Der christliche Glaube zwischen Moderne und Religion
Autor: christoph.fleischer
Christoph Fleischer, evangelischer Pfarrer in Westfalen, Mitglied in der Gesellschaft für evangelische Theologie und in der Dietrich Bonhoeffer Gesellschaft.
Zu : Dorothee Sölle. Die Wahrheit ist konkret. Walter Verlag Olten und Freiburg 1967, 3. Auflage 1967.
In der Abfolge der Schriften Dorothee Sölles, angegeben im Literaturverzeichnis der Arbeit von Sigrid Loersch [1], erscheint die Schrift „Die Wahrheit ist konkret“ als sechste, abgesehen von der Promotion über die Nachtwachen Bonaventuras (Germanistik, Dr. phil.) das zweite Buch, das Buch nach der „Stellvertretung“. Nachdem dieses Werk Aufmerksamkeit erzeugte, können wir hier etwas mehr über die Autorin Dorothee Sölle erfahren. „Rezension zu: Dorothee Sölle, Die Wahrheit ist konkret, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2010“ weiterlesen
Dorothee Sölle. Stellvertretung. Ein Kapitel Theologie nach dem „Tode Gottes“. Kreuz Stuttgart um ein Nachwort erweiterte Neuauflage 1982 des Buches von 1965.
Die hier vorgestellte Ganzbuchlektüre ist mehrfach in Kursen der Sek II Jahrgangsstufe 12 realisiert worden. Gemäß der Richtlinien und Lehrpläne gehört eine derartige Lektüre zur Obligatorik. Ich selber habe diese im Themenfeld 2 „Das Zeugnis vom Zuspruch und Anspruch Jesu Christi“ für sinnvoll erachtet. Da die Textvorschläge in dem Materialband „Zentralabitur in Religion (NRW)“, herausgegeben von Heribert Fischer, Düsseldorf 2005 und als Neuausgabe 2007 sehr kopflastig ausfallen, suchte ich nach einem konkreteren Ausgleich. So traf ich die Entscheidung, die Lektüre im Themenfeld „Christologie“ anzubieten. Die Auswahl der Lektüre diskutierte ich mit dem Kurs. In dieser Frage war ich offen und bat die Lerngruppe, sich im Internet zu orientieren und Vorschläge zu machen. In der Folge wurden genannt: G. Theißen, Der Schatten des Galiläers; J. Roloff, Jesus; N. Mailer, Das Jesus – Evangelium; D. Sölle u.a., Jesus von Nazareth. Das Buch von Norman Mailer fiel raus, da es vergriffen ist. Es wäre wegen seines erzählenden Charakters meine erste Option gewesen. Aufgrund von Verständlichkeit, Bildanteil, Umfang, Übersichtlichkeit und ergänzender Infoblöcke, bzw. Glossar sowie Anhang fiel die Entscheidung zugunsten des Buches von D. Sölle aus.
Zeitplan
Das Themenfeld „Christologie“ wurde nach unserem schulinternen Curriculum in 12/II thematisiert. Somit plante ich die Lektüre für die Zeit nach den Osterferien bis zum Schuljahresende. Die Auswahl der Lektüre fand also vor den Ferien statt. Die Gruppe sollte die Ferien nutzen, das ganze Buch individuell zu lesen, was auch als Hausaufgabe über die Ferien aufgegeben wurde. Die zweite Klausur dieses Halbjahres bezog sich dann auf den Kontext der Lektüre. Im Stundenplan standen 3 Stunden pro Woche für den Religionsunterricht zur Verfügung, eine Doppelstunde, eine Einzelstunde.
Methodische Schritte
Der erste Gesprächsgang nach den Ferien bezog sich auf die Lektüre als Ganzes (siehe 1). Nach dieser Phase konzentrierte sich das Kursgeschehen vertiefend auf den Inhalt des Buches (siehe 2). Dabei wurde in einem Wechsel von Referatbeiträgen und gemeinsamer Lektüre vorgegangen. Immer gab es einen Austausch über das Gelesene und Gehörte. Meine Vorentscheidung war, die Abschnitte des Buches gemeinsam zu lesen, die die theologischen Kernpunkte enthielten und zu denen der meiste Lernbedarf bestand. Das waren die Kapitel zu Geburt und Kindheit Jesu (S. 9 – 18), Jesu Stellung zum Gesetz (S. 57 – 62), Jesu Ethik (S. 75 – 80, darin auch die Würdetitel), Jesu Reich Gottes Verkündigung (S. 89 – 100) und Kreuz und Auferstehung Jesu (S. 113 – 138). Die übrigen Abschnitte wurden über Referate in das Kursgespräch eingebracht.
Je nach zeitlichen Gegebenheiten lassen sich in die Vertiefungsphase gelegentlich kreative Aktionen einbauen. So können z.B. erarbeitete inhaltliche Ergebnisse (siehe 2.1) in kleinen Teams auf farbigen Plakatkartons ansprechend gestaltet werden, die dann in angemessener Weise im Raum oder in der Schule präsentiert werden. Dieser Vorgang entspricht gleichzeitig einer Wiederholung. Oder das Kapitel zu Maria Magdalena (S. 37 – 45) bietet sich an, einen Bezug zu Dan Browns „Sakrileg“ herzustellen und sich mit dessen fiktionaler Darstellung und Verfremdung dieser Person auseinander zu setzen. Weitere kreative Möglichkeiten bestehen im gemeinsamen Singen des irischen Folksongs „The Lord of the dance“, der sehr lebendig die Motive von Kreuz und Auferstehung interpretiert. Zum gleichen Thema lässt sich die Kurzgeschichte von Günter Herberger „Birne in der Kirche“ einsetzen und bearbeiten. Diese Geschichte kann z. B. bis zu einem bestimmten Punkt vorgelesen und dann abgebrochen werden. Anschließend sollten die Jugendlichen sie nach eigenen Vorstellungen zu Ende bringen. Dies kann als Hausaufgabe geschehen und als ein gemeinsames Produkt des Kurses in eine Sammlung aller dieser Kurzgeschichten münden. Zum Abschluss des Kurses kann – wenn vor den Sommerferien sowieso nichts mehr läuft – der Film „Wie im Himmel“ betrachtet werden, der auf ganz eigene Weise das Thema von der Präsenz des Reiches Gottes realisiert.
Ergebnisse sichern (siehe 3)
Optional sind ein Protokoll der jeweiligen Stunde, zusammenfassende Hausaufgaben in einer Arbeitsmappe, eine ständig zu führende Liste mit auftauchenden Fremdworten samt Erklärungen und die Themenplakate, die von Kleingruppen erstellt werden können.
Würdigung des Buches
Das Jesus – Buch von Sölle/ Schottroff überzeugt durch seine konkrete, auf die historischen Kontexte bezogene Darlegung. Es wird nicht verkündet, sondern sinnvoll erklärt, nachvollziehbar verdeutlicht und ans Herz gelegt. Die eingefügten Infoblöcke bieten dabei passende Hilfestellungen. Für Jugendliche, die eventuell als Konfirmanden oder Firmlinge durch abgehobene Predigten geschädigt sind, bietet sich über die Lektüre eine gute Gelegenheit, diese Prägung zu korrigieren. Die in der Einleitung von Sölle/ Schottroff skizzierte Weichenstellung, die Person Jesu und sein Wirken in befreiungstheologischer Perspektive darzustellen und gleichzeitig über alte, zähe antijüdische Vorurteile aufzuklären, machen die Lektüre ihres Buches besonders sinnvoll und lohnend.
Skizze
1 Beobachtungen zum Gesamtbuch
1.1 Äußere Gegebenheiten
Die Autorinnen
Mögliche Zielgruppe des Buches
Aufbau des Buches
1.2 Inhalt generell
Thema des Buches: Worum geht es?
Anliegen des Buches: was will das Buch?
1.3 Persönliche Auseinandersetzung
Was hat mich besonders angesprochen ?
Wozu möchte ich mehr erfahren?
Mein erster Gesamteindruck
2 Vertiefung
2.1 Inhalte im Einzelnen
Kindheit und Jugend Jesu – Jesu Stellung zum Gesetz – Jesu Ethik – Die Verkündigung des Reiches Gottes – Kreuz und Auferstehung
3 Ergebnissicherung
Protokoll
Hausaufgaben/ Arbeitsmappe
Liste: Fremdworte und zu klärende Sachverhalte
Themenplakate
Sammlung von Kurzgeschichten
4 Material
4.1 Dorothee Sölle/ Luise Schottroff, Jesus von Nazareth, München 20002
4.2 Heribert Fischer (Hg.): Zentralabitur in Religion (NRW), Düsseldorf 2005, bzw. 2007
4.3 Dan Brown: Das Sakrileg, Bergisch-Gladbach 2004 – zu: Maria Magdalena (S. 37 – 45)
4.4 Günter Herburger, Birne in der Kirche; in: ders., Birne kann alles (vergriffen)
4.5 Irischer Folksong: The Lord of the dance, in: youtube
4.4 und 4.5 zu: Kreuz und Auferstehung (S. 113 – 138)
4.6 Film: Wie im Himmel zu: Thema Reich Gottes (S. 89 – 100)
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