Zu: Klaas Huizing: Mein Süßkind, Ein Jesus-Roman, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2012, ISBN 978-3-579-06579-3, Preis: 19,99 Euro
Ein Jesus-Roman, wie es im Untertitel heißt, muss sich zum einen an der Vorlage messen lassen, der Bibel, und zum anderen an den bislang schon geschriebenen Jesus-Büchern der Literatur und Religion. Kein einfaches Unterfangen, was jedoch der geübte Romanautor und Journalist (Chefredakteur Kulturmagazin OPUS) recht gut meistert. Angeregt durch die späteren Kindheitsevangelien, von deren Inhalt auch der Koran weiß, verlegt er Worte und Taten Jesu, Gesten und Wunder schlicht in seine Kindheit. „Auserkoren. Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2012“ weiterlesen
Gottes Sohn bringt das Leben (Gute Nachricht Bibel)
31 Er, der von oben kommt, steht über allen. Wer von der Erde stammt, gehört zur Erde und redet aus irdischer Sicht. Er aber, der vom Himmel kommt, 32 bezeugt das, was er dort gesehen und gehört hat. Doch keiner hört auf ihn. 33 Wer auf ihn hört, bestätigt damit, dass Gott die Wahrheit sagt. 34 Der von Gott Gesandte spricht ja die Worte Gottes, denn Gott gibt ihm seinen Geist in grenzenloser Fülle. 35 Der Vater liebt den Sohn und hat alles in seine Hand gegeben. 36 Wer sich an den Sohn hält, hat das ewige Leben. Wer nicht auf den Sohn hört, wird niemals das Leben finden; er wird dem Zorngericht Gottes nicht entgehen.
Vorbemerkung: Die Fragen dieses kurzen Artikel formulierte ich im konkreten Dialog mit einer Person, die den Kirchenaustritt überlegt. Meine Antwort darauf wollte ich bewusst so halten, dass sie allgemein gelten kann.
Die Frage nach dem Kirchenaustritt stellt sich trotzdem praktisch wie theoretisch. Ich kann diese Entscheidung ein wenig nachfühlen, da ich vor 10 Jahren aus einer politischen Partei ausgetreten bin, der ich mich seit meiner Jugend verbunden fühlte. „In der Kirche bleiben. Zwischenruf. Christoph Fleischer, Werl 2012“ weiterlesen
Zu: Gerald Willms, „Die wunderbare Welt der Sekten. von Paulus bis Scientology.“ Vandenhoeck &Ruprecht, Göttingen 2012
Gehören für den Gerald Willms die „Sekten“ zur wunderbaren Welt dazu? Der Autor lässt daran kaum Zweifel. Die Vorzeichen vor dem, – wie dann auch immer gedeuteten Begriff: „Sekten“, – waren im gewohnten Denken mit einer Minusklammer versehen. Gerald Willms bleibt in Beschreibung und Beurteilung unterschiedlicher religiöser Phänomene, geschmeidig und leichtfüßig. Dabei liefert er einer Fülle von wissenschaftlichen Fakten, die seine Sichtweise bestätigen. Unspektakulär klärt der Autor in einer Sprache auf, die in den Überschriften, einer Panik -erzeugenden Horror-Geschichte entbehrt.
Willms eigene Zugangsweise unterscheidet sich von den bekannten kirchlichen Kompendien. Die großkirchlich eingeleitete Frage: “Ist eine bestimmte Gruppe mit den Richtlinien der Großkirche in Übereinstimmung zu bringen, oder eben nicht?“, entfällt bei Willms. Die Frage: „Darf man,- oder darf man nicht?“, wurde bis dato kirchlich erörtert. Willms hingegen sortiert nicht „gut und böse“ aus. Er lässt das Spektrum religiöser Erscheinungen einfach nebeneinander existieren. Für Willms trifft die gängige Anti- Sekten-Polemik nicht zu. Das gewohnte „schwarz –weiß- Denken“, fordert deshalb bei der Lektüre der wunderbaren Welt einige Konzentrationsübungen.
Das Buch ist im eigentlichen Sinne die endgültige Aufgabe der ehemaligen alleingültigen kirchlichen Hoheitsrechte: Was als „richtig“ oder „falsch“ einzuschätzen ist, definierte im christlichen Abendland die Religion in Gestalt der Großkirchen. Was religiös „richtig oder falsch“ war, wurde von Gewalt und Inquisition durchgesetzt, und mit dem Aufkommen der Sektenbeauftragten Anfang der siebziger Jahre weitergesponnen. „Sekten mit Humor statt mit Hass beschreiben, Rezension von Gerhard Kracht, Recklinghausen 2012“ weiterlesen
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