Zu: Frank Behrendt: Liebe dein Leben und nicht deinen Job, 10 Ratschläge für eine entspannte Haltung, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016, gebunden, 222 Seiten, ISBN: 978-3-579-08646-0, Preis: 17,99 Euro
Diese Rezension gehört zu meiner Nachlese des Besuchs der Frankfurter Buchmesse im Herbst 2016. Dort begegnete ich am gemeinsamen Stand der Bertelsmann-Verlage dem Autor des Buches an einem Sonntagvormittag. Er war gekommen, um seine Bücher zu signieren, die dort am Stand verkauft wurden. Es war ja ein Publikumstag. Er genoss offensichtlich die kurzen Gespräche mit seinen Leserinnen und Lesern. Wir haben auch einige Worte gewechselt. Herr Behrendt ist Selbständiger und Unternehmer und macht täglich pünktlich um 18 Uhr Feierabend und reserviert sich genügend Zeit für Familie und Freizeitaktivitäten. Der Job, der Beruf ist nicht die Hauptsache, der Mittelpunkt des Lebens, sondern eher eine spannende Nebensache, die dazu da ist, um Geld zu verdienen. Das oftmals verurteilte „Jobdenken“ wird neu betrachtet und als Lösung aller Burnout-Probleme gesehen. Im breiten Strom der Work-Life-Balance-Literatur wird dieses Buch sich behaupten müssen. Trotzdem ist dieser konkrete Blick notwendig, da sich die Umstände der Berufsarbeit unter den Bedingungen des Digitalen noch einmal anders darstellen als früher. „Arbeit als Teil des Lebens sehen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen
Lippstadt. Wenn in diesem Jahr weltweit das Reformationsjubiläum gefeiert wird, dürfen sich die Lippstädter auf ein ganz besonderes Projekt freuen. Pfarrerin Lilo Peters hat ein Theaterstück für diese Stadt geschrieben, das in Lippstadt spielt und diese Stadt als Schauplatz der Reformation entdecken lässt. Kurz vor dem Reformationstag, am 27. und 29. Oktober wird das Schauspiel „Endlich frei – Johann Westermann und die Reformation in Lippstadt“ an authentischen Orten zur Aufführung kommen – so in der Marienkirche, in der vor 500 Jahren die erste deutschsprachige Messe in Lippstadt stattfand.
Was am 31. Oktober 1517 in Wittenberg begann, hat Kirche und Gesellschaft verändert, weltweit und auch hier bei uns. Die Stadt „tor Lippe“ gilt als eine wesentliche Keimzelle der Reformation in Westfalen. Lilo Peters: „Ich hatte schon lange den Wunsch, ein historisches Stück zu schreiben. Bei den Vorbereitungen zum Jubiläum wurde mir klar, dass der Zeitpunkt jetzt gekommenist. Wir können die Reformation nur feiern, wenn wir selbst uns als Teil dieser Geschichte erleben. Auf dem, was unsere Vorfahren, gestärkt auch durch die evangelische „Lehre von der Freiheit eines Christenmenschen“ damals erkämpften und an Selbstbewusstsein gewannen, baut unser Gemeinwesen in Kirche und Staat bis heute auf. Es ist für mich eine große Freude, dass wir das Stück nun mit Lippstädtern auf die Bühne bringen werden, mit Schauspielern aus der evangelischen Kirchengemeinde und darüber hinaus. Ich bin glücklich, dass Dagmar C. Weinert die Inszenierung übernommen hat.“
Bereits seit November probt das Ensemble an der Umsetzung der Lippstädter Reformationsgeschichte. Das Wirken des hiesigen Reformators Johannes Westermann wird im Zusammenspiel mit dem Geschehen in Wittenberg auf die Bühnen bzw. in die Kirchen gebracht. Die Aufführung beginnt in der heutigen Brüderkirche, dem damaligen Augustinerkloster, Wirkungsort des Reformators Westermann und führt von dort weiter vor das Rathaus. Hier wird das Publikum Zeuge weitreichender politischer Entwicklungen. In der Marienkirche findet die Geschichte wie vor 500 Jahren in der Realität ihren Höhepunkt.
Das Spannende an dieser Inszenierung ist für die Lippstädter Regisseurin Dagmar C. Weinert zum einen das Eintauchen in die Geschichte und die Auseinandersetzung mit den, durch die Kirche stark beeinflussten gesellschaftspolitischen Umbrüchen. Zum anderen ist es die intensive Arbeit mit der neu gegründeten Theaterklasse an historischen Originalschauplätzen. „Ich habe das Gefühl, an diesen Orten bin ich nur einen Atemzug von der Vergangenheit entfernt und das lässt mich ganz neue Facetten einzelner Szenen begreifen!“
Von der ersten bis zur letzten Sekunde lässt Weinert das Publikum in die Atmosphäre des Mittelalters eintauchen und entwickelt in Zusammenarbeit mit Pfarrerin Lilo Peters und Kantor Roger Bretthauer (musikalische Leitung) ein intensives und berührendes Theaterstück, das sowohl die dunklen als auch die lichten Momente dieser prägenden Zeit der Lippstädter Geschichte spiegelt.
Theaterstück von Pfarrerin Lilo Peters
Inszenierung von Dagmar C. Weinert
2 Termine:
Freitag; 27. Oktober 2017, 17 Uhr
Sonntag, 29. Oktober 2017, 17 Uhr
Orte: Brüderkirche, Rathausplatz und Marienkirche
Preise: € 12,- / ermäßigt: € 10,-
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Karten können bis 1 Woche vorher zurückgegeben werden.
Literatur: Marion Heinz, Sidonie Kellerer (Hg.): Martin Heideggers „Schwarze Hefte“, Eine philosophisch-politische Debatte, Suhrkamp Taschenbuch Wissenschaft 2178, Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, ISBN 978-3-518-29778-0, 445 Seiten, 20,00 Euro
Es hat nach der Herausgabe der „Schwarzen Hefte“ der Gesamtausgabe von Martin Heidegger aus den Jahren 1933 -1942 im März 2014 eine Reihe von Tagungen gegeben, die die Frage nach der Verwicklung Heideggers in die nationalsozialistische Ideologie und ihr Gesellschaftssystem thematisiert haben.
Ein Wirtschaftsberatungsunternehmen hat dem Verband der Diözesen empfohlen, alle Gelder für die Bundesebene der internationalen pax christi-Bewegung zu streichen
In diesen Tagen verzweifeln hierzulande die Mitglieder der Internationalen katholischen Friedensbewegung pax christi, darunter der Verfasser, an den deutschen Bischöfen. Seit Jahren schweigen sich die vom Staat besoldeten Oberhirten mehrheitlich aus über die rasant ablaufende Remilitarisierung der deutschen Politik.
Diese bischöfliche Mehrheit agiert dafür nun auf einem anderen Schauplatz. Sie scheint gewillt zu sein, der katholischen Friedensbewegung auf Bundesebene vollständig den Geldhahn zuzudrehen. Die Entscheidung der 27 Diözesanbischöfe darüber wird voraussichtlich zwischen dem 22. und 24. Januar in Würzburg fallen.
Kritik findet man auch in der Bistumspresse. Es handelt sich um jährlich 60.000 Euro, mit denen bislang über den Verband der Diözesen Deutschlands (VDD) die pax-christi-Arbeit auf Bundesebene gefördert wird. Das ist ein Fünftel des ansonsten aus Mitgliedsbeiträgen und Spenden bestrittenen Budgets.
Der Kahlschlag würde nach Angaben der Vorsitzenden Wiltrud Rösch-Metzler die überregionale Arbeitsfähigkeit der deutschen Sektion infrage stellen. Der hauptamtliche Anteil ist ohnehin schon so gering, dass er wohl von keinem anderen kirchlichen Verband unterboten wird. Was sich milliardenschwere Bistümer davon versprechen, jährlich 2.000 oder 3.000 Euro pax-christi-Bundeszuschuss einzusparen, ist bislang nicht bekannt.
Eine politische Entscheidung
Bei der Vorbereitung der Entscheidung wurden nicht etwa Bibel oder Papst konsultiert, sondern eine in Fragen der neoliberalen Mammon-Verwaltung kompetente Unternehmensberatung. Das ist schon sehr pikant.
Der anvisierte Kürzungsbetrag von 60.000 Euro entspricht etwa dem, was einem einzelnen Erzbischof mit obligat hohem Beamtenstatus in fünf Monaten vom Staat – nicht vom Kirchensteuerzahler – als Gehalt gewährt wird.
Das bundesweite VDD-Zuschussvolumen beträgt über 125 Millionen Euro, sodass die bisherige Unterstützung von pax christi weniger als 0,05 Prozent ausmacht! Angesichts dieser Relationen drängt sich nicht nur mir der Verdacht auf, dass eine Mehrheit der staatlich besoldeten Bischöfe – im Falle der Zustimmung – eine politische Entscheidung trifft und die unbequemen Pazifisten in der Kirche lahmlegen will.
Die Predigt halte ich am 3. Sonntag nach Epiphanias in Bad Sassendorf-Neuengeseke und Möhnesee-Völlinghausen und am 4. Sonntag nach Trinitatis in der reformierten Gemeinde, Soest
Johannes 4, 46-54 (Lutherbibel 2017)
46 Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum. 47 Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa gekommen war, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinen Sohn zu heilen; denn der war todkrank. 48 Da sprach Jesus zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.
49 Der königliche Beamte sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!
50 Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mann glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.
51 Und während er noch hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt. 52 Da fragte er sie nach der Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber. 53 Da merkte der Vater, dass es zu der Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.
54 Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.
Liebe Gemeinde,
Heute möchte ich einmal den Weg skizzieren, der sich zwischen der christlichen Botschaft und dem Bibeltext abspielt, ein Weg, den wir beim Hören und Mitdenken genauso vollziehen, wie bei Schreiben einer Predigt und beim Reden. In einem werden wir uns schon einmal einig sein, dass es um den christlichen Glauben im Allgemeinen geht und nicht nur nicht nur um die Nacherzählung einer biblischen Geschichte. Eine Sache ist mir in diesem Jahr in der Weihnachtsbotschaft wichtig gewesen, die ich auch jetzt noch einmal aufgreifen möchte, die in einem Satz von Angelus Silesius, einem schlesischen Mystiker (Johannes Scheffler, Breslau, 1624 – 1677), in Form eines kurzen Gedichtverses ausgedrückt wird.:
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