Kirche wertschätzend von außen gesehen. Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Eberhard Hauschild, Uta Pohl-Patalong: Kirche, Lehrbuch Praktische Theologie, Band 4, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 2013, ISBN 978-3-579-05990-7, Preis: 29,99 Euro

Kirche von Uta Pohl-PatalongTheologinnen und Theologen als Kirchenmitglieder, manche von ihnen sogar als ordinierte Pastorinnen und Pastoren, arbeiten als Hochschulangehörige und veröffentlichen aus der Sicht einer staatlich verantworteten Lehre an der Universität. Ihr Blick von außen ist für die Kirche wertvoll, da er erstens wertschätzend und aktuell, andererseits aber auch analytisch und konstruktiv-kritisch ist. Die Arbeit des Autorenteams Hauschild und Pohl-Patalong, das den gesamten Text des Buches gemeinsam verantwortet, ist ein Neuentwurf der praktisch-theologischen Bearbeitung des Themas „Kirche“. Diesen Entwurf müsste man in Aufnahme eines Ausdrucks von William James (1842–1910) als pragmatisch bezeichnen.

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Zwischenruf: Gibt es Mystiken oder nur die Mystik und wie wahr ist sie? Christoph Fleischer, Werl 2013

Gibt es eigentlich verschiedene Mystiken, falls man das Wort einmal so im Plural gebrauchen darf? Klar ist: Mystik ist interreligiös. Buddhismus gehört genauso dazu, wie Yoga. Im Christentum gibt es Mystiken seit dem frühen Mittelalter. Besonders bekannt ist Meister Eckhart (um1260-1328), ein Ordensgeistlicher, der kurz vor seiner Ketzerverurteilung eines natürlichen Todes starb. Gleichwohl landeten seine Schriften auf dem Index. Weiterhin gibt es Mystik auch als modernes Phänomen bei Dichtern wie Rainer Maria Rilke (1875-1926) oder Hermann Hesse (1877-1962), Bildhauern wie Ernst Barlach (1870-1938), aber auch bei manch anderem Filme- oder Theatermacher. Selbst die Musik in Melodie und Text sollte von der Frage nicht ausgenommen werden, ob sie sich als mystisch versteht. Heute verbinden sich mit Mystik auch Namen wie Ken Wilber (geb. 1949, USA) und Eckhart Tolle (geb. 1948 in Deutschland, jetzt Kanada), und die Frage bei allem ist, wozu Mystiken eigentlich da sind. „Zwischenruf: Gibt es Mystiken oder nur die Mystik und wie wahr ist sie? Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen

Erstaunliche Beobachtungen und Feststellungen über die Auferstehung Jesu, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Thomas de Wesselow: Das Turiner Grabtuch und das Geheimnis der Auferstehung, aus dem Englischen übertragen von Susanne Kuhlmann-Krieg, C. Bertelsmann München 2013, 544 Seiten, ISBN 978-3-570-10150-6, 22,99 Euro

Das Turiner Grabtuch und das Geheimnis der Auferstehung von Thomas de WesselowDer in den sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts bekannte und verbreitete Band von Werner Keller „Und die Bibel hat doch recht“ war gerade ins Land der Legende verwiesen, die Gläubigen in Turin und darüber hinaus der Anbetung symbolischer materieller Objekte überführt, da kommt nun der britische Kunsthistoriker Thomas de Wesselow und nimmt den Fehdehandschuh rationaler Wahrheitssuche im Bereich der Religion wieder auf. Neu ist eben, dass er keine Legenden nacherzählt, verklärt oder durch Abbildungen von Gegenständen illustriert, sondern dass er auf der Grundlage der wissenschaftlichen Erforschung des Grabtuchs von Turin mit kritischer Hand die Auferstehung Jesu zu deuten weiß. „Erstaunliche Beobachtungen und Feststellungen über die Auferstehung Jesu, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen

Predigt am Sonntag Lätare über Johannes 6, 47–51, Christoph Fleischer, Werl 2013

Verlesung des Textes (Lutherbibel):

47 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch:

Wer glaubt, der hat das ewige Leben.

48Ich bin das Brot des Lebens.

49Eure Väter haben in der Wüste das Manna gegessen und sind gestorben.

50Dies ist das Brot, das vom Himmel kommt, damit, wer davon isst, nicht sterbe.

51Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist.

Wer von diesem Brot isst, der wird leben in Ewigkeit.

Und dieses Brot ist mein Fleisch, das ich geben werde für das Leben der Welt.

 

Liebe Gemeinde,

vermutlich ist es eine ziemliche Anmaßung, das Wort „Ich“ oder die Aussage „Ich bin“ so zu gebrauchen, wie das hier bei Jesus der Fall ist. Für uns käme das „Ich bin“ eventuell mit unserem Namen in Frage, dazu mit einigen Personalien, wie ich bin verheiratet oder Single, bin Deutscher, bin evangelisch usw. Aber kaum jemand würde dagegen sagen: Ich bin ein Hund, oder ich bin ein Fluss, oder ich bin ein Lebensmittel. Das würde als unpassend empfunden, obwohl man solche Vergleiche anderen Menschen gegenüber schon gebrauchen würde, entweder um sie zu loben oder hervorzuheben, oder manchmal auch, um sie zu beleidigen. Aber Eigenlob gilt als vermessen, und selbst beleidigen würde man sich ja wohl kaum.

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„Ich bin wie Gott“ – Projekt zur Kommentierung des Cherubinischen Wandersmanns von Angelus Silesius

„Der cherubinische Wandersmann“ – lyrische Kurztexte von Angelus Silesius kurz interpretiert, Christoph Fleischer und Gerhard Kracht, Recklinghausen, Werl 2012

Quelle: http://www.zeno.org/Literatur/M/Angelus+Silesius/Gedichte/Cherubinischer+Wandersmann

1. Was fein ist, das besteht

Rein wie das feinste Gold, steif wie ein Felsenstein,
Ganz lauter wie Kristall soll dein Gemüte sein.

Zweimal werden Bilder für Reinheit aus dem Bereich der Chemie gewählt,
ein reines Metall wie Gold
und die Klarheit eines Kristalls.

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