Das erste Jesusbild der Evangelien, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Gerd Lüdemann: Der echte Jesus, Seine historischen Taten und Worte, Ein Lesebuch, zu Klampen Verlag, Springe 2013, ISBN 978-3-86674-186-7, Preis: 9,80 Euro

Dass Gerd Lüdemann, inzwischen emeritierter Theologieprofessor ohne kirchlichen Segen, weiterhin fleißig gearbeitet und publiziert hat, zeigt schon der ausführliche Literaturkatalog des Verlages zu Klampen zu seinen Publikationen im Anhang dieses Buches.

Auch das Literaturverzeichnis führt die Personen auf, die im Gebiet der Erforschung des Neuen Testaments Rang und Namen haben, von Martin Dibelius über Rudolf Bultmann bis Gerd Theißen. Ein Name jedoch fehlt in dieser Auflistung, der von Albert Schweitzer. Albert Schweitzer prägte die Bibelexegese, weil er nachwies, dass die Beschäftigung mit dem historischen Jesus jeweils zum Vorverständnis der Ausleger und Exegeten führt. Kann Gerd Lüdemann der Kritik Albert Schweitzers entgehen, wenn er meint, echte Jesus-Taten und -Worte nachweisen zu können?

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Harmonie und Gegenwärtigkeit heilt bei Humanie, Rezension von Gerd Kracht, Recklinghausen 2013

Zu: Steve Taylor „Verrückte Welt – zurück zu Harmonie und mentaler Gesundheit“
280 Seiten, Broschur, Kamphausen Verlag Bielefeld 2013, ISBN, Preis: EUR 18.95 | CHF 27.50

Taylor geht in seinem Buch wie ein psychiatrischer Arzt schrittweise vor: Erst stellt der Arzt die Störung fest, weil er mit Ursprung und Wirkweise der Krankheit vertraut ist und schlägt anschließend zur Heilung geeignete Medizin vor.
Im ersten Teil dreht der Autor die Perspektive gesellschaftlicher Betrachtungsweise unserer Kultur um: Er zitiert Menschen, die aus indigener Perspektive unsere westliche Kultur auf Befragung hin einschätzen. Die Antworten der indigenen Erdenbewohner, die Grundlage des ersten Teils des Buches sind, führt der Autor als Zitate an: Der Schweizer Psycho- Analytiker Carl Gustav Jung, bat den Indianer – Häuptling Mountain Lake um eine Einschätzung der Invasoren. Der Indianer gab Jung im Jahre 1938 zur Antwort: “Die Weißen wollen immer etwas. Sie sind unruhig und rastlos. Wir wissen nicht, was sie wollen. Wir verstehen sie nicht. Wir denken, dass sie verrückt sind.“ Den Grund dafür fasst die erste Überschrift zusammen: „Die Verrücktheit ist, dass wir außerhalb unserer selbst leben,“ Die Unruhe, die hinter der Wahrnehmungs- und Verstehensweise der Weißen spürbar ist, beruht auf hierarchischen Denk- und Verhaltensweisen und beutet in diesem Gefälle Mit-Menschen, Tiere und Umwelt seit vielen Jahrhunderten bis in die Gegenwart hinein aus. Und nicht nur der einzelne erlebt „Ego – Abgetrenntsein“, es ist eine koloniale Verrücktheit, die auch heute noch zur „…Eroberung, Dezimierung und kultureller Zerstörung der indigenen Stämme durch die westlichen Gesellschaften führt.
Was ist die Wurzel dieses Wahnsinns? Die vollkommene Identifikation mit Gedanken, mit dem Ego also.
Steve Taylor nennt diese grundsätzliche Störung des menschlichen Geistes „Humanie.“ „Harmonie und Gegenwärtigkeit heilt bei Humanie, Rezension von Gerd Kracht, Recklinghausen 2013“ weiterlesen

Alzheimer frühzeitig verhindern. Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Dr. Gary Small/ Gigi Vorgan: Alzheimer ist kein Schicksal, Rechtzeitig gezielt vorbeugen, Aus dem Amerikanischen von Stefanie Hutter, Deutsche Erstausgabe Wilhelm Goldmann Verlag, München 2013, ISBN 978-3-442-17390-7, Preis: 9,99 Euro

20131109-185958.jpgDieses Buch über Alzheimer stellt die Krankheit nicht von ihren Symptomen her dar, sondern von der Vorgeschichte. Alzheimer als neurologische Demenzerkrankung am Ende des Lebens ist auch eine Erscheinung der Lebensweise in der westlichen Kultur. In Untersuchungen, die in diesem lesenswerten Buch dargestellt werden, wird gezeigt, dass das für die Alzheimersche Erkrankung verursachende Entzündungsniveau nicht so sehr durch Medikamente gesenkt werden kann, sondern durch körperliche Bewegung, gesunde Ernährung und geistige Aktivität. Selbst, wenn der Entschluss der Änderung des Lebenswandels noch nach dem sechzigsten Lebensjahr erfolgt, kann das Risiko der Entstehung der Alzheimerschen Erkrankung noch um über 40% gesenkt werden. „Alzheimer frühzeitig verhindern. Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen

Nachkoloniales Schriftverständnis, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Rike Felka: Eingefaltete Zeit, Derridas Philosophie der Schrift, Institut für Buchkunst, Leipzig 2013, ISBN 978-3-932865-73-2, Preis: 8,00 Euro

„Mit der Schrift lenken wir unsere Aufmerksamkeit auf etwas, geben wir etwas bekannt, veröffentlichen wir etwas, das deshalb auch schnell überholt ist. […] Die der Schrift eigentümliche Lautlosigkeit ist es, die vom Weiß des Papiers ausgeht. Derrida spricht von der ‚Strenge‘ des Papiers, es lässt uns zunächst ‚ohne Antwort‘ (Anmerkung: Derrida, Jacques: Das Papier oder ich, wissen sie… in … Maschinen Papier, Passagen Verlag Wien 2006).“ (S. 31).
20131106-074958.jpgDiese im Institut für Buchkunst herausgegebene Schrift will mehr sein, als nur das Wort und die Bilder, die sie enthält. Schon die vierzehn Abbildungen zeigen, dass der Begriff Schrift nicht auf die Buchstaben beschränkt werden darf, dass auch das Papier, „120 g Munken Pure“, der Satz, „Korpus Kiss“, die Bindung und Edition zur Erarbeitung eines Buches hinzugehören (Vgl. Impressum). „Nachkoloniales Schriftverständnis, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen

Sinnerfahrung durch Religion, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013

Zu: Joachim Kunstmann: Leben eben! Religion für Sinnsucher – eine Anleitung, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 2013, ISBN 978-3-579-08156-4, Preis: 17,99 Euro

Die Grundhaltung dieses großartigen Buches von Joachim Kunstmann (Professor für Religionspädagogik in Weingarten) findet sich im letzten 20131025-202711.jpgKapitel „Meine unsakrale Religiosität“. Die „Rückkehr der Religion“ (so der Titel des letzten Buches vom Autor) findet dann statt, wenn sie in einer völlig anderen oder besser gesagt veränderten Gestalt erscheint. Religion ist demnach quasi ein menschliches Grundbedürfnis, das dem Denken einer Institution wie der Kirche nicht untergeordnet werden kann. Nicht die Gestalt des religiösen Verhaltens, sondern die Sinnerfahrung macht den Inhalt der Religiosität aus. Sinnerfahrung wird nicht nur geschenkt, sondern auch erlebt und erfahren und vielleicht sogar auch ein wenig erarbeitet. „Sinnerfahrung durch Religion, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen