„Der cherubinische Wandersmann“ – lyrische Kurztexte von Angelus Silesius kurz interpretiert, Christoph Fleischer und Gerhard Kracht, Recklinghausen, Werl 2012
Verlesung des Textes Lukas 22, 31-–34 (Lutherbibel):
31 Simon, Simon, siehe, der Satan hat begehrt, euch zu sieben wie den Weizen.
32Ich aber habefür dich gebeten, dass dein Glaube nicht aufhöre.
Und wenn du dereinst dich bekehrst, so stärke deine Brüder.
33 Er aber sprach zu ihm:
Herr, ich bin bereit, mit dir ins Gefängnis und in den Tod zu gehen.
34 Er aber sprach: Petrus, ich sage dir:
Der Hahn wird heute nicht krähen, ehe du dreimal geleugnet hast, dass du mich kennst.
Liebe Gemeinde,
Der Predigttext und die aktuellen Ereignisse um den Rücktritt von Papst Benedikt könnten kaum besser zueinander passen. Es geht in den Worten aus dem Lukas-Evangelium ja keinesfalls nur um die Ankündigung der Verleugnung vor dem Krähen des Hahns, sondern es geht auch um ein besonderes Wort von Jesus an Petrus, das für die katholische Kirche sicherlich auch etwas mit dem Amtes des Bischofs von Rom, mit dem Papstamt zu tun hat. Für uns Evangelische ist es zwar wie jedes andere Wort der Evangelien ein Glaubenswort. Aber auch wir können uns nicht ganz unberührt zeigen von den aktuellen Ereignissen um den Papst und das Papsttum überhaupt. „Predigt am Sonntag Invokavit über Lukas 22, 31–34, Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen
Der folgende Kommentar bezieht sich auf:
Kommuniqué über das 8. Kolloquium des Päpstlichen Rates für den Interreligiösen Dialog und der Organisation für Islamische Kultur und Beziehungen (23.11.2012).
1. Unser gemeinsamer Glaube an den Einen Gott, der alles erschaffen hat, gibt jedem von uns eine ganzheitliche Auffassung von Gerechtigkeit. Die verschiedenen Anwendungssphären dieser Gerechtigkeit (persönliche, gemeinschaftliche, soziale, politische, wirtschaftliche, kulturelle und juristische Gerechtigkeit) sind nicht voneinander zu trennen.
2. Gerechtigkeit ist eine Tugend, die sowohl eine korrekte Ausübung der menschlichen Vernunft als auch eine Erleuchtung durch Gott voraussetzt. Gewissensfreiheit ist ein Wert, der in unseren Gesellschaften anerkannt und respektiert werden muss.
3. Gerechtigkeit ist ein dynamischer Begriff. Diese Eigenschaft erlaubt es ihr, sich den Herausforderungen einer sich verändernden Welt anzupassen.
4. Religiöse Führer, Institutionen und letztlich jeder einzelne Gläubige haben die Verantwortung, Ungerechtigkeit und Diskriminierung in all ihren Formen zu verurteilen und Gerechtigkeit auf der ganzen Welt zu fördern. Wir glauben, dass unsere Religionen die Kraft besitzen, die Menschen zum Aufbau einer Welt zu bewegen, in der Friede und Gerechtigkeit verwirklicht werden.
5. Wir teilen die Ansicht, dass im Namen der Gerechtigkeit in der heutigen Welt Muslime und Christen fortfahren müssen, ihr gegenseitiges Verständnis durch anhaltenden Dialog und Kooperation zu vertiefen.
Zu: Norbert Clemens Baumgart, Martin Nitsche (Hg.): Gewalt im Spiegel alttestamentlicher Texte, Erfurter Theologische Schriften, Band 43, Echter Verlag Würzburg 2012, ISBN 978-3-429-03568-6, Preis: 16,00 Euro
Nicht erst seit dem Anschlag auf das World Trade Center 2001 ist von religiös motivierter Gewalt die Rede. Nicht zu Unrecht verweisen Muslime in diesem Zusammenhang auf die Gewalt-Traditionen der Bibel und des Christentums bis hin zu dem von dort entlehnten Begriff des Heiligen Krieges. Zur Tagung der „Alttestamentlichen Arbeitsgemeinschaft“ (ATAG) im September 2011 in Neudietendorf (Kreis Gotha) erläuterten sechs Theologinnen und Theologen katholischer Konfession unterschiedliche Traditionsstränge. Von der Bibel gebilligte Gewalttaten können als Beispiele göttlicher Gewalt gelten, auch wenn sie nicht ursächlich auf Gott zurückgeführt werden können. „Spuren von Gewalt in der Bibel aufdecken – Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen
Zu: Dag Hammarskjöld: Zeichen am Weg, Das spirituelle Tagebuch des UN-Generalsekretärs, Überarbeitete Neuausgabe zum 50. Todestag, Aus dem Schwedischen von Anton Graf Knyphausen, Herausgegeben von Dr. Manuel Fröhlich, Verlag Urachhaus Stuttgart 2011, 2. Auflage 2012, ISBN 978-3-8251-7770-6, Preis: 19,90 Euro
Dag Hammarskjöld (1905 – 1961), schwedischer Politiker und Diplomat, war zweiter UNO-Generalsekretär in New York. Er wäre sicherlich längst in Vergessenheit geraten oder schlicht als der Begründer der UNO-Blauhelm-Truppe in Erinnerung geblieben, wenn man nicht hin und wieder spirituellen Sprüchen oder weisheitlichen Aphorismen aus seiner Hand begegnen würde. Die spirituelle Arbeit gehört zu seinem posthum veröffentlichten Tagebuch „Zeichen am Weg“, in dem neben religiösen Traditionen, zum Beispiel aus der Bibel, auch Texte aus der Literatur, Philosophie und Mystik überliefert werden. „Lebensalltag – spirituell reflektiert, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen
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