Der Jude Jesus als Christus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Daniel Boyarin: Die jüdischen Evangelien, Die Geschichte des jüdischen Christus, Mit einem Geleitwort für die deutsche Ausgabe von Johann Ev. Hafner und einem Vorwort von Jack Miles, Übersetzung von Armin Wolf, Ergon Verlag, Würzburg 2015, gebunden, 172 Seiten, ISBN 978-3-95650-098-5, Preis: 25,00 Euro

Diese Übersetzung des Buches „The Jewish Gospel, The Story of the Jewish Christ“ (New York, 2012) passt sehr gut in die Reihe „Judentum – Christentum – Islam“, in der sie als Band 12 erschienen ist, ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Gemeinde der Berliner Hugenotten (vgl. S. 153). Von Daniel Boyarin aus Berkeley, USA, liegt bereits das Buch „Abgrenzungen, Die Aufspaltung des Judäo-Christentums“ in deutscher Übersetzung vor. Daniel Boyarin ist einer der wichtigsten rabbinischen Gelehrten der Gegenwart, so Jack Miles im Vorwort. Boyarins Ziel des Buches, das er als „Jesusbuch“ angelegt hat, ist die gegenseitige Akzeptanz von Judentum und Christentum. „Der Jude Jesus als Christus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Predigt über Johannes 21, Christoph Fleischer, Welver 2017

Johannes 21, 1-19 (Lutherbibel 2017)

 

Die Predigt halte ich in der Gemeinde Bad Sassendorf und in Meiningsen (Günne) am Sonntag Quasimodogeniti und in der reformierten Gemeinde Soest am Sonntag Miserikordias Domini.

 

Verlesung des Textes:

1 Danach offenbarte sich Jesus abermals den Jüngern am See von Tiberias. Er offenbarte sich aber so:

2 Es waren beieinander Simon Petrus und Thomas, der Zwilling genannt wird, und Nathanael aus Kana in Galiläa und die Söhne des Zebedäus und zwei andere seiner Jünger. 3 Spricht Simon Petrus zu ihnen: Ich gehe fischen. Sie sprechen zu ihm: Wir kommen mit dir. Sie gingen hinaus und stiegen in das Boot, und in dieser Nacht fingen sie nichts.

4 Als es aber schon Morgen war, stand Jesus am Ufer, aber die Jünger wussten nicht, dass es Jesus war. 5 Spricht Jesus zu ihnen: Kinder, habt ihr nichts zu essen? Sie antworteten ihm: Nein. 6 Er aber sprach zu ihnen: Werft das Netz aus zur Rechten des Bootes, so werdet ihr finden. Da warfen sie es aus und konnten’s nicht mehr ziehen wegen der Menge der Fische.

7 Da spricht der Jünger, den Jesus lieb hatte, zu Petrus: Es ist der Herr! Als Simon Petrus hörte: »Es ist der Herr«, da gürtete er sich das Obergewand um, denn er war nackt, und warf sich in den See. 8 Die andern Jünger aber kamen mit dem Boot, denn sie waren nicht fern vom Land, nur etwa zweihundert Ellen, und zogen das Netz mit den Fischen.

9 Als sie nun an Land stiegen, sahen sie ein Kohlenfeuer am Boden und Fisch darauf und Brot. 10 Spricht Jesus zu ihnen: Bringt von den Fischen, die ihr jetzt gefangen habt! 11 Simon Petrus stieg herauf und zog das Netz an Land, voll großer Fische, hundertdreiundfünfzig. Und obwohl es so viele waren, zerriss doch das Netz nicht.

12 Spricht Jesus zu ihnen: Kommt und haltet das Mahl! Niemand aber unter den Jüngern wagte, ihn zu fragen: Wer bist du? Denn sie wussten: Es ist der Herr. 13 Da kommt Jesus und nimmt das Brot und gibt’s ihnen, desgleichen auch den Fisch.

14 Das ist nun das dritte Mal, dass sich Jesus den Jüngern offenbarte, nachdem er von den Toten auferstanden war.

(c) Sabine Maiwald-Humbert, See Genezareth

Liebe Gemeinde,

Die Feiertage sind vorbei. Kein Urlaub, keine Ferien mehr. Jetzt geht es wieder an die Arbeit.

Vielleicht war es bei den Jüngerinnen und Jüngern Jesu ganz ähnlich. Und dann kommt hinzu, dass sie sich die Feiertage in Jerusalem ganz anders vorgestellt haben. Sie wollten das Passahfest fröhlich mit Jesus feiern und sich dort im Tempel unter das Volk mischen. Doch nach einer provokativen Aktion im Tempel wurde Jesus verhaftet, verhört und von Pontius Pilatus zum Tode verurteilt. Dann der Tod am Kreuz und drei Tage später die Botschaft: Jesus ist auferstanden. Er geht vor Euch her nach Galiläa. „Predigt über Johannes 21, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Nägel vom Kreuz, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Stephen Cottrell: Jesu Tod – Was habe ich damit zu tun? Ein Lese – und Praxisbuch für die Karwoche, Aus dem Englischen von Christiane Vorländer, Neukirchener Verlagsgesellschaft, Neukirchen – Vluyn 2017, gebunden, 94 Seiten, ISBN: 978-3-7615-6389-2. Preis: 12,99 Euro

Der Autor dieses Büchleins ist anglikanischer Bischof nahe London. Im Vorwort schreibt er, dass er schon vor 30 Jahren als Pfarrer im Entsendungsdienst freie Andachten für den Karfreitag durchgeführt hat, wobei das Hauptmedium der Meditation Nägel sind. Um das Kreuzesgeschehen als Geschenk der Vergebung zu verstehen, muss jeder und jede damit anfangen, die eigenen „Nägel“ zu betrachten und zuletzt abzulegen.

Um die eigene Rolle bedenken zu können, sollen bei den Andachten eine oder mehrere der folgenden Personen der Kreuzigungsgeschichte zur Sprache kommen, gesprochen von Menschen aus der Gemeinde: Petrus, Der römische Hauptmann, Pontius Pilatus, Kajaphas, Judas, Maria Magdalena. Diese Texte sind alternativ für die Andacht am Karfreitag Nachmittag vorgesehen. Für die direkt Abendandacht folgt der Text der „Frau des Pilatus“. Das Buch endet die Nagelmeditation mit dem Text: „Jesus vergibt mir. Lasse ich das zu?“ „Nägel vom Kreuz, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Bildervortrag zum evangelischen Pfarrhaus, Pressemitteilung Bielefeld 

Ein Bildervortrag zum evangelischen Pfarrhaus bietet das Historische Museum am Donnerstag, 13. April, an. Um 15.30 Uhr stellt Karin Koenemann in Wort und Bild das klassische Pfarrhaus als Erfolgsmodell der evangelischen Kirche vor. Als einen Ort des Lebens in Nächstenliebe, in Mäßigung, Heiterkeit und Strebsamkeit, mit vielen Kindern, Hausmusik und allzeit offenen Türen für Gemeindeglieder und Bedürftige. Auch auf aktuelle gesellschaftliche Veränderungen wie neue Familienmodelle, veränderte Beziehungen zwischen Partnern sowie zwischen Eltern und Kindern wird in dem Vortrag eingegangen. Die Veranstaltung steht im Zusammenhang mit der aktuellen Sonderausstellung „Klang der Frömmigkeit“, der Eintritt kostet fünf Euro.

Osterpredigt Matthäus 28, Christoph Fleischer, Welver 2017

Die Predigt halte ich in der reformierten Kirche in Soest am Ostersonntag.

Matthäus 28, 1-10 (Zürcher)

1 Nach dem Sabbat aber, beim Anbruch des ersten Wochentages, kamen Maria aus Magdala und die andere Maria, um nach dem Grab zu sehen.

2 Und siehe da: Es gab ein starkes Erdbeben, denn ein Engel des Herrn stieg vom Himmel herab, kam und wälzte den Stein weg und setzte sich darauf. 3 Seine Erscheinung war wie ein Blitz und sein Gewand weiss wie Schnee. 4 Die Wächter zitterten vor Angst und erstarrten.

5 Der Engel aber sagte zu den Frauen: Fürchtet euch nicht!

Denn ich weiss, ihr sucht Jesus, den Gekreuzigten.

6 Er ist nicht hier, denn er ist auferweckt worden, wie er gesagt hat. Kommt, seht die Stelle, wo er gelegen hat.

7 Und macht euch eilends auf den Weg und sagt seinen Jüngern, dass er von den Toten auferweckt worden ist; und jetzt geht er euch voraus nach Galiläa, dort werdet ihr ihn sehen. Ich habe es euch gesagt.

8 Und sie gingen eilends weg vom Grab voller Furcht und mit grosser Freude und liefen, um es seinen Jüngern zu berichten.

9 Und siehe da: Jesus kam ihnen entgegen und sprach: Seid gegrüsst!

Sie gingen auf ihn zu, umfassten seine Füsse und warfen sich vor ihm nieder.

10 Da sagt Jesus zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Geht und sagt meinen Brüdern, dass sie nach Galiläa gehen sollen, dort werden sie mich sehen.

Foto: Niklas Fleischer (c), Dortmund, Ostenfriedhof

 

Liebe Gemeinde,

der Sonntag war ursprünglich der erste Tag der Woche. Dieser Tag ist den Christen heilig, weil er der wöchentliche Gedenktag der Auferstehung Jesu ist. Das geht auf diese und die parallelen Ostergeschichten zurück. Der Gottesdienst wurde also am frühen Morgen zu Beginn des ersten Arbeitstages nach dem Sabbat gehalten.

Ich gehe einmal davon aus, dass die ersten Christengemeinden weiterhin den Sabbat als Feiertag eingehalten haben, bis sich die Gemeinde aus dem jüdischen Kontext herausgelöst hat. Einer der großen Irrtümer der Theologiegeschichte mit Folgen bis in die Reformation bestand darin, die Loslösung vom Judentum bereits mit Kreuzigung und Auferstehung Jesu in Verbindung zu bringen, was schlicht als falsch bezeichnet werden muss. Die Ostergeschichte, die auch im Matthäusevangelium hineingehört in die Passion und Kreuzigung Jesu, ist eine Fortsetzung der Kreuzigung durch Pontius Pilatus. Es ist ja wirklich eine großartige Sache, dass im apostolischen Glaubensbekenntnis die Schuld an der Kreuzigung keinesfalls den jüdischen Priestern angelastet wird, sondern dass dort allein Pontius Pilatus genannt wird. Und das ist keinesfalls nur eine Frage der Datierung.

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