, dessen Platz leer bleibt, dennoch unter uns sein. „Kirchliche Bestattung ohne geprägte gottesdienstliche Gestalt, ein Beispiel, Emanuel Behnert, Lippetal 2015“ weiterlesen

Predigtmeditation für den ersten Sonntag nach Epiphanias, Josua 3, 5-17 (Auswahl), Christoph Fleischer, Welver 2015

Predigttext (neu) Josua 3, 5-11.17

5 Und Josua sprach zum Volk: Heiligt euch, denn morgen wird der HERR Wunder unter euch tun. 6 Und zu den Priestern sprach er: Hebt die Bundeslade auf und geht vor dem Volk her! Da hoben sie die Bundeslade auf und gingen vor dem Volk her.
7 Und der HERR sprach zu Josua: Heute will ich anfangen, dich groß zu machen vor ganz Israel, damit sie wissen: Wie ich mit Mose gewesen bin, so werde ich auch mit dir sein. 8 Und du gebiete den Priestern, die die Bundeslade tragen, und sprich: Wenn ihr an das Wasser des Jordans herankommt, so bleibt im Jordan stehen.
9 Und Josua sprach zu den Israeliten: Herzu! Hört die Worte des HERRN, eures Gottes! 10 Daran sollt ihr merken, dass ein lebendiger Gott unter euch ist und dass er vor euch vertreiben wird die Kanaaniter, Hetiter, Hiwiter, Perisiter, Girgaschiter, Amoriter und Jebusiter: 11 Siehe, die Lade des Bundes des Herrschers über alle Welt wird vor euch hergehen in den Jordan. 17Und die Priester, die die Lade des Bundes des HERRN trugen, standen still im Trockenen mitten im Jordan. Und ganz Israel ging auf trockenem Boden hindurch, bis das ganze Volk über den Jordan gekommen war.

Lesungen: Epistel: Römer 12, 1-8, Evangelium: Mt. 3, 13-17

Exegese:

Diese Kurzfassung beschränkt sich auf das wesentliche Ereignis, dass die Angehörigen des Volkes Israel den Jordan (vor der Landnahme) trockenen Fußes überqueren konnten. Der Kontext kann auf das Schilfmeerwunder verweisen. Es wird vermutet, in Gilgal nahe Jericho sei der Zwölfstämmebund kultisch vergegenwärtigt worden (Die Wissenschaft hat diese Theorie verworfen. Der Text ist also in erster Linie literarisch zu würdigen: http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/gilgal-1/ch/f7f94d07c4a6abdd0e541ef88a0cc602/).

IMG_0081 (2) KopieHier ist von der Bundeslade die Rede, die durch den Jordan hindurch getragen werden soll. Zugleich wird in diesem Text durch die Bundeslade das Wunder der Flussüberquerung erst ermöglicht. „Predigtmeditation für den ersten Sonntag nach Epiphanias, Josua 3, 5-17 (Auswahl), Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Predigt über Johannes 12, Christoph Fleischer, Welver 2014

Predigttext: Johannes 12, 44-50 (Gute Nachricht Bibel)

Diese Predigt halte ich am Sonntag nach Weihnachten in Bad Sassendorf und am 2. Sonntag nach Weihnachten in Ense.

Jesus rief laut:

„Wer mich annimmt, nimmt nicht mich an, sondern den, der mich gesandt hat.
Wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.
Ich bin als Licht in die Welt gekommen,
damit alle, die mich annehmen, nicht im Dunkeln bleiben.
Wer hört, was ich sage, und sich nicht danach richtet, den verurteile ich nicht;
denn ich bin nicht als Richter in die Welt gekommen,
sondern als Retter.
Wer mich ablehnt und nicht annimmt, was ich sage,
hat seinen Richter schon gefunden:
Die Worte, die ich gesprochen habe,
werden ihn am letzten Tag verurteilen.
Was ich euch gesagt habe, stammt nicht von mir;
der Vater, der mich gesandt hat,
hat mir aufgetragen, was ich zu sagen und zu reden habe.
Und ich weiß, dass das, was er mir aufgetragen hat,
euch ewiges Leben bringt.
Für alle meine Worte gilt also:
Ich sage euch genau das, was der Vater mir gesagt hat.“

Liebe Gemeinde,

Als ich gerade den Text noch einmal abgeschrieben habe, kam mir der Gedanke: Jetzt ist die Katze aus dem Sack. Darum geht es also am Weihnachtsfest, das wir heute in der Rückschau betrachten.

Dazu fiel mir ein:

Vor etwa 10 Jahren bin ich einmal kurz nach Neujahr ins Erzgebirge gefahren, nach Schneeberg. Die Buden auf dem Weihnachtsmarkt standen noch, aber waren verschlossen. Die Pyramiden drehten sich noch. Die Weihnachtsbäume waren erleuchtet, aber keiner war da, der sich dafür interessierte. Die erzgebirgischen Läden und das Museum waren Gottseidank geöffnet, wir hatten wirklich alle Zeit der Welt, uns diese Weihnachtswelt der Räuchermänner und Pyramiden in Ruhe anzuschauen und waren in der Stadt fast unter uns.

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Und mir kam die Frage: Was bleibt vom Weihnachtsfest, wenn sich der Tanz ums goldene Kalb verzogen hat, wenn der Glühweinduft verschwunden ist und das Geplärre der Rekorder aufgehört hat? „Predigt über Johannes 12, Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen

Weihnachtspredigt über Johannes 1, 1. Weihnachtstag, Christoph Fleischer, Welver 2014

Predigt über Johannes 1, 1 – 5,9 – 14,16 – 18 (Gute Nachricht Bibel)
1Am Anfang war das Wort*. Das Wort war bei Gott,
und in allem war es Gott gleich.
2Von Anfang an war es bei Gott.
3Alles wurde durch das Wort geschaffen;
und ohne das Wort ist nichts entstanden.
4In ihm war das Leben,
und dieses Leben war das Licht für die Menschen.
5Das Licht strahlt in der Dunkelheit,
aber die Dunkelheit hat sich ihm verschlossen.
9Das wahre Licht, das in die Welt gekommen ist
und nun allen Menschen leuchtet, ist Er, der das Wort ist.
10Er, das Wort, war schon immer in der Welt,
die Welt ist durch ihn geschaffen worden,
und doch erkannte sie ihn nicht.
11Er kam in seine eigene Schöpfung,
doch seine Geschöpfe, die Menschen, wiesen ihn ab.
12Aber allen, die ihn aufnahmen und ihm Glauben* schenkten,
verlieh er das Recht, Kinder Gottes zu werden.
13Das werden sie nicht durch natürliche Geburt
oder menschliches Wollen und Machen,
sondern weil Gott ihnen ein neues Leben gibt.
14Er, das Wort, wurde ein Mensch,
ein wirklicher Mensch von Fleisch und Blut.
Er lebte unter uns, und wir sahen seine Macht und Hoheit,
die göttliche Hoheit, die ihm der Vater gegeben hat, ihm, seinem einzigen Sohn*.
Gottes ganze Güte und Treue ist uns in ihm begegnet.
16Aus seinem Reichtum hat er uns beschenkt,
uns alle mit grenzenloser Güte überschüttet.
17Durch Mose gab Gott uns das Gesetz*,
in Jesus Christus aber ist uns seine Güte und Treue begegnet.
18Kein Mensch hat Gott jemals gesehen.
Nur der Eine, der selbst Gott ist und mit dem Vater in engster Gemeinschaft steht, hat uns gesagt und gezeigt, wer Gott ist.

(Die Predigt halte ich am 25.12 um 10 Uhr in der Anna-Kaplle Ense-Niederense)

Liebe Gemeinde,

dieses Evangelium, das heute Predigttext ist, ist vormals am zweiten Weihnachtstag vorgelesen worden. In diesem Jahr ist es zur Erprobung am ersten Weihnachtsfeiertag dran. Die Ordnung geht sicherlich davon aus, dass wir aus unterschiedlichen Gründen die Weihnachtsgeschichte des Lukas noch im Ohr oder in Gestalt einer Krippe vor Augen haben. Das Johannesevangelium liefert keine derartige Erzählung, weder die von den Hirten noch die der Weisen aus dem Morgenland.IMG_0337
Trotzdem ist der Anfang des Johannesevangeliums, genannt der Prolog, auch eine Art Weihnachtsgeschichte. Während die eine Weihnachtsgeschichte an einem Ort spielt, in Bethlehem, ist diese Weihnachtsgeschichte über die ganze Welt verbreitet. In der ganzen Schöpfung. „Weihnachtspredigt über Johannes 1, 1. Weihnachtstag, Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen

Gott in mir. Erfahrung oder Theologie? Gerd Kracht Recklinghausen 2014

Gott in mir
– eine Geschichte –

Linda kam als junge Mutter zu der Einsicht, dass es einen Gott geben muss, als sie das Wunder der Geburt ihres ersten Kindes, erlebte. Sie wurde selbst Erfahrungs-Wunder, auf geistiger und physischer Ebene und wollte dieses wunderbare Erlebnis in ihrem Alltag Wirklichkeit werden lassen.
Bis dahin hatte sie sich nur Weihnachten oder bei plötzlichen Traueranfällen mit Fragen nach Gott oder Unendlichkeit auseinandergesetzt.
Begeistert meldete sie ihr Baby zur Taufe an, und verabredete mit der Pfarrerin, sich öfter in ihrer Gemeinde sehen zu lassen. Ihr persönlich wurde es zur Gewohnheit, innerlich mit Gott zu kommunizieren, ihn an vielen Alltagsproblemen teilhaben zu lassen. Damit konnte sie auch getrost das gesamtgesellschaftliche Geschehen, das sie von Medien und Nachrichten kannte, dem allmächtig geglaubten Gott überlassen. „Gott in mir. Erfahrung oder Theologie? Gerd Kracht Recklinghausen 2014“ weiterlesen