Entfaltung des Lebens, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014

Zu: Jürgen Moltmann: Der lebendige Gott und die Fülle des Lebens, Auch ein Beitrag zur Atheismusdebatte unserer Zeit, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 2014, ISBN 978-3-579-08173-1, Preis: 19,99 Euro

Für Jürgen Moltmann (geboren 1926), dem emeritierten Professor für Evangelische Theologie in Tübingen und ehemaligen Vorsitzenden der Gesellschaft für Evangelische Theologie, ist systematische Theologie keine Wiederholung der bekannten Glaubenslehre, sondern deren Neustrukturierung unter den Voraussetzungen gegenwärtigen Erkennens. In diesem Buch legt er eine Theologie des Lebens vor. Er erwähnt, dass sein italienischer Verleger sagt, er sei ein Theologe, der das Leben liebt. Dieses Buch ist ein Meisterwerk theologischer Argumentation unter den gedanklichen Bedingungen der Gegenwart, die sich zugleich an den Grundentscheidungen des christlichen Glaubens orientiert. Nach einer Vorgabe Dietrich Bonhoeffers steht der Glaube vor der Herausforderung, die Diesseitigkeit des Lebens ernst zu nehmen. Auferstehung z. B. ist keine klerikale oder spirituelle Phantasie, sondern eine Erfahrung der Entfaltung von Kraft. „Entfaltung des Lebens, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014“ weiterlesen

Historische Konstruktion einer alternativen Szene in der öffentlichen Meinung, Rezension von Christoph Fleischer mit einem Beitrag von Markus Chmielorz, Werl 2014

Zu: Sven Reichardt: Authentizität und Gemeinschaft, Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2075, Suhrkamp Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-518-29675-2, Preis: 29,00 Euro

Sven Reichardt (geb. 1967) ist Professor für neuere Geschichte an der Universität Konstanz. Seine sehr umfangreiche Studie ist als Habilitationsschrift entstanden. Aus der Danksagung geht hervor, dass die Untersuchung der „linksalternativen Szene“ der siebziger und frühen achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit zahlreichen Personen und Institutionen abgestimmt und so verifiziert wurde. Aus persönlicher Kenntnis des Rezensenten (c.f.) erscheint allerdings die Eingrenzung des Themengebiets, so notwendig eine solche ist, ein wenig problematisch, da ja beileibe nicht nur die Studentenbewegung der „68-iger“, sondern auch die Friedens- und Umweltbewegungen (Anti-Atom) einen sehr viel weiteren Wirkungskreis aufwiesen, als eine Konzentration auf Aktionsgruppen, alternative Wohnformen und politische Aktionsgruppen deutlich machen kann. „Historische Konstruktion einer alternativen Szene in der öffentlichen Meinung, Rezension von Christoph Fleischer mit einem Beitrag von Markus Chmielorz, Werl 2014“ weiterlesen

Notiz zum Nihilismus, Christoph Fleischer, Werl 2014

Gianni Vattimo geht in seiner Schrift „Das Ende der Moderne“ ausführlich auf den Nihilismus ein.
Er bezeichnet den Nihilismus nicht als eine Einstellung, sondern als eine „Wirklichkeit“. Damit wäre er also gar nicht davon abhängig, ob jemand diesem zustimmt oder sich als Ideologie aneignet. Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf Nietzsche, aber auch auf Heidegger. Nietzsche spricht vom „vollkommenen Nihilisten“, was bedeutet: „Der vollkommene Nihilist ist derjenige, der begriffen hat, dass der Nihilismus seine einzige Chance ist“ (S. 23). Heidegger denkt diese Frage über die Ontologie, die Lehre vom Sein her, in der nun das „Sein selbst“ nichts ist. Das sei gleichbedeutend mit dem, was Nietzsche den „Tod Gottes“ und die „Entwertung der höchsten Werte“ nennt (S.24).

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Depression als religiöse Krise erkennen, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014

Zu: Birgit Weyel, Beate Jakob (Hg.): Menschen mit Depression, Orientierungen und Impulse für die Praxis in Kirchengemeinden, CD-Rom mit Praxismaterial beiliegend, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 2014, ISBN 978-3-579-07415-3, Preis 17,99 Euro

Dieses Buch ist ein Dokument der Zusammenarbeit zwischen der Tübinger Universität, konkret dem Lehrstuhl für Praktische Theologie Prof. Birgit Weyel, dem Deutschen Institut für ärztliche Mission, der Psychiatrischen Fachklinik der Universitätsklinik Tübingen, der Klinikseelsorge und Kirchengemeinden im Kirchenbezirk Tübingen. Die Mitte dieses Buches über die Wahrnehmung von „Menschen mit Depression“ in der Kirche vor Ort bildet den Bericht über die Auswertung von Interviews mit ausgewählten Personen, die zur Erfahrung mit Depression Auskunft geben können wie Angehörige, Betroffene, Ehrenamtliche, Pfarrerinnen und Pfarrer und medizinische Experten. Da das Buch sich als Projekt der Praktischen Theologie versteht, soll hier auch zunächst die Frage den Haupthintergrund bilden, in welcher Beziehung Depression zur Religion steht, obwohl auch konkreten Informationen über die Erkrankung selbst und ihre Folgen in diesem Buch enthalten sind (z. B. in den Artikeln von Gerhard Eschweiler, Krankheitsbild und Therapiemöglichkeiten der Depression und von Annette Haußmann, Suizidalität und Depression). „Depression als religiöse Krise erkennen, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014“ weiterlesen

Das Phänomen der Religion entdecken, Rezension von Christoph Fleischer mit einem Kommentar von Markus Chmielorz, Werl 2014

Zu: Religio und passio, Texte zur neueren französischen Religionsphilosophie, Hrsg. und eingeleitet von Rolf Kühn, Echter Verlag Würzburg 2014, ISBN 9783429035778, 312 Seiten, Preis 24,80 Euro

Der Aufsatz des Herausgebers Rolf Kühn, der der Textsammlung über die neuere französische Religionsphilosophie vorangestellt ist, nimmt zwar auf einzelne Autorinnen und Autoren Bezug, kann jedoch auch unabhängig von der Textauswahl gelesen werden. Ein editorisches Vorwort fehlt allerdings. Auch die Biografien der sechs Autorinnen und Autoren werden als bekannt vorausgesetzt. Ob die Lektüre der Einleitung diese ersetzt, mögen die Leserinnen und Leser selbst entscheiden. Die Besprechung der Einleitung erfolgt erst am Ende dieser Rezension.

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