Bücherschau zur Frankfurter Buchmesse, Herbst 2016, Christoph Fleischer, Welver 2016

Nach unserem Besuch auf der Frankfurter Buchmesse möchte ich einfach folgende Bücherschau zur Kenntnis geben. Diese Bücher sind mir beim Rundgang oder bei der Durchsicht der Prospekte aufgefallen. Ich habe diesmal nur ein paar von Ihnen zur Rezension angefordert. Wer also eines dieser Bücher zur Rezension auf unserem Blog www.der-schwache-glaube.de anfordern möchte, sollte sich mit mir in Verbindung setzen.

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Foto: Christoph Fleischer (c)

Ellert und Richter Verlag Hamburg:

Matthias Gretzschel: Auf den Spuren von Martin Luther. 14,95 Euro

Dieser Band wird gleichzeitig in englischer Sprache erscheinen. Der in Hamburg ansässige Verlag ist auf Reiseliteratur spezialisiert und legt einen kurzen Lutherband mit vielen Illustrationen vor, der hauptsächlich zugleich die Luthergedenkstätten in den Blick nimmt.

Hier eine Ankündigung des Verlages: „Die Wirkungen des Wittenberger Reformators Martin Luther waren universal. Die meiste Zeit verbrachte er in Kursachsen, das durch ihn zum „Mutterland der Reformation“ wurde. Der Theologe und Journalist Matthias Gretzschel nähert sich dem Phänomen Luther, indem er dessen Schicksal anhand der einzelnen Lebensstationen nachzeichnet: vom Geburtsort Eisleben im Mansfelder Land über die Schulzeit in Eisenach bis zum Eintritt ins Erfurter Augustinerkloster, vom Wittenberger Thesenanschlag zu den Disputationen in Leipzig, von den Auftritten vor dem Reichstag in Worms bis zur „Schutzhaft“ auf der Wartburg, wo er die Bibel übersetzte. Dokumentiert werden auch die späteren Reisen, die Luther von Wittenberg aus unternahm, um sein reformatorisches Werk zu fördern.“ „Bücherschau zur Frankfurter Buchmesse, Herbst 2016, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Die neue Lutherbibel, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: „… und hätte der Liebe nicht“, Die Revision und Neugestaltung der Lutherbibel zum Jubiläumsjahr 2017, 500 Jahre Reformation, Herausgegeben von Hannelore Jahr, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-438-06620-6, Preis: 2,00 Euro, Broschüre zum Download: https://www.die-bibel.de/ueber-uns/unsere-uebersetzungen/lutherbibel-2017/materialien-zur-lutherbibel-2017/

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Und zu: Evangelische Kirche in Deutschland (Hg.): Die Bibel nach Martin Luthers Übersetzung, Lutherbibel, Revidiert 2017, Mit Apokryphen, Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 2016, ISBN 978-3-438-03305-5, Preis: 25,00 Euro (diverse Ausgaben ab 12,00 Euro, erscheint am 19.10.2016).

Ein Jahr lang ist die APP „Lutherbibel 2017“ von Deutsche Bibelgesellschaft umsonst

https://appsto.re/de/G3UPeb.i

Die neue Lutherbibel ist pünktlich zum Beginn des Reformationsjubiläums fertig geworden. Der Einband und auch der Schriftsatz sind völlig neu gestaltet. Dazu auch die Lutherrose, das Symbol Martin Luthers, das im vorderen Impressum kurz erklärt wird.
Die Broschüre „… und hätte der Liebe nicht“ enthält ausführliche Informationen zur Überarbeitung der Lutherbibel. Die Revision verfolgt zwei Kriterien, die nicht immer im Einklang zu bringen sind: Das Erste ist die Orientierung des Bibeltextes an der Luthersprache, soweit sie auch heute noch verständlich ist und an Luthers Bibelübersetzung in verschiedenen Bearbeitungen noch zu Lebzeiten. Daneben wird der aktuelle Stand der Bibelexegese berücksichtigt, wenn mal nicht im Text, dann in Form einer Anmerkung.

3311_standard_grauEin Beispiel: zur Bitte des „Vater Unser“ in Matthäus 6, Vers 11, „Unser tägliches Brot gib uns heute“ findet sich die Anmerkung: „Wörtlich ‚das Brot für morgen’“ (Neues Testament, S. 8).

Auch wenn die Luthersprache maskulin orientiert ist, finden sich Wendungen, die dem Maßstab der gerechten Sprache folgen wie „Brüder und Schwestern“ (z. B. 1. Timotheus 4,6).

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Kann Beteiligung die Volkskirche retten? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Christian Hennecke, Gabriele Viecens: Der Kirchenkurs, Wege zu einer Kirche der Beteiligung, Ein Praxisbuch, Echter Verlag, Würzburg 2016, ISBN 978-3-429-03910-3, Preis: 12,90 Euro

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Im ersten Teil des Buches wird das inhaltliche Konzept des Kirchenkurses dargestellt. Der zweite Teil ist die Dokumentation von Programm und Ablauf. Hier kommen in methodischer Gestalt die im ersten Teil genannten Inhalte erneut zur Sprache. Daher konzentriert sich diese Rezension auf die inhaltliche Linie des ersten Teils.

Ich frage mich als evangelischer Pfarrer schon, wieso mich das Konzept der Beteiligungskirche im katholischen Bistum Hildesheim fasziniert, obwohl formal gesehen im evangelischen Kirchenmodell die Beteiligung der Getauften zum Grundkonzept gehört und durch den Begriff des „Priestertum(s) aller Gläubigen“ (Luther) untermauert wird. Oder ist es möglich, dass die „Zwei-Reiche-Lehre“ Martin Luthers das Priestertum der Laien geschickt außerhalb der Kirche ansiedelt, sodass die Kirche selbst der Bereich der Kleriker bleibt? Mein Bedenken kann immerhin bedeuten, dass auch bei Evangelischen Kirchen das Modell „Kirche der Beteiligung“ neu angedacht und ausprobiert werden sollte. Wäre nicht sogar das Jahr des Reformationsgedenkens Gelegenheit dazu, das Modell der Beteiligung ernsthaft auszuprobieren? (Anmerkungen des Rezensenten).

Doch nun berichte ich kurz über das Modell der Kirchenrenovierung: Klar ist: Es geht um Kirche im Wortsinn und nicht um etwas anderes wie Gemeinwesenarbeit oder reine Sozialarbeit. Es geht um die „Kirchenentwicklung“ (S. 24/25). Dabei stehen nicht nur Modelle aus Ländern der Weltkirche wie den Philippinen, Südafrika und Indien Pate, sondern diese werden auch im Austausch mit diesen jungen Kirchen ausprobiert. Das hat nun gar nichts damit zu tun, dass man Mission umgekehrt ausprobieren möchte, sondern dass die Kirchen der römisch-katholischen Welt-Kirche dasselbe Problem haben: Wie kann die Kirche unter der Voraussetzung des Priestermangels wachsen oder wenigstens lebendig bleiben? Und Priestermangel bedeutet die Reduzierung des traditionellen kirchlichen Angebots (Messe u. ä.). Das Programm der Basiskirche ist nicht neu, wird aber gerade darin zu einem inzwischen erprobten Angebot. „Kann Beteiligung die Volkskirche retten? Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Teile deine Träume! Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Jando: Die Chroniken der Windträume, Die Saga von einer wundersamen Reise zu sich selbst, Mit Illustrationen von Antjeca, KoRos Nord, Bad Zwischenahn 2016, ISBN 978-3-945908-07-5, Preis 13,99 Euro

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Nach den Büchern „Sternenreiter“ und „Traumflieger“ hat Jando sein erstes Buch in einer erweiterten Fassung neu herausgegeben. Jando ist ein Geschichtenerzähler, dessen Phantasien es immer ein wenig mit der Atmosphäre der Nordseeküste zu tun haben. Die dazu passenden Grafiken und Bilder hat erneut seine Schwester Antjeca beigesteuert.

Es geht in diesem Buch auf der Sachebene um die Bewältigung der Trauer des Todes seines Vaters. Ein Erbe seines Vaters besteht für den Ich-Erzähler darin, die Sprache und die Botschaften des Windes zu verstehen. „Teile deine Träume! Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Islam in Deutschland zu Hause, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Aiman Mazyek: Was machen Muslime an Weihnachten? Islamischer Glaube und Alltag in Deutschland, C. Bertelsmann, München 2016, ISBN 978-3-570-10280-0, Preis: 16,99 Euro

Was machen Muslime an Weihnachten von Aiman Mazyek
Was machen Muslime an Weihnachten von Aiman Mazyek

Aiman Mazyek ist 1969 in Aachen geboren und hat Philosophie, Politikwissenschaft und Volkswirtschaft studiert. Er hat sich intensiv mit dem Islam befasst und war einige Zeit Delegierter der Internationalen Islamkonferenz in Kairo. Seit 2010 ist er Vorsitzender des Zentralrats der Muslime. Laut Wikipedia (vom 02.10.2016) ist er für Toleranz innerhalb des Islams und lehnt einen Kopftuchzwang mit Hinweis auf den Koran ab, der sagt, es gäbe „keinen Zwang in der Religion“ (Sure 2,256). Aiman Mazyek bleibt die Antwort auf die im Titel gestellt Frage schuldig, besser gesagt feiern Muslime Weihnachten nicht, aber es heißt: „Weihnachten, Chanukka, Ramadan – das heißt vor allem Begegnung, etwas, das uns heute fehlt.“ (S. 11). Das wird später in der Beschreibung des Vollzugs islamischer Religion untermauert. Stichworte wir „Entschleunigung“, „Solidarität“ und „Verzicht“ zeigen die gesellschaftliche Bedeutung der Religion auf. In dieser Hinsicht ist das Buch ein Beispiel, wie die Exklusivität einer Religion durch die Frage nach der gesellschaftlichen Relevanz aufgehoben werden kann. „Islam in Deutschland zu Hause, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen