Liebe – mehr als Sex und Gefühl, Rezension von Markus Chmielorz, Dortmund und Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Angelika Krebs: Zwischen Ich und Du, Eine dialogische Philosophie der Liebe, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft, Suhrkamp Verlag Berlin 2015, ISBN 978-3-518-29663-9, Preis: 18,00 Euro

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Angelika Krebs wirkt als Professorin für Philosophie an der Universität Basel. Passend zu ihren bisherigen Veröffentlichungen bearbeitet sie auch diesmal ein ethisches Thema, die Liebe.

Ganz zu Beginn möchte ich eine Enttäuschung benennen. Das im Titel zuerst vorkommende Wort „Zwischen“, dem auch Martin Buber in seiner dialogischen Philosophie einige Gedanken widmete, wird (im gesamten Buch) nicht ausdrücklich thematisiert. Es weist hier offensichtlich einfach auf die Beziehungsthematik hin, die man auch Zwischenmenschlichkeit nennt.

Das Vorteil und die Stärke des Buches hingegen liegen darin, dass sowohl die klassische Philosophie zu Wort kommt, als auch philosophische Beispiele der Neuzeit (z. B. Edith Stein) und der Literatur (z. B. Henry James). „Liebe – mehr als Sex und Gefühl, Rezension von Markus Chmielorz, Dortmund und Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Predigt über 1.Kor 13,1-13, Christoph Fleischer, Welver 2016

Sonntag Estomihi, gehalten in Günne und Meiningsen 2016,

Erster Brief an die Korinther 13, 1-13, gelesen aus der Lutherbibel

1 Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete und hätte die Liebe nicht, so wäre ich ein tönendes Erz oder eine klingende Schelle.

2 Und wenn ich prophetisch reden könnte und wüßte alle Geheimnisse und alle Erkenntnis und hätte allen Glauben, so daß ich Berge versetzen könnte, und hätte die Liebe nicht, so wäre ich nichts.

3 Und wenn ich alle meine Habe den Armen gäbe und ließe meinen Leib verbrennen, und hätte die Liebe nicht, so wäre mir’s nichts nütze.

4 Die Liebe ist langmütig und freundlich, die Liebe eifert nicht, die Liebe treibt nicht Mutwillen, sie bläht sich nicht auf,

5 sie verhält sich nicht ungehörig, sie sucht nicht das Ihre, sie läßt sich nicht erbittern, sie rechnet das Böse nicht zu,

6 sie freut sich nicht über die Ungerechtigkeit, sie freut sich aber an der Wahrheit; 7 sie erträgt alles, sie glaubt alles, sie hofft alles, sie duldet alles.

8 Die Liebe hört niemals auf, wo doch das prophetische Reden aufhören wird und das Zungenreden aufhören wird und die Erkenntnis aufhören wird. 9 Denn unser Wissen ist Stückwerk, und unser prophetisches Reden ist Stückwerk. 10 Wenn aber kommen wird das Vollkommene, so wird das Stückwerk aufhören.

11 Als ich ein Kind war, da redete ich wie ein Kind und dachte wie ein Kind und war klug wie ein Kind; als ich aber ein Mann wurde, tat ich ab, was kindlich war.

12 Wir sehen jetzt durch einen Spiegel ein dunkles Bild; dann aber von Angesicht zu Angesicht. Jetzt erkenne ich stückweise; dann aber werde ich erkennen, wie ich erkannt bin.

13 Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen.

Liebe Gemeinde,

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Der 14. Februar ist Valentinstag, das Fest der Verliebten.

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Luther – Bedeutung und Widerspruch, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Hans-Martin Barth: Die Theologie Martin Luthers, Eine kritische Würdigung, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2009, ISBN 978-3-579-08045-1, gebunden, 586 Seiten, Preis: 29,95 Euro

Die Theologie Martin Luthers von Hans-Martin Barth
Die Theologie Martin Luthers von Hans-Martin Barth

Nicht umsonst nennt Hans-Martin Barth (geboren 1939) seine Homepage „Luthertheologie.de“. Er hat als Professor für systematische Theologie in Marburg immer wieder Vorlesungen zu Martins Luthers Theologie gehalten und diese nun im vorliegenden Buch gebündelt. Die deutsche Ausgabe ist bereits 2009 erschienen. Das Buch ist dann 2013 in den U.S.A bei Fortress Press herausgekommen und wurde im letzten Jahr ins Koreanische übersetzt. Das Buch Barths zur Theologie Martin Luthers ist ein wertvolles Vorbereitungsmaterial zum Reformationsjubiläum 2017, da Barth nicht nur die Theologie Luthers darstellt, sondern auch in den Kontext der Gegenwart zur Sprache bringt, wobei er die Kritik nicht ausspart. „Luther – Bedeutung und Widerspruch, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Vatikanische Wirtschaftsethik, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Hans Frambach, Daniel Eissrich: Der dritte Weg der Päpste, Die Wirtschaftsideen des Vatikans, UVK Verlagsgesellschaft, Konstanz und München 2016, Softcover, gebunden, 283 Seiten, ISBN: 978-3-86764-600-0, Preis: 19,99 Euro

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Während Dr. Daniel Eissrich im Bereich der Wirtschaftssysteme an der Deutschen Bundesbank als Bundesbankdirektor tätig ist, arbeitet Prof. Hans Frambach in Forschung und Lehre der Volkswirtschaftslehre an der Universität Wuppertal. Sie widmen sich den vatikanischen Verlautbarungen zu wirtschaftsethischen Fragen vom 19. Jahrhundert an.

Die Äußerungen der Päpste allgemein wirken in moralischer Hinsicht oft antimodern und auch in kirchlich-institutionellen Fragen rückständig. Ganz anders die Aussagen zur Wirtschaft. Sie überraschen durch ihre pointierte Sprache und radikale Orientierung an den Armen der Weltsituation. Hier werden klar und deutlich Missstände angeprangert, und zwar von  der Entdeckung der „Arbeiterfrage“ an. Die politische Positionierung ist wohl eher zu vermeiden, um nicht in die Nähe des Sozialismus zu geraten. An eine wirkliche Theologie der Befreiung ist in der Regel nicht gedacht. Es genügt den Päpsten völlig, den Spuren des Evangeliums zu folgen, um von dort her, die Folgen der Wirtschaftsordnungen in den Blick zu nehmen. „Vatikanische Wirtschaftsethik, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Predigt über 1. Korinther 9, 24 – 27, Christoph Fleischer, Welver 2016

Predigt über 1. Korinther 9, 24 – 27 (Gute Nachricht Bibel):

Vorbereitet für Sonntag Septuagesimae 2016, wegen Krankheit nicht gehalten.

Ihr wisst doch, dass an einem Wettlauf viele teilnehmen; aber nur einer bekommt den Preis, den Siegeskranz. Darum lauft so, dass ihr den Kranz gewinnt! Alle, die an einem Wettkampf teilnehmen wollen, nehmen harte Einschränkungen auf sich. Sie tun es für einen Siegeskranz, der vergeht. Aber auf uns wartet ein Siegeskranz, der unvergänglich ist. Darum laufe ich wie einer, der das Ziel erreichen will. Darum kämpfe ich wie ein Faustkämpfer, der nicht danebenschlägt. Ich treffe mit meinen Schlägen den eigenen Körper, sodass ich ihn ganz in die Gewalt bekomme. Ich will nicht anderen predigen und selbst versagen.

Liebe Gemeinde,

Es fällt uns sicher nicht schwer, uns einen Sportplatz, ein Stadion vorzustellen. Wie damals in Korinth findet dort ein Sportfest statt. Wir hören den Stadionsprecher: „Die Läufer des Langstreckenlaufes machen sich zum Start bereit.“ Nun stellen sie sich auf, mit ihren bunten Trikots. Es scheint die Sonne. Der Wind liegt leise über dem Stadion, ideale Kampfbedingungen. Die Läufer schütteln noch einmal ihre Glieder, laufen kurz und schnell im Stand, um ihre Muskeln und sich selbst ganz auf die ungeheure Anstrengung des Laufs vorzubereiten. Sie begeben sich auf die Startplätze. Was vor ihnen liegt ist gewiß und ungewiß zugleich. „Predigt über 1. Korinther 9, 24 – 27, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen