Fragen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2014

Zu: Vom Gehorsam zur Freiheit; Biografien aus dem Widerstand, Deutscher Taschenbuch Verlag München 2014, Originalausgabe, ISBN 978-3-423-34810-2, Preis: 12,90

Die fünf Kurzbiografien dieses Buches von Ferdinand Schlingensiepen (geb. 1929) über Personen aus dem Widerstand gegen den Nationalsozialismus wurden in der Evangelischen Gemeindeakademie Blankenese als Vortrag gehalten. Die Kurzbiografie Bonhoeffers hingegen ist speziell als schriftlicher Beitrag für das Buch entstanden, da die Beschäftigung mit Bonhoeffer der Ausgangspunkt war und der Autor auch immer wieder zu dieser Person des Wiederstandes zurückkommt. Das Thema des Aufsatzes, „Der Weg vom unbedingten Gehorsam in den Spielraum der Freiheit“, auch als Einzelbeitrag über einen Link im Internet, wird ist in Kurzform zum Buchtitel „Vom Gehorsam zur Freiheit“ geworden. „Fragen zum Widerstand gegen den Nationalsozialismus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen

„Schwache Theologie“, Notiz zu einem Interview mit John D. Caputo in der New York Times am 9.3.2014, Christoph Fleischer, Werl 2014

Link: http://opinionator.blogs.nytimes.com/2014/03/09/deconstructing-god/ (zitiert als „Caputo“)
Vermutlich sollte man den Begriff „Schwache Theologie“, den der Philosophieprofessor John T. Caputo aus Syracusa /USA (geb. 1940) geprägt hat, als schwachen Theismus bezeichnen, wenn nicht andererseits der Begriff Theismus in der Postmoderne unmöglich geworden wäre („Theologie nach dem Tode Gottes“/ Derrida: „after the death oft God“, so zitiert von Caputo im Interview).
Ich fand dieses Interview auf der Suche nach einer Verbindung zwischen der Theologie Jürgen Moltmanns und der Philosophie Derridas im Internet. Die Buchtitel John Caputos weisen ihn als gründlichen Leser des verstorbenen Philosophen Jacques Derrida (1930 – 2004) aus und sie zeigen, dass er bestrebt ist, das Anliegen Derridas im Blick auf die Religion zu kommunizieren (z. B.: The Prayers and Tears of Jacques Derrida, Religion without Religion (1997), The Weakness of God (2006), Philosophy and Theology (2006), The Insistense of God: A Theology of Perhaps (2013), Truth: Philosphy in Transit (2013)).
Was also trifft zu, wenn man nach Religion in der Postmoderne fragt?

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Entfaltung des Lebens, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014

Zu: Jürgen Moltmann: Der lebendige Gott und die Fülle des Lebens, Auch ein Beitrag zur Atheismusdebatte unserer Zeit, Gütersloher Verlagshaus Gütersloh 2014, ISBN 978-3-579-08173-1, Preis: 19,99 Euro

Für Jürgen Moltmann (geboren 1926), dem emeritierten Professor für Evangelische Theologie in Tübingen und ehemaligen Vorsitzenden der Gesellschaft für Evangelische Theologie, ist systematische Theologie keine Wiederholung der bekannten Glaubenslehre, sondern deren Neustrukturierung unter den Voraussetzungen gegenwärtigen Erkennens. In diesem Buch legt er eine Theologie des Lebens vor. Er erwähnt, dass sein italienischer Verleger sagt, er sei ein Theologe, der das Leben liebt. Dieses Buch ist ein Meisterwerk theologischer Argumentation unter den gedanklichen Bedingungen der Gegenwart, die sich zugleich an den Grundentscheidungen des christlichen Glaubens orientiert. Nach einer Vorgabe Dietrich Bonhoeffers steht der Glaube vor der Herausforderung, die Diesseitigkeit des Lebens ernst zu nehmen. Auferstehung z. B. ist keine klerikale oder spirituelle Phantasie, sondern eine Erfahrung der Entfaltung von Kraft. „Entfaltung des Lebens, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2014“ weiterlesen

Historische Konstruktion einer alternativen Szene in der öffentlichen Meinung, Rezension von Christoph Fleischer mit einem Beitrag von Markus Chmielorz, Werl 2014

Zu: Sven Reichardt: Authentizität und Gemeinschaft, Linksalternatives Leben in den siebziger und frühen achtziger Jahren, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2075, Suhrkamp Verlag Berlin 2014, ISBN 978-3-518-29675-2, Preis: 29,00 Euro

Sven Reichardt (geb. 1967) ist Professor für neuere Geschichte an der Universität Konstanz. Seine sehr umfangreiche Studie ist als Habilitationsschrift entstanden. Aus der Danksagung geht hervor, dass die Untersuchung der „linksalternativen Szene“ der siebziger und frühen achtziger Jahre des vergangenen Jahrhunderts mit zahlreichen Personen und Institutionen abgestimmt und so verifiziert wurde. Aus persönlicher Kenntnis des Rezensenten (c.f.) erscheint allerdings die Eingrenzung des Themengebiets, so notwendig eine solche ist, ein wenig problematisch, da ja beileibe nicht nur die Studentenbewegung der „68-iger“, sondern auch die Friedens- und Umweltbewegungen (Anti-Atom) einen sehr viel weiteren Wirkungskreis aufwiesen, als eine Konzentration auf Aktionsgruppen, alternative Wohnformen und politische Aktionsgruppen deutlich machen kann. „Historische Konstruktion einer alternativen Szene in der öffentlichen Meinung, Rezension von Christoph Fleischer mit einem Beitrag von Markus Chmielorz, Werl 2014“ weiterlesen

Notiz zum Nihilismus, Christoph Fleischer, Werl 2014

Gianni Vattimo geht in seiner Schrift „Das Ende der Moderne“ ausführlich auf den Nihilismus ein.
Er bezeichnet den Nihilismus nicht als eine Einstellung, sondern als eine „Wirklichkeit“. Damit wäre er also gar nicht davon abhängig, ob jemand diesem zustimmt oder sich als Ideologie aneignet. Er bezieht sich dabei hauptsächlich auf Nietzsche, aber auch auf Heidegger. Nietzsche spricht vom „vollkommenen Nihilisten“, was bedeutet: „Der vollkommene Nihilist ist derjenige, der begriffen hat, dass der Nihilismus seine einzige Chance ist“ (S. 23). Heidegger denkt diese Frage über die Ontologie, die Lehre vom Sein her, in der nun das „Sein selbst“ nichts ist. Das sei gleichbedeutend mit dem, was Nietzsche den „Tod Gottes“ und die „Entwertung der höchsten Werte“ nennt (S.24).

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