Cornelia Richter (Hrsg.): Ohnmacht und Angst aushalten, Kritik der Resilienz in Theologie und Philosophie, Reihe: Religion und Gesundheit, Hrsg. Von Dietrich Korsch, Cornelia Richter u.a., Band 1, Verlag W. Kohlhammer, Stuttgart 2017, ISBN-Print: 978-3-17-031139-8, Preis: 30,00 Euro
Dieser Aufsatzband ist der erste Band der neu begründeten Reihe „Religion und Gesundheit“. Die Herausgeberin dieses Bandes, Cornelia Richter, ist Professorin für systematische Theologie in Bonn. Die hier vertretenen Autorinnen und Autoren sind meist Vertreterinnen und Vertreter des gleichen Fachgebiets, dazu kommen vier aus dem Bereich Philosophie und einer aus dem Bereich Exegese. „Resilienz in der Theologie? Rezension, Christoph Fleischer 2017“ weiterlesen
Zu: Scheidewege, Jahresschrift für skeptisches Denken, Herausgegeben von der Max-Himmelheber-Stiftung, Jahrgang 46, 2016/2017, Redaktion: Michael Hauskeller, Stephan Prehn, Walter Sauer, S. Hirzel Verlag, Stuttgart 2016, ISBN: 978-3-7776-2630-7: Paperback, 403 Seiten, Preis: Einzelheft 37,90 Euro, im Abo 33,50 Euro, erscheint einmal jährlich im September. Ein Verzeichnis sämtlicher Beiträge und Autoren mit Link zu einer Leseprobe findet sich im Internet (www.scheidewege.de).
Schon die Übersicht über die Beiträge der Jahresschrift auf dem Cover zeigt die Zielrichtung der Ausgabe an. Skepsis, so der kurze Text auf der Rückseite, ist eine geistige Situation, in der Tradition genauso wenig von einer Evidenz lebt wie der Fortschrittsglaube. In die Mitte des Denkens rückt die Gegenwart, die sich vom Überkommenen löst, ohne eine wunderbare Zukunft zu phantasieren. „Zeitkritischer Seismograph, Rezension, Christoph Fleischer, Welver 2017“ weiterlesen
Zu: Matthias Lohre: Das Erbe der Kriegsenkel, Was das Schweigen der Eltern mit uns macht, Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2016, 256 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-579-08636-1, Preis: 19,99 Euro
Das Erbe der Kriegsenkel von Matthias Lohre
Der Journalist Matthias Lohre, dessen Foto auf dem hinteren Buchumschlag abgebildet ist, ist ein bekanntes Gesicht aus dem Fernsehen, wie ich meine. Er hat aus unterschiedlichen Ländern und Perspektiven berichtet. Sein Schwerpunkt ist politischer Journalismus, früher bei der taz und jetzt bei der ZEIT. Das Buch hingegen greift ein eher psychologisch-persönliches Thema auf, die Weitergabe von Erlebnissen und deren seelische Auswirkungen in die nächsten Generationen. Bei kaum einem Thema wird deutlicher, wie sich politische Ereignisse und Verhältnisse mit persönlichen verbinden wie bei einem Krieg und seinen traumatisierenden Erfahrungen. „Das Trauma wird weitergereicht, Rezension von Christoph Fleischer, Welver 2016“ weiterlesen
zu: Britta Bannenberg: AMOK. Ursachen erkennen – Warnsignale verstehen – Katastrophen verhindern. Gütersloher Verlagshaus 2010 ISBN 978-3-579-06873-2, 17,95 Euro
Die Gefahr von Amok-Taten ist für uns mit Erfurt (2002) und Winnenden (2009) kein Phänomen des Auslands mehr. Trittbrettfahrer und Amokdrohungen drehen zusätzlich an der Angstspirale. Die Juristin und ehemalige Langstreckenläuferin Britta Bannenberg wirkt dem durch Versachlichung entgegen: „Was ist von drohenden Äußerungen, Sympathiebekundungen für Amokläufe, Bombenanschlägen und Tötungsdelikten zu halten? Wann sollte die Polizei eingeschaltet werden? Was können Lehrer, Mitschüler, aber besonders auch Eltern frühzeitig tun, um auf beunruhigende Entwicklungen adäquat zu reagieren? In diesem Buch wird versucht, die Leser zu einer besseren Einschätzung solcher Entwicklungen und Situationen zu befähigen.“ Es ist hilfreich und der derzeitigen Situation angemessen, dass sich die Autorin auf Amok in Schulen konzentriert. Somit ist dieses Buch für den pädagogischen Kontext, für Eltern und Lehrer gut geeignet.
Die Täter verstehen lernen.
Gefährlich und eine Herausforderung für die Prävention ist, dass die späteren Täter im Vorfeld nicht auffallen. Mehrere Fakten müssen zusammenkommen: Mangelnder Schulerfolg, normales Elternhaus, Computerspiele, Zugang zu Schusswaffen und psychische Probleme, eventuell mit Suizidgedanken, sind wohl Voraussetzungen solcher Gewaltausbrüche, die einerseits mit der Publizität der Taten rechnen, Hass und Aggressivität auf die Schule projizieren und zugleich den eigenen Suizid einkalkulieren.
Vorbilder und Tatmuster.
Das Vorbild der Columbine Highschool und Abläufe wie in Erfurt, Emsdetten und Winnenden lassen die Autorin Tatmuster gewinnen, die dann auch Rückschlüsse für die Prävention erlauben. Abschiedsbriefe von Tätern, Emails von Trittbrettfahrern und Taten von Nachahmern wie Drohungen werden analysiert. Gewaltphantasien und ein gestörter Umgang mit Kränkung und Versagen, meist dann auch das Gefühl, gemobbt zu werden, führen in diese Tatmuster hinein. Eine öffentliche Berichterstattung über Suizid kann die Ausführung der Tat begünstigen, da ähnlich wie bei einem Selbstmordattentat der Suizid eingeplant ist.
Prävention.
Die Maßnahmen der Prävention, die die Autorin vorschlägt, sind besonders im schulischen Kontext zu sehen. Stille Schüler dürfen nicht ignoriert werden. Maßnahmen zur Verbesserung des Schulklimas, Aktionen gegen Mobbing sind auch präventiv gegen Amok. Die Beschäftigung mit Suizid allgemein sollte eher vermieden werden, außer im Kontext mit aktuellen Ereignissen. Die mediale Beschäftigung mit Gewalt aber ist ein sinnvolles Thema, zumal es im Vorfeld von Amok sogar dazu kommt, dass Computerspiele im Kontext des Plans der eigenen Schule gespielt werden. Drohungen sind stets ernst zu nehmen, Krisenpläne im Vorfeld abzustimmen. Das Handyverbot an Schulen sollte aufgehoben werden, da die Handys im Krisenfall sehr gut geeignete Warnmelder sind.
Fazit:
Die hier aus dem Buch herausgefilterten Bemerkungen ersetzen nicht die Lektüre dieses wichtigen Buches, das gerade im Detail und der Schilderung konkreter Fälle die Herausforderung deutlich werden lässt: AMOK-Taten geschehen mitten unter uns. Das Buch kann dazu verhelfen, mehr auf einzelne Menschen zuzugehen und das Schulklima zu verbessern.
Wir verwenden Cookies, um unsere Website und unseren Service zu optimieren.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.
Du muss angemeldet sein, um einen Kommentar zu veröffentlichen.