Jesus von Nazareth als Mensch der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Cay Rademacher: Jesus und seine Welt, Eine historische Spurensuche, Ellert & Richter Verlag, Hamburg 2013, Paperback, 159 Seiten, zwei Karten, Orts- und Personenregister, ISBN: 978-3-8319-0513-3, Preis: 9,95 Euro

Ein kurzer Artikel im Heft G-Geschichte 1/2017 – laut Titelbild der Geschichte des frühen Christentums gewidmet – ist überschrieben: „Freitag in Jerusalem, Tod eines Unruhestifters“. Das Magazin weist am Schluss im Literaturtipp auf das Buch von Cay Rademacher hin. Dem Urteil, dass die dort zusammengetragenen Fakten nach wie vor aktuell sind, schließe ich mich an.

Das hier besprochene Buch ist eigentlich im Jahr 2005 als GEO-Buch unter dem Titel „Wer war Jesus? Der Mensch und der Mythos“ erschienen. „Jesus von Nazareth als Mensch der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Scheidewege, Jahresschrift für skeptisches Denken, Herausgegeben von der Max-Himmelheber-Stiftung, Jahrgang 46, 2016/2017, Redaktion: Michael Hauskeller, Stephan Prehn, Walter Sauer, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, ISBN: 978-3-7776-2630-7: Paperback, 403 Seiten, Preis: Einzelheft 37,90 Euro, im Abo 33,50 Euro, erscheint einmal jährlich im September. Ein Verzeichnis sämtlicher Beiträge und Autoren mit Link zu einer Leseprobe findet sich im Internet (www.scheidewege.de).

Schon die Übersicht über die Beiträge der Jahresschrift auf dem Cover zeigt die Zielrichtung der Ausgabe an. Skepsis, so der kurze Text auf der Rückseite, ist eine geistige Situation, in der Tradition genauso wenig von einer Evidenz lebt wie der Fortschrittsglaube. In die Mitte des Denkens rückt die Gegenwart, die sich vom Überkommenen löst, ohne eine wunderbare Zukunft zu phantasieren. „Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Wilhelm Morgner – Entdeckung der modernen Kunst, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Wilhelm Morgner und die Anfänge der abstrakten Kunst, Herausgegeben von Klaus Kösters, mit einer Kurzbiographie Wilhelm Morgners von Walter Weihs, Hatje Cantz Verlag, Berlin 2016, ISBN: 9783775740975, 191 Seiten, 204 Abbildungen, Preis: 39,80 Euro

Cover: Wilhelm Morgner und die Anfänge der abstrakten Kunst, Hatje Cantz Verlag, 2016, Wilhelm Morgner, Astrale Komposition XVII, 1912, Detail

 

„Dass der Schaffende selber das Kind sei, das neugeboren werde, dazu muss er auch die Gebärerin sein und der Schmerz der Gebärerin.“ Friedrich Nietzsche, Also sprach Zarathustra

Unter den zahlreichen Abbildungen im zu besprechenden Buch über Wilhelm Morgner sind ca. 35 Bilder, die die Biographie illustrieren, die der langjährige Betreuer des Soester Morgner Archiv Walter Weihs diesem Band hinzugefügt hat. Die meisten dieser biografischen Bilder und Informationen sind auch schon in anderen Publikationen enthalten und auch im Internet greifbar (Homepage: wilhelm-morgner-preis.de). Hinzugefügt wurden noch einige Bilder des Kriegsschauplatzes in Belgien, wo er am 16. August 1917 den Tod fand. Wilhelm Morgner war im Jahr 1891 geboren und starb nach nur 26 Lebensjahren im Ersten Weltkrieg. Da er schon 1913 zur Wehrmacht kam, um dann 1914 zum Kriegseinsatz zu bleiben, waren ihm eigentlich nur vier künstlerisch aktive Schaffensjahre gegeben. „Wilhelm Morgner – Entdeckung der modernen Kunst, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Vom Judentum in der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Seth Schwartz:  Das Judentum in der Antike, Von Alexander dem Großen bis Mohammed, Aus dem Englischen übersetzt von Ursula Blank-Sangmeister unter Mitarbeit von Anna Raupach, Reclam-Verlag, Stuttgart 2016, gebunden, 284 Seiten, ISBN: 978315011010-2, Preis: 34,95 Euro

Seth Schwartz (geb.1959) ist seit seiner Dissertation über Josephus und das Judentum zwischen 70 und 100 n. Chr. Wissenschaftler und Professor für Geschichte des Judentums. Er lebt und arbeitet in New York seit 2009 als Professor an der Columbia University, die Uni, wo er auch studiert hat.

Das hier zu rezensierende Buch ist unter dem Titel „The Ancient Jews from Alexander to Muhammad“ im Jahr 2014 in Cambridge(GB) erschienen und liegt nun seit 2016 in deutscher Sprache vor.

Um das Ergebnis vorwegzunehmen zitiere ich einen Abschnitt aus der absolut lesenswerten Einleitung:

„In der Ära der Christianisierung kam es auch zur Verbreitung anderer relativ neuerer Institutionen und Praktiken – dazu gehörten, um nur die wichtigsten zu nennen, die Rabbinen mit dem ihnen eigenen intellektuellen und literarischen Stil und die lokale religiöse Gemeinde, die sich um monumentale Synagogen gruppierte und vor allem Spenden sammelte und verteilte.“ (S. 28) „Vom Judentum in der Antike, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen

Von den ersten Menschen, weitererzählt von Kain, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017

Zu: Hansjörg Roth: Das Buch Kain, Roman, Verlag Johannes Petri, Basel/Schweiz 2015, gebunden, 321 Seiten, ISBN: 978-3-03784-064-1, Preis: 27,00 Euro

 

Um mal mit der Kritik zu beginnen: Der Roman über Kain beginnt wie ein Sachbuch mit einem Vorwort. Sicherlich ist der Inhalt dieses Vorworts eine notwendige Erklärung der editorischen Intention. Indem der Autor Hansjörg Roth rabbinische Geschichten nacherzählt und in den Kontext der fiktiv-erweiterten biblischen Erzählung einbaut, hat der Romantext in der Tat auch einen dokumentarischen Wert.

Die Zeittafel am Ende des Buches dokumentiert die Grundidee des Buches. Die 930 Lebensjahre Adams können wie eine frühe Menschheitsgeschichte gelesen werden. Diese 930 Jahre sind angefüllt mit den weiteren Nachkommen Adams und Evas einschließlich aller Kinder, Enkel, Urenkel usw. Dass die frühe Menschheitsfamilie mit allen Männern und Frauen untereinander verwandt war, ist wohl vom Grundgedanken anzunehmen. Da Kain seinen Bruder Abel getötet hat, hat er dessen Frau ebenfalls geheiratet und war dann mit seinen zwei Schwestern verheiratet. Davon ausgehend entwickelten sich mehrere Familien, wobei auch Adam und Eva ja Zeit genug hatten, noch weitere Nachkommen in die Welt zu setzen. „Von den ersten Menschen, weitererzählt von Kain, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen