Naturwissenschaft und Glaube im Dialog, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Andreas Losch, Frank Vogelsang (Hg.): Wissenschaft und die Frage nach Gott, Theologie und Naturwissenschaft im Dialog, verlegt durch die Evangelische Akademie im Rheinland, Bonn, 2. Auflage 2015, 190 Seiten, Softcover, Layout mit vielen Bildern von art work shop, Düsseldorf, ISBN 978-3-937621-50-0, Preis: 20,00 Euro

Auf der letzten Seite öffne man den angezeigten QR-Code und finde dann die Homepage: www.theologie-naturwissenschaften.de. Aktuell zeigt sie einen Artikel über die Auswertung von Nahtoderfahrungen von Jens Schlieter (Professor für systematische Religionswissenschaft an der Universität Bern). Im Archiv wird auf die gesamte Diskussion zum Thema der Homepage verweisen. Gleich oben wird der erste Artikel des hier rezensierten Buches von Mitherausgeber Andreas Losch (promovierter Theologe und verantwortlicher Redakteur der Homepage) dokumentiert: „Theologie und Naturwissenschaften – sind das nicht Gegensätze?“. „Naturwissenschaft und Glaube im Dialog, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Das Schwere leicht nehmen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Joachim Wehrenbrecht: Die Schwere, Mein langer Weg mit Depressionen zu leben, Buchwerkstatt bei Frieling und Huffmann, Berlin 2017, Taschenbuch, 98 Seiten, ISBN: 9783946467342, Preis: 8,90 Euro

Der Titel „Die Schwere“ wird am Ende des Buches im Nachwort aufgegriffen: „Wenn ich nicht länger auf meine Schwere fixiert bin, sondern danach frage, womit ich in der Schwere verbunden bin, und was die Schwere mir schenkt und was ich trotz der Schwere noch alles kann, dann nehme ich mich anders wahr.“ (S. 95) Die Stärke des Buches besteht in seiner reflektierend erzählenden Qualität, die in der ersten Person, aber nicht ohne die nötige Distanz zum Geschehen geschrieben ist. Kurze, tröstliche Texte sind als kleine Gedichte eingeschoben. Während die Lyrik die Trostseite vertritt, ist die biografische Erzählung Darstellung des Problems und in der Leiderfahrung wie in divergierenden Therapieversuchen und -ergebnissen. „Das Schwere leicht nehmen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Aufleuchten statt Ausbrennen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Monika Kiel-Hinrichsen (Hrsg.): Burnlong statt Burnout, Stress überwinden, gesund bleiben, aethera im Verlag Urachhaus, Stuttgart 2016, Softcover, illustriert, 160 Seiten, ISBN 978-3-8251-8010-2, Preis: 17,90 Euro

Obwohl der Begriff „Burnout“ schon sei 1974 bekannt ist und relativ klar definiert wurde, wird es die definitive Diagnose dieser Krankheit erst später geben. Bis jetzt wird Burnout als „Syndrom“ bezeichnet, ein Krankheitsbild, in dem Symptome unterschiedlicher Diagnosen zusammenwirken.

Monika Kiel-Hinrichsen schreibt im Eingangsartikel dieses Buches, das eine im Jahr 2015 durchgeführte Tagung zum Burnout nachzeichnet: „Das Burnout-Syndrom hat sich zunehmend zu einer Herausforderung auf medizinischem Gebiet entwickelt, da immer mehr Menschen in so tiefe Erschöpfungszustände geraten, dass diese schnell mit dem Begriff ‚Burnout‘ erfasst werden.“ (S. 12) „Aufleuchten statt Ausbrennen, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Die Liebe aber ist die größte, Rezension von Joachim Wehrenbrecht

Zu: Richard Rohr: Paulus. Der unbekannte Mystiker, Aus dem Amerikanischen von Bruno Kern, Verlag Katholisches Bibelwerk, Stuttgart 2017, gebunden, 106 Seiten, ISBN: 978-3-460-50019-8, Preis: 12€

Das katholische Bibelwerk legt mit einem modern aufgemachten festen Bucheinband mit Lesebändchen und acht farbigen Paulusbildern aus der Kunstgeschichte ein attraktives und preisgünstiges Paulusbüchlein auf. Die aus dem Amerikanischen übersetzten Vorträge von Bruno Kern behalten ihren Redecharakter bei. Den 14.Kapiteln  auf 103 Seiten ist jeweils in kursiver Schrift eine Übertragung/Übersetzung paulinischer Grundtexte vorangestellt.

Ein schönes Büchlein, das einem breiteren Publikum eine kleine Einführung in paulinische Theologie gewährt und zum eigenen Nachdenken anregt. Richard Rohr liest Paulus von der Tradition der Mystik her und zeigt auf, dass die paulinische Dialektik von seiner Christusmystik verstanden werden will. Dieser Gedanke ist nicht neu, wird aber von Rohr zugespitzt. Schon länger versteht und vermittelt Rohr die biblischen Schriften spirituell. Dieser Zugang ist fruchtbar und zeigt auch hier wie lebensnah und radikal der paulinische Weg bis heute ist.

Mit seinem Ansatz leistet Rohr einen Beitrag zur Erneuerung der Theologie und der christlichen Praxis. Er ist im guten Sinn ein praktischer Theologe für den der Glaube in der Liebe seine tiefste Bestimmung erfährt. Rohrs Leidenschaft für den Glauben wird in jedem Kapitel deutlich. Das gefällt mir. An manchen Stellen hätte ich mir ein stärkeres Lektorat gewünscht, etwa wenn Rohr pathetisch sagt: „Paulus ich vergebe dir, dass du das Wort Fleisch benutzt hast, doch die Vergebung fällt mir nicht leicht.“ (S.52)

Die Stärke Rohrs, seine Zuspitzung, Leichtigkeit und die Fähigkeit gegen den Strich zu denken, enthält auch die Schwäche der Verkürzung, Vereinfachung und eine gewisse Laxheit. Alles in allem aber ein gutes Büchlein, das Lust auf den Begründer der christlichen Theologie macht.

Der Jude Jesus als Christus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Daniel Boyarin: Die jüdischen Evangelien, Die Geschichte des jüdischen Christus, Mit einem Geleitwort für die deutsche Ausgabe von Johann Ev. Hafner und einem Vorwort von Jack Miles, Übersetzung von Armin Wolf, Ergon Verlag, Würzburg 2015, gebunden, 172 Seiten, ISBN 978-3-95650-098-5, Preis: 25,00 Euro

Diese Übersetzung des Buches „The Jewish Gospel, The Story of the Jewish Christ“ (New York, 2012) passt sehr gut in die Reihe „Judentum – Christentum – Islam“, in der sie als Band 12 erschienen ist, ein gemeinsames Projekt der Evangelischen Akademie zu Berlin und der Gemeinde der Berliner Hugenotten (vgl. S. 153). Von Daniel Boyarin aus Berkeley, USA, liegt bereits das Buch „Abgrenzungen, Die Aufspaltung des Judäo-Christentums“ in deutscher Übersetzung vor. Daniel Boyarin ist einer der wichtigsten rabbinischen Gelehrten der Gegenwart, so Jack Miles im Vorwort. Boyarins Ziel des Buches, das er als „Jesusbuch“ angelegt hat, ist die gegenseitige Akzeptanz von Judentum und Christentum. „Der Jude Jesus als Christus, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen