Der Runde Tisch gegen Gewalt und Rassismus möchte sich einmal mehr gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern sowie Vertreterinnen und Vertretern vieler gesellschaftlicher Gruppen, Initiativen und Parteien für ein friedliches Zusammenleben in Unna einsetzen.
Aus diesem Grund sind alle Interessierten eingeladen,
am Freitag, 27. Februar 2015 um 18.00 Uhr, Treffpunkt: Rathausplatz,
gemeinsam ein Zeichen für Toleranz und Vielfalt, unter dem Motto „Alle sind anders, alle sind gleich, alle sind wichtig“ in Unna zu setzen.
Nach einer Kundgebung auf dem Rathausplatz gehen alle gemeinsam durch die Fußgängerzone bis zur Lindenbrauerei. Dort findet dann im Anschluss um 19.30 Uhr ein Konzert im Kühlschiff ( „Imagine – Living Life in Peace“) statt.
Zu: Die Gewalt des einen Gottes, Die Monotheismus-Debatte zwischen Jan Assmann, Micha Brumlik, Peter Sloterdijk und anderen. Herausgegeben von Rolf Schieder, Berlin University Press 2014, ISBN 978-3-86280-067-4, Preis: 29,90 Euro
War der biblische Gottesglaube eine späte Kopie des ägyptischen Monotheismus unter Echnaton? Jan Assmann berichtete in mehreren Büchern und Aufsätzen von dem aufklärerischen Impuls dieser Fragestellung, die bis hin zu Sigmund Freud wirkte und nicht zuletzt zur modernen Altertumswissenschaft angeregt hatte. In diesem Zusammenhang tauchte die These von der „Gewalt des einen Gottes“ auf, da in der Exodustradition Aussagen von der Eifersucht des biblischen Gottes und dazu gehörige Gewalterzählungen vorkommen. Dem Theologen Rolf Schieder und anderen war als Reaktion darauf hingegen aufgefallen, dass diese Schlüsse auf eine inhärente Gewalt des Monotheismus und die dazu nötige „mosaische Unterscheidung“ (Jan Assmann) zwischen wahr und falsch nach neueren exegetischen Erkenntnissen völlig unabhängig von Einflüssen des antiken Ägyptens standen, sondern literarische Konstruktionen des 4./5. Jahrhunderts vor Christus sind, der Zeit der Rückkehr der Israeliten aus dem Exil, als die Judäer für die Tempelreligion in Jerusalem eine Wiederherstellung der israelitischen Religion auf der Grundlage der Exodustradition um Mose einführten. „Von religiöser Gewalt zu einem neuen Gottesbild, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2014“ weiterlesen
Karen Armstrong nimmt die aktuelle Diskussion auf und zeichnet eine Geschichte der Gewalt nach. Sie bezieht sich dabei auf die moderne Trennung von Staat und Religion nach der Aufklärung in den westeuropäischen und nordamerikanischen Gesellschaften. Ihr besonderer Blick richtet sich auf die staatliche Gewalt, mit der z. B. im Iran und in Ägypten im Zuge einer, man könnte sagen, historisch verspäteten Modernisierung und Säkularisierung gläubige Muslime Gewalt erfahren haben. Sie erleben das Verbot, ihre Religion öffentlich zu zeigen zudem als unvereinbar mit den Grundrechten der westlichen Demokratien. Armstongs Schluss daraus ist eine historische Einordnung von Säkularismus, dem sie universelle Gültigkeit abspricht. Wenn dann noch den Religionen, insbesondere dem Islam, eine inhärente Gewalt zugesprochen und religiöses Denken als vormodern und „primitiv“ abgewertet wird, dann wird verschleiert, dass Fundamentalismus historisch gesehen eine Reaktion auf die gewalttätige Durchsetzung von Sakularismus erscheint.
Karen Armstrong ist britische Religionswissenschaftlerin. 2009 rief sie die „Charta of Compassion“ ins Leben, ein Dokument, das einlädt, religiöse, ideologische und nationale Grenzen zu überwinden. (Vgl. http://charterforcompassion.org/sign-share-charter abgerufen am 27.09.2014)
Zu: Gerd Althoff: „Selig sind, die Verfolgung ausüben“, Päpste und Gewalt im Hochmittelalter, Konrad Theiss Verlag Stuttgart, ISBN 978-3-8062-2751-2, 29,95 Euro, Buchhandelsausgabe der Ausgabe WBG Darmstadt 2013, ISBN 978-3-534-24711-0
Die Rhetorik der Gewalt in der westlichen Zivilisation wird für immer mit den Kreuzzügen der christlichen Kirche in Verbindung gebracht werden. Gerd Althoff zeigt in seinem umfassenden und an historischen Quellen orientierten Buch auf, inwiefern kirchliche Verlautbarungen des 11. Jahrhunderts und danach die Anwendung von Gewalt in einer Weise legitimieren, die es so vorher nicht gegeben hat. Gewalt war bis dahin allein Sache der weltlichen Herrscher, legitimiert und zugleich reguliert durch die Lehre vom gerechten Krieg. Doch die Entwicklung lief aus dem Ruder. Die kirchliche Hierarchie entfernte sich entweder selbst von den christlichen Prinzipien oder wurde ein Spielball der Fürstenhäuser. Erst Papst Gregor VII. führte in einer umfassenden Reform das Prinzip des Gehorsams ein, den er den weltlichen Herrschern abforderte, legitimiert durch seine nunmehr als „Stellvertreter Christi“ bezeichnete Position. Gewalt gegen Abtrünnige galt dadurch von nun an als gerechtfertigt. „Die Schuld der Kirche gegenüber den Opfern der Gewalt, Rezension von Christoph Fleischer, Werl 2013“ weiterlesen
Zu: Albus, Michael und Ludwig Brüggemann: Hände weg! Sexuelle Gewalt in der Kirche. Kevelaer 2011.
Anfang 2010 wurde einer breiten Öffentlichkeit bewusst, was viele schon vorher wussten: Katholische Ordensbrüder und Priester haben sexuelle Gewalt ausgeübt an Kindern und Jugendlichen. Sie haben als Pädagogen ein Abhängigkeitsverhältnis für die Befriedigung ihrer eigenen Triebbedürfnisse missbraucht. Einer, der offen darüber sprach, war der Jesuit Klaus Mertes, Oberer seiner Kommunität am Berliner Canisius-Kolleg, einem grundständigen Gymnasium, an dem aus Mitbrüdern Täter wurden. Ein Großteil der Taten lag mehr als 30 Jahre zurück; damals wurden die Täter weder angezeigt, noch irgendwie belangt, heute sind die Taten verjährt. Nun also, endlich, bekommen die Opfer eine Stimme, so haben sie z. B. in Berlin einen “Eckigen Tisch” ins Leben gerufen. Der vorliegende Band wurde ein Jahr nach der “Kirchenkatastrophe” (S. 209), ein Jahr, nachdem der “Tsunami” (S. 17) rollte, herausgegeben. „Die Wut bewältigen, Rezension von Markus Chmielorz, Dortmund 2013“ weiterlesen
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