Kirchliche Bestattung ohne geprägte gottesdienstliche Gestalt, ein Beispiel, Emanuel Behnert, Lippetal 2015

Vorbemerkung: “Wir glauben alle irgendwie an den lieben Gott, aber im Alltag brauchen wir die Kirche nicht. Wir suchen die Gemeinschaft der Menschen, aber bitte ohne Gottesdienst.”  Inzwischen bin ich der Meinung, dass gerade auch diese Menschen, die wir ja immer häufiger treffen, ein Recht auf Begleitung in Krisensituationen haben… und Kirche eine Chance, sich Ihnen noch einmal neu zu zeigen. Also ging es mir zunächst darum, die Menschen in ihrer Wahrnehmung in der Situation der Bestattung ankommen zu lassen, um dann aufzuzeigen, dass es ein Mehr gibt, als die Wahrnehmung, die uns so offensichtlich zu sein scheint.

Musikalische Eröffnung: “Zeit zu gehen” (Unheilig)

Begrüßung: „Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst.
Irgendwann plötzlich heißt es damit umgehen, ihn aushalten, annehmen, diesen Abschied, diesen Schmerz des Sterbens, dieses Zusammenbrechen, um neu aufzubrechen.“ (Autor unbekannt, http://www.spruch.de/Spruch/219.htm)
Ein Menschenherz hat aufgehört zu schlagen. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt unwiderruflich. Ein Platz in unserer Mitte bleibt leer. Und auch, wenn wir wussten, dass er kommt, dieser Augenblick des Abschiednehmens, und auch, wenn wir dankbar sind für das friedliche Dahinscheiden eines lieben und geliebten Menschen, sind wir doch in dieser Stunde des Abschieds auf sonderbare Weise berührt. Traurigkeit und Wehmut schlagen ihre dunklen Töne in uns an. Aber durch sie hindurch klingt auch die Dankbarkeit für dieses Menschenleben, das sein irdisches Ende gefunden hat. Bilder der Erinnerung erwachen in uns zu neuer Lebendigkeit und lassen so den Menschen, der von uns gegangen ist, dessen Platz leer bleibt, dennoch unter uns sein. „Kirchliche Bestattung ohne geprägte gottesdienstliche Gestalt, ein Beispiel, Emanuel Behnert, Lippetal 2015“ weiterlesen

Mit Demenzkranken und Senioren Gottesdienst feiern, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014

Zu: Jürgen Gauer: Du hältst deine Hand über mir, Gottesdienste mit Demenzkranken, Patmos-Verlag Düsseldorf 2009, ISBN 978-3-491-70424-4, Preis: 14,90 Euro
und zu:
Jürgen Gauer: Von allen Seiten umgibst du mich, Symbolgottesdienste für Senioren, Schwabenverlag Ostfildern 2011, ISBN 978-3-7966-1543-6, Preis:  16,90 Euro

imagemagicDer Band mit Gottesdiensten für an Demenz erkrankte Gottesdienstbesucher richtet sich an Seelsorgerinnen und Seelsorger verschiedener Konfessionen, die im Seniorenheim oder öffentlich Gottesdienste mit demenzkranken Menschen halten möchten. Das Vorwort ist faktisch eine Einleitung, in der der Autor, Pfarrer und Altenheimseelsorger im Kirchenkreis Soest, Jürgen Gauer, eine sachkundige Einleitung gibt und darin den Wert der Erinnerungsarbeit für Seniorinnen und Senioren vor allem bei Demenz hervorhebt. Die Gottesdienste greifen das Bedürfnis danach auf, sich erinnern zu können und zu dürfen. Schon die Erfahrung, einen bekannten Psalm auswendig mitzusprechen, sowie Gebete wie das Vater Unser und bekannte Lieder wiederzukennen, kann Menschen zurückholen in die Gegenwart, in das Hier und Jetzt. Wozu solche Gottesdienste da sind, lässt sich wohl am besten mit den Worten des Autors selbst wiedergeben: “Gottesdienste mit demenziell erkrankten Menschen sind –  wie alle Gottesdienste – Herzenssache, Frohmachereignisse. Sie sind Trost- und Vergebungsoasen. Segenstankstellen. Gemeinschaftsquellen.” (S. 11)
„Mit Demenzkranken und Senioren Gottesdienst feiern, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014“ weiterlesen