Zu: Joseph Beuys: Mysterien für alle, Kleinste Aufzeichnungen, Auswahl und Nachwort von Steffen Popp, Suhrkamp Verlag, Berlin 2015, ISBN 978-3-518-22492-2, Preis 24,95 Euro
Wer aus dem Abstand mehrerer Jahrzehnte auf die z. T. grafisch oder tabellarisch notierten Stichwortzettel von Joseph Beuys (1921 – 1986) sieht, dem ehemaligen Professor an der Kunstakademie in Düsseldorf, mag zuerst an den künstlerischen Schwerpunkt seines Konzepts denken. Allerdings kommt mir auch die Assoziation zu rhetorischen Stichwortkonzepten. In der Tat weist das Quellenverzeichnis „ZU DEN NOTATEN“ (S. 197) vor allem im letzten Teil auf solche Vorträge des bekannten Aktionskünstlers hin. „„Erweiterter Kunstbegriff“, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen
Die Hinfahrt über die Sauerlandlinie war unproblematisch. Markus und ich waren im Gespräch vertieft, kein Regen, kein Schnee, kein Stau. So konnten wir in Frankfurt die Zeit von 11 bis 16 Uhr ausnutzen, die wir uns gesetzt hatten.
Auf der Buchmesse von Besucherrückgang keine Spur. Viele Schulklassen waren da, auch viele Nationalitäten vertreten, das ist mir aufgefallen. (Dass die Herbstferien in Hessen erst an diesem Freitag beginnen, haben wir erst im Stau auf der Rückfahrt verstanden.)
Drängeln und Schubsen, ja das gab schon mal ein paar kleine Verletzungen. Gut, dass Markus immer ein Pflaster dabei hat. Auch die Promis wie Thomas Gottschalk müssen durch das Gewühl hindurch.
John D. Caputo, Truth, Philosophy in Transit, Penguin Books, London 2013, ISBN 978-1-846-14600-8
John D. Caputo, emeritierter Philosoph aus Syracusa (USA) mit dem Schwerpunkt Religionsphilosophie, legt hier die Ausarbeitung einer schwachen Theologie („weak theology“) vor. Hierbei zieht er vor allem Schriften des französischen Philosophen Jacques Derrida (Dekonstruktion) heran. Das Buch „Truth“ erschien in einer Reihe, genannt „Philosophy in Transit“, die anlässlich des Jubiläums der Londoner U-Bahn herausgegeben worden ist. Dass das Wort Transit nicht nur den Weg zur Arbeit meint, sondern auch das Lebensgefühl der Postmoderne aufgreift, wird in den Titeln der Reihe thematisiert.
John D. Caputo geht auf die philosophischen Wurzeln und die Vorläufer der Postmoderne ein (z. B. Kant, Hegel, Nietzsche, Kierkegaard). Die Postmoderne ist gegenüber der Moderne keine neue Ära, sondern eine Fragerichtung, die die Kritik selbst auf die Grundlagen der Moderne anwendet. Nun verdeutlicht der Autor den Wahrheitsbegriff der Postmoderne am Beispiel der Religion, wie im Abschnitt „What Do We with Religious Truth?“ (S. 49-65). „„Postmoderner Glaube“, Kurzer Bericht und Gedanken zu einem Text von John D. Caputo, Christoph Fleischer 2015“ weiterlesen
Diskussionsforum mit 39 internationalen Autoren unter Vorsitz der dänischen Schriftstellerin Janne Teller
Frankfurt, 14.10.2015 – Wie entsteht Extremismus? Wie können wir verhindern, dass er in der Mitte der Gesellschaft Fuß fasst? Was können wir tun, um ein friedliches Miteinander – international wie in unserem täglichen Leben – zu erreichen? Wie können wir massive Migrationsbewegungen in eine positive Kraft für alle verwandeln? Mit diesen und vielen weiteren Fragen wird sich auf der Frankfurter Buchmesse drei Tage lang eine Gruppe von 39 internationalen Autoren befassen. Sie nehmen teil am Projekt „Frankfurt Undercover“, das die Frankfurter Buchmesse unter dem Vorsitz der dänischen Schriftstellerin Janne Teller im vergangenen Jahr ins Leben gerufen hat. „Frankfurt Undercover war unsere Antwort auf den verstärkten Wunsch von Autoren nach Austausch“, so Juergen Boos, Direktor der Frankfurter Buchmesse. „Es ist ein Diskussionsforum für internationale Autoren, in dem sie sich unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu globalen Entwicklungen, Politik und Gesellschaft austauschen und positionieren können.“
In diesem Jahr wird das erfolgreiche politische Format unter dem Titel „Borders & Barriers, Cultures & Crossroads: How to Counter Extremism“ fortgesetzt. „Mit Frankfurt Undercover versuche ich ein Forum zu schaffen, in dem wichtige Erkenntnisse von Autoren direkten Einfluss auf einige der größten aktuellen politischen Weltprobleme nehmen können. Wir freuen uns, wenn es gelingt, Impulse in die politische Sphäre zu vermitteln“, erklärt Janne Teller. Ziel ist es, an den drei Tagen ein „Kompendium der Ideen“ zu schaffen. Bei einer Pressekonferenz am Freitag, 16. Oktober, um 13:30 Uhr im Weltempfang (Halle 3.1 L25) wird Janne Teller die Ergebnisse der Debatten von „Frankfurt Undercover“ vorstellen. Weiterhin ist geplant, das Kompendium in Form eines Essays zu einem späteren Zeitpunkt direkt mit Politikern zu diskutieren.
Folgende Autoren sind bei „Frankfurt Undercover“ dabei:
Najet Adouani – Steffen Bruendel – Lasha Bugadze – Amir Hassan Cheheltan – Linda Christanty – Leila Chudori – Céline Curiol – Nirwan Dewanto – György Dragoman – Carolin Emcke – Mirna Funk – Lena Gorelik – Oscar Guardiola-Rivera – Katharina Hacker – Rawi Hage – Susan Hawthorne – Urs Jaeggi – Noemi Jaffe – Carsten Jensen – Victor Jerofejev – Andrej Kurkow – Eka Kurniawan – Sergey Lebedev – Marco Magini – Jagoda Marinic – Albert Ostermaier – Anzhelina Polonskaya – Pavel Rankow – Burhan Sönmez – Lena Sundstrøm – Miguel Syjuco – Jennifer Teege – Janne Teller – Ece Temelkuran – Madeleine Thien – Ilija Trojanow – Peter van Dongen – Najem Wali – Stefan Weidner
Zu: Achim Nöllenheidt (Hg.): Geheimnisvolles NRW, Elf Orte und ihre ganz besondere Geschichte, Klartext Verlag, Essen 2015, ISBN 978-3-8375-1344-8, Preis: 14,95 Euro
Die repräsentativen Beispiele für die Geschichte der Region im Westen Deutschlands, die heute NRW heißt, werden in den Beiträgen des Buches vorgestellt. Wohngebäude wie die Villa-Hügel in Essen oder der Kanzlerbungalow in Bonn sind genauso vertreten wie die Großanlagen der Infrastruktur des Duisburger Hafens, des Kölner Hauptbahnhofs, des Nürburgrings und der Möhnetalsperre. Der Aufsatz über den Teutoburger Wald versammelt einige Sehenswürdigkeiten der Region, wie das Hermannsdenkmal und die Externsteine, aber auch die Wewelsburg bei Paderborn. In dieser Rezension werde ich exemplarisch den Beitrag über die Möhnetalsperre vorstellen. „Spurensuche im Gegenwärtigen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2015“ weiterlesen
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