Lars Jaeger: Mehr Zukunft wagen! Wie wir alle vom Fortschritt profitieren, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2019, gebunden, 288 Seiten, ISBN: 978-3-579-01480-7, Preis: 22,00 Euro (print)
Meine Frage an das Buch von Lars Jaeger über die Zukunftsperspektive ist, ob der Untertitel wirklich den „roten Faden“ formuliert und nicht nur ein Anstoß eines sicherlich wichtigen Aspekts liefert, dass eben alle vom Fortschritt profitieren, egal auf welcher Seite sie etwa in der Klimadebatte stehen.
Zum einen lese ich: Die Zukunftsangst ist berechtigt.
Aber trotzdem wird der Umgang mit der Zukunftsfrage gerade in der Form der Prognose kritisiert. So lassen sich gerade auf die letzten 50 Jahre bezogen auch signifikante Veränderungen konstatieren. Einmal ist etwa die wissenschaftliche Basis eines Berichts vom Club of Rome von 1968 von heute aus zu hinterfragen. Natürlich ist der Wald bedroht, aber heute nicht mehr durch den sauren Regen, sondern von den Folgen der Klimaveränderung.
Sogar die Überbevölkerung sei nicht zwangsläufig eine Katastrophe, die zum Kollaps der Erde führt. Schon seit dem 18. Jahrhundert wurde das moderne Bevölkerungswachstum prognostiziert und auf die Folgen umgerechnet.
Was bei beiden Prognosen fehlt, worin Lars Jaeger recht gegeben werden muss, ist die Flexibilität der menschlichen Reaktionsfähigkeit, zu der nicht zuletzt die Forschung beiträgt.
An dieser Stelle der Argumentation bricht das Buch aber eigenartigerweise ab und ignoriert weitere Folgen weltweiter Ressourcenverschwendung. Der global wirkenden Kapitalismus ist auch sicher nicht nur ein Segen. Könnte nicht doch die weltweite Verknappung des Wassers und die zusätzlich steigende Trockenheit der menschlichen Kreativität schlicht die Zeit nehmen?
Ich empfinde es hier nun schon fast als Themenwechsel, dass sich das Buch im zweiten Hauptteil den neuen Schlüsseltechnologien widmet. Und hier knüpft meine Frage an, ob zwischen diesen Buchdeckeln nicht wirklich zwei Bücher schlummern, die kunstvoll miteinander verknüpft worden sind. Sicherlich ist dem Autor darin Recht zu geben, dass auch ökologisch argumentierende Wissenschaftler und Politiker die Fortschritte der Technologie nicht ausblenden, sondern gerade zu eigen machen. Die Vision vernetzter Stromnetze etwa lässt sich ohne den technologischen Fortschritt kaum denken. Die Technologien selbst stellen ja auch die Zukunft nicht in Frage, sondern das menschliche Verhalten.
Insofern ist der letzte Teil des Buches eine gute Anknüpfung an die Frage des ersten Teils und kommt quasi damit auf das Zukunftsthema wieder zurück. Hier wird die Zukunftsfrage nun philosophisch ausgewertet. Es wird einerseits eine neue Aufklärung geben müssen und, so Lars Jaeger, auch von einer neuen Ethik die Rede sein, die den menschlichen Egoismus zugunsten einer Philosophie des Teilens überwindet. Schade, dass dieses Thema nicht schon am Anfang des Buches steht.
Am Ende dieser Rezension möchte ich auf eine Rezensentin hinweisen, die ausschließlich mit kurzen Videos auf youtube arbeitet, genannt Bücherliebe. Sie hat das Buch von Lars Jaeger ebenfalls besprochen:
Klaas Huizing: Schluss mit Sünde! (Gebundene Ausgabe), Warum wir eine neue Reformation brauchen, Kreuz Verlag, Freiburg 2017, Gebunden, 128 Seiten, ISBN: 978-3-946905-08-0, Preis: 15,00 Euro
Im Büchlein „Schluss mit Sünde“ will Klaas Huizing endlich mit der „Sündenverbiesterung“ im Christentum brechen. Seiner Meinung nach hemmt das alte christliche Menschenbild jegliche Emanzipation und Entwicklung. Luther hat mit seiner Elitenkritik und kraft der Freiheit seines Gewissens, gebunden an das Wort Gottes, die Tür zu Freiheit und Partizipation (Priestertum aller Gläubigen) weit geöffnet, gleichzeitig aber unkritisch – so Huizing – die Erbsündenlehre Augustins weiter tradiert. Ferner: Mit seinem Simul-Justus-et-Peccator-Konzept bürstet Luther viele alttestamentliche und neutestamentliche Texte gegen den Strich. Er wird ihnen nicht gerecht.
In Folge von Luther, Calvin und anderen Reformatoren bleibt der Protestantismus trotz Aufklärung und Postmoderne einem negativen Menschenbild verhaftet. Das ist heute nicht mehr vermittelbar. Der „literaturfromme“ Klaas Huizing wählt eine andere Lesart der biblischen Geschichten. Anhand der Kain- und Abel-Geschichte zeigt er überzeugend, wie Scham sich in Schuld verschiebt.
Es geht gerade nicht um die Aussage, dass wir Menschen der Sünde verfallen sind und den Tod verdienen, sondern das Kainsmal schützt Kain. Die Geschichte evoziert ein Nachdenken, Scham nicht in Schuld umkippen zu lassen.
Huizing liest die Bibel als Weisheitsbuch. Sie ist für ihn kulturgeschichtlich gesehen ein großer Bildungsroman, Gott ein Weisheitslehrer und Jesus von Nazareth der größte Weisheitscoach aller Zeiten.
„Schluss mit Sünde“ enthält viele nachdenkenswerte Passagen und Anstöße, insgesamt ist es mir jedoch zu eklektisch und zu dünn in der Argumentation. Auf Augustins Erbsündenlehre wird rumgehackt, jedoch fehlt eine ernstzunehmende Auseinandersetzung mit paulinischer Schluss-mit-Sünde-Theologie, wo bekanntlich mit Christus endlich Schluss mit Sünde ist und ein Leben aus dem Geist die Sünde überwindet.
Ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass Autor und Verlag zum 500. Reformationsjubiläum schnell noch etwas Reißerisches auf den Markt bringen wollten. Einige durchaus lesenswerte Kapitel scheinen ungeschickt als Füllmaterial ins eh schon dünne Büchlein gerutscht zu sein.
Fazit: In „Schluss mit Sünde“ bleibt Huizing ironischerweise seiner calvinistischen Herkunft – die er als Kulturprotestant hinter sich lassen will – treu. Er ersetzt den Überwachungscalvinismus, der zum Ziel hatte, dass in der christlichen Gemeinde endlich Schluss mit Sünde sei, durch einen Bildungscalvinismus, der nicht mehr vom Sünder reden, sondern Sünde nur noch coachen will.
Vielleicht brauchen wir eine neue Reformation, wie es im Untertitel des Buches „Schluss mit Sünde“ heißt, aber das schmale Bändchen ist nicht annähernd eine Reformationsstreitschrift im Kaliber der Schriften Luthers 1517. Es darf bitte etwas mehr begründete Theologie sein.
Anmerkung: Die Rezension ist erschienen im Deutschen Pfarrerblatt 1/2020
Jando: Im Himmel gibt es einen Bahnhof, Hörbuch, MP3, gelesen von Christopher Groß und Ines Nieri, Koros-Nord, Bad Zwischenahn 2019, Gesamtlänge 100 Minuten, mit Booklet, ISBN: 9783945908198, Preis: 15,98 (CD-ROM)
Jando sitzt mit seinem Hund am Ufer des Zwischenahner Meeres und sieht wahlweise in den Sonnenauf- oder Untergang. An dieses Bild auf der Facebookseite musste ich denken, als ich den Anfang des Hörbuchs hörte, der auch so oder ähnlich als Trailer auf der Homepage Jandos steht (https://www.youtube.com/watch?v=0Jggf6TgDHc&feature=youtu.be).
Die Stimme des Erzählers ist die von Christopher Groß, der seiner Stimme einen tiefen, wohltuenden und zugleich einfühlenden sowie Neugier erweckenden Klang gibt, so dass ich mich beim Hören frage: Warum sitzt dieser Mann, von dem wir später erfahren, dass er Finn heißt, auf einer Bank am Meeresufer und warum bereitet es ihm Mühe, sich zu erinnern? Im Hintergrund hören wir Möwen und das Geräusch des Meeres, dann das Schnuppern eines Hundes.
Eine Frau, die sich mit dem Namen Maja vorstellt, begleitet von einem Hund namens Steuermann, setzt sich zu ihm. Sie wird gesprochen von der Hamburger Schauspielerin Ines Nieri mit einer deutlichen und klaren Stimme. Sie hilft ihm sich zu erinnern und er erzählt eine wunderbare und romantische Liebes- und Lebensgeschichte, die ein wenig an die Hippiezeit erinnert.
Doch was hat dies alles mit einem Bahnhof zu tun, der sich angeblich im Himmel befindet? Dies erfahren wir, indem die Geschichte eine ungeheuerliche, ja auch dramatisch spannende Wende nimmt. Im Laufe dieser Erzählung verschieben sich die Elemente der Realität und der Phantasie. Oder ist es nicht doch mehr als Phantasie, wenn Menschen vom Himmel sprechen, in dem sie ihr Leben nach dem Tod aufgehoben wissen? Ist die Geschichte gar ein Modell für die Gedanken der Religion?
Hier spätestens wird deutlich, in welchem Zusammenhang der Anfang mit dem Fortgang der Erzählung steht. Die Bedeutung des Anfang erschließt sich vom Ende her. Dies ist eine Erzählung mit Tiefgang, was die Sprecherin und der Sprecher auch deutlich zu machen verstehen.
Diese Hörbuchaufnahme erinnert in manchen Zügen mehr an ein Hörspiel, da die Stimmen auch szenisch erklingen und ein Soundtrack die jeweilige Szenerie plastisch vermittelt.
Die MP3-CD wird abgerundet durch drei Musikstücke, die in der Sprache der Musik die Kraft der Liebe zum Ausdruck bringen.
Isabelle Schumacher: Im Herzen berührt, Durch Wertschätzung und Selbstliebe, Lüchow im Kamphausen Media GmbH, Bielefeld 2019, Softcover, 206 Seiten, ISBN (print): 978-3-95883-372-2, Preis: 16,00 Euro
Als ich im letzten Jahr aufgrund eines Herzinfarkts in der REHA war, wurde das Programm durch Vorträge einer Psychologin bereichert. Einer dieser Vorträge trug den Titel „Herzintelligenz“.Es kann schon von diesem Stichwort her nicht mehr darum gehen, dass Herz nur als zentrales menschliches Organ zu sehen, als Generator des Herzschlags, als Impulsgeber und Pumpe oder als Herzrhythmusgeber, sondern ebenso als Organ der Intelligenz und des Gefühls.
Darauf wurde ich schon ein Jahr vorher hingewiesen, als bei einer Bibelarbeit die Worterklärung des Hebräischen für Herz auftauchte, wobei „Herz“ hier sowohl mit Gefühl als auch mit Vernunft übersetzt werden kann.
Auch von der Medizin her ist bekannt, dass ein gebrochenes Herz als „Broken Heart Syndrom“ Ursache schwerer Herzkrankheiten wie eines Herzinfarkts oder des Herzflimmerns sein kann.
Das Buch von Isabell Schumacher geht diesem Zusammenhang nach und versteht das Thema psychotherapeutisch. Das Gegenteil eines guten Herzgefühls bezeichnet sie als Stress. Was hilft gegen Stress?, so fragt die Autorin, und entdeckt die Meditation als Mittel dafür, sich mit seinem „Herzen“ zu verbinden.
In der Einleitung wird die therapeutische Arbeit am Herzen so zusammengefasst: „Allein durch die innere Stärkung, durch das Fokussieren auf eine gesunde, lebensbejahende, stress- und schmerzfreie Energie, allein durch das Etablieren von hellen Emotionen hatte sich ihre Chemie derart verändert, dass sie eine Heilung zuließen.“ (S. 16).
Die Denkanstöße verbindet die Autorin mit therapeutischen Übungen, die die (Selbst-)Therapie unterstützen sollen.
Die Grundgedanken der Therapie sind esoterisch motiviert, was in diesem Zusammenhang auch ein Schlüsselwort sein kann: Die Heilung soll von Innen kommen, durch die Einheit von Gefühl und Verstand.
Olaf Schmidt: Der Oboist des Königs, Das abenteuerliche Leben des Johann Jacob Bach, Roman, Verlag Galiani Berlin 2019, gebunden, 590 Seiten, ISBN: 978-3-86971-185-0, 25,00 Euro
Vorbemerkung: Kurz nach der Wende haben wir einen Presbyteriumsausflug nach Eisenach gemacht, das Pfarrkollegium zusammen mit Presbyterinnen und Presbytern. Wir waren mit einem kleinen Reisebus unterwegs und konnten zur Wartburg und später in die Altstadt von Eisenach fahren.
Eine der letzten Stationen in Eisenach war dort das Bach-Haus, ein denkmalgeschütztes Bauwerk mit einem Museum der barocken Musik, das eine Vielzahl von Instrumenten aus der Bachzeitbeherbergt. Ich war auf Johann Sebastian Bach fixiert, denn hier hat er als Kind gelebt. Das Haus war damals die Dienstwohnung des Stadtmusikers, so auch der Familie Bach.
Der erste Abschnitt des Buches von Olaf Schmidt erzählt die Geschichte der Brüder Jacob und Sebastian, die unter dem frühen Tod der Eltern leiden mussten. Doch eine verzweigte Musikerverwandtschaft konnte die Waisenkinder auffangen. Nach dem Tod der Eltern werden die Brüder in Ohrdruf aufgenommen und nach einiger Zeit Zeugen eines Gottesdienstes, in dem der Onkel Johann Christoph Bach an der Orgel eine musikalische Revolution vorführte. Die Erzählung dieser musikalischen Darbietung an der Orgel lässt den Atem stocken, so lebendig und zugleich auch so gut beobachtet schildert Olaf Schmidt die Darbietung des Organisten, die als Fantasie oder Toccata bezeichnet wurde, und wie üblich, in eine Fuge überging, aus heutiger Sicht aber zugleich eine streng strukturierte Improvisation wie ein Jazzkonzert: „Dann ging Christoph zu auf- und abwogenden Läufen in Sechzehnteln und Zweiunddreißigsteln über, beschleunigte, wurde schneller und schneller – und brach jäh ab: mit einem verminderten Septakkord! Jacob stockte der Atem. Hatte Christoph danebengegriffen?“ (S. 57)
Die Perspektive der Erzählung des Romans liegt ganz in den Personen wie hier Johann Jacob Bach. So wird die geschilderte Darbietung aus erzählter Erfahrung, die nicht nur Beobachtung ermöglicht, sondern auch das Gefühl anspricht.Das Buch ist eine außerordentliche Leseerfahrung.
Christiane Tietz: Karl Barth, Ein Leben im Widerspruch, C. H. Beck Verlag, München 2018, gebunden, 538 Seiten, ISBN: 978-3-406-72523-4, Preis: 29,95 Euro
Dass Karl Barths Leben im Widerspruch wurzelte, ist nicht selbstverständlich. Christiane Tietz gelingt es absolut, die Entwicklungsgeschichte eines Theologen quasi als die eines theologischen Wunderlandes darzustellen. Barth kam als Praktiker, als engagierter Gemeindepfarrer mit publizistischem Interesse an die Uni, musste dafür mit seiner schweizerisch verwurzelte Familie nach Göttingen umziehen, wo er auf den reformierten Lehrstuhl berufen wurde. Eine Doktorarbeit hat er nicht geschrieben, aber ein Buch, das ein neues christliches Denken eröffnet, indem es mit den Grundgedanken Sören Kierkegaard ernst machte und gegen den theologischen Neuprotestantismus richtete und den aufkommenden Pietismus rechts liegen ließ.
Karl Barth wird hier als Erfinder und Hauptvertreter der dialektischen Theologie geschildert, zu der aber auch gleich eine Gruppe gehörte.
Meine Frage: Hatte Barth wirklich seinen Ursprung im liberal theologischen Denken abgelegt wie einen alten Anzug? Sein politisches Engagement hat doch gerade bei ihm eine theologische Sprache gefunden. Warum galt die dialektische Theologie bald nach Barths Tod als hierarchisch,patriarchalisch und theologisch überholt? Diese Fragen lasse ich hier stehen.
Um seine Arbeit als Professor und theologischer Schriftsteller zu bewältigen, stellte Karl Barth eine Mitarbeiterin ein, Charlotte Kirschbaum. Aktuell freigegebene Briefe zeigen nun endgültig, und darauf geht Christiane Tietz ausführlich ein, was in Theologenkreisen längst ein offenes Geheimnis war, dass Charlotte und Karl ein Paar waren. Dieses Paar lebte und arbeitete im Haus der Familie Barth in Göttingen, Münster, Bonn und Basel, keine einfache Entscheidung. Christiane Tietz lotet diese Situation aus mit Fingerspitzengefühl, ohne zugleich das Hauptthema aus der Hand zu geben: Karl Barth als prägender Theologe des 20. Jahrhunderts im Engagement für eine ehrliche, klare und engagierte Verkündigung des Wortes Gottes, die immer mit beiden Füßen auf der Erde steht.
Die folgenden Kurzrezensionen können als Tipps für Weihnachtsgeschenke gelesen werden. Es sind Büchervorstellungen, die auf interessante Lektüre für ausgewählte Zielgruppen hinweisen.
Maximilian Piehl, Timo Tohidipur (Hg.): An den Grenzen Europas und des Rechts, Interdisziplinäre Perspektiven auf Migration, Grenzen und Recht, Transcript Verlag, Bielefeld 2019, Softcover, 227 Seiten, ISBN (print): 978-3-8376-4714-3, Preis: 29,99 Euro, die PDF-Version ist als Open Access kostenfrei.
In der Zusammenarbeit der Studienstiftung des deutschen Volkes, des DAAD und der Alfred-Töpfer-Stiftung wurde das „Kolleg Europa“ mit 70 Teilnehmerinnen und Teilnehmern zwischen 2016 und 2018 veranstaltet. In diesem Buch werden einige Referate dieser Tagungen dokumentiert.
Das Phänomen „Migration“ wird aus unterschiedlichen Perspektiven betrachtet:
„Migration kann je nach Perspektive sowohl als Garant als auch als Bedrohung menschenrechtlicher Errungenschaften verstanden werden.“ (S. 11)
Folgende Stichworte werden behandelt:
Inklusion und Exklusion;
ökonomische Perspektive;
Rechtslage und Reformvorschläge;
Auswertung politischer Debatten (Protokolle Deutscher Bundestag);
Auswertung des Films „Waiting room“ zu dem eine Internetadresse angegeben ist.
Matthias Lindenau, Marcel Meier Kressig (Hg.): Religion und Vernunft – ein Widerstreit, Glaube in der säkularen Gesellschaft, Vadian Lectures, Band 4, Transcript Verlag, Bielefeld 2018, Softcover, 109 Seiten, ISBN (print): 978-3-8376-4162-2, Preis: 16,99 Euro
Link zum Buch: https://www.transcript-verlag.de/978-3-8376-4162-2/religion-und-vernunft-ein-widerstreit/
Auch in diesem Buch wird eine Veranstaltung dokumentiert und zwar die Vadian Lectures der FH St. Gallen (Schweiz) 2017. Im Rahmen dieser Vortragsreihe referierte Professor i. R. Jan Assmann am 2. 11. 2017 zum Thema „Religion und Recht in der Alten Welt“ (ostschweizerinnen.ch). Für die Herausgabe dieses Buches wurde das Thema präzisiert: „Religionstheoretische und ägyptologische Gedanken zum Thema Gewalt.“ (S. 83 – 108).
Der erste Aufsatz des Buches reflektiert die Hauptgestalten der Religionskritik Marx, Freud und Nietzsche (Konrad Paul Liessmann, Professor an der Uni Wien, S. 25 – 40).
Volker Gerhard (Seniorprofessor aus Berlin) referiert über „Glauben und Wissen in den Wissenschaften“ (S. 41 – 58).
Nadia Baghadi (Dozentin der FH St. allen) nimmt sich den Islam vor: „Braucht es einen islamischen Luther?“ (S. 59 – 82).
Da die Vorträge über das Jahr 2017 verteilt stattfanden, lässt sich ein Bezug zum Reformationsgedenken kaum verleugnen. Siehe dazu den Artikel im Tagblatt vom 18.2.2017 (Link s.o.).
In der Einleitung der Herausgeber Mathias Lindemann und Marcel Meier Kressig (S. 7 – 24) fehlt der Bezug zur og. Vortragsreihe organisatorisch. Hier ist das Thema „Glauben und Wissen“präsent, eine gute Vertiefung vorhergehender Debatten wie derjenigen, die Jürgen Habermas im Jahr 2001 angestoßen hat.
Kalender 2020: Der Postillon, Newsticker, riva-Verlag, München 2019, ungefähr 366 Blätter, perforiert, Abreißkalender, ISBN (print): 978-3-7423-0966-2, Preis: 14,99 Euro
In der Internetausgabe des „Postillon“ steht im Menü ganz recht oben das Wort „Newsticker“. Diese sogenannten News sind allesamt Fake mit einem Körnchen Wahrheit. Ein Sachverhalt, der vielleicht auch aus der Presse bekannt ist, wird verdreht. Wortverdrehungen, bewusste Missverständnisse und falsche Ableitungen zeigen, wie täuschend echt falsche Meldungen oft wirken können.
Der Kalender bietet für jeden Tag des Jahres das korrekte Datum sowie einen Satz aus der täglich anwachsenden Menge der Newsticker des Postillons. Wer mag, kann sie auf der Homepage die Leseprobe für die Zeit vom 1.1. bis 14.1. ansehen.
Nur ein Satz als Beispiel: „Der wird sich noch wundern: Fahrlehrer muss arrogantem Fahrschüler Seitenblick beibringen.“
Achso, ich soll es ja nicht mitteilen, aber auf Amazon ist der Kalender 4,00 Euro billiger.
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