„Du siehst mich“ (1. Mose 16,13) – Pressemeldung zum Kirchentag

Losung für den Kirchentag 2017 in Berlin und Wittenberg in Humboldt-Box vorgestellt

Berlin, 12. Oktober 2015. Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 steht unter der Losung „Du siehst mich“. Das hat am Wochenende das Kirchentagspräsidium in Fulda beschlossen. Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au schrieb das Wort aus dem 1. Buch Mose am Montag in Berlin auf eine Staffelei und präsentierte sie gemeinsam mit der Generalsekretärin des Deutschen Evangelischen Kirchentages Ellen Ueberschär und dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz Markus Dröge.

Die Losung ist Überschrift für alle Vorbereitungen zum Kirchentag in Berlin und für sechs „Kirchentage auf dem Weg“ in Leipzig, Magdeburg, Erfurt, Jena/Weimar, Dessau-Roßlau und Halle/Eisleben, die anlässlich des Reformationsjubiläums stattfinden. Sie wird außerdem den großen Festgottesdienst begleiten, zu dem am 28. Mai 2017 mehr als 200.000 Menschen in Wittenberg erwartet werden.

„Angesehen sein, wahrgenommen werden. Diese Sehnsucht ist groß. Dafür schicken wir permanent Bilder von uns selbst in die Welt, per Selfie, Facebook und Whatsapp. Doch wirklich gemeint zu sein – das geht tiefer“, sagt Kirchentagspräsidentin Christina Aus der Au. „Aber welche neue Sprache brau- chen wir, um gemeinsam über Dinge zu sprechen, die jeden Menschen in seinem Innersten bewegen? Wie können wir verständlich davon reden, dass wir glauben, dass Gott uns ansieht?“

Zusammen mit der Losung hat das Präsidium zum Kirchentag 2017 biblische Texte für Gottesdienste und Bibelarbeiten festgelegt. Generalsekretärin Ellen Ueberschär betont: „Sehen stiftet Beziehung, nicht nur mit Gott, sondern auch im Miteinander aller Menschen. Von Gott angesehen zu werden, begründet die Würde des Men- schen als Gottes Geschöpf. Die Geschichte der Hagar, aus der die Losung stammt, wird sowohl im Koran als auch im Neuen Testament aufgegriffen. ‘Du siehst mich‘ ist ein Satz, der über den biblischen Kontext hinaus auch heute Anerkennung, Wertschätzung und Zuwendung aussagt.“

Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg steht unter der Losung "Du siehst mich" (1. Mose 16,13). Kirchentagspraesidentin Christina Aus der Au  (Mitte)stellte die Losung am Montag in Berlin vor, gemeinsam mit der Generalsekretaerin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschaer (rechts), und dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Droege(links)
Der 36. Deutsche Evangelische Kirchentag vom 24. bis 28. Mai 2017 in Berlin und Wittenberg steht unter der Losung „Du siehst mich“ (1. Mose 16,13).
Kirchentagspraesidentin Christina Aus der Au (Mitte)stellte die Losung am Montag in Berlin vor, gemeinsam mit der Generalsekretaerin des Deutschen Evangelischen Kirchentages, Ellen Ueberschaer (rechts), und dem Bischof der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz, Markus Droege(links)

Notizen zur Entstehung des Blogs www.der-schwache-glaube.de, Christoph Fleischer, Welver 2016

Als in den neunziger Jahren die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke aufkamen, bin ich AOL beigetreten. Meine Predigten veröffentlichte ich unter www.kanzelgruss.de. Nach einiger Zeit war ich auf der Suche nach einem Internetanschluss mit E-Mailadresse und kam zu einem neuen Anbieter, bei dem die Emailadresse mit einer Homepage verbunden war. So hatte ich seitdem auch eine Homepage. Sie hieß schlicht www.christoph-fleischer.de.

Ich habe die neusten Texte einfach nach oben gesetzt und jeweils einen Newsletter geschrieben, um auf die Neuerscheinungen hinzuweisen. Es gab zusätzlich zu den Predigten einige Gedichte und Lieder, einige längere Rezensionen und Referate z. B. über den Islam oder Rudolf Bultmann. Als die Theologin Dorothee Sölle im Jahr 2003 starb, nahm ich das zum Anlass, ihre Schriften systematisch aufzuarbeiten. Mir schien ihr Einsatz so etwas zu sein wie eine säkulare Religion, damals stark politisch oder feministisch geprägt. Hinter dem allen wie auch den Arbeiten von Lothar Zenetti und Wilhelm Willms, die auch als Liederdichter bekannt waren, sah ich das Bemühen, den Menschen in der Vermittlung der christlichen Botschaft auf Augenhöhe zu begegnen und nicht mit dem Anspruch einer Überlegenheit oder religiösen Besserwisserei oder exklusiven Heilsdenkens. „Notizen zur Entstehung des Blogs www.der-schwache-glaube.de, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Renaturierung des Salzbachs geht weiter – Pressemeldung vom 1.10.2015

Munitionsfunde stoppten Arbeiten im Mai – Neuer Gewässerlauf

Kreis Soest (kso.2015.10.01.419.ak/-rn)Die Arbeiten am Salzbach in Welver-Scheidingen und an der Kortemühle werden in dieser Woche fortgesetzt. Aufgrund kleinerer Munitionsfunde mussten dort die Arbeiten im Mai dieses Jahres eingestellt werden. Da nun die Freigabe der Bezirksregierung vorliegt und auch das Wetter mitspielt, kann das Ausheben des neuen, rund 210 Meter langen naturnahen Gewässerlaufes fortgesetzt werden. Das teilt das Sachgebiet Wasserwirtschaft der Kreisverwaltung mit.

Darüber hinaus wird das Ufer auf einer Länge von insgesamt 1.600 Metern „entfesselt“. Das bedeutet, dass ein Bagger die Steinschüttung, die einer natürlichen Gewässerentwicklung entgegensteht, auf der Seite des Unterhaltungsweges entfernt. Die Maßnahmen an der Kortemühle sollen in den nächsten drei bis vier Wochen abgeschlossen werden. Allerdings muss für diese Zielsetzung das schöne und vor allem trockene Wetter anhalten. Im Anschluss daran wird die Steinschüttung am Salzbach in Scheidingen entfernt. 

Weitere Informationen finden Interessierte auch im Internet auf der Seite des Kreises Soest (www.kreis-soest.de) unter (Ahse-Projekt (einfach Begriff in das Suchfeld der Homepage eingeben). Mit dem Ahse-Projekt „Lebendige Bördebäche“, zu dem die Maßnahmen am Salzbach gehören, möchten die Projektträger – der Kreis Soest und die Stadt Hamm (Kooperation AR_7, Lebendige Bördebäche, PE 1600) – alle Gewässer im Einzugsgebiet der Ahse in einen guten ökologischen Zustand bringen. Der Kreis Soest hat dazu einen der landesweit ersten Umsetzungsfahrpläne aufgestellt. Der Plan fasst alle Maßnahmen zusammen, die an der Ahse und ihren Nebengewässern umgesetzt werden müssen, um diesen guten Zustand zu erreichen.

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Am Salzbach werden die Uferbefestigung entnommen und Steilufer geschaffen, der Gewässerlauf gewissermaßen „entfesselt“. Foto: Lukas Piske/Kreis Soest

 

Erschöpft, aber zufrieden – Pressemeldung Kreis Soest

Notunterkunft: Erstversorgung und Aufnahmeregularien bis in den frühen Morgen
Kreis Soest. Erschöpft, aber zufrieden. So lässt sich wohl die Stimmung bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreises sowie bei den vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern zusammenfassen, die dafür sorgen, dass in der Notunterkunft für Flüchtlinge am Lippe-Berufskolleg in Lippstadt alles reibungslos läuft. Nachdem bis 23 Uhr insgesamt 379 Flüchtlinge mit Reisebussen aus Dortmund angekommen waren, liefen Erstversorgung und Aufnahmeregularien bis in die frühen Morgenstunden.

Glücklich sind alle Beteiligten auch darüber, dass samstags Sonnenschein die Neuankömmlinge in Deutschland begrüßte. So mussten diese nicht in geschlossenen Räumen oder im Zelt verharren. Einige sahen sich schon in der näheren Umgebung des Berufskollegs um, machten Selfies für die Verwandten. Dass die elektronische Kommunikation übers Netz klappen kann, dafür haben die EDV-Experten des Kreises gesorgt. Sie verpflichteten einen Provider und installierten ein WLAN-Netzwerk. Dieser „Freifunk“ war äußerst gefragt, die Zugangsdaten samt Anleitung für die Anmeldung waren an der zentralen Infotheke eine begehrte Information.

Neben diesem Service gab es am Samstag freilich auch viel Wichtigeres zu regeln. Ein halbes Dutzend Ärztinnen und Ärzte war vor Ort, um die Flüchtlinge nach einem ersten Medizincheck am Vorabend genauer zu untersuchen. Medizinerinnen und Mediziner aus dem Gesundheitsamt, Krankenhausärzte und niedergelassene Kollegen arbeiteten Schulter an Schulter. Galt es bei der Ankunft zunächst die vorhandenen Listen abzugleichen, wickelte die Ausländerbehörde am Samstag eine gründliche Aufnahmeprozedur samt Fotoshooting per Webcam ab. Die Flüchtlinge ließen alles geduldig über sich ergehen und scherzten oft über die geschossenen Bilder. Die ermittelten Daten waren auch Basis für die Befundbögen der Ärzte.

Die Notunterkunft war bereits am Freitag um 15 Uhr trotz aller Unabwägbarkeiten auf die volle Kapazität hochgefahren worden war. Vorsorglich waren beim verpflichteten Caterer 400 Lunchpakete und in gleicher Anzahl Essen für das ganze Wochenende bestellt worden. Diese Entscheidung erwies sich angesichts der kompakten Anreise der Neuankömmlinge als goldrichtig. Die Essensausgabe und das notwendige Drumherum organisierten Helferinnen und Helfer des Caritasverbandes für den Kreis Soest. Landrätin Eva Irrgang nahm bei ihrem Besuch am Samstagmorgen erfreut und mit Respekt zur Kenntnis, dass es der Caritas gelungen ist, nach einem entsprechenden Aufruf binnen kurzer Zeit einen Pool von sage und schreibe 100 Ehrenamtlichen für die Notunterkunft zur rekrutieren, die sich in den kommenden Wochen ablösen werden. Die Schicht am Samstag ließ sich durch nichts erschüttern. Als die große Kaffeemaschine streikte, wurde in pragmatischer Weise kurzfristig für Ersatz gesorgt.

 

Predigt über Matthäus 15, 21-28, Christoph Fleischer, Welver 2015

Predigt über Matthäus 15, 21-28 (wird am 27.09.2015 in Möhnesee-Günne und Soest-Meiningsen gehalten)

Das Vertrauen einer nichtjüdischen Frau (Gute Nachricht Bibel)

Jesus verließ die Gegend und zog sich in das Gebiet von Tyrus und Sidon zurück. Eine kanaanitische Frau, die dort wohnte, kam zu ihm und rief: »Herr, du Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir! Meine Tochter wird von einem bösen Geist sehr geplagt. «

Aber Jesus gab ihr keine Antwort.

Schließlich drängten ihn die Jünger: »Sieh zu, dass du sie loswirst; sie schreit ja hinter uns her! «

Aber Jesus sagte: »Ich bin nur zum Volk Israel, dieser Herde von verlorenen Schafen, gesandt worden. « Da warf die Frau sich vor Jesus nieder und sagte: »Hilf mir doch, Herr! «

Er antwortete: »Es ist nicht recht, den Kindern das Brot wegzunehmen und es den Hunden vorzuwerfen.«

»Gewiss, Herr«, sagte sie; »aber die Hunde bekommen doch wenigstens die Brocken, die vom Tisch ihrer Herren herunterfallen. «

Da sagte Jesus zu ihr: »Du hast ein großes Vertrauen, Frau! Was du willst, soll geschehen. « Im selben Augenblick wurde ihre Tochter gesund.

 

Liebe Gemeinde,

 

Wozu glauben? Glauben, so wie Jesus das Wort gebraucht, ist kein Wissenszeugnis und auch keine Einstellungsprüfung. Glaube ist vielmehr ein Lebensvollzug. Viele Menschen kommen Jahrzehnte ohne den Glauben aus und geraten dann doch einmal in eine Situation, die ihnen die Notwendigkeit des Glaubens vor Augen führt. Das können persönliche Schicksalsschläge sein, aber auch Krankheitserfahrungen. In unserer Geschichte ist es eine kanaanäische Frau, die das so erlebt und hier auch in der Erzählung vorführt.

Jesus tritt demgegenüber sozusagen fast zurück, obwohl auch er handelt, sogar sehr deutlich. Hier wird gezeigt, dass der andere Mensch durch den Glauben einer Person bereichert oder verändert werden kann. Jesus wusste von dieser Geschichte an, dass er nicht nur für die Mitglieder des Volkes Israel gekommen war, sondern für alle Menschen, so wie wir es ohnehin annehmen. Ein Evangelium für alle Völker zu verkünden, darauf wäre Jesus wohl vorher so gar nicht gekommen. Er bezog sich allein auf die Israeliten, genauer: die „verlorenen Schafe des Hauses Israel“ (nach Luther). Aber wenn schon verlorene Schafe, warum dann nicht auch Andere? Dass die Frage auf der Hand liegt, zeigt das Verhalten der kanaanäischen Frau. Die Bibel erzählt wie üblich im Telegrammstil. Hier müssten noch viel mehr Informationen her. Woher kam die Frau genau? Wann hat sie von Jesus erfahren? Für wen hielt sie ihn eigentlich? Welche Krankheit hatte ihre Tochter genau? Überhaupt ist die Szene ein wenig unklar. Sie kommt zu Jesus, begegnet aber gleichzeitig den Jüngern. Wie kann man sich das vorstellen? Im Freien oder in einem Haus? „Predigt über Matthäus 15, 21-28, Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen