Zu: Scheidewege, Jahresschrift für skeptisches Denken, Herausgegeben von der Max Himmelheber-Stiftung, Jahrgang 45, 2015/2016, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2015, ISBN 978-3-7776-2541-6, Preis: 32,50 Euro
Das Inhaltsverzeichnis der Jahresschrift „Scheidewege“ findet sich in Kurzfassung auf dem Buchumschlag in der abgedruckten Reihenfolge und am Ende des Buches noch einmal nach Autoren alphabetisch sortiert. Das Projekt dieser Jahresschrift vertritt kein festgelegtes Thema. Gleichwohl sind die meisten Artikel auf aktuelle kulturelle oder politische Themen bezogen. „Philosophische Gedanken zu aktuellen Themen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen
Vorbemerkung: „Wir glauben alle irgendwie an den lieben Gott, aber im Alltag brauchen wir die Kirche nicht. Wir suchen die Gemeinschaft der Menschen, aber bitte ohne Gottesdienst.“ Inzwischen bin ich der Meinung, dass gerade auch diese Menschen, die wir ja immer häufiger treffen, ein Recht auf Begleitung in Krisensituationen haben… und Kirche eine Chance, sich Ihnen noch einmal neu zu zeigen. Also ging es mir zunächst darum, die Menschen in ihrer Wahrnehmung in der Situation der Bestattung ankommen zu lassen, um dann aufzuzeigen, dass es ein Mehr gibt, als die Wahrnehmung, die uns so offensichtlich zu sein scheint.
Musikalische Eröffnung: “Zeit zu gehen” (Unheilig)
Begrüßung: „Keiner wird gefragt, wann es ihm recht ist, Abschied zu nehmen von Menschen, Gewohnheiten, sich selbst. Irgendwann plötzlich heißt es damit umgehen, ihn aushalten, annehmen, diesen Abschied, diesen Schmerz des Sterbens, dieses Zusammenbrechen, um neu aufzubrechen.“ (Autor unbekannt, http://www.spruch.de/Spruch/219.htm)
Ein Menschenherz hat aufgehört zu schlagen. Eine Stimme, die uns vertraut war, schweigt unwiderruflich. Ein Platz in unserer Mitte bleibt leer. Und auch, wenn wir wussten, dass er kommt, dieser Augenblick des Abschiednehmens, und auch, wenn wir dankbar sind für das friedliche Dahinscheiden eines lieben und geliebten Menschen, sind wir doch in dieser Stunde des Abschieds auf sonderbare Weise berührt. Traurigkeit und Wehmut schlagen ihre dunklen Töne in uns an. Aber durch sie hindurch klingt auch die Dankbarkeit für dieses Menschenleben, das sein irdisches Ende gefunden hat. Bilder der Erinnerung erwachen in uns zu neuer Lebendigkeit und lassen so den Menschen, der von uns gegangen ist, dessen Platz leer bleibt, dennoch unter uns sein. „Kirchliche Bestattung ohne geprägte gottesdienstliche Gestalt, ein Beispiel, Emanuel Behnert, Lippetal 2015“ weiterlesen
Zu: Herwig Oberlechner / Gerald Heschl (Hg.), „Dem Menschen nahe sein“ – „Vom Umgang mit Leiden, Würde und dem Sterben“ Styria Premium 2014, ISBN 978-3-222-13483-8, gebunden 19,99€
Die deutschsprachige jüdische Schriftstellerin Mascha Kaleko (*1907 +1975) schrieb 1973 in ihrem Gedicht „Memento“ die Zeilen: „Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang“… und „… bedenkt, den eignen Tod, den stirbt man nur…“. Ein Gedicht, in dem sie sich aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr intensiv und einfühlsam mit dem Sterben und dem Tod von nahestehenden Menschen beschäftigt, der sie selbst intensiv an die Begrenztheit des eigenen Lebens heranführt und ihr diese in die Gegenwart ihrer Gedanken ruft.
Eine Wirklichkeit, die uns auch heute Tag für Tag vor Augen steht, von vielen aber, die mitten im Leben zu stehen scheinen, oft verdrängt wird. Wenngleich durchaus betont werden muss, dass m.E. hier ein Umdenken eingesetzt hat, wenn man daran denkt, wie viele Menschen heute schon frühzeitig eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung verfassen. Der Tod geht uns alle an, und wird uns eines unbekannten Tages einfach so nur erreichen, ereilen. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ betete schon vor über 2500 Jahren der Psalmbeter, beten auch wir mitunter noch heute. „Keine Angst vor dem Sterben, Rezension von Emanuel Behnert, Lippetal 2014“ weiterlesen
„Voller Hoffnung leben. In Frieden sterben. – Das Zeitliche segnen!“ Neben diesem mehrdeutigen Titel blickt uns Margot Käßmann aufmerksam, nachdenklich, einladend vom Schutzumschlag ihres neuen Buches an. Ja, dieses Buch ist eine Einladung, sich einem Thema zu stellen, das viele von uns als nicht einfach empfinden, es gerne im „normalen Alltagsleben“ von sich wegschieben, von dem sie doch aber im Verlauf ihres Lebens immer wieder eingeholt werden. Das Sterben.
Das Sterben von Menschen, dem wir im Lauf unseres Lebens begegnen, rückt immer wieder auch die Begrenzung unserer Lebenszeit in unser Blickfeld. Manch einen mag dies in Angst und Schrecken versetzen. Manch einer schiebt die Gedanken, die sich zu diesem Thema oft ungewollt aufdrängen, gerne schnell beiseite. Aber es gibt auch Menschen, die aus dieser Situation, der Unausweichlichkeit einmal sterben zu müssen, Kraft, Hoffnung und einen Lebensmut schöpfen, die sie zu einer Einladung zum Leben an Andere weitergeben. Margot Käßmann gehört dazu. Und so ist schon die Umschlaggestaltung ihres Buches, wenn man sie sensibel wahrnimmt eine Zusage an jeden Leser, dass er nicht allein gelassen wird, bei der Suche nach Antworten auf schwierige Fragen, die die letzten Dinge des Lebens betreffen.
Zu: Dr. med. Eben Alexander, Blick in die Ewigkeit, Die faszinierende Nahtoderfahrung eines Neurochirurgen, Aus dem Englischen übersetzt von Juliane Molitor, Ansata Verlag München 2013, ISBN 978-3-7787-7477-9, Preis 19,99 Euro
Fest steht, dass dieses Buch auf viele Leserinnen und Leser eine Faszination ausübt. Der Bericht von Eben Alexander über die Erfahrungen mit seinem einwöchigen Koma ist eingebettet in eine anschauliche Schilderung der familiären und beruflichen Situation. Der versierte Arzt und Wissenschaftler arbeitete lange Zeit in Harvard (Boston, USA). Seit 2006 lebt die Familie in Virginia. Die neue Arbeitsstelle erreicht Eben Alexander erst nach siebzig Minuten Autofahrt, wodurch er täglich um 4.30 Uhr aufstehen muss. An dem Tag, an dem sich eine sehr schwere Meningitis bemerkbar macht, wird er ins Krankenhaus seines Wohnorts gebracht und fällt unmittelbar ins Koma; auf der Intensivstation muss er künstlich beatmet werden. „Einmal in den Himmel – und wieder zurück, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen
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