Der religiös-maritime Ursprung des Karnevals. Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015

Zu: Vera Zingsem: Die Kölsche Göttin und ihr Karneval, Über die Ursprünge des Rheinischen Karnevals, Pomaska-Brand Verlag Schalksmühle 2015, ISBN 9783943304237, Preis 16,90 Euro

Die Koelsche Goettin_coverVera Zingsem, in Tübingen lebende Theologin, hat ihren Schwerpunkt der „Göttinnen großer Kulturen“ (Zuletzt Anakonda-Verlag 2010) in Gestalt der umgeformten Isis-Anbetung im Kölner Karneval wiedergefunden. Archäologisch sind mehrere Isistempel in Europa, z. B. Köln, Mainz, London, gefunden worden.

Der Ansatzpunkt für die Verbindung zwischen Isis und Karneval besteht für Vera Zingsem zunächst in einer Korrektur der Worterklärung für Karneval, die etymologisch sauber argumentiert. Demnach hat das Wort nichts mit dem Fasten zu tun nach carnislevamen (lat.) und italienisch carnevale, sondern leitet sich vom Schiffswagen (carnavalis = das Wagenschiff) her. Was zunächst skurril anmutet, Schiffe auf Wagen zu verfrachten und über Land zu ziehen, ist ein uralter Ritus der Isis-Tradition und gilt im Frühjahr gleichzeitig zur Begrüßung der frischen Vegetation und zur Eröffnung der Schifffahrt. „Der religiös-maritime Ursprung des Karnevals. Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen

Bücher kurz vor Weihnachten kaufen, Christoph Fleischer, Welver 2014

Bei meiner Rezensionsarbeit sind einige Bücher zusammengekommen, die ich nicht ganz gelesen habe und zu denen ich zunächst keine Rezension schreiben wollte. Wer jedoch kurz vor Weihnachten ein Buch sucht als Geschenk, könnte auf eines aus dieser Sammlung zurückgreifen wollen. Die angegebenen Preise beziehen sich allesamt auf die Printausgaben.

Ich schreibe diese Sammelrezension, während russisches Erdgas für die angenehme Wärme in unserer Wohnung sorgt und hoffe, dass das auch so bleibt. Vielleicht sind ja einige der genannten Titel noch für den Gabentisch zu besorgen.
Wer einen dieser Titel von mir bekommen möchte, sollte diesen Beitrag mit einem begründenden Satz kommentieren z. B.: „Mich interessiert das Buch …, weil…“. Ich zahle das Porto und Ihr spendet dafür auf das Konto der Johanniter Unfallhilfe DE02370205004102686294 Betreff Hospiz Soest. Danke.

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Franziskus als Vorbild für das kirchliche Amt, Sammelrezension zu Papst Franziskus, Christoph Fleischer, Welver 2014

Leonardo Boff, Franziskus aus Rom und Franz von Assisi, ein neuer Frühling für die Kirche, aus dem Portugiesischen übersetzt von Bruno Kern, Butzon und Bercker, Kevelaer 2014, ISBN 9783766618375, Preis: 12,95 Euro

Leonardo Boff (geb. 1938, Theologe der Befreiung und ehemaliger katholischer Priester aus Brasilien) stellt in der Einleitung dieses Buches fest:

„Für die Päpste früherer Zeiten wäre es ein unerträglicher Widerspruch gewesen, sich selbst Franziskus zu nennen. […] Wenn ein Papst von der Peripherie der Welt und nicht aus der alten europäischen Christenheit kommt, zur Überraschung aller den Namen Franziskus wählt, dann will er damit etwas sagen. […] Der Papst wird auf Titel und Symbole der Macht verzichten und versuchen, den Nachdruck auf eine Kirche zu legen, die vom Leben und Beispiel des heiligen Franziskus inspiriert ist: in Armut, in Einfachheit, in Demut, in Geschwisterlichkeit mit allen, auch mit anderen Lebewesen und der Schwester und Mutter Erde selbst.“ (S. 7f)
Leonardo Boff blickt zurück auf das Auftreten des Papstes beim Weltjugendtag in Braslilien im Jahr 2013 und sieht diesen Anspruch bestätigt. „Franziskus als Vorbild für das kirchliche Amt, Sammelrezension zu Papst Franziskus, Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen

Keine Angst vor dem Sterben, Rezension von Emanuel Behnert, Lippetal 2014

Zu: Herwig Oberlechner / Gerald Heschl (Hg.), „Dem Menschen nahe sein“ – „Vom Umgang mit Leiden, Würde und dem Sterben“ Styria Premium 2014, ISBN 978-3-222-13483-8, gebunden 19,99€

Die deutschsprachige jüdische Schriftstellerin Mascha Kaleko (*1907  +1975) schrieb 1973 in ihrem Gedicht „Memento“ die Zeilen: „Vor meinem eigenen Tod ist mir nicht bang“… und „… bedenkt, den eignen Tod, den stirbt man nur…“. Ein Gedicht, in dem sie sich aus persönlichen Erfahrungen heraus sehr intensiv und einfühlsam mit dem Sterben und dem Tod von nahestehenden Menschen beschäftigt, der sie selbst intensiv an die Begrenztheit des eigenen Lebens heranführt und ihr diese in die Gegenwart ihrer Gedanken ruft.

9783222134838_Cover_300dpiEine Wirklichkeit, die uns auch heute Tag für Tag vor Augen steht, von vielen aber, die mitten im Leben zu stehen scheinen, oft verdrängt wird. Wenngleich durchaus betont werden muss, dass m.E. hier ein Umdenken eingesetzt hat, wenn man daran denkt, wie viele Menschen heute schon frühzeitig eine Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung verfassen. Der Tod geht uns alle an, und wird uns eines unbekannten Tages einfach so nur erreichen, ereilen. „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden!“ betete schon vor über 2500 Jahren der Psalmbeter, beten auch wir mitunter noch heute. „Keine Angst vor dem Sterben, Rezension von Emanuel Behnert, Lippetal 2014“ weiterlesen

Glaube, in der Neuzeit angekommen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2014

Zu: Tobias Schulte: Ohne Gott mit Gott, Glaubenshermeneutik mit Dietrich Bonhoeffer, Verlag Friedrich Pustet, Regensburg 2014, ISBN 9783791725697, 413 Seiten, Preis 44,00 Euro

rf Schulte, Ohne Gott mit GottDiese Arbeit von Tobias Schulte wurde im Jahr 2013 als Dissertation der Universität Freiburg im Fach katholische Theologie angenommen. Sie versteht sich als theologische Analyse mit philosophischem Hintergrund und erscheint in einer Reihe des Pustet Verlages, Regensburg, die bezeichnenderweise „ratio fidei“ (Vernunftverständnis des Glaubens) heißt Beiträge zur philosophischen Rechenschaft der Theologie). In dieser Hinsicht sehe ich in dieser Arbeit eine gute Fragestellung für die Erforschung des Werkes von Dietrich Bonhoeffers wie überhaupt der Evangelischen Theologie des 20. Jahrhunderts, inwiefern diese die Philosophie der Neuzeit rezipiert und wie sie sich in den Dialog mit der Philosophie einordnen lässt. Dass hierbei kein Weg an Immanuel Kant vorbeiführt, zeigt der jetzige Priesteramtskandidat Tobias Schulte an einigen Stellen des Buches und setzt damit nicht nur die „Religion innerhalb der Grenzen der bloßen Vernunft“ (I. Kant) auf die Tagesordnung, sondern das transzendentale Denken überhaupt, das in der Religion die Antwort auf den Umgang mit den Grenzen der menschlichen Existenz und des menschlichen Denkens sieht, ja Gott überhaupt als den Namen dieser Grenze bezeichnet. „Glaube, in der Neuzeit angekommen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen