Trauer, illustrierte Gedichtauswahl für Bestattungsfeiern, herausgegeben von Christoph Fleischer, Welver 2016

 

Angeregt durch einige Erfahrungen und Möglichkeiten der alternativen Bestattungsformen im Friedwald, die einfach z. T. durch die örtlichen Gegebenheiten angeregt sind, möchte ich eine Textsammlung für Trauer und Bestattung vorliegen. Die Texte verstehe ich als Meditationen, die vorranging im Eingangsteil der Trauerfeier Verwendung finden, um die Befindlichkeiten der Trauernden aufzunehmen. In dieser Situation ist m. E. in der heutigen Form von Bestattungen eine größere Differenzierung notwendig, als ich es bislang gesehen und praktiziert habe. Diese Texte sind urheberrechtlich gesichert. Zur publizistischen Weiterverwendung bitte die Rechteinhaberinnen kontaktieren. Die einmalige Verwendung in einer Trauerfeier ist gewünscht und möglich, wenn die jeweilige Autorin bzw. der Autor mitgenannt werden. Wenn einige Texte keine Überschrift haben, dann ist das auch im Original so. Die Texte von Rainer Maria Rilke und Dietrich Bonhoeffer sind gemeinfrei.

Bild: Marlies Blauth
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Predigt 2. Korinther 1, 3–7, Christoph Fleischer, Welver 2016

Die Predigt wird gehalten am Sonntag Lätare zur Einführung des neuen Presbyteriums nach der Presbyteriumswahl

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus! Er ist ein Vater, dessen Erbarmen unerschöpflich ist, und ein Gott, der uns nie verzweifeln lässt.

4 Auch wenn ich viel durchstehen muss, gibt er mir immer wieder Mut. Darum kann ich auch anderen Mut machen, die Ähnliches durchstehen müssen. Ich kann sie trösten und ermutigen, so wie Gott mich selbst getröstet und ermutigt hat. 5 Ich leide mit Christus und in seinem Dienst in reichem Maß. Aber ebenso reich sind der Trost und die Ermutigung, die mir durch ihn geschenkt werden.

6 Wenn ich leide, so geschieht es, damit ihr Mut bekommt und zur Rettung gelangt. Und wenn ich getröstet werde, so geschieht es, damit ihr den Mut bekommt, die gleichen Leiden wie ich geduldig zu ertragen. 7Ich bin voller Zuversicht, wenn ich an euch denke; denn ich weiß: Wie ihr meine Leiden teilt, so habt ihr auch teil an dem Trost und der Ermutigung, die mir geschenkt werden.

Liebe Gemeinde,

P1010957 Kopieheute beginnt die nächste Wahlperiode des Presbyteriums. Hier in Meiningsen sind es keine neuen Gesichter, sondern einfach diejenigen, die es bis jetzt auch bereits gemacht haben. Aber auch durch das altersbedingte Ausscheiden von N.N. als Kirchmeister, der aber freiwillig weiter mitarbeitet und den langen krankheitsbedingten Ausfall von Pfarrer N.N. ist bewusstgeworden, dass nie nur einzelne den Karren ziehen können, sondern dass die Gemeinde insgesamt dafür verantwortlich ist, dass die Gottesdienste laufen, dass Gemeindeglieder besucht werden und dass die weiteren Aufgaben der Gemeinde erledigt werden. Manchmal macht die Not erfinderisch. So hat sich in Günne zu Heiligabend eine Gruppe ehemaliger Konfirmanden gefunden, um ein Krippenspiel zu übernehmen, das den Mitwirkenden und der Gemeinde viel Spaß gemacht hat. Auch beim Krippenspiel in Meiningsen haben die Katechumenen mit zusätzlicher Unterstützung alles gegeben und es gut gemacht. „Predigt 2. Korinther 1, 3–7, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Predigt über Apostelgeschichte 1, 15 – 26, Christoph Fleischer, Welver 2016

Die Predigt wird zum Matthiastag am Sonntag Okuli 2016 in Günne und Meiningsen gehalten. Die Gemeinde trifft sich nach dem Gottesdienst traditionell zum Grünkohlessen.

Liebe Gemeinde,

Der Name Matthias stammt aus der Makkabäerzeit etwa im 2. Jahrhundert vor Christi Geburt. Es ist die griechische Form von Mattatias, was bedeutet: „Geschenk Gottes“. (vgl. 1. Makkabäer 2,1)

Die Makkabäer, ein judäisches Priestergeschlecht, bekämpften die neuen hellenistisch, griechischen Einflüsse in der Jerusalemer Religion und waren andererseits zugleich auf Machtübernahme aus, um Israel erneut einen selbständigen Status zu geben. 150 Jahre später lebte als letzter makkabäischer König ebenfalls ein Mattatias, bis unter dem Einfluss der Römer Herodes an die Macht kam, ein idumäischer Jude, der Israel mit der Sicherheit der römischen Herrschaft regierte. Daraus resultierten zu der Zeit Jesu die Diskussionen um die Kopfsteuer, die Steuerlasten und andere Themen.

Der biblische Matthias, von dem heute die Rede ist, galt als Jünger Jesu, gehörte aber noch nicht zu dem Zwölferkreis. Als Geburtsort gilt Bethlehem. Er steht den Schriftgelehrten nahe. In der Apostelgruppe konkurriert er mit Paulus, der erst später als Heidenapostel dazu kam. Zur Zeit um Pfingsten galt Paulus noch als Verfolger der Christengruppe.

Version 3Matthias war im weitesten Sinn Jünger Jesu, Paulus nicht. In der Abbildung der Heiligen, wie auch hier in der St. Matthiaskirche in Soest hält er eine Bibel und ein Richtbeil (siehe Bild). Matthias gilt als Evangelist, aber ein Evangelienbuch von ihm gibt es nicht. Das Evangelium ist die Botschaft von Jesus, dem Christus. Er soll um 63 nach Christus den Märtyrertod gestorben sind, erst gesteinigt, dann mit dem Richtbeil enthauptet.

Es gibt eine Stelle im Neuen Testament, in der Matthias erwähnt wird:

Lesung Apostelgeschichte 1, 15-26:
15
Und in den Tagen trat Petrus auf unter den Brüdern – es war aber eine Menge beisammen von etwa Hundertzwanzig – und sprach:

16Ihr Männer und Brüder, es musste das Wort der Schrift erfüllt werden, das der Heilige Geist durch den Mund Davids vorausgesagt hat über Judas, der denen den Weg zeigte, die Jesus gefangen nahmen; 17denn er gehörte zu uns und hatte dieses Amt mit uns empfangen. 18Der hat einen Acker erworben mit dem Lohn für seine Ungerechtigkeit. Aber er ist vornüber gestürzt und mitten entzweigeborsten, sodass alle seine Eingeweide hervorquollen. 19Und es ist allen bekannt geworden, die in Jerusalem wohnen, sodass dieser Acker in ihrer Sprache genannt wird: Hakeldamach, das heißt Blutacker. 20Denn es steht geschrieben im Psalmbuch (Psalm 69,26; 109,8): »Seine Behausung soll verwüstet werden, und niemand wohne darin«, und: »Sein Amt empfange ein andrer.« 21So muss nun einer von diesen Männern, die bei uns gewesen sind die ganze Zeit über, als der Herr Jesus unter uns ein- und ausgegangen ist 22– von der Taufe des Johannes an bis zu dem Tag, an dem er von uns genommen wurde –, mit uns Zeuge seiner Auferstehung werden.

23Und sie stellten zwei auf: Josef, genannt Barsabbas, mit dem Beinamen Justus, und Matthias, 24und beteten und sprachen: Herr, der du aller Herzen kennst, zeige an, welchen du erwählt hast von diesen beiden, 25damit er diesen Dienst und das Apostelamt empfange, das Judas verlassen hat, um an den Ort zu gehen, wohin er gehört. 26Und sie warfen das Los über sie und das Los fiel auf Matthias; und er wurde zugeordnet zu den elf Aposteln.

Liebe Gemeinde, „Predigt über Apostelgeschichte 1, 15 – 26, Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen

Literarischer Hausbesuch, Rezension von Joachim Wehrenbrecht, Herzogenrath 2016

Zu: Hubertus Halbfas: Das Christenhaus, Literatur und Religion, Ein Lesewerk,  Patmos Verlag, Ostfildern 2015, ISBN 978-3-8436-0666-0, Preis: 30,00 €

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Gorbatschow wollte am Haus Europa arbeiten. Es sollte in aller Verschiedenheit ein offenes Haus werden. Im Moment schließen sich mehr Türen als sie sich gastfreundlich öffnen. Hubertus Halbfas legt mit „Das Christenhaus“ ein Lesewerk vor, das über Literatur, besonders des 20.Jahrhunderts, sich mit den geistigen Wurzeln des christlichen Abendlandes kritisch auseinandersetzt. Verschiedenen Literaten kommen zu Themen wie: Gott, Schöpfung, Jesus, der Nächste, Juden, Kirche, Glaube, Gebet und Religion prägnant aus ihren Werken zu Wort. Sie alle waren mehr oder weniger im Christenhaus zu Gast, kennen Einrichtung und Geruch der Wohnung. Sie arbeiten sich an den großen Themen und der langen Wirkungsgeschichte des Christentums ab, lösen sich, distanzieren sich, radikalisieren das Evangelium, machen Vertrautes fremd, erkennen ungehobene Schätze und Werte, mit anderen Worten: Sie setzen sich mit dem Haus der Christen: wie sie leben, was sie denken, was sie glauben und hoffen, auseinander. Manch einer zieht aus dem Haus aus und sucht neue Räume, andere bleiben dem Haus verbunden, leben in ihm und versuchen seine Zukunft zu gestalten. Hubertus Halbfas hat ein gut gegliedertes Werk mit zahlreichen Bildern und Graphiken vorgelegt. Eine Fundgrube für jeden, der sich für den Resonanzboden des Christentums im aufgeklärten Haus Europa interessiert. Das Buch ist vor allem für die Bildungsarbeit in Kirche und Schule zu empfehlen. Mir persönlich bleibt die Auswahl zu sehr auf das 19/20.Jahrhundert beschränkt. Damit bleibt das Buch einer eurozentrischen Sicht und einer teilweise überholten Debatte verhaftet. Die neuen unverkrampften Annäherungen von Kunst, Literatur und Religion kommen nicht in den Blick (Navid Kermani: Ungläubiges Staunen, Jean Pierre Wils: Kunst. Religion: Versuch über ein prekäres Verhältnis, Martin Walser, Sibylle Lewitscharoff, Andreas Maier, Arnold Stadler, etc.)

„Wozu Theologie?“, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016

Zu: Hans-Joachim Höhn: Praxis des Evangeliums Partituren des Glaubens, Wege theologischer Erkenntnis, Echter Verlag, Würzburg 2015, ISBN 978-3-429-03824-3 (Print), 320 Seiten, Softcover, Preis: 19,90 Euro

978-3-429-03824-3

Hans-Joachim Höhn (geb. 1957) Professor für katholische Theologie in Köln, stellt sich in diesem Buch dem Anspruch, die Begründung der Theologie als Wissenschaft zu erklären und sie in Bezug auf die Adressanten modernen Denkens plausibel zu machen. „Sie darf es ihren Adressaten nicht ersparen wollen, sich jenen Problemen zu stellen, welche Zweifel und Kritik aus Glauben zu provozieren.“ (S. 5). Ein Blick auf seine Publikationsliste im Internet zeigt, dass Hermeneutik und Religionsphilosophie Schwerpunkte seiner Lehre sind. Im dort belegten interview aus dem Jahr 2011 kündigt er die Teilnahme an einem Marathonlauf an. Da wird er sich im theologischen Denken und Argumentieren auch keine vorschnellen Abkürzungen und Vereinfachungen leisten. „„Wozu Theologie?“, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen